Zwei Russen in der Ergebnisliste vom 48. BMW Berlin Marathon enteckt

Kommentar

Unter uns gesagt


(Berlin/Krefeld, 27. September 2022)
Müßig zu erwähnen, dass momentan so ziemlich alles ein rotes Tuch ist, was in irgendeiner Art und Weise mit Russland zu tun hat. Dabei sind die allermeisten Menschen dieses 145-Millionen-Volkes friedfertige Leute, können nichts für ihren despotischen Alleinherrscher, der mit der Ukraine einen Krieg angezettelt hat und die Welt in eine Wirtschaftskrise ungeheuren Ausmaßes stürzte. Die Zeche zahlen letztendlich alle Erdenbürger, wird als Nebenkriegsschauplatz manche Existenz buchstäblich vernichtet, stirbt neben zig anderen Gründen genau deswegen den Hungertod. Ganz zu schweigen von den Tausenden Kriegstoten auf beiden Seiten.

Ein ganz genau hinschauender LAMPIS-Leser deckte es auf

Nun hat das freilich alles nichts damit zu tun, dass die russische Administration bereits vorher wegen des flächendeckenden Staatsdopings von den Sportbühnen auf diesem schnöden Globus verbannt worden ist. Einer der wenigen verbliebenen eingefleischten Fans der hierzulande ziemlich am Krückstock gehenden Leichtathletik und LAMPIS-Leser hat offensichtlich die Ergebnisliste vom 48.BMW Berlin Marathon, bei dem der Kenianer Eliud Kipchoge in 2:01,09 Stunden Weltrekord gelaufen ist, ganz genau bis zum 23.258 Platz aller „Finisher" studiert und uns an seiner Entdeckung teilhaben lassen. Auf Seite zehn ist unter dem 246. Rang ein Russe, Name unwichtig, mit dem exotischen Vereinsnamen Office Triathlon aufgeführt und der Seite 12 auf dem 287.Platz dessen Landsmann vom Ilda Runners Club. 

Lediglich eine Randnotiz oder ein folgenschwerer Fauxpas?

Was jetzt? Ist den Veranstaltern etwa ein unverzeihlicher, folgenschwerer Fauxpas unterlaufen (wer mit einem Russen gemeinsam in einem Wettbewerb antritt wird ebenfalls disqualifiziert, obschon er es, wie hier, gar nicht wissen kann) oder gibt es eine simple Erklärung? Schließlich kann einem irgendwo im Exil lebenden Russen mit einem Klub an seinem neuen Wohnsitz im Ausland schwerlich eine Teilnahme verweigert werden. Meine bescheidene Sicht auf die Dinge, die indes falsch sein kann. Der schon lange in Berlin lebende russische Schriftsteller Wladimir Kaminer (*19.07.1967 in Moskau) hätte garantiert in seiner Heimatstadt in der M55 starten können. Allerdings hat der 55-jährige Wahl-Berliner (siehe Wikipedia) inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen und die russische womöglich im Ordner unter „R“ zu den Akten gelegt.

31. Balkan Masters Championships mit 875 Gemeldeten aus 46 Nationen

(Thessaloniki/Bellinzona/Klagenfurt/Turnhout/Krefeld, 26. September 2022) Andere Mütter haben auch hübsche Töchter: Soll heißen, dass bei aller in unserer Vorschau genannten Internationalität das in vielerlei Hinsicht größte Ereignis gewissermaßen unterm Radar durchgelaufen ist: Die 31.Balkan Masters-Meisterschaften in der griechischen Stadt Thessaloniki vom vorigen Freitag bis gestern. Also zumindest vom Land her auf ur-olympischem  Boden. Ob es die insgesamt gemeldeten 875 Masters aus 46 Nationen (ergo diesbezüglich mehr als bei einer Senioren-EM bei 52 Mitgliedsstaaten) durchgängig zu beflügeln vermochte, sie daran überhaupt einen Gedanken „verschwendet“ haben, vermögen wir aus der Ferne naturgemäß nicht zu berichten. Leider haben wir bei dem Schnellschuss am frühen heutigen Morgen auf Anhieb keine Ergebnisliste im World Wide Web, auch Internet genannt, gefunden. Das müssen wir den Pfadfinder-Eigenschaften und der Findigkeit an der Leichtathletik interessierter Netzwerker überlassen.
Einfacher war das bei den Swiss Masters in Bellinzona, den Internationalen Österreichischen Masters-Meisterschaften in Klagenfurt und dem Internationalen Masters-Meeting im belgischen Turnhout. Feuer frei für die vielen Kiebitze mit Statistik-Affinität! Sei noch angemerkt, dass uns insbesondere nicht mit den modernen Kommunikationsmitteln aufgewachsene Erwachsene der älteren Generation dankbar sind, nicht selber auf die oftmals komplizierte, zeitaufwändige Suche gehen zu müssen. 
Fußnote von 09:16 Uhr: Wurf-Allrounder und LAMPIS-Stammbesucher Rainer Horstmann wusste Rat, schickte uns den Link mit den Resultaten aus Thessaloniki.

Kurz nach Herbstanfang noch ordentlich Dampf unterm Kessel

(Bogen/Bellinzona/Klagenfurt/Turnhout/Roermond/Krefeld, 24. September 2022) Kurz nach gestrigem Herbstanfang ist bei den Senioren*innen noch ordentlich Dampf unterm Kessel bei Leichtathletik-Veranstaltungen bis hin zu Meisterschaften aufwärts. Spannen wir einen kleinen Bogen und beginnen mit dem Schauplatz, der vom Ortsnamen zugleich Bogen heißt. Dort finden fast schon traditionell heute die Bayerischen Meisterschaften im Wurf-Fünfkampf von M/W30 bis M90 und W85 statt. Dazu haben für diesen Vielseitigkeitswettbewerb der nicht wirklich immer Vielseitigen 73 Startwillige aus 33 Vereinen ihre Meldungen abgegeben. Es ist halt stets auch das Gemeinschaftserlebnis unter Gleichgesinnten zum Saisonkehraus. Wer gerne ein paar Namen erfahren möchte, der schaue in die Meldeliste.

Schweiz und Österreich buhlten um die Gunst von Gaststartern

Nun begeben wir uns im weiteren Verlauf auf internationales Territorium. Zuvorderst in die neutrale Schweiz. Eingebettet in das offene Masters-Meeting werden heute in Bellinzona im Kanton Tessin die „Swiss Masters“ ausgetragen. Dieses Doppelpack lockt bemerkenswerte 254 Gemeldete aus zehn Nationen an. Darunter aus den USA und Japan. Wobei es sich allerdings auch um in der Schweiz beruflich tätige Gaststarter handeln kann. Den Löwenanteil stellen in etwa ähnlichem Umfang naturgemäß die Hausherren und die unmittelbaren Nachbarn aus Italien. Österreicher kommen indes nicht vor. Denn die haben parallel und noch morgen ihre Internationalen Staatsmeisterschaften der Ü35-Generation in Klagenfurt am Wörthersee. Dort sollen es gar, ohne es überprüft zu haben, bei vergleichbarem Meldeaufkommen potenzielle Teilnehmer/innen aus 18 Ländern sein.

Ein Kleinod, das sich in der Szene noch nicht angemessen herumgesprochen hat

Tief im Westen steht heute im belgischen Turnhout in der Region Flandern mit dem 2.Internationalen Masters-Meeting ein Kleinod unter derartigen Veranstaltungen auf dem Programm (wir berichteten). Das hat sich leider noch nicht in der angemessenen und gebotenen Weise in der Szene herumgesprochen. Nach der vorjährigen Premiere Mitte Oktober mit 119 Gemeldeten, sind es diesmal derer lediglich 75 mit einem Trio aus Deutschland (siehe Link). Das wirft Rätsel auf. An der genannten Konkurrenz kann es allein schon geografisch nicht liegen. Andererseits hat die „Douwe Smit Trofee“, ein Werfertag, am 29.Oktober in Roermond/NL wegen ausgebuchten Wettbewerben ihr Meldeportal bereits geschlossen. Und das über vier Wochen vorher zu einem Termin, der fast im November liegt.

Nach dem Impressum ist abgewählter Kurt Kaschke noch Präsident

Kolumne

Moment mal

(Lausanne/Krefeld, 25. September 2022) Gaaanz langsam bis hin zum absoluten Stillstand mahlen die Mühlen des kontinentalen Leichtathletik-Verbandes European Masters Athletics (EMA) mit Sitz im schweizerischen Lausanne am Genfer See. Wenigstens die noble Adresse vermittelt Glitzer, Glanz und Glamour. Ansonsten mehr Schein als Sein unter der neuen präsidialen Frontfrau Valentina Fedjuschina (10.02.1965 in Feodossija). Die in der Ukraine geborene, in Portugal wohnhafte mit österreichischem Pass und Firmensitz in Texas ausgestattete Kosmopolitin (im Bild) bringt noch weniger auf die Kette als ihr höchst umstrittener, narzisstisch veranlagter Vorgänger mit der Etikettierung Flugmeilen sammelnder „Paradiesvogel“. Dieser Kurt Kaschke, seit den Neuwahlen an Rosenmontag, 28.Februar 2022, anlässlich der Hallen-EM der Ü35-Generation in Braga (Portugal) offiziell nicht mehr im Amt, (verun)ziert mit seinem Namen noch das Impressum der EMA-Netzseite. Mit dem Eintrag des Kantonsgericht in Vaud/CH vom 20.Dezember 2004.

Die EMA ist nur noch eine Mogelpackung

Was lernen wir daraus? Die in Untätigkeit verharrende ehemalige Weltklasse-Kugelstoßerin hat trotz Mahnungen von allen möglichen Seiten immer noch nicht gehandelt, ist das neue fünfköpfige Präsidium mit Fedjuschina an der Spitze im Vereinsregister noch nicht aktenkundig, mithin der Verband genau genommen überhaupt nicht existent: Schlicht eine Mogelpackung. Mal sehen, ob die 57-Jährige auch die von EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin aus Ahlen in Westfalen gesetzte Erklärungs- und Handlungsfrist bis spätestens Ende diesen Monats (wir berichteten) tatenlos verstreichen lässt. Dann droht der Wahl-Österreicherin eine Außerordentliche Mitgliederversammlung. Abgesetzt werden muss sie eigentlich nicht, da sie offiziell noch nicht eingesetzt ist. Allem Anschein nach ist genau das ihre Intension, weil sie wohl schnell erkannt hat, mit diesem hohen Ehrenamt restlos überfordert zu sein. Denn damit ist nun mal nicht allein repräsentieren gefragt. Zumindest auf diesem Gebiet macht sie auf dem Parkett eine gute Figur von 1,90m Größe.
Redaktioneller Hinweis auf einen aktuellen Beitrag im Fenster Ergebnisse.

Frevelhafter Akt: Medaillen der DM missrieten zum obskuren Objekt

Glosse

Neben der Spur

(Erding/Darmstadt/Krefeld, 23. September 2022)  Als Kummerkasten und gleichzeitig moderner Robin Hood der vom DLV entrechteten und geächteten Senioren-Leichtathleten werden uns in erklärter Absicht viele Sorgen, Beschwerden und Kümmernisse mitgeteilt. Auf vielfachen Wunsch unserer Stammbesucher, die entweder bei der DM in Erding mangels entsprechender Platzierung nicht in den zweifelhaften Besitz dieser „repräsentativen, hochwertigen“ Medaille gekommen sind oder nicht an diesen Titelkämpfen teilgenommen haben, stellen wir für eine breitere Öffentlichkeit das obskure Objekt zum besseren Verständnis mit Vorder- und Rückseite in Bildern dar, die uns freundlicherweise von Sprinter Winfried Heckner vom STV Hünxe als beschämendes Zeitzeugnis zur Verfügung gestellt worden sind. Gewissermaßen ein Mahnmal, wie es nicht praktiziert werden sollte, nein: darf. Basta!

Ein Muster ohne jeden sittlichen, ideellen und materiellen Nährwert

Was jetzt daraus nicht klar wird, außer dieser bodenlosen Frechheit, mit einem derartigen Muster ohne jeden sittlichen, ideellen und materiellen Nährwert (der komplette Dreiersatz in „Gold, Silber und Bronze“ kostet als Rohling 1,69 Euro) einen erwachsenen Menschen zu ehren: Der Durchmesser liegt mit 40mm knapp über einem Chip für einen Einkaufswagen beim Discounter oder über einer Briefmarke. Schlimmer: Sie gibt mit dem hirntoten Aufkleber auf der einen und der blanken anderen Seite keinerlei Aufschluss darüber, um welche Veranstaltung vom „Deutschen Leuchtturm-Verband“ mit seiner weltweiten Strahlkraft es sich hierbei überhaupt gehandelt hat. Es darf vermutet werden, dass die Abfallbehälter im Stadion mit diesen „Dingern“ übergequollen sind. Für die heimischen Trophäenschränke waren sie jedenfalls völlig ungeeignet, wertlos in jeglicher Beziehung.

So sieht dagegen Stil, Anstand und Ehrerbietung für die Medaillengewinner aus

Wie es auch mit Stil, Anstand und Ehrerbietung Medaillengewinnern gegenüber gehen kann, dafür sind die 9.Baltic Open Masters am 10./11.September 2022 in Klaipėda (Litauen) ein hell strahlendes Beispiel. Bei nicht mal einem Viertel der Meldegebühr (5 zu 21 Euro) gab es für die drei Podiumsplätze eine schmucke, individuell designte Medaille mit allen wesentlichen Merkmalen. Bei diesem von EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin aus Ahlen übermittelten Foto für den dritten Rang, bei von ihm mehrfach vorgenommenen Siegerehrungen (wir berichteten).
Vollkommen egal, welche Zwänge in Erding dazu geführt haben, dass auf der letzten Rille noch Medaillen beschafft werden mussten: Diese hätte nie und nimmer ausgegeben werden dürfen. Das verstärkt zwangsläufig den von uns bereits erwähnten Eindruck, dass für die Ü35-Generation das billigste vom Billigen gerade gut genug ist. Dazu bei allem Überfluss im Überdruss noch in völlig unzureichender „Darstellung“. Ein Armutszeugnis der absoluten Extraklasse. Gewissermaßen summa cum laude. Mehr geht nicht!