Kugelstoßer Andy Dittmar überlegen Weltmeister der M45

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(Tampere/Krefeld, 30. Juni 2022) Beinahe wäre es bei uns im Tagesgeschäft untergegangen. Bevor die glamouröse Welt der einstigen olympischen Kernsportart vom 15. bis 24.Juli 2022 in Eugene im US-Bundesstaat Oregon mit ihren Assen zu den Weltmeisterschaften der Männer/Frauen Station macht, haben die ewigen Talente für die nächsthöhere Altersklasse im finnischen Tampere ihre globalen Titelkämpfe ab M/W 35. Allerdings in einer normenfreien Komfortzone und bei eigener Entsendung, nicht Nominierung, sowie dem entsprechenden Kleingeld in großen Scheinen. Bereits nach den ersten Wettbewerben beim gestrigen Auftakt wird deutlich, dass es so mehr um die finnisch-europäischen Meisterschaften mit gelegentlicher internationaler Beteiligung im meist recht übersichtlichen Teilnehmerkreis ohne Ausscheidung geht. Kleines Beispiel mit dem Kugelstoßen der M55, das sich beliebig fortsetzen ließe: 16 Gestartete, Leistungsspektrum 15,48 bis 6,28m, lediglich zwei Athleten außerhalb von Europa mit US-Amerikanern, die garantiert nicht zur Elite ihres Landes gehören.

Weltrekordlerin Eva Nohl standesgemäß beim Hammerwurf der W70 vorn

Aber kommen wir zu einem Sieger in dieser Disziplin, der ungeachtet der Konkurrenz über jeden Zweifel erhaben ist. Obwohl noch nicht wieder in der Top-Verfassung der Vorjahre mit stets jenseits der 18 Meter und obendrein durch eine Wadenverletzung eingebremst (er verzichtete auf die beiden letzten Versuche), gewann der sehr bald 48-jährige Andy Dittmar (*06.07.1974; im Bild) aus Gotha hoch überlegen mit 16,99m den Wettbewerb der M45 (13 TN). Sein sechster WM-Titel durch verschiedene Altersklassen im Stadion und unter dem Hallendach. Machen wir noch einen kleinen Schwenk zum Hammerwurf der Frauen. Dort war die bei der Winterwurf-DM 2022 in Erfurt vom DLV ausgebootete Weltrekordlerin Eva Nohl (39,24m) aus Langenzenn in der W70 mit 34,42m ebenfalls klar vorn.

Mitfavorit Andreas Deuschle konnte lediglich aus dem Stand stoßen

Fortan werden wir uns in vornehmer Zurückhaltung üben, überlassen das Feld weitgehend der von uns so geheißenen Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetzseite. Deren Vertreter auf Dienstreise sind im durchweg überflüssigen Begleittross mit ihren Literaten vor Ort, könn(t)en auch Hintergrundbeiträge über die pure 1:0-Berichterstattung hinaus veröffentlichen. Derweil sind wir auf die nackte, übrigens nordisch-kühle Ergebnisliste (keine Nationalflaggen, kein Hinweis auf den Weltrekord in der jeweiligen Disziplin) angewiesen und reduziert. Pure Resultate spiegeln die möglicherweise tatsächlichen Gegebenheiten eben nicht wieder. So haben wir rein zufällig im Telefonat mit Seniorensprecher Heiko Wendorf erfahren, dass sich der bei der M50 mitfavorisierte Drehstoßer Andreas Deuschle aus Nürtingen einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zuzog und lediglich aus dem Stand stoßend Achter mit 13,32m wurde. Ohne dieses Zufallswissen hätten wir von einem heftigen Absturz geschrieben und wären Deuschle nicht gerecht geworden.
Mit diesem Link geht es zu allen erforderlichen Informationen und der Selektierung der Ergebnisse nach eigenem Gusto..