Abschied der Senioren-Sprecherin zum Rührstück hochstilisiert

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 06 . Juli 2014)
Wer kein Thema hat, der häkelt sich eines. So geschehen und gesehen auf der Senioren-Netzseite www.ue30leichtathletik.de von Mittelstreckler Alfred Hermes aus Jülich. Was da gestern bei ihm als brandaktuell und exklusiv daherkam, dass Senioren-Sprecherin Barbara Schlosser (im Bild) aus Wiesbaden nicht mehr kandidieren wird, stand bereits – übrigens von ihm, Hermes, geschrieben – indirekt längst in der Senioren-Spielecke des DLV, dem bekannten Unwesen. Muss ihm irgendwie entgangen sein. Doch immerhin reicherte er das Rührstück um eine Verabschiedung in einer PDF-Datei an. Frei nach dem britischen Spielfilm von 1973 „Wenn die ,Deutschen’ (im Original: Gondeln) Trauer tragen“, sollte der geneigte Leser schon einmal das Bettlaken zücken. Denn ein Taschentuch wird die Tränenströme nicht bewältigen können (erkenne sie, die Ironie).
Was hat sie so Großartiges geleistet in den acht Jahren ihrer Amtszeit, die Schlosserin? Wo war sie im Winter 2013, als es darum ging, für Kugelstoßer Karl-Heinz Marg (*1938) das verbriefte, aber zunächst vom Verband verweigerte Startrecht zu den Deutschen Hallen-Meisterschaften zu erwirken? Wo war sie, als es darum ging für den verstorbenen Weltklasse-Diskuswerfer Lothar Pongratz anlässlich der DM 2013 in Mönchengladbach eine Gedenkminute zu organisieren? Wo war sie, als es bei den gleichen Titelkämpfen darum ging, das vorbildliche sportliche Verhalten von Harald Lang aus Kaiserslautern beim Diskuswurf der M 50 ins rechte Licht zu rücken? Nur drei Beispiele. Allesamt Fehlanzeige. Dabei ist sie von Hause aus Werferin. Wer hat’s gerichtet? Natürlich Lampis als Robin Hood für den Senioren-Wurf.
Stets vorneweg war die Hessin indes, wenn (Selbst-)Beweihräucherung angesagt war. Athleten-Eid bei der Senioren-EM 2012 in Zittau sprechen, deutsche Fahne beim Einmarsch der Nationen tragen und welche Bonbons sonst noch zu erhaschen waren. Kammelle, der Prinz kütt (kommt). Eines ehrt sie, kommt sie doch immerhin zu der umwälzenden Erkenntnis, „die Entscheidungskompetenz der Seniorensprecher wäre sehr gering“ (Anmerkung der Redaktion: genau genommen überhaupt nicht vorhanden), „Einfluss auf Entscheidungen so gut wie nicht gegeben“ (Anm.: das wiederum ist korrekt wieder gegeben; Glückwunsch!). Wer mehr dazu wissen möchte: siehe oben!
In diesem Sinne noch einen schönen Restsonntag und eine erlebnisreiche neue Woche!

Motto von Philipp Frech, nun 94: Alt zu werden ist nicht nur eine Gnade

(Pulheim/Krefeld, 06. Juli 2014) „Alt zu werden ist nicht nur eine Gnade, sondern auch ein Verdienst“, lautet das (Über-)Lebensmotto von Philipp Frech (*06.07.1920) aus Pulheim, der täglich in irgendeiner Form Sport treibt. Begnadet ist es allerdings schon, mit welcher körperlichen Fitness und geistigen Frische der studierte Diplom-Ingenieur und einstige selbständige Spediteur mit 14 Fernverkehrslastzügen heute die Vollendung seines 94.Lebensjahres feiern darf. Er lebt nach wie vor allein in seinem Haus, wenn er denn vor Ort ist und nicht gerade an seinem Zweitwohnsitz in der Nähe von Kapstadt (Südafrika) überwintert, nimmt weiterhin unverdrossen an Wettkämpfen teil. Zuletzt beim Traditionellen Senioren-Sportfest des TuS Köln rrh, dessen Ehrenmitglied er ist, davor unter anderem beim 5.Lampis-Werfermeeting in Krefeld-Uerdingen. Nur die „Deutschen“ schenkt er sich inzwischen, da er es als schreiende Ungerechtigkeit empfindet, in die M 80 gegen über zehn Jahre jüngere Konkurrenten herunter starten zu müssen. Da lobt er die South African Masters Championchips, bei denen er tatsächlich noch altersgemäße Gegner in der ausgeschriebenen M 90 hat und im Frühjahr in den Wurfdisziplinen sowie im Wurf-Fünfkampf einmal mehr alles abräumte.
Wer die Gelegenheit hat,  Philipp einmal bei einem Sportfest anzutreffen, der sollte das Gespräch mit ihm suchen. Er ist ein amüsanter Plauderer, weiß vortrefflich aus seinem prallen Leben zu erzählen, dass dem Zuhörer vor Staunen Augen und Ohren offen stehen. Eine kleine Kostprobe: Als in seiner Spedition Not am Mann war, ein Fahrer plötzlich vor der Rückfahrt erkrankte, chauffierte er einen 40-Tonner LKW die 520 Kilometer von Augsburg nach Köln. Als da schon 75-Jähriger Bürohengst! Das war damals sogar dem WDR-Fernsehen einen mehrminütigen Beitrag wert.
Und zu guter Letzt von dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch, lieber Philipp! Nur noch sechs bis zur (M) 100.

Der Sportirrtum: Kilos würden allein durch Sporttreiben purzeln

(Köln/Krefeld, 04. Juli 2014) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ an. Mit seiner freundlichen Genehmigung werden wir in loser Folge diese Beiträge veröffentlichen, wobei wir aus Platzgründen gelegentlich den Sinn wahrende Kürzungen vornehmen. Das ist nunmehr das 53. Kapitel zu diesem Themenkomplex. A.H.
Kalendarisch betrachtet haben wir seit fast zwei Wochen Sommer. Aber auch von den ganz aktuell knackigen Temperaturen. Die Badesaison ruft. Wer will sich da schon mit reichlich Speck auf den Rippen präsentieren? Falls doch, sind Bewegung und Sport das beste Mittel, um die lästigen Kilos wieder los zu werden. Jederzeit. Viele Kalorien werden auf diese Weise zusätzlich verbrannt, und dann kann auch Grillen & Chillen mit häufig fettreicher Nahrung dem gut gebauten Körper nichts mehr anhaben. Wenn man sich beim Sporttreiben so richtig verausgabt hat, spricht nichts dagegen, danach auch mal nach Herzenslust zu schlemmen.
Das stimmt leider so nicht ganz! Die Nahrungsaufnahme muss immer im Verhältnis zu den verbrauchten Kalorien gesehen werden und stehen. Entscheidend für die Körpergewichtsabnahme ist und bleibt die Energiebilanz. Das bedeutet: Sport macht zunächst erst einmal nur dann schlank, wenn der Energieverbrauch höher ist als die Energieaufnahme pro Tag durch Nahrung. Wer also mal Heißhunger auf Fast Food verspürt, sollte bedenken, dass beispielsweise ein Hamburger, eine Portion Pommes Frites mit Mayonnaise und 0,4 Liter klebrige Brause zum Runterspülen ruckzuck 1.600 Kilokalorien anhäufen. Die wieder abzutrainieren, bedingt ganz schön viel schweißtreibende Arbeit. Ferner darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der Kalorienverbrauch je nach Sportart, Intensität und Dauer des Trainings sehr unterschiedlich ist. Dazu kommt es noch auf die eigene Konstitution und Veranlagung an.
Fazit: Sport allein reicht nicht aus, um abzunehmen. Und wenn nach dem Sport obendrein mehr gegessen wird als sonst üblich, setzt der Körper zusätzlich Fett an. Um erfolgreich abzunehmen, muss schon eine Kombination aus Sport und gesunder, bewusster Ernährung her. Abnehmen ohne Sport hingegen führt meistens zu dem berühmt-berüchtigten Jo-Jo-Effekt.

Kugelstoß-Gigant Andy Dittmar vollendet heute sein 40. Lebensjahr

(Gotha/Krefeld, 05. Juli 2014) Ein mit 1,98 Meter Körpergröße und 137 Kilogramm Gewicht wahrer Kugelstoß-Gigant, dazu eine absolute Zierde für die Senioren-Szene, „nullt“. Andy Dittmar (im Bild) aus Gotha vollendet heute sein 40. Lebensjahr. Obwohl der Vater von drei Kindern und Marketingleiter einer gesetzlichen Krankenkasse im wahren Leben eine Menge um die und zwischen den Ohren hat, blieb er dem „schmutzigen Geschäft“ mit der Kugel stets treu. Das Schöne daran: Er war/ist sich als Mann der ehemaligen europäischen und immer noch erweiterten deutschen Spitzenklasse (absolute Bestleistung 20,55 m aus 2006) vor allem nicht zu schade, im nahtlosen Übergang bei den Senioren in die „Bütt“ zu gehen, räumte hinauf bis zu Weltmeisterschaften, Halle wie Stadion, alles ab. Meist seinen Konkurrenten hoch überlegen, die er zur staunenden Staffage zu degradieren pflegte. Für „Kugel-Andy“, wie er sich selber nennt, ist es Ehrensache, in einer Woche bei seinem DM-Heimspiel im nur 20 Kilometer entfernten Erfurt zu starten. Als haushoher Favorit. Was sonst?!
Erstaunlich, geradezu verblüffend ist, selbst für seinen einstigen, im Vorjahr seine Karriere beendenden langjährigen Weggefährten und Sportfreund Ralf Bartels (*1978), welch hohes Niveau er seit Jahren mit zwangsläufig stark abgespecktem Training der Marke Sparflamme noch hält. Eine kleine 19er-, hohe 18er-Weite, mindestens aber eine 18 vor dem Komma ist bei ihm immer noch Standard. Sogar ziemlich aktuell. Beispiel gefällig? Bitte schön!  Bei den Thüringer Hallenmeisterschaften der Männer/Frauen 2014 in Erfurt verbesserte er den 32 (!) Jahre alten deutschen Hallenrekord der M 40 von Fred Schladen (18,12 m) aus Bonn um 20 Zentimeter auf  18,32 Meter. Und nun wird es beinahe märchenhaft, ist indes verbrieft und gewissermaßen amtlich: Der jetzige Jung-Vierziger stieß Mitte Juni bei den Landesmeisterschaften der Männer/Frauen, versteht sich, an seinem Wohnsitz Gotha nach vierwöchiger Zwangspause aufgrund einer Verletzung an der rechten (Wurf-)Hand beim ersten ernsthaften Härtetest 18,12 m. Ein bisschen Krafttraining und was er sonst so außer Kugelstoßen im Training noch macht hatte er sich allerdings schon gegönnt. Dennoch. Er war dann sogar über sich selbst erstaunt. Damaliger O-Ton, erschienen am 16. Juni in unserem Fenster Ergebnisse:
"Meine ,Pfote' zwickt zwar noch ein wenig, aber ich bin rundum zufrieden mit dieser Weite. Mit mehr als 18 Metern war unter Berücksichtigung der Verletzung nicht zu rechnen." Es war zugleich sein 42. Meisterstück in Thüringen bei den Männern, unter dem Hallendach wie freien Himmel zusammen gerechnet.
Das war bis hierhin naturgemäß alles sehr, genau genommen rein sportlich. Viel Platz bleibt zudem leider nicht mehr. Aber es soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Koloss aus Gotha auch neben dem Kugelstoßring ein toller, aufgeschlossener, humorvoller Typ ist. Ein Mensch wie du und ich. Ein Werfer eben. Das sagt alles. Bleibt noch in Geschäftsführung ohne Auftrag im Namen der Lampis-Gemeinde knackig kurz zu formulieren und konstatieren: Herzlichen Glückwunsch, lieber Andy!  Speziell auch von mir, mein Name steht über dem Text und unter der Überschrift.

Senioren-DM I + II 2014: Meldezahlen erneut im Abwärtsschwung

(Erfurt/Krefeld, 04. Juli 2014) Tendenz weiterhin fallend. Das ist das Fazit zu den kommenden dritten gemeinsamen Deutschen Senioren-Meisterschaften der ab 35-Jährigen vom 11. bis 13. Juli 2014 im Steigerwaldstadion in Erfurt. Auf Anfrage von Lampis beim ausrichtenden Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV) haben 1.387 Leichtathleten/innen aus 680 Vereinen zu 2.467 Starts ihre Meldungen abgegeben. Lutz Gollub von der TLV-Geschäftsstelle wies jedoch darauf hin, dass es infolge von Überprüfungen 17 fehlerhafter Angaben (Hallenleistungen gemeldet) marginale Veränderungen nach oben geben könne. Das macht den Kohl indes nicht fett. Denn 2013 in Mönchengladbach gab es 1.459 und 2012, ebenfalls in Erfurt, 1.517 Teilnahmewillige. Das steht nun ganz und gar nicht im Einklang mit der These des DLV, wonach die Senioren-Leichtathletik angeblich boomen würde. Vielleicht bei Volks-, Straßen- und Marathonläufen, nicht jedoch Bahn-Wettkämpfen. Obwohl die durchweg gut frequentierten diesjährigen Landesmeisterschaften (freilich ohne Normen) nicht zwingend darauf hindeuteten. Konkretes Beispiel Kugelstoßen der M 70: Bayern 15, Westfalen 12, Nordrhein 10 und nunmehr bei der DM 5 (in Worten: fünf) Gemeldete. Klar, nicht alle hätten die "Quali" gehabt. Aber sicherlich mehr als jene fünf Aufrechten. Da wäre eine Ursachenforschung der Verantwortlichen um Margit Jungmann & Co.angezeigt. Doch darauf können wir wahrscheinlich bis zum Sankt Nimmerleinstag warten.