Großes, hochkarätiges Starterfeld mit Besleistungen bis zu 75,29 Meter

Mein Tagebuch

(Taipei/Krefeld, 22. August 2017)
Hallo zusammen,

die Spannung steigt.
Nachdem ich gestern trotz der faszinierenden, überwältigenden Eindrücke von der Eröffnungsfeier gut einschlafen konnte, war ich heute auf die Startliste der im Hammerwurf gemeldeten Teilnehmerinnen gespannt.
Entgegen der vor zwei Jahren nur zwölf Gemeldeten, sind‘s diesmal unglaubliche 22 Werferinnen in zwei Qualifikationsgruppen – und zwar zum Teil hochkarätigen Kalibers. Fünf Mitbewerberinnen sind vergangene Woche bei der Weltmeisterschaft in London gestartet, die sich hier bei der Universiade als Studentinnen angemeldet haben. Sieben der Konkurrentinnen können Bestleistungen jenseits von 70 Meter bis hinauf zu 75,29m vorweisen. Als mit 21 Jahren jüngste des Feldes sind das Weiten, die ich allenfalls in zwei bis drei Jahren erreichen kann.
Aber kein Grund, mich zu verstecken. Die sind alle auch nicht auf die Welt gekommen und konnten 70 Meter werfen. Immerhin habe ich die Qualifikationsnorm von 59 Meter geschafft, sonst wäre ich schließlich nicht hier. Und wenn ich meine Bestleistung von 62,38m übertreffe, kann ich womöglich doch eine gute Platzierung erzielen, wenngleich es normalerweise nicht unter den ersten Zwölf sein dürfte.
Doch wer weiß? Sie müssen alle ihre Leistungen erst einmal abrufen und gültige Würfe fabrizieren! Auf jeden Fall werde ich mein Bestes geben. Nicht nur unter der olympischen Devise „Dabei sein ist alles“. Ich freue mich darauf.
So, jetzt bereite ich mich auf die nächste Trainingseinheit vor.

Bis morgen                                                                                                                  Taipei, 21. August 2017

Eure Sina

Ü35-EM: Nicht jeder ausgerufene Sieger war tatsächlich der Schnellste

(Aarhus/Göttingen/Krefeld, 15. August 2017) Verletzungsbedingt konnte ich an den Wettkämpfen bei den Senioren-Europameisterschaften in Aarhus nicht teilnehmen und musste mich deshalb auf das Zuschauen beschränken. Als Zuschauer fielen mir Dinge auf, die ich als Aktiver wahrscheinlich nicht wahrgenommen hätte. Im Folgenden die auffälligsten Gegebenheiten.

1.) Genauigkeit der Zeitmessung bei Läufen von 200 bis 400 Meter und den 4x400m-Staffeln:
Garantie oder Suggestion?

Mit der elektrischen Zeitmessung wird eine Exaktheit der Messergebnisse von 1/100 sec. garantiert. Kaum jemand scheint das infrage zu stellen. Leider sieht die Realität anders aus. Voraussetzung für oben genannte Messgenauigkeit sind Startblöcke mit integrierten Schallgebern. Diese waren in Aarhus jedoch nicht vorhanden. Das bedeutet, dass der die elektrische Zeitmessung auslösende Schall der Startpistole die Läufer/innen - aufgrund des allgemein bekannten physikalischen Phänomens der Schallverzögerung - später erreicht. Schall breitet sich bekanntlich in allen Materialien und Medien mit einer bestimmten Geschwindigkeit aus, in 20°C warmer Luft mit etwa 340 m/s. Den Schall empfängt ein von der Schallquelle entfernter Empfänger demnach mit einer der Entfernung entsprechenden zeitlichen Verzögerung. Diese Schallverzögerungen verfälschen insbesondere bei den Laufwettbewerben von 200 bis 400 Meter und den 4x400m-Staffeln eindeutig die Ergebnisse: Nicht selten ist nicht der als Erster ins Ziel kommende Läufer der Zeitschnellste und damit der eigentliche Sieger, sondern ein anderer. Nachstehende Tabelle macht die Zeitverzögerung des Schalls zu den einzelnen Bahnen deutlich. In Aarhus hatte der Starter eine Position, die ungünstiger kaum sein kann. Nämlich 10 Meter hinter der Ziellinie auf Bahn 8 (was im Übrigen auch dort bei der EM 2004 bereits der Fall war). 

Zeitverzögerungen 
∆t des Startsignals auf den Bahnen 1 – 8

 

200

m

400

m

4 x

400m

Bahn

Entfern.

∆t

Entfern.

∆t

Entfern.

∆t

 

[m]

[1/100 s]

[m]

[1/100 s]

[m]

[1/100 s]

1

14

4,1

14

4,1

x

x

2

16

4,7

19

5,6

22

6,5

3

19

5,6

26

7,6

33

9,7

4

22

6,5

33

9,7

43

12,6

5

25

7,4

39

11,5

52

15,3

6

28

8,2

46

13,5

60

17,6

7

31

9,1

53

15,6

67

19,7

8

34

10,0

60

17,6

73

21,5

Ein fiktives Beispiel im 400-m-auf

Man stelle sich vor, der Läufer auf Bahn 2 kommt als Erster, also Sieger ins Ziel. Der Läufer auf Bahn 8 erreicht als Zweiter das Ziel mit einem Zeitrückstand von 10/100 s. Der Läufer auf Bahn 8 konnte den Schall des Startschusses (aufgrund der Entfernung von 60m) erst nach einer Verzögerung von 
17,6/100 s wahrnehmen, also 17,6/100 s nach dem Start der Zeitmessung. Der Läufer auf Bahn 2 konnte den Startschuss allerding erheblich früher, nämlich bereits nach 5,6/100 s wahrnehmen. Der Zeitvorteil des Läufers auf Bahn 2 beim Start gegenüber jenem auf Bahn 8 beträgt demnach 17,6/100 s – 5,6/100 s = 12/100 s. Da die elektronisch ermittelte Zeitdifferenz jedoch mit 10/100 s ausgewiesen wurde, war der auf Bahn 8 gelaufene Langsprinter um 12/100 –10/100 s = 2/100 s schneller – und hätte als Sieger proklamiert werden müssen  (falls nicht noch einer schneller gewesen wäre).
An diesem fiktiven Beispiel wird deutlich, dass die Ergebnisse von Aarhus keineswegs alle korrekt sind wie es die elektrische Zeitmessung suggeriert. Ganz sicher waren nicht alle zu Europameistern gekürten Akteure/innen und Staffeln die tatsächlich Besten. Das ist nicht nur ärgerlich für die Athleten/innen, sondern auch nicht einer EM würdig. Elektrische Zeitmessung ist bei den genannten Strecken nur dann zuverlässig und genau, wenn in die Startblöcke Schallgeber integriert sind und das darf man von einer EM erwarten. Eine entsprechende Regelung durch den europäischen Senioren-Verband European Masters Athletics (EMA) ist daher längst überfällig. Sofern man sich Startblöcke mit Schallgebern nicht leisten kann, gibt es nur noch die Möglichkeit, die Laufzeiten durch die berechneten Zeitverzögerungen zu „Echtzeiten“ zu verrechnen. Im digitalen Zeitalter wäre das weder ein Problem noch ein Mehraufwand an Zeit. Dem steht allerdings entgegen, dass wir alle genau den/die als Sieger/in sehen wollen, der/die als Erste/r das Ziel erreicht. Quintessenz: Es führt kein Weg an Startblöcken mit Schallgebern vorbei.

2.) Informationseinrichtungen im Stadion

Zuschauer wollen ausreichend informiert sein und nicht ständig über Weiten, Höhen, Startaufstellungen beziehungsweise Bahnverteilung et cetera rätseln und spekulieren müssen. Im Hauptstadion wurden diese Anforderungen in keiner Weise erfüllt. Von der Tribüne aus – und hier befanden sich cirka 80 Prozent der Zuschauer - waren die Werte sowohl auf den digitalen Anzeigegeräten der Gegengeraden (Weitsprung) als auch in den Segmenten (Wurfanlagen, Hoch- und Stabhochsprung) nicht oder nur bedingt zu erkennen. Der Sprecher hat zwar die Startaufstellung bei den Läufen durchgesagt, aber verstehen konnte das wegen der miserablen Akustik wohl kaum jemand. Dabei verfügt das Stadion über modernste digitale Anzeigetafeln über den beiden Kurvenbereichen. Die allerdings wurden nur für Werbung genutzt. Gegen Werbung hat wahrscheinlich niemand etwas, schließlich generiert sie Einnahmen, mit der zum Teil die Veranstaltung finanziert werden muss. Andererseits verpufft der Werbeeffekt durch eine gewisse „Ermüdung“, wenn das Publikum permanent mit den (hier nur wenigen) Werbebotschaften berieselt wird, weil niemand mehr hinschaut. Für Werbung hätte noch hinreichend Zeit zur Verfügung gestanden, wenn die sportbezogenen Informationen zwischendurch auf den beiden großen Anzeigetafeln erschienen wären. Permanentberieselung ist bekannterweise werbepsychologisch kontraproduktiv. Die Unzufriedenheit bei den zuschauenden Sportlern und deren Anhang war entsprechend deutlich wahrnehmbar.
Bei internationalen Meisterschaften dürfen die Teilnehmer und Zuschauer erwarten, dass die zuständigen Vergabegremien diese Dinge zuverlässig regeln respektive einfordern.
Redaktionelle Hinweise: Stammbesuchern von LAMPIS muss unser Gastautor Rolf Geese (*1944) von der LG Göttingen nicht näher vorgestellt werden. Für alle anderen: Der 73-Jährige ist der wohl kompletteste Zehnkämpfer im Senioren-Bereich, hielt oder hält die Weltrekorde von der M50 bis 70.

DLV missachtet verbriefte Rechte ordentlicher deutscher Gesetzgebung

(Fürth/Darmstadt/Kevelaer/Krefeld, 25.Juli 2017) Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Bundesaußenminister Sigmar Gabriel und dem DLV in Darmstadt? Das wird noch deutlich! Hier der Auszug aus einem Offenen Brief von ihm an alle türkischstämmigen Menschen in Deutschland: „Sie, die türkischstämmigen Menschen in Deutschland, gehören zu uns – ob mit oder ohne deutschen Pass", erklärte der SPD-Politiker in einem auf Deutsch und Türkisch verbreiteten Schreiben. Für die hohe Politik in Deutschland gehören also andersstämmige Menschen, ob mit oder ohne deutschen Pass, zu uns. Derweil verweigert der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt einem „deutschen Staatsbürger nach dem Abstammungsprinzip“ die Zugehörigkeit zu uns.
Nachdem der DLV dieses  Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) mitnichten anerkennt, darf die an 2. Position der DAMM-Rangliste liegende M60-Mannschaft des LAC Quelle Fürth nicht am Finale der mittlerweile so geheißenen Team-DM Anfang September 2017 in Kevelaer teilnehmen. Dafür hat beim LAC in Fürth natürlich niemand Verständnis, dass Gesetze der Bundesrepublik Deutschland, mithin verbriefte Rechte, vom DLV schlichtweg übergangen werden.
Mittlerweile wurden alle Disqualifikationen, ob nun – an sich unzulässige – vier Teilnehmer in einer Disziplin oder Handzeitnahmen im Vorkampf, nach meiner Meinung vollkommen zu Recht wieder zurück genommen. Nur das Qualifikationsergebnis des Vorjahressiegers der M60 wird nicht anerkannt, weil sich der DLV über die ordentliche deutsche Gesetzgebung stellt. Sprinter und Weitspringer Laszlo Müller hat als Enkel eines deutschen Großvaters und Sohn eines deutschen Vaters (die Mutter ist Ungarin) alleine durch die bloße Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit erworben. Das alles ist im Stammbuch eingetragen. Nur einen deutschen Pass hat er halt nicht beantragt, weil er den während seines inzwischen 20-jährigen Aufenthalts in der Bundesrepublik nie benötigt hat. Und dennoch wird jetzt das Qualifikationsergebnis der kompletten Fürther M60 annulliert und die Mannschaft als einzige vom Endkampf ausgeschlossen.
Das hat der DLV bereits im Jahr 2005 mit der damaligen M50 des LAC gemacht. Seinerzeit war das angeblich disqualifikationswürdige Vergehen der Einsatz eines Athleten der M60 in der M50. Diese schon früher absurde Regelung sollte gemäß Verbandsratsbeschluss gekippt werden, wurde jedoch,  wie so manches andere, schlechterdings vergessen. Aufgrund dieser „schlimmen Verfehlung" wurde vor zwölf Jahren erbarmungslos disqualifiziert.

Verband verstößt reihenweise gegen die eigene Ordnung

Heutzutage verstößt der DLV reihenweise selbst gegen die eigene Deutsche Leichtathletik-Ordnung (DLO). Von den 13 Klubs/Startgemeinschaften die alle vier Athleten eingesetzt hatten, wurden ursprünglich lediglich elf disqualifiziert, laut DLO nicht zulässige Handzeitnahme trotzdem toleriert, allerdings punktemäßig nicht umgerechnet und vieles mehr.
Wie ernst die Absichten und Mitteilungen des Dachverbandes aus dem Hessischen wirklich zu nehmen sind, veranschaulicht die nachfolgende Zusammenfassung von Fehlleistungen innerhalb der letzten sechs Wochen:
1.    DAMM-Rangliste schon einen Monat vor Ablauf des Qualifikationszeitraums als Endstand
       ausgewiesen;
2.    Ergebnisse von M70-Mannschaften in der M40 aufgeführt;
3.    W40-Team aufgenommen, das es überhaupt nicht gibt;
4.    Gruppe 2 Mannschaften bei Gruppe 1 aufgenommen;
5.    Mannschaft mit falscher Punktzahl aufgenommen;
6.    Mehrere Mannschaften doppelt mit zwei Ergebnissen in der Rangliste aufgeführt;
7.    Ergebnisse mit Handzeitnahme ohne Umrechnung auf elektronische Zeitnahme anerkannt;
8.    Bei den mit *) gekennzeichneten Ergebnissen ist die Bestätigung des jeweiligen Landesverbands
       noch ausstehend. Stand: 31.05.2017;
       (Völlig wirre Aussage, da es in der Rangliste kein mit *) gekennzeichnetes Resultat gegeben hat.)
9.    Von 13 Mannschaften die angeblich gegen die DLO verstoßen haben, sind nur elf disqualifiziert
       worden; (Zufallsgenerator? Losverfahren?)
10.  Einige der disqualifizierten Mannschaften hatten auch schon in Vorjahren gegen die gleichen
       Regeln verstoßen wie in diesem Jahr, wurden aber deswegen nicht disqualifiziert, sondern sogar
       Deutscher Meister; (Konsequentes, durchgängiges Handeln sieht anders aus)
11.  Der größte Teil aller Ranglisten-Mannschaften hat gegen DLO-Vorgaben verstoßen, die man zwar
       nicht einhalten kann, die aber auch nicht sanktioniert werden;
12.  Die Ergebnisse vieler Mannschaften  waren nicht innerhalb von drei Tagen beim DLV
       gemeldet; (Auch das führt zu keinerlei Sanktionen gemäß DLO)
13.  In Ausschreibungen zu drei deutschen Seniorenmeisterschaften werden Qualifikationen gefordert,
       die aber dafür überhaupt nicht vorgesehen sind;
14.  Falsche Vereinszuordnung und falsche Leistungen von Athleten in den Besten- und Rekordlisten;
15.  Eine mit Fehlern gespickte Senioren-Berichterstattung auf der Verbandsnetzseite;
16.  Das Staatsangehörigkeitsgesetz der Bundesrepublik Deutschland wird schlichtweg ignoriert;
17.  Bei Ausschreibungen zu DLV-Meisterschaften ( Erfurt ) wird unter Punkt 3
       „Teilnahmebedingungen" auf einen nicht existenten DLO-Paragrafen verwiesen; 

Rückfragen bei der Wettkampforganisation in Darmstadt wie man mit all den anderen Verstößen gegen die DLO umgeht, werden erst gar nicht beantwortet. Somit ist in aller Deutlichkeit festzustellen, dass die handelnden hauptamtlichen Personen der Geschäftsstelle absolut überfordert sind, ihre Aufgaben auch nur ansatzweise ordnungsgemäß zu bewältigen. Die DLO wird lediglich nach dem Zufallsprinzip angewendet, da ihr Inhalt entweder nicht richtig bekannt ist oder ignoriert wird.

Was nun die Suspendierung des Fürther M60-Teams angeht, bleibt zunächst eine Rechtsanfrage beim Bundesjustizministerium abzuwarten, um gegebenenfalls danach weitere Maßnahmen einzuleiten.

Universiade: Katrin Klaas unter den Sponsoren von Sina Mai Holthuijsen

(London/Taipeh/Erkelenz/Krefeld, 07. August 2017, 17 Uhr) Ordentlich virtuellen Dampf ließ gestern Abend Hürdensprinter Mathias Bühler nach dem Halbfinale der WM in London ab. Dazu nutzte er in einer Art Wut-Rede das „Flash-Interview“ in der Mixed-Zone beim sichtlich verdutzten ZDF-Moderator Norbert König, ein alter, mit allen Wassern gewaschener Fahrensmann, als Benutzeroberfläche. Der gerade (erwartungsgemäß) Ausgeschiedene beklagte die mangelnde Spitzensportförderung von Kaderathleten in der Bundesrepublik. Als er bereits abdrehte und seine Tirade beendet zu haben schien, schickte er noch hinterher, dass sich manche nicht einmal die monatliche Miete leisten könn(t)en. Rumms – das saß und schwappte in den analogen und digitalen Blätterwald bis zu Focus-Online. Toll, dass auch mal jemand außer dem „bösen Jungen“ Robert Harting Klartext geredet hat.

Kein typisch deutsches Manko und Problem

Nun glaube allerdings ja keine/r, es handele sich um ein spezifisches Manko und Problem in der Bundesrepublik. Die national für Unitas Sittard (NL) und den SC Bayer 05 Uerdingen sowie international für die Niederlande startende talentierte deutsch-niederländische Hammerwerferin Sina Mai Holthuijsen (*1996) aus Erkelenz bei Mönchengladbach bekommt keinen müden Cent Zuschuss für ihre beabsichtigte Teilnahme an der Universiade (Studenten-Weltmeisterschaften) vom 19. bis 30. August 2017 in Taipéh (Taiwan). Das Unternehmen mit Flug und allen Nebengeräuschen ohne Taschengeld kostet rund 1.500 Euro. Dabei ist das von Air China netterweise mit 40 Prozent rabattierte Ticket schon ein- respektive abgerechnet. Woher soll die dem niederländischen  Nationalkader angehörende 21-jährige Studentin für Internationales Marketing in Venlo (NL) das nehmen und nicht stehlen? Schließlich steht nicht überall ein begütertes Elternhaus dahinter, das neben all dem anderen Aufwand einen solch erklecklichen Betrag mal eben aus der Portokasse finanzieren kann.

Not macht bekanntlich erfinderisch

Aber Not macht bekanntlich erfinderisch, und die bildhübsche Tochter der deutschen Mutter Christa und des niederländischen Vaters Peter (daher die doppelte Staatsbürgerschaft) studiert nicht von ungefähr Marketing. Sie suchte und fand über die Unterstützer-Plattform „Fairplaid“ private Sponsoren. Sobald ein Betrag von 900 Euro zusammenkommt, wird dieselbe Summe von Geldgebern dritter Seite dieses „Crowfunding“-Projekts hinzugeschossen. Bereits nach drei Tagen war der Mindestbeitrag beisammen, inzwischen sind es vor dem heutigen Ablauf (20 Uhr) 41 Unterstützer mit einem Gesamtbetrag von 1.410 Euro. Darunter befindet sich die hammerwerfende WM-Starterin Katrin Klaas, im Finale der besten Zwölf  heute ab 20 Uhr, und – Ehrensache – LAMPIS, namentlich der Verfasser dieser Zeilen, aus alter, freundschaftlicher Verbundenheit zu Peter Holthuijsen und seinen beiden Mädels.
Wer sich ebenfalls be- und gerufen fühlt, der hat noch die Gelegenheit. Denn das teure Leben einer studierenden Spitzensportlerin, in dem Falle jeweils amtierende niederländische Vizemeisterin bei den Frauen und hier zu Lande der U23 mit einer Bestleistung von 62,38m, geht nach der Universiade weiter. Das große Ziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Schweigende Seniorensprecher ,Alf' Hermes tritt von seinem Amt zurück

(Jülich/Krefeld, 01. April 2017) Mitunter fällt – um in alten und womöglich zukünftigen D-Mark-Zeiten zu schwelgen – der Groschen pfennigweise. Oder eine noch gängigere Plattitüde: Steter Tropfen höhlt den Stein. In diesem konkreten Falle den schweigenden Seniorensprecher Alfred Hermes (*1946) aus der einstigen Reaktor-Gemeine Jülich im Rheinland. Der eine oder andere Tropfen stammt von LAMPIS, der einzig wahren, engagierten Interessen-Vertretung der Ü30-Generation in der einstmals olympischen Kernsportart Leichtathletik. Wie wir aus gemeinhin absolut zuverlässiger Quelle aus dem Dunstkreis des „Götterboten“, die wir aus Gründen des Informanten- und Vertrauensschutzes nicht nennen werden, exklusiv erfahren haben, tritt der 70-jährige Mittel- und Langstreckler des Pulheimer SC von seinem Ehrenamt als – so die offizielle Bezeichnung – Athletensprecher mit sofortiger Wirkung zurück. Obwohl das streng genommen keine Rolle spielt, da man nicht mehr respektive weniger tun kann, als nichts zu tun, steht die zuvor ebenfalls nicht wahrnehmbare „Quotenfrau“ Lidia Zentner aus Pforzheim vorerst auch nominell alleine da.
Auf telefonische Nachfrage teilte uns „Verbandsoberschwester“ Margit Jungmann (Rehlingen) in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Bundesausschuss‘ Senioren mit, dass anlässlich der Senioren-DM 2017 im ostsächsischen Zittau die von „Alf“ Hermes aufgerissene Lücke, die streng genommen keine ist, durch eine Nachwahl der bis dahin auch offiziell vakanten Position geschlossen werden soll. Sofern sich überhaupt ein wirklich geeigneter Kandidat findet.
Aber in dieser Hinsicht kann eigentlich nicht viel falsch gemacht werden. Denn die Messlatte liegt sehr niedrig, sollte leicht übersprungen werden können. Versteht sich peripher, dass wir bei der Entscheidungsfindung herzlich gerne mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln und mit unserem gesamten Autoren-Team als absolute Intimkenner der Szene behilflich sind. Ehrensache! Alle etwaigen Versuche, meinen kugelstoßenden Kollegen Axel Hermanns dafür gewinnen zu wollen, muss hier und jetzt schon eine Absage erteilt werden. Er will sich verständlicherweise seine journalistische Unabhängigkeit bewahren
Für die nicht regelmäßigen Leser von LAMPIS weisen wir zum besseren Verständnis auf den in dieser Rubrik Anfang dieses Jahres erschienenen Beitrag zu Hermes hin.