Wo blieb die Absprache? Doch womöglich unbedeutende Überschneidung!

Kolumne

Moment mal

(Düsseldorf/Bielefeld/Krefeld, 29. Juli 2021)
Es allen recht  machen zu wollen, ist eine Kunst, die keiner kann. Wer wüsste das besser als wir?! Doch eine vernünftige Absprache auf dem kurzen Dienstweg eines Telefonats unter vermeintlich befreundeten, miteinander kooperierenden Schwesterverbänden aus demselben Bundesland, die sogar mal fusionierten wollten, sieht deutlich anders aus. Schicken wir voraus, dass die Westfalen (FLVW) bereits seit geraumer Zeit auf ihrer Netzseite als (zunächst) nicht offene Senioren-Meisterschaft für den 28.August 2021 in Bielefeld terminiert haben. Das sah beim  LV Nordrhein, der seit der Pandemie ausschließlich bei der Ü30-Generation völlig untergetaucht und praktisch zur Leichtathletik-Diaspora verkommen ist, anders aus. Da hieß es bis gestern 12:09 Uhr, dass die Titelkämpfe eventuell am 04.September über die sportliche Bühne gehen könnten. Nun tauchte um 12:10 Uhr auf deren Internet-Portal in grauseligem Deutsch die Meldung auf. „Die ursprünglich in Euskirchen stattfindenden LVN Seniorenmeisterschaften finden in Düsseldorf statt.“ Und weiter, dass sie am 28./29.August im Arena-Sportpark in Düsseldorf ausgetragen werden.

Viel Lärm um nichts?

Immerhin rechtzeitig genug, um den startwilligen Athleten*innen an den Deutschen Senioren-Meisterschaften vom 10. bis 12.September in Baunatal auf der letzten Rille (Meldeschluss 29.August) die Möglichkeit zur Normerfüllung zu bieten. Doch der Termin kollidiert nun einmal mit den westfälischen Nachbarn, und das Lamento unter den nicht so genau hinschauenden Wanderern zwischen beiden Regionen war riesengroß, die sich bei der Verarmung an Gelegenheiten um eine hochklassige Startmöglichkeit geprellt sehen. Stopp, Moment mal: Die LVN-Titelkämpfe sind nicht offen ausgeschrieben, und somit handelt es sich um eine geschlossene Gesellschaft. Und so war es auch zuerst in Westfalen vorgesehen. Also, getreu nach William Shakespeare: Viel Lärm um nichts!

Was noch der Klärung bedarf

Wenn da nicht der Pferdefuß wäre. Nach einer bei mir ins E-Postfach schwappenden Sturmflut der Entrüstung als virtuelles Sprachrohr der ständigen Talente für die nächsthöhere Altersklasse habe ich gestern Nachmittag festgestellt, dass die ursprüngliche
Ausschreibung der „Westfälischen" am 23.Juli, 16:47 Uhr, auf jetzt "Offene" korrigiert worden ist. Daraufhin habe ich mit dem ehrenamtlaichen FLVW-Seniorenwart Eberhard Vollmer (im Bild) telefoniert, der sich davon völlig überrascht zeigte, dass das ohne sein Wissen und nicht in seinem Sinne geändert worden ist. Denn schließlich habe sich an den Vorsichtsmaßnahmen im Hinblick auf die Pandemie und der damit verbundenen erklärten Absicht zur Teilnehmerreduzierung nichts geändert. Er geht davon aus, dass  nach seiner Intervention heute Morgen bei der Geschäftsstelle eine Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand „nicht offen“ erfolgen wird.
Und damit wäre mitten im Sommer die Kuh vom Eis.