Erfreuliche Resonanz bei den Sächsischen Titelkämpfen der Ü30...

(Pirna/Krefeld, 28. August 2022) Bei weder in Klasse, noch viel weniger in Masse großem Wettkampf-Angebot für die Ü30-Generation können die Offenen Sächsischen Meisterschaften heute ab 09:30 Uhr im Stadion Am Kohlberg in Pirna gewissermaßen als Durchlauferhitzer für die Senioren-DM Mitte September in Erding dienen. Dazu noch als treffliche Gelegenheit mit Konkurrenz aus dem eigenen Alterssegment auf der ziemlich letzten Rille bis zum Meldeschluss (04.September) die Norm/en für das national größte Ereignis in der Leichtathletik zu erfüllen.
Ob es mit daran liegt, vermögen wir nicht zu konstatieren. Jedenfalls haben diese „Sachsen Open“ des vergleichsweise kleineren Landesverbandes mit 259 Startwilligen aus 103 Vereinen bei 657 Meldungen in der nahezu allumfassenden Disziplin-Palette eine erfreulich große Resonanz gefunden. Sogar Hammerwurf ist im Portfolio. Was bei Titelkämpfen der Senioren*innen leider keine Selbstverständlichkeit, vielmehr die Ausnahme ist.

…mit einem äußerst faden Beigeschmack

Gleichwohl lauthals Hurra muss deshalb diese Klientel nicht schreien. Denn es gibt einen kapitablen Pferdefuß mit einer aktuellen Zusatzinformation, dass hier wie auch im Diskuswurf statt der „angedachten“ vier Versuche (auch schon weniger als sonst wo bei den Horizontalsprüngen, Stoß und Wurf) nur derer drei durchgeführt werden. Das kann in einer Ad-hoc-Entscheidung vor Ort auch noch dem Speerwurf blühen.
Der Veranstalter hofft auf Verständnis, auf das er unter Garantie nicht treffen wird. Warum ist eigentlich stets die Fraktion von Stoß/Wurf der Notnagel oder Rettungsanker, wenn es irgendwo im Getriebe zwickt und zwackt? Nicht einzusehen, dass sie sich solidarischer zeigen müssen als alle anderen. Basta!
Immerhin wird in einer Fußnote versprochen, dass für Hammer und Diskus das Startgeld von neun auf sechs Euro reduziert wird. Eine Halbierung ist das nach meiner überschlägigen Rechnung nicht. Ohnehin nur ein schwacher Trost. – Alle Informationen unter diesem Link.

"Ein Wolf im Schafspelz" vollendet heute sein 85. Lebensjahr

(Neuss-Norf/Dormagen/Krefeld, 27. August 2022) Selbst als nicht aus eigener verklärter Sicht einigermaßen phantasiebegabter Mensch, hier in meiner Eigenschaft als Sportjournalist, kann ich in derselben fortschreibenden Angelegenheit eines runden oder eckigen Geburtstages zwischenzeitlich keine tiefschürfenden neuen (Er-)Kenntnisse beitragen. Deshalb zunächst mal ganz schlicht die frohe Botschaft, dass der in Neuss-Norf in seinem Bungalow wohnhafte „Hans Dampf in vielen Gassen“ Dieter Wolf (*27.August 1937; im Bild) vom TSV Bayer Dormagen heute sein 85.Lebensjahr vollendet. Mehr über den Mann mit der spannenden, interessanten und brisanten Vita, der inzwischen Witwer ist, in der verlinkten ausführlichen Laudatio zu seinem Achtzigsten.

Protagonist in einem Buch und Autor einer Trilogie über sein pralles Leben

Gleichwohl soll es so profan nicht verbleiben. Der Jubilar kann für sich in Anspruch nehmen es neben drei weiteren Senioren-Leichtathleten*innen mit einer „Personality-Story“ in das im Juni 2020 erschienene, vielbeachtete Buch von Autor Christoph Cöln mit dem doppeldeutigen Titel
„Reife Leistung" geschafft zu haben (siehe Rezension). Eine feinsinnige und feingeistige Hommage mit liebevollem, nicht voyeuristischen Blick auf 13 Senioren-Sportler/innen. Doch nicht nur das: Dieter machte sich in einer Trilogie mit dem übergeordneten Arbeitstitel „Erlebnisse eines Geheimdienst-Offiziers und Leistungssportlers“ selber über Jahre hinweg ans schriftstellerische Werk. Der erste Band liegt mittlerweile vor. Den wird – in Anspielung auf seine einstige berufliche Profession – der Wolf im Schafspelz kommenden Montag im Bayer-Sportpark Höhenberg bei Speis und Trank seinen Freunden aus der Leichtathletik vorstellen. Nicht vorlesen. Das würde bei über 300 Seiten den Rahmen bei Weitem sprengen.
Einstweilen auch von dieser Stelle und Welle: Herzlichen Glückwunsch, lieber Dieter!

Eine neuerliche Posse aus dem "Komödienstadl" des Dachverbandes

Kolumne

Moment mal

(Darmstadt/Tampere/Erding, 26. August 2022)
Als einzig wahrer Interessenvertretung der Senioren*innen mit öffentlicher Wirkung werden uns in erklärter Absicht gelegentlich interessante, bisweilen brisante Vorgänge zugespielt. Aus dieser Rubrik erreichte uns eine neue Posse aus dem Komödienstadl mit einem Käfig voller Narren" des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Darmstadt: Eine E-Mail mit der Absenderadresse von Laura Vacirca-Marocco, bezeichnenderweise gestern zur „High-Noon-Zeit“ 12 Uhr an die Empfänger auf den Weg durch den Äther gegeben. Der Wortlaut:
Liebe WM-Teilnehmer:innen,
die Saison ist noch nicht vorbei und wir schauen mit Vorfreude auf die Deutschen Seniorenmeisterschaften, die am 17./18.09.2022 in Erding stattfinden werden.
Leider müssen wir Euch/Ihnen mitteilen, dass ausgewählte Wettkampfstätten bei der WM in Tampere nicht regelkonform waren. Es ist ausgesprochen bedauerlich, dass die WMA hierzu die nationalen Verbände und auch die Athlet:innen nicht rechtzeitig informiert hat.
Dies bedeutet, dass die erzielten Leistungen nicht bestenlistenfähig sind und auch nicht als Normerfüllung für die DM Senioren gewertet werden können.
Wir möchten allerdings dennoch allen betroffenen Athlet:innen die Möglichkeit einräumen, am nationalen Saisonhöhepunkt in Erding teilnehmen zu können. Dies kann über ein Sonderteilnahmerecht erfolgen.
Bitte nutzt/nutzen Sie den Antrag auf Sonderteilnahmerecht, der durch den jeweiligen Verein gestellt werden muss.
Mit freundlichen Grüßen, Dr. Kristin Behrens, Senior Managerin Sportentwicklung

Ungeheuerlicher Pauschalvorwurf komplett unzulässiger Wettkampfanlagen

Rumms! Das bedarf eigentlich keiner besonderen Kommentierung. Da wird also in Bausch und Bogen behauptet, dass alle Wettkampfstätten nicht regelkonform gewesen sind, nicht differenziert, was, wo und wie nicht stimmig war? Beispielsweise die 100-m-Strecke nur 99,99m lang. Und wenn schon? Dann kann es nicht dermaßen signifikant gewesen sein, dass es erheblichen Einfluss auf die erbrachten Leistungen = Normen hatte. Zumal es sicherlich noch einen Puffer in Zentimetern und (Zehntel-)Sekunden gegeben hat. Es sei denn, die Kugelstoß-Anlage hatte auf zehn Metern einen Meter Gefälle. Und was haben die sieben DLV-Betreuer vor Ort getan, statt tatenlos dem regelwidrigen Treiben zuzuschauen und sagt vor allem WMA-Präsidentin Margit Jungmann aus Rehlingen zu diesem ungeheuerlichen Pauschalvorwurf von komplett unzulässigen Wettkampfanlagen?

Wortgewandtem DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf verschlug es die Sprache

Das wissen wir (noch) nicht, wie sich Frau Jungmann dazu äußert. Aber wir haben DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf (im Bild) davon in Kenntnis gesetzt und die Freigabe zu seiner kurzen Stellungnahme erhalten: „
Also, da verschlägt es mir die Sprache. Jede Wettkampfstätte wird vor Beginn der Wettbewerbe von den Verantwortlichen in Augenschein genommen. Spätestens da hätten Unzulänglichkeiten auffällig werden müssen. Sollten tatsächlich Wettkampfergebnisse aus genannten Gründen nicht Eingang in die Bestenlisten finden, empfehle ich das Entgelt für die Disziplin zurückzufordern. Ebenfalls sollte der DLV die möglicherweise anfallenden Gebühren für notwendig werdende Wettkämpfe hinsichtlich Normerfüllung für die DM in Erding übernehmen.“

Statt Formulartourismus Gnade vor (etwaigem) Recht walten lassen

Es geht allerdings noch einfacher: Statt hier mit Formulartourismus einen gewaltigen, überwiegend sicherlich völlig überflüssigen Bürokratismus in Gang zu setzen, sollte der Ermessensspielraum gewahrt werden und der hehre Grundsatz Gnade vor (etwaigem) Recht gelten. Zumindest was die DM-Norm betrifft. Da hätten die (un-)verantwortlich Handelnden des DLV auch selber drauf kommen können, statt diesen haarsträubenden Unsinn der Paragraphenreiterei anzuzetteln. Anstelle Sportentwicklung (siehe oben) müsste es Sportverhinderung heißen.
Abschießend sei unsererseits Barbara Schreiber-Friedrich vom TSV Bayer 04 Leverkusen Dank, die den Stein ins Rollen gebracht hat.

Zweiter und vermutlich nicht letzter Akt aus dem "Komödienstadl" DLV

(Darmstadt/Erding/Krefeld, 27. August 2022) Anknüpfend an unsere gestrige Kolumne nun der zweite und vermutlich nicht letzte Akt zur neuerlichen Posse aus dem „Komödienstadl“ des DLV in Darmstadt zum „Antrag auf Sonderteilnahmerecht“ bei der Senioren-DM am 17./18.September 2022 in Erding (Oberbayern). Nach gutem Brauch und alter journalistischer Sitte haben wir WMA-Präsidentin Margit Jungmann aus Rehlingen als letztinstanzlich Hauptverantwortliche zu allen etwaigen Unzulänglichkeiten bei einer Masters-WM via E-Mail um ihre Sicht auf die Dinge gebeten. Die Antwort kam zeitnah innerhalb weniger Stunden auf demselben Wege.
Verkürzt wiedergegeben: „
Es ist leider richtig, dass einige Wurf-Anlagen nicht den Vorgaben entsprachen. Mein competition team hat noch einiges retten können. So wurde zum Beispiel der Hammerwurf nur auf zwei statt drei Anlagen durchgeführt. Beide Anlagen entsprachen allen technischen Anforderungen. Hammerwurf ist also gar nicht betroffen. Auch Diskus nur mit einem Teil der Anlagen, ebenso Gewichtwurf (der bei der DM nicht im Programm ist, die Redaktion). Selbstverständlich hat die WMA Athleten und Teammanager vor Ort über die Situation informiert, dass die dort erzielten Ergebnisse nicht reif für die Bestenliste sind.“

Frei nach William Shakespeare: Viel Lärm um nichts

Rekapituliert geht es ergo allein teilweise um Diskuswurf-Resultate, die sich rückblickend aller Wahrscheinlichkeit nach nicht einmal mehr verifizieren lassen. Jetzt bedarf es freilich noch einer angemessenen Reaktion durch den abermals plump und tumb operierenden DLV sowie möglicherweise als flankierenden Maßnahmne einer Mitwirkung von Frau Jungmann (im Bild).
Denn: Wenn ein DM-Start grundsätzlich mit einem Antrag auf Sonderteilnahmerecht möglich ist, sollte das in diesen wenigen Ausnahmefällen auch ohne weiteren Arbeitsaufwand für alle Beteiligten machbar sein. Und einer entsprechenden plakativen Kommunikation durch den Verband, versteht sich.
Schau mer mal, dann sehn wir scho, zitieren wir Helfershelfer als moderner Robin Hood ein bayerisches Sprichwort aus „kaiserlichem“ Munde von Franz Beckenbauer. Und noch Dramatiker William Shakespeare mit seiner Komödie 
„Viel Lärm um nichts". Womit wir wieder nahe bei der Posse wären. 

48. DAMM-Finale: 40 Teams haben bislang ihren Start zugesagt

(Lage/Darmstadt/Krefeld, 25. August 2022) Da es zeitlich wegen der erforderlichen Willenserklärung für die Zu-/Absage bis spätestens 28.August geboten ist, reiten wir wieder unser liebstes Steckenpferd: Das der guten alten Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM), der Keimzelle der Senioren-Bewegung in der Leichtathletik. Daran haben sich nicht allein durch Corona bedingter zweijähriger Durststrecke (auch vom DLV hausgemacht) in dieser Saison 53 Vereine und Startgemeinschaften (StG) in den verschiedenen Altersklassen von M30 bis 70 und W30 bis 60 beteiligt (2019 noch 94). Theoretisch 48 derer sind für das 48.DAMM-Finale, offiziell Team-DM Senioren genannt, am 10.September 2022 im Sportzentrum Werreanger in Lage (Ostwestfalen) qualifiziert.
Mit Stand 17.August haben dem veranstaltenden Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) mit Geschäftssitz in Darmstadt 40 Klubs/StG, darunter ein Nachrücker, ihre Zusage gegeben und vier unter den an sich Qualifizierten abgesagt (siehe Link). Fünf Reaktionen stehen noch aus. Kuriosum am Rande: Auch die der viertplatzierten StG Halle Express aus Sachsen-Anhalt in der M30, die jedoch andererseits bei ladv.de ihre namentliche Mannschaftsaufstellung bereits hinterlegt hat. Da scheint die linke Hand nicht zu wissen, was die rechte tut.
Vielleicht war das jetzt der Weckruf. Noch ist ja ein bisschen Zeit übrig.