Kurzsichtig: DLV sägt sich den Ast ab, auf dem er selber sitzt

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Krefeld, 02. Mai 2015)
Wer auf der Verbandsnetzseite die DM-Termine für 2015 aufruft, der sollte mal ganz bis unten scrollen. Dort gibt es in einem Land mit großer Mehrkampf-Tradition sowohl bei den Männern/Frauen wie bei den Senioren/innen keine Bewerber für die Ausrichtung dieser Titelkämpfe. Dazu für die Team-DM der Junioren/innen. Die Probleme sind hausgemacht. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) verdingt sich in eigener „Herrlichkeit“ mit wahnwitzigen Auflagenkatalogen und Knebelverträgen als Totengräber, vergrault so potenzielle örtliche Veranstalter. Wie aus gut informierten Kreisen verlautete, hat die Kommandozentrale im Darmstädter Wolkenkuckucksheim bereits einen Plan B in irgendeiner Schublade liegen: Die Mehrkampf-DM der Ü-35-Generation soll 2016 gänzlich wegrationalisiert werden. Genial einfach, einfach genial (Achtung: ketzerisch gemeint!).
Der falsche Ansatz, anstatt das starre, teilweise hanebüchene Regelwerk für die Vergabe zu lockern. Dann stünde beispielsweise Stendal in Sachsen-Anhalt, dass für die vor Jahren ausgefallene DM eine Blitzbewerbung abgegeben hatte, Gewehr bei Fuß. Dass die große, engagierte Crew um Macher Siggi Wille so etwas kann, haben sie mit dem Stendaler Hanse Cup eindrucksvoll bewiesen, der am 30./31. Mai 2015 bereits seine dritte Auflage erlebt und diesmal sogar am Tag zuvor durch Einzelwettbewerbe angereichert wird. Ahlen in Westfalen, die Erfinder des Jedermann-Zehnkampfes, signalisierte ebenfalls Bereitschaft.
Dass auch bei den fortgeschrittenen „Königen/innen der Athleten“ ein Interesse an diesen Meisterschaften besteht, belegen die Zahlen vom Vorjahr in Bad Oeynhausen mit insgesamt 200 Teilnehmern, darunter 29 in nur einer Altersklasse. Obendrein ist so eine vergleichsweise überschaubare Veranstaltung durchaus kein Zuschussgeschäft. Mit den Startgebühren und Einnahmen aus Bewirtung kann bei geschickter Planung ein hübsches Sümmchen für die meist leeren Vereinssäckel erwirtschaftet werden. Dies gilt im weit größeren Ausmaße (von wegen leere Kassen) übrigens auch für den DLV. Aber der sägt sich ja lieber den Ast ab, auf dem er selber sitzt.
Derlei Beispiele gibt es zuhauf, wie Jahr für Jahr weg brechende Werfertage und Sportfeste leidvoll dokumentieren. Für beide beteiligten Parteien. Da muss mittlerweile händeringend und oft erfolglos gesucht werden, um im näheren geografischen Umfeld am Wochenende einen Wettkampf absolvieren zu können.

Sportsch(l)au: Wie im Urlaub der Akku wirklich aufgeladen werden kann

(Köln/Krefeld, 01. Mai 2015) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ an. Aber nicht nur da. Mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentlichen wir in loser Folge seine Beiträge, wobei wir aus Platzgründen gelegentlich den Sinn wahrende Kürzungen vornehmen. Das ist nunmehr das 65. Kapitel zu diesem Themenkomplex, das gut zu der bald beginnenden Urlaubszeit passt. Wiewohl nicht nur nach meinen eigenen Erfahrungen Werfer am Ort der Erholung zunächst nach dem Sportplatz und dann nach einer Muckibude Ausschau halten. A.H.
Zwei Wochen am Strand liegen und abschalten. Wer richtig urlaubsreif ist, hält Faulsein oft für die beste Methode, seine leeren Akkus wieder aufzuladen. Doch das stimmt nicht! Sport und Aktivitäten helfen viel besser dabei, Stress abzubauen und neue Kräfte zu sammeln. Wer im Urlaub nur auf der faulen Haut liegt, ist hinterher weniger erholt als jemand, der in den Ferien körperlich aktiv war. Nach einem erholsamen, aktiven Urlaub hat man bis zu zehn Wochen lang nachweisbar weniger Stresshormone im Körper und ist somit stressresistenter. Auch das Immunsystem wird gestärkt und ist widerstandsfähiger gegen Bakterien und Viren im Alltag.
Eine Umfrage der Deutschen Sporthochschule unter 1.013 Probanden im Alter von 25 bis 69 Jahren bestätigt das: Dabei gaben knapp drei Viertel (74 Prozent) der Befragten an, dass für sie ein Urlaub mit einem abwechslungsreichen und vielfältigen Freizeitangebot den größten Erholungseffekt habe. Vor allem in den Bergen ist ihrer Meinung nach ein solche Wirkung feststellbar.
Tatsächlich: In den Bergen, fernab von Feinstaub und Ozon, bringt jede Bewegung den Kreislauf auf Touren und lässt das Herz kräftiger schlagen als unten im Tal. Der Körper muss die reduzierte Sauerstoffsättigung der Luft kompensieren, indem er mehr rote Blutkörperchen produziert, die den Sauerstoff in die Zellen transportieren. Außerdem wirkt sich eine aktive Auszeit in den Bergen positiv auf die Regeneration nach physischen Belastungen, auf die Konzentrationsfähigkeit und den Fettstoffwechsel aus.
Die Untersuchung ergab außerdem, dass es Frauen allgemein schwerer fällt, im Urlaub abzuschalten: 43,3 Prozent gaben an, Probleme damit zu haben, den Alltagsstress hinter sich zu lassen. Bei den Männern waren es zehn Prozent weniger. Mit jeweils rund 56 Prozent war sich jedoch die Mehrheit beider Geschlechter einig, dass die nötige Entspannung durch ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm – im Alltag wie im Urlaub – begünstigt werde.

Arbeitsfreie "Tag der Arbeit" wirbt mit vielen Leichtathletik-Meetings

(Mutterstadt/Krefeld, 29. April 2015) Für nicht mehr Werktätige oder Trittbrettfahrer, die nicht zur Mai-Kundgebung ihrer mehr oder weniger aggressiven Gewerkschaft müssen, denen bietet sich am arbeitsfreien „Tag der Arbeit“ ein reiches Betätigungsfeld. Dazu fügt es sich wie gemalt, dass er auf einem im doppelten Wortsinne Frei-Tag fällt, sich mithin vortrefflich als so genannter Brückentag zu einem verlängerten Wochenende in x, y oder z anbietet. Die Leichtathletik buhlt um die Gunst mit vielen Veranstaltungen von Nord bis Süd, bei denen sich bei etwas weiterer Anreise prima das Sportliche mit ein wenig Tourismus verbinden lässt. Exemplarisch haben wir für unseren Bereich (siehe Dachleiste) die Mutter aller Städte ausgewählt. Der rührige RKS Phoenix Mutterstadt mit seinem werfenden Frontmann Gerhard Zachrau (M65) veranstaltet im dortigen Sportpark übermorgen bereits den fünften diesjährigen Werfertag mit Kugel, Diskus und Hammer (ab 15.30 Uhr). Natürlich mit Senioren-Wertung ab M/W30. Wem das noch nicht genügt – die klassischen Wettbewerbe sind eingebettet in die Offenen deutschen LSW-Meisterschaften im Diskuswurf griechisch (Beginn je nach Altersklasse ab 10 Uhr). Dabei handelt es sich um einen Standwurf-Dreikampf mit überschweren Geräten. Also entgegen den ansonsten vielfach exotischen LSW-Disziplinen durchaus artverwandt zur Leichtathletik und eine Anleihe aus dem Training zur Förderung der speziellen Kraft. Wer sich für das eine, andere oder gar beides interessiert, der findet hier weitere Informationen.
Egal wofür – die in diesem Falle noch jungen „Phoenixe“ (erst Ende 2014 aus der Taufe gehoben, abgespalten von der TSG Mutterstadt) und der erfahrene Zachrau bürgen für Qualität in jeglicher Hinsicht.

Appell für einen sensibleren Umgang mit seinen Sportkameraden

(Krefeld, 30. April 2015) Für guten Benimm in allen Lebens- und Liebeslagen gibt es den Knigge. Er geht zurück auf Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge (1752 – 1796), einem deutschen Schriftsteller und Aufklärer. Seine einst aufgestellten Regeln sind natürlich immer wieder dem Geist der Zeit und deren Gepflogenheiten angepasst worden. Aber wo ist der Knigge für den Sport und seinen Protagonisten? Faires Verhalten walten zu lassen ist mehr so ein allgemeinverbindlicher Oberbegriff mit jede Menge Interpretationsspielraum bis hin zu Wildwest-Manieren. Da mit dem Vorlauf einiger Werfertage nun auch die Bahnsaison der Leichtathleten begonnen hat, mag dieses ein wenig modifiziertes Fundstück aus einem Forum als Anschauungsunterricht für einen sensibleren Umgang mit seinen Gegnern dienen, ohne die nun einmal kein Wettkampf möglich wäre. Aber auch an die Kampfrichter Kraft ihres Amtes mutiger einzuschreiten, da wo es geboten erscheint.
„Bei den
letzten Wettkämpfen, die ich gemacht habe, ist mir zum wiederholten Male die Undiszipliniertheit einiger Möchte-gern-Sportler aufgefallen. Einige rücksichtslose Egomanen gehen mit zwei oder sogar drei Disken zum Einwerfen in den Ring. Wenn man diese Leute auf ihr grob unsportliches Gebaren anspricht, bekommt man nur dumme Antworten. Ein weiteres Ärgernis ist jene Sorte, die grundsätzlich nicht weiß wann sie an der Reihe ist und erst nach dem zweiten Aufruf zu reagieren pflegt. Dann ziehen sie sich erstmal in aller Ruhe den Trainingsanzug aus, ehe sie gemütlich auf die Suche nach dem ihnen genehmen Stoß- oder Wurfgerät gehen. Damit halten sie völlig ohne Not den Betrieb auf und sorgen für eine ausufernde, leistungsfeindliche Wettkampfdauer. Sie können sich mit der Spezies die Hand geben, die mit Ihresgleichen unmittelbar am Ring ein Schwätzchen hält und ernsthafte, um eine möglichst gute Leistung bemühte Athleten/innen in ihrer Konzentration stören. Zu allem Überdruss sehen die Kampfrichter meist dem genannten unsäglichen Treiben der Hinterbänkler ungerührt zu, statt auf die 45-Sekunden-Regel zu verweisen oder Verwarnungen auszusprechen.
Wünschenswert wäre es, wenn zumindest einige Pseudo-Sportler diese Zeilen lesen und künftig respektvoller mit ihren Kameraden umgehen. - Mit sportlichen Grüßen, ein genervter Werfer.“

Reichhaltiges Wettkampfangebot im grenznahen niederländischen Raum

(Weert/Krefeld, 28. April 2015) Mitunter lohnt es sich über den nicht mehr vorhandenen Schlagbaum zu unseren Nachbarn zu schauen. Für Kurzentschlossene aus dem zu den Niederlanden grenznahen westdeutschen Raum haben wir einen Wettkampftipp. Der AV Weert veranstaltet heute (Beginn 19 Uhr) ein kleines Abendsportfest mit Senioren-Wertung ab M/W35. Für unsere spezielle Klientel mit den Disziplinen Kugel und Diskus (noch 400, 1.500 und 5.000 Meter). Der Ort in der Nähe von Roermond ist sehr gut und relativ bequem von Mönchengladbach aus über die A52 zu erreichen. Es ist überhaupt lohnenswert sich bei "atletiekunie.nl" unter dieser Verlinkung kundig zu machen, was so im kleinen - natürlich auch weitläufigeren - Grenzverkehr alles im Angebot ist. Umgekehrt machen unsere niederländischen Sportkameraden viel mehr Gebrauch davon, am Niederrhein und rund um Aachen zu starten.
Da wir gerade schon bei Tipps niederländischer Prägung sind: mit nunmehr noch vier von insgesamt fünf Stationen, die erste war am 23. April 2015 in Venlo, bietet der Leichtathletik-Verband der Provinz Limburg die Veranstaltungsserie „Open Limbra Baancircuit 2015“ an. Die dazu gehörigen Stationen sind Someren (21. Mai), Weert (30. Juni), Venray (07. Juli) und Roermond (17. Juli). Diese Meetings werden wir auch noch als Gedankenstütze in unser Fenster „Veranstaltungen“ aufnehmen.