Sportsch(l)au: Rauchende Sportler sollten sich der Risiken bewusst sein

(Köln/Krefeld, 23. Januar 2015) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ an. Mit seiner freundlichen Genehmigung werden wir in loser Folge diese Beiträge veröffentlichen, wobei wir aus Platzgründen gelegentlich den Sinn wahrende Kürzungen vornehmen. Das ist nunmehr das 63. Kapitel zu diesem Themenkomplex. A.H.
Vielleicht haben Sie die gut gemeinten Ratschläge von Freunden, Familie, Ärzten oder Bekannten bereits selbst zur Genüge gehört: „Sobald du mit dem Rauchen aufhörst, verbessert sich auch deine Ausdauer – scheinbar ganz von alleine!“ Raucher stehen immer im Brennpunkt der Kritik, und gerade Sportler schaden ihrer Leistungsfähigkeit, wenn sie rauchen. Besonders Ausdauerathleten sind stark gefährdet.
Fakt ist, dass Erwachsene, die regelmäßig Sport treiben und rauchen, zwar meist Beeinträchtigungen in ihrer Lungenfunktion aufweisen, aber dennoch oft weitaus besser bei Lungenfunktionstests abschneiden als Raucher, die sich nicht sportlich betätigen. In einer amerikanischen Studie wurde sogar nachgewiesen, dass Nichtstun mindestens genauso gefährlich für das Herz-Kreislauf-System ist wie das Rauchen von Zigaretten.
Dabei muss natürlich unterschieden werden, wie viele Zigaretten der-/diejenige im Durchschnitt täglich raucht. Ab 20 Zigaretten pro Tag definiert die Weltgesundheitsorganisation den starken Raucher. Bei moderatem Zigarettenkonsum leben sportlich aktive Raucher hingegen „gesünder“ als nichtrauchende Bewegungsmuffel, da Untersuchungen zufolge Nichtsportler ein bis zu eineinhalbmal höheres Risiko haben, kardiale und/oder stoffwechselbedingte Beschwerden davonzutragen.
Dennoch muss natürlich ganz klar und zweifelsfrei unterstrichen werden, dass Rauchen vor allem die Ausdauerleistung negativ beeinflusst. Rauchen führt außerdem zu einer Beschleunigung des Herzschlags sowie zu einer Steigerung des Blutdrucks, wodurch das Herz unnötige Mehrarbeit leisten muss und damit auch mehr Sauerstoff benötigt. Auch das steigende Risiko für Krebserkrankungen darf nicht unterschätzt werden.  
Fazit: Sportler die rauchen, gibt es viele. Selbst beim Sport frönen sie meist heimlich und unbemerkt dem vermeintlichen Rauchgenuss. Wenn man gut trainiert, hat das weniger Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. Nur der Risiken sollte sich jede/r bewusst sein, die im „blauen Dunst“ liegen.

Leidige Trikot-Frage nimmt mittlerweile groteske Formen an

Glosse

Neben der Spur

(Jülich/Darmstadt/Krefeld, 22. Januar 2015)
Mittlerweile nimmt die leidige Trikot-Frage für internationale Starts (EM/WM) von Senioren/innen groteske Formen an. Senioren(ver)sprecher Alfred Hermes aus Jülich berichtete am 17. Januar auf seiner Verharmlosungsnetzseite mit dem Wortlaut und dazu gehörigem Foto: „Germany und Deutschland fröhlich vereint. Beide Trikots sind vom DLV bei Europa- und Weltmeisterschaften vorläufig genehmigt.“ Ja, genau so in Fettschrift. Dagegen steht die Rechfertigungsarie und Verkaufsbotschaft von DLV-Referatsleiter Jörg Erdmann vom 13. Januar in der Senioren-Spielecke des Verbandsportals mit dem Hinweis auf die Regel 143 IWR der einheitlichen Wettkampfkleidung aus der aktuellen – und vorletzten – Kollektion (Schriftzug GERMANY). Wat nu? Die Antwort liefern wir mangels neuerer offizieller Verlautbarungen gleich mit: Unsere längst angestellte Vermutung darf nunmehr endgültig als bestätigt angesehen werden, dass der „Götterbote“, der sich selber Alf nennt (das war das possierliche Fabeltierchen aus einer 102-teiligen Fernseh-Sitcom aus den USA), als autorisiertes Organ des DLV fungiert. Es sollten ihm und seiner sehr unauffälligen kongenialen Partnerin Lydia Zentner, jene Mittelstrecken-Gazelle vom gleichnamigen Klub Gazelle Pforzheim, die mehr so als schmückendes Beiwerk die Quotenfrau für die Frauenquote repräsentiert, einmal gesagt werden, dass sie in erster Linie für die Wahrnehmung der Interessen ihrer Schutzbefohlenen da sind. Oder mussten sie wie der im August 2012 inthronisierte EMA-Präsident Kurt Kaschke aus Freudenstadt ebenfalls eine Verpflichtungserklärung unterschreiben, stets das Wohl und Wehe des DLV im Auge zu haben? Der Verdacht liegt nahe!
Doch bei genauerer Betrachtung sind die Ausführungen von DLV & Co. Honig blühender Blödsinn aus dem Bereich Märchen und Sagen. Speerwerfer Heinz Engels aus Mainz hat in unserer letzten Kolumne „Das Wort am Sonntag“ dezidiert erläutert und triftig begründet, dass diese ominöse Regel zur einheitlichen Wettkampfbekleidung auf die Ü-35-Generation gar keine Anwendung finden kann. Nochmals auf einen kurzen Nenner gebracht: Die Senioren/innen werden nicht von ihrem nationalen Dachverband entsandt, vielmehr melden sie sich auf eigene Kosten selber an und starten zu ihrem rein privaten Vergnügen. Der DLV prüft lediglich gegen ein sattes Salär von 10€, demnächst 15€, ob sie einen gültigen Startpass besitzen. Daraus eine verbandsseitige nationale Nominierung zu konstruieren, wäre sehr abenteuerlich.
Viel entscheidender ist jedoch, dass es der kontinentalen sowie globalen Dachorganisation EMA (zuvor EVAA) und WMA vollkommen schnuppe ist, in welcher Tracht die Aktiven auflaufen. Hauptsache die Kasse, sprich: die Meldezahlen stimmen. Genau deshalb hat gerade erst die EMA die Meldefrist für die Hallen-EM in Torun verlängert. Derzeit 2.000 bei kalkulierten, budgetierten 4.000 Startwilligen bedeuten eine gewaltige Unterdeckung. Obendrein hat in der Vergangenheit nie ein Hahn danach gekräht, mit welcher Trikot-Vielfalt oder –Einfalt die Athleten aus aller Herren Länder bei Europa- und Weltmeisterschaften aufgetreten sind. Selber bin ich zwischen 1986 und 2012 sechzehnmal international in den (Kugelstoß-)Ring gestiegen, davon nur zweimal nicht auf dem Podest von wegen Siegerehrung. Da kam, nicht bei mir im geliehenen echten Nationaltrikot mit dem Bundesadler mitten auf der Brust des Hammerwerfers Claus Dethloff, von Bermudashorts und Hawaiihemd so ziemlich alles vor, erinnerte häufig eher an einen kunterbunten Karnevalsumzug in Rio de Janeiro. Der ehemalige EVAA-Präsident Dieter Massin aus Ahlen in Westfalen ermittelte anlässlich der Hallen-WM 2006 im österreichischen Linz allein 19 (!) verschiedene so genannte deutsche Nationaltrikots. Inzwischen sind locker noch zehn neue Versionen hinzugekommen. Wen hat’s bisher interessiert! Niemanden!
Es bedarf keiner tiefgründigen Diskussionen, dass schön anders aussieht. Aber solange die Dinge so sind wie sie nun einmal sind, wird kein DLV, sein „offiziöser“ Sprecher Hermes oder sonst wer dagegen irgendetwas auszurichten vermögen. Die Drohgebärde mit der Disqualifikation darf getrost als ganz schlechter Witz bezeichnet werden. Viel drängender ist indes die Frage, ob der Verband die Senioren/innen gegen ihren Willen und ihre feste Überzeugung in einem Akt der „kulturellen Selbstverleugnung“ (O-Ton Torsten Lange) in ein Leibchen des US-Ausrüstungssponsors mit der Aufschrift GERMANY zwingen kann? Völlig egal ob gekauft oder gestellt: Garantiert nicht – und Basta!

Meldeschluss für die 10. Hallen-EM mit Winterwurf wurde verlängert

(Lausanne/Torun/Krefeld, 20. Januar 2015) Darauf hätten getrost Wetten in jeder beliebigen Höhe abgeschlossen werden können. Allerdings hätte dabei der Einsatz von 5€ vermutlich nur eine Quote von 5,01€ gebracht. Und so kam es, wie es kommen musste: Die European Masters Athletics (EMA, vorher oder vielleicht immer noch EVAA) berichtet auf ihrer Netzseite, dass der Meldeschluss (18.Januar 2015) für die 10. Hallen-Europameisterschaften mit Winterwurf der Ü-35-Generation Ende März 2015 im polnischen Torun  (vorerst?) auf den 02.Februar 2015 verlängert wurde. Die vorgeschobenen Gründe können als fadenscheinig angesehen werden. Tatsache dürfte sein, dass es bis zum ursprünglichen Termin an Masse in der Kasse mangelte. Und so wird dann nach bewährtem Strickmuster und hoch lebe die Vorlage die Reißleine gezogen. Wieder einmal! Normal läuft längst nix mehr. Das ist mittlerweile fast schon ein „Evergreen“, wie es beim DLV heißen würde. Ein Gassenhauer, um es in unserer schönen und vielfältigen deutschen Sprache zu formulieren. Fortsetzung nach dem Motto "und täglich grüßt das Murmeltier" nicht ausgeschlossen.

Für einwöchige Trainingsmaßnahme wurde Alwin J. Wagner gewonnen

(Latsch/Krefeld, 21. Januar 2015) Kleinhirn an Großhirn: neidisch werden, ärgern oder mitfreuen! Obwohl wir bereits vor Wochen an dieser Stelle wiederholt auf die Möglichkeit einer Teilnahme an einer siebentägigen Trainingsmaßnahme für Werfer hingewiesen haben, war das Interesse daran quasi nicht vorhanden. Doch das ließ Rolf Griesberg (M60) vom Pulheimer SC und Lampis-Betreiber Axel Hermanns (M70) vom SC Bayer 05 Uerdingen nicht ruhen. Das Duo stieg unabhängig voneinander, freilich in Absprache, in die persönliche Akquise ein, sprach in Frage kommende Sportkameraden gezielt an. Und siehe da: nunmehr kann Vollzug gemeldet werden.  Es ist eine kleine, aber feine Crew von acht Werfern beisammen, die sich idealerweise in zwei Trainingsgruppen (Technik/Kraft) aufteilen lässt. Als da wären: Dieter Krumm (M60), Georg Ortloff (M65), beide vom LAC Quelle Fürth, Johann Stein (M60) vom TV Werther, Herbert Mussinghoff vom Team Voreifel, Hans Josef Weitz (beide M65) vom Pulheimer SC, Lampis-Gründervater Peter Holthuijsen (M50) vom SC Myhl und die beiden bereits genannten Athleten.
Als technischer Leiter war den Organisatoren das Beste gerade gut genug, konnte Alwin J. Wagner (*1950; im Bild) aus Melsungen bei Kassel gewonnen werden. Der ehemalige Weltklasse-Diskuswerfer (BL 67,80 m), einstige hessische Stützpunkt-Trainer Wurf und aktuelle Chef-Coach der Leichtathleten seines Heimatortes vereinigt in Praxis wie Theorie alle denkbaren Weihen auf sich. Da bis auf gelegentlich Johann Stein bei Allen Seatory alle Teilnehmer Autodidakten wider Willen sind, freuen sie sich schon wie Schmitz Katze auf diesen einwöchigen Intensivkurs unter fachgerechter Anleitung und das schon mit der Anreise im Kleinbus beginnende Gemeinschaftserlebnis vom 12. bis 19. April 2015 in „Bella Italia“. Denn es geht nach Latsch in Südtirol nahe Meran. Diese 5.155 Einwohner zählende beschauliche Marktgemeinde im wunderschönen Vinschgau, der Apfelkammer Europas, wurde dereinst von der Uerdinger Trainer-Legende Norbert Pixken und seinem Paradeschützling Jürgen Hingsen (*1958) Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre für Trainingsaufenthalte hoffähig gemacht. Der Ruf hat sich bis heute gehalten. Der zweifache Kugelstoß-Weltmeister David Storl (*1990) und Bundestrainer Sven Lang schlagen hier seit geraumer Zeit regelmäßig auf. Mehr muss über die guten Bedingungen dort vor Ort nicht ausgeführt werden. Wenn Senioren „On Tour“ sind, reisen sie natürlich nicht ohne Arzt. Herbert Mussinghoff ist im richtigen Leben Dr. med. und Oberarzt in der Orthopädie der Eifelhöhen-Klinik. Auf das seine ärztliche Kunst nicht benötigt wird.

Stabhochspringer Wolfgang Ritte stellte seinen 39. Weltrekord auf

(Fürth/Krefeld, 19. Januar 2015) Nun ist das Jahr eins nach Chef-Organisator Dieter Krumm auch schon wieder Geschichte. Das traditionelle Senioren-Hallensportfest des LAC Quelle Fürth erlebte vergangenen Samstag seine 26. Auflage. Selber war er weder als Teilnehmer, noch Zuschauer vor Ort, nahm statt dessen eine Einladung von Freunden ins Rheinland wahr. Ob sich seine Wege mit der von daher anreisenden nahezu kompletten „Ritte-Air“ kreuzten, ist nicht überliefert. Eines allerdings schon: Der einst umtriebige Macher, Denker und Lenker dieses Dauerbrenners der Meetings für die „ewigen Talente“ der Leichtathletik-Szene verpasste einen neuen Hallen-Weltrekord vom Sergey Bubka unter den Stabhochspringern im fortgeschrittenen Leistungssportalter. Das traue ich mich bei ihm freilich kaum so zu formulieren. Denn der nicht auf den Glasfieberstab zu reduzierende Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen, der auch den Zehnkampf-Weltrekord hält, setzt seit gut zwei Jahrzehnten die Biologie mit schöner Regelmäßigkeit gewissermaßen außer Kraft. Beweis gefällig? Bitte schön! Der 62-jährige Niederrheiner steigerte im dritten Jahr der Zugehörigkeit zur M60 seinen eigenen Hallen-Weltrekord (4,13 m) von der DM 2014 in Erfurt um zwei Zentimeter auf 4,15 Meter. Es war klassenübergreifend sein 39. (in Worten: neununddreißig) Weltrekord in dieser Spezialdisziplin, Halle und Freiluft zusammen gerechnet.
Das dürfte seinesgleichen suchen. Oder bietet jemand mehr? Wohl gemerkt in ein und demselben Wettbewerb. Da kommt auch „Alles (Guido) Müller, oder was?“ nicht mit. Der war übrigens auch da, stellte keinen Weltrekord auf, und hätte dem Mann mit den verpflichtenden Initialen WR (=Weltrekord) persönlich gratulieren können. Hat er vielleicht auch, was sich unserer Kenntnis aus der Fernsicht und Berichterstattung mittels der sehr krausen, völlig unzumutbaren Online-Ergebnisliste entzieht. Noch hatte ich nicht die Gelegenheit, mich mit meinem Klubkameraden zu unterhalten. Deshalb bin ich auch noch ein wenig erstaunt, dass er von seiner ansonsten gepflegten Salami-Taktik abrückte, die Steigerungsraten scheibchenweise vorzunehmen. Denn nach jenen 4,15 Meter (siehe Video), die er wie alle anderen Versuche zuvor über 3,50, 3,80 und 4,00 Meter im ersten Versuch nahm, ließ er die Latte gleich auf 4,20 Meter legen, scheiterte daran dreimal. Ungeachtet dessen herrscht bei ihm vermutlich mittlerweile die Erkenntnis vor, dass ein „Sahnetag“ auszureizen ist, nicht wissend, ob er irgendwann wiederkommt. Doch bei ihm bin ich mir ziemlich sicher. Er ist so ganz „nebenbei“ auch ein ungekrönter Meister der gezielten Vorbereitung, ist garantiert am 17.Januar noch nicht in Höchstform. Die hebt er sich für die DM (Erfurt) und EM (Torun) unter dem Hallendach auf. Wetten, dass…
Eingedenk der schon geschilderten Unzulänglichkeiten überlassen wir es dem Langmut und der Findigkeit der Statistik-Freunde, sich durch die hier verlinkten Resultate zu wurschteln. Ein halbwegs gezielter, direkter Zugriff ist schier unmöglich. Da heißt es Augen auf und durch, was ich mir erspart habe. Hoffentlich ist mir kein Knaller im Kugelstoßen durch die Lappen gegangen. Aber im Zweifelsfalle wird mich sicherlich irgendwer darüber informieren.

Anmerkung: Diesen für das Fenster "Ergebnisse" gedachten Beitrag stellen wir wegen des höheren Zugriffes zunächst in die unsere Seite aufmachende Nachrichten-Rubrik.