Internet kein rechtsfreier Raum, in dem sich jeder bedienen kann

Glosse

Neben der Spur

(Lausanne/Rom/Krefeld, 05. Juni 2014) Es gibt immer mindestens zwei Möglichkeiten: Die Kröte von Gott oder wem gegeben vorbehaltlos zu schlucken oder einen bestimmten Sachverhalt sauber und gewissenhaft zu recherchieren. Was Lampis betrifft, haben wir uns nach gutem journalistischem Brauch für die zweite Variante entschieden. Allerdings nicht bei denen, die versuchen, uns einen gehörigen Bären aufzubinden. Halten wir zunächst einmal grundsätzlich fest, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, in dem sich jede/r beliebig nach Gutsherrenart bedienen kann. 
Die Geschichte aus dem Bereich Märchen und Sagen nahm damit ihren unheilvollen Verlauf, als der italienische Softwareanbieter Fidal Servizi in Rom offenbar im Auftrag der kontinentalen Senioren-Dachorganisation EVAA (woher auch sonst?) mit Feudalsitz in Lausanne am Genfer See Online-Melder zu früheren Europameisterschaften an den Nennungsschluss zur EM im türkischen Izmir zu erinnern. Eine nicht nur noble Geste, wie wir schon am 23. Mai 2014 in dem Kommentar „Präsidiale Erinnerung an den Meldeschluss hat eine Schattenseite“ anklingen ließen.
Schon damals stellte sich streng genommen die Gretchenfrage, ob denn die EVAA/Fidalservizi Daten für Werbebotschaften, was anderes ist es nicht, ohne das vorherige Einverständnis der Adressaten nutzen dürfen, die ihnen zu einem
ganz bestimmten Zweck (= Online-Anmeldung) bekannt geworden sind. Das werden wir an dieser Stelle nicht klären können, ohne einen Medienrechtler zu konsultieren, verweisen allerdings auf den Schlusssatz des Vorspannes. Jedenfalls wissen wir aus etlichen zuverlässigen Quellen, Zuschriften und persönlichen Gesprächen, dass sich einige Senioren/innen eingedenk dieses Gebarens des genannten Doppels beschwert fühlten und ihrem Unmut durch Re-Mails Luft machten.

Pferd von hinten aufgezäumt

Doch
das war erst das Intermezzo zum eigentlichen Skandal. Fidal Servizi verschickte im Anhangverfahren hunderte von Mails an Online-Melder für Izmir, bei denen irgendwelche Schwierigkeiten aufgetaucht waren, und gab damit Dritten deren Adressen zur Kenntnis. Dies könn(t)en wir mit Ross und Reiter benennen, wahren jedoch selbstverständlich Informanten- und Datenschutz. Spätestens da hörte der Spaß auf. EVAA-Präsident Kurt Kaschke aus Freundenstadt bemühte sich am 30. Mai 2014 mit einer Verlautbarung auf der Verbandsnetzseite um Schadensbegrenzung und Beschwichtigung der mittlerweile ultrahoch erhitzten Gemüter. Allerdings zäumte der „Präses“ aus dem schwarzen Walde das Pferd von hinten auf, will böse Hacker mit einem Angriff auf die EVAA-Seite für die Tat verantwortlich machen, forderte zugleich die Betroffenen auf, ihr System besser vor Spam-Mails zu schützen. Voll daneben! 1.) Welcher selbst absolut hirntote Hacker würde allen Ernstes eine Attacke auf das für eine breitere Öffentlichkeit völlig uninteressante und unbedeutende Internet-Portal der EVAA unternehmen? Ausgemachter Non-stop-Nonsens! 2.) Umgekehrt wird vielmehr ein Sportschuh daraus. Es wäre an den beiden Vertragspartnern, ihre Systeme wasserdicht und frei von möglichen unheilvollen Verknüpfungen zu machen. 3.) Nicht der EVAA, sondern dem Unternehmen in Bella Italia gebührt indes der Schwarze Peter.

Fidal Servizi gestand Panne ein

Das wurde dann auch von einem Bevollmächtigten nicht genannten Namens am 01. Juni 2014 auf der EVAA-Seite freimütig eingeräumt, dass der gebündelte Datensalat während einer vierstündigen Störung/Panne in deren Hause aufgetreten sei. Wenigstens das ehrt sie. Dennoch bleibt ein herbes Geschmäckle. Das verstärkt sich noch in dem Insiderwissen, dass Nicola Maggio als Technischer Direktor der EVAA stark mit Fidal Servizi, drücken wir es vorsichtig aus, verbandelt sein soll. Da kann allerdings K.K. aus F. seine Hände in Unschuld waschen. Den „Deal“ mit dem italienischen Sportmanagement-Riesen soll seinerzeit sein Amtsvorgänger Dieter Massin zusammen mit seinem „Spezi“ Maggio eingefädelt haben. Ein Schuft, der Böses dabei denkt. Doch unvermittelt fällt einem der großkotzige, allmächtige FIFA-Präsident Joseph „Sepp“ Blatter aus der Schweiz ein, der, wie sinnig, an der Universität Lausanne Wirtschaftswissenschaften studiert hat. Das passt wie die Faust aufs Auge. Doch laufen wir nicht weiter wie die Katze um den heißen Brei herum. Warum sollen nicht auch in der Leichtathletik Schmiergelder, netter formuliert: Provisionen, geflossen sein? Zu wessen Wohl und in welche Tasche auch immer. Da könnte ja auch im günstigsten Falle die Verbandskasse die Nutznießerin gewesen sein.

Ehrenamt steht nicht zwingend für Ehrenmann

Aber, mal Hand aufs Herz: Filz, Klüngel, Korruption und "Hilfst-du-mir-dann-helfe-ich-dir" gibt es schließlich überall. Ehrenämtler sind nicht zwingend zugleich Ehrenmänner. Weiblich gleichermaßen denkbar. Dabei stehen die Motive völlig dahin. Sie machen das Handeln deshalb nicht ehrenwert. Ein im doppelten Wortsinne großer, schwergewichtiger europäischer Staatsmann deutscher Nationalität kann ein leidvolles Lied davon singen. Dr. Helmut Kohl lässt aus dem Rollstuhl in Oggersheim schön grüßen…     

 

Zehnkampf-Weltrekord von Wolfgang Ritte vom DLV tot geschwiegen

(Stendal/Darmstadt/Krefeld, 04. Juni 2014) Stellt euch vor, dass ein 38facher Stabhochsprung-Weltrekordler, mithin eine unbestrittene Ikone der Senioren-Leichtathletik, nunmehr zur Verblüffung der Fachwelt einen Weltrekord im Zehnkampf der M60 aufgestellt hat, und der eigene Dachverband schweigt sich dazu auf seiner Netzseite aus. Unvorstellbar? Denkste! So geschehen und nicht gesehen in der Senioren-Spielecke des DLV. Nunmehr am dritten Tag nach dem Ereignis, dass „Stabi“ Wolfgang Ritte (im Bild) vom SC Bayer 05 Uerdingen am vergangenen Sonntag in Stendal die fast neun Jahre alte globale Bestmarke von Rolf Geese (*1944) von der LG Göttingen in einem „Hitchcocktail“ für starke Nerven um 16 auf 8.123 Punkte verbesserte, noch immer kein Sterbenswörtchen.
Das kann nicht so einfach unter den Redaktionstisch in Darmstadt gekehrt werden, nur weil Lampis zeitnah exklusiv berichtete und Ritte in seiner kurzen Ära als äußerst engagierter Athletensprecher manch einer/einem im Bundesschuss (B
A) Senioren sinnbildlich empfindlich auf die ziemlich unbeweglichen Füße getreten ist. Es ist schlicht und ergreifend Chronistenpflicht, darüber zu berichten, sind bei irgendwelchen Animositäten Person und Sache fein säuberlich voneinander zu trennen. Basta!
Die Online-Ausgabe der Rheinischen Post Moers (sein Wohnort), machte heute die lokale Sportseite mit einem großformatigen Foto und ausführlichem Text sowie Ergebnisblock vom Ritteschen Weltrekord auf. Der lief so auch 1:1 in der Printausgabe mit. Die RP Krefeld (sein Vereinsort) berichtete ebenfalls. Dass diese Beiträge aufgrund langjähriger Kontakte als Sportjournalist jeweils meinen Gehirnwindungen entsprangen, ist dabei lediglich eine Randnotiz. Es ge
ht allein darum: Ehre, wem Ehre gebührt. Normalerweise müsste die überschaubare Zahl wirklicher Asse gehegt und geplegt werden, ist die öffentlich gemachte Anerkennung der Applaus für den Athleten. Erst recht für einen Senior, der keine fetten Startgelder zu kassieren pflegt. 
Stattdessen langweilt uns der DLV gestern mit der Meldung, dass Mitte Juli bei der DM in Erfurt die – obendrein turnusgemäße (also Routine) – Wahl zu beiden Athletensprechern anstehen würde.  Es wäre fraglos besser, der fast gesamte träge Moloch des BA’s stünde zur Wahl und könnte in die Wüste geschickt werden. Aber diese Pöstchenjäger und Sesselkleber werden ja per Abstimmung durch Zuruf (Akklamation) bestellt, weil sie gerade so erwartungsschwanger dreinschauten oder sich vorher schon eingeschleimt hatten.         

Roland Wattenbach geht diesmal als Veranstalter in den Ring

(Bad Honeff/Krefeld, 03. Juni 2014) Wenn nicht wir, wer dann?! Ehrensache, dass wir die Veranstaltung eines Mitgliedes von Lampis werberisch unterstützen. Kugelstoß-Spezialist Roland Wattenbach (im Bild) von der LG Siebengebirge, der bei unserem Meeting an Christi Himmelfahrt und jüngst bei den Nordrhein „Open“ in Aachen jeweils die M 55 gewann, geht nunmehr als Chef-Organisator in den Ring. Nach der von anerkennendem Applaus der Beteiligten bedachten vorjährigen Premiere des Joseph Bellinghausen Cups, mit der ehemaligen Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius aus Leverkusen als gefeiertem Ehrengast, erlebt dieses lupenreine Werfermeeting am kommenden Pfingstsamstag seine zweite Auflage. Auf dem Programm (Beginn 12 Uhr) stehen Kugel, Diskus, Speer mit Altersklassen-Wertung ab M/W 30. Für die beste Tagesleistung ist ein Wanderpokal ausgelobt. Schauplatz ist das Stadion Menzenberg in Bad Honeff. Damit wären wir zugleich beim Stichwort: Das hübsche Kurstädtchen am Rhein eignet sich vor oder nach getanem Handwerk bestens zu einem Bummel mit Einkehrschwung. – Alle weiteren Details zur Veranstaltung unter diesem Link.    

Dachverband modernisiert und saniert die gute alte DAMM kaputt

Kommentar

Unter uns gesagt

(Fürth/Darmstadt/Krefeld, 04. Juni 2014)
Traurig, aber wahr: Lediglich neun Mannschaften in der M 60 absolvierten bislang in 2014 einen Durchgang zur Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM), die nach neuer Lesart des DLV in „Team DM Senioren“ umgetauft wurde. Die LG BEC aus Hessen, die LG Radolfzell aus Baden-Württemberg und die StG Hamburg-Oldies sind erst gar nicht bei Landesmeisterschaften oder zu einem Qualifikationsdurchgang angetreten. Ansonsten stehen die sechs Teams für das Finale in Essen am 06. September 2014 mit ziemlicher Sicherheit fest.
In 2013 war es noch 14 Mannschaften (beim DLV stehen zwar 15 in der Rangliste, da wird allerdings Radolfzell gleich zweimal geführt). Jetzt kann eventuell noch Hondelage mit cirka 6.400 Punkten hinzukommen. Dann sind es zehn Klubs respektive Startgemeinschaften. Mehr gibt es anscheinend in Deutschland nicht.
Das Problem dürfte allerdings eher hausgemacht sein. Dem DLV mit seinen wundersamen Änderungen, Neuerungen und Ungereimtheiten (Joker setzen, Streichergebnis und  Cuperwertung im Finale), die kein Mensch will und genau so wenig braucht, wird es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit gelingen, auch noch die letzten Seniorenmannschaften mit seinem groben Unfug zu vergraulen.
Früher war es üblich, dass DAMM-Zwischenstände auf der Netzseite des Verbandes veröffentlicht wurden. Mittlerweile haben gut 80 Prozent der potenziellen Teams ihren Qualifikationswettkampf durchgeführt. Das hat in Darmstadt aber offenbar noch niemand bemerkt.
Still ruht der See in der schlecht gepflegten, armseligen Senioren-Spielecke.

Anmerkung der Redaktion: Dieter Krumm hat eine DAMM-Rangliste erstellt, die von Seniorensprecher Alfred Hermes aktualisiert und auf seiner Netzseite www.ue30leichtathletik.de veröffentlicht wurde.



Für die Offenen "Westfälischen" ist heute Meldeschluss

(Gladbeck/Krefeld, 02. Juni 2014) Fast so etwas wie ein Auswärtsspiel haben die allermeisten Einheimischen bei den Offenen Westfälischen Senioren-Meisterschaften am 15. Juni 2014 in Gladbeck. Denn die gastgebende Stadt im Ruhrgebiet liegt mal so gerade hinter der Grenze vom Nordrhein zu Westfalen. Eigentlich ein guter Grund für die Nordrheiner, die Etikettierung „Offene“ mit einem Start in diesem schmucken Stadion in unmittelbarer Nachbarschaft eines Naherholungsgebietes (eignet sich prima zum Einlaufen in sauerstoffhaltiger Luft) für sich zu nutzen. Für Werfer/innen ist sogar der Hammerwurf im Programm, was zum Beispiel bei den Nordrhein „Open“ vergangenen Samstag in Aachen nicht der Fall war. Da hielten sich die Gaststarter indes mit 14, davon zehn aus Westfalen, allerdings in sehr überschaubarem Rahmen. All’ jene, die jetzt vielleicht auf den Geschmack gekommen sein sollten, völlig egal woher sie kommen, müssen sich freilich sputen. Denn heute ist unter www.flvw.de im Fenster Leichtathletik Meldeschluss für diese Titelkämpfe. Später wäre es mit Mehrkosten verbunden.