Nicht nur beim DLV liegt die Öffentlichkeitsarbeit im Argen

(Trier/Mutterstadt/Krefeld, 20. September 2014) Stell dir vor es ist (Drei-)Länderkampf und k(aum)einer weiß davon? Dem veranstaltenden Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) war es in seiner Senioren-Spielecke jedenfalls keine Zeile wert, dass heute im Moselstadion in Trier die Vertretungen von Deutschland, Frankreich und Belgien in der M/W 40 und 50 im friedlichen Wettstreit um Punkte und Ehre kämpfen. Den Senioren(ver)sprecher Alfred Hermes ließ dieses Ereignis ebenfalls völlig kalt. Er widmet sich derweil der Politik zur – nun doch nicht erreichten – Abspaltung der Schotten von Großbritannien und schlägt den rasanten Bogen zum Wahlergebnis der Team-DM Senioren. Bleibt zu hoffen, dass die örtliche Presse in der von den Römern gegründeten 106.000-Einwohnerstadt, der – mit Verlaub - so ein bisschen der Ruf als Leichtathletik-Diaspora anhaftet, ein wenig die Werbetrommel rührte. Das vermögen wir aus der Fernsicht indes nicht zu beurteilen.
Allerdings wissen wir es vom Werfer-Meeting „Weltklasse auf dem Dorf“ heute (Beginn 13 Uhr) im Sportpark Mutterstadt ganz genau. Chef-Organisator Gerhard Zachrau beklagte völlig zu Recht, dass zumindest bis gestern in der „Tageszeitung“, so heißt das dort erscheinende Blatt, nicht mal eine lausige Kurzmeldung vom Auftritt des Diskuswurf-Olympiazweiten Ehsan Hadadi (Iran) veröffentlicht wurde. Stattdessen bestimmte die Wochenendvorschau auf sechsklassigen Fußball und abstiegsgefährdete Kegelvereine die Szenerie im Lokalsport. „So wie es aussieht, werden aus unserer Region nur die Leser von Lampis und all’ jene kommen, die ich auf die Schnelle mobilisieren konnte“, befürchtet der rührige Macher. „Doch warten wir’s ab.“
Außer ihm und dem sehr unbürokratisch agierenden Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (wir berichteten) hat es offenbar noch keiner bemerkt, dass es eine riesiger PR für die Gemeinde in Rhein-Pfalz ist/wäre. Es ist allerdings keine neue Erkenntnis, dass allzu viele Journalisten-Kollegen bei Sport fast ausschließlich an „König“ Fußball denken. Von Chronistenpflicht ganz zu schweigen.
Wenn jedoch der eigene Dachverband kläglich versagt, ist das umso ärgerlicher. Übrigens auch im Falle Mutterstadt. Denn der DLV kassiert für die Genehmigung einer Veranstaltung mit internationaler Beteiligung satte 150 Euro. Fürs Nichtstun!

Andy Dittmar herausragender Athlet beim Drei-Länderkampf

(Trier/Krefeld, 19. September 2014) Fußball-Bundestrainer Berti Vogts prägte dereinst den Spruch: „Der Star ist die Mannschaft.“ Das ist grundsätzlich sicherlich nicht verkehrt, wenn elf Kicker plus Einwechselspieler einen Erfolg einfahren sollen und wollen. Doch auch in seiner Ägide (1990 – 1998)  gab es zumindest herausragende Persönlichkeiten wie Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus, Oliver Bierhoff, den heutigen DFB-Teammanager, Rudi „Tante Käthe“ Völler und Jürgen Klinsmann. Und in einem noch größeren Leichtathletik-Team treffen ebenfalls beide Attribute zu. Es muss nicht lange gesucht werden, um den herausragenden Athleten beim Senioren-Drei-Länderkampf Deutschland – Frankreich – Belgien morgen an historischer Stätte in Trier im dortigen Moselstadion zu benennen: Kugelstoßer Andy Dittmar, der mit seinen inzwischen 40 Lenzen immer noch zur erweiterten deutschen Spitzenklasse bei den Männern gehört und folgerichtig zum Mannschaftskapitän ernannt werden müsste. Der Koloss (1,98 m, 137 kg) aus dem thüringenschen Gotha ist mit 18,34 Meter aktuell Elfter der deutschen Jahres-Bestenliste. Das hat sonst niemand zu bieten. Keine Frage, dass der Vater von drei Kindern in der M40 die Höchstpunktzahl einfahren wird. Ob es zum Kehraus der Saison noch zu seiner obligatorischen 18 vor dem Komma langt schon eher. Aber Andy ist eine überdimensionale Wundertüte. Mitunter überrascht sich der Mensch gewordene Gute-Laune-Bär sogar selbst.
Da Namen bekanntlich Nachrichten sind alle Nominierten aus beiden Altersklassen mit Kugel und Speer, die wir damals exklusiv am 06. August 2014 im Fenster „Flurfunk“ schon einmal veröffentlich haben.      
W 40, Kugel: Dunja Koch (TuS Metzingen), Carmen Hildebrandt (Ohrdrufer LV), Ersatz: Kristina Telge (TV Alzey); Speer: Dagmar Suhling (TuS Huchting Bremen),Tanja Köhler (TSV Münnerstadt), Ersatz: Ruth Brückel (TSF Hechelheim).
W 50, Kugel: Carmen Grell (Sportfreunde Neukieritzsch), Christine Hildebrandt (TSG Eisenberg) Ersatz: Ingrid Geil (TuS Neiderneisen); Speer: Carmen Grell, Susanne Strohm (SV Stuttgarter Kickers), Ersatz: Ursula Thirtey (LG Mönchengladbach)
M 40, Kugel: Andy Dittmar (Basketball in Gotha),Tilman Northoff (TuS Jöllenbeck), Ersatz: Oliver Rohwer (LBV Phönix Lübeck); Speer: Marcus Bieck (TV Norden), Torsten Heinrich (LAV Ribnitz-Damgarten/Sanitz), Ersatz: Jens Kresalek (PTSV Konstanz).
M 50, Kugel: Norbert Demmel (TSV Unterhaching), Uwe Krah (MT 1861 Melsungen), Ersatz: Rainer Werking (LG Maifeld-Pellenz); Speer: Joachim Seiffert (SuS Oberaden), Michael Rückel (KSG Bieber), Ersatz: Reinhold Paul (VfL Waldkraiburg).

Für Werfer-Meeting "Weltklasse auf dem Dorf" alle Vorgaben erfüllt

(Mutterstadt/Krefeld, 17. September 2014) „Weltklasse auf dem Dorf“, nennt es Chef-Organisator Gerhard Zachrau (im Bild) von der TSG Mutterstadt. Das ist allerdings eine charmante Untertreibung. Denn die Gemeinde im Rhein-Pfalz-Kreis beherbergt nach einer leicht angestaubten Erhebung (Stand 2008) 12.640 Einwohner in ihren nicht mehr vorhandenen Umfriedungsmauern. Dafür ist das mit der Weltklasse keine Übertreibung. Kein Geringerer als der Asien-Rekordhalter im Diskuswurf (69,32 m) und der lediglich um neun Zentimeter von Robert Harting (68,27 m) geschlagene Olympiazweite der Spiele von 2012 in London, Ehsan Hadadi (*1985) aus dem Iran, hält kommenden Samstag  im Sportpark Mutterstadt Hof (wir berichteten). Wie Zachrau mitteilte, sind mittlerweile auch die letzten organisatorischen Vorgaben erfüllt. Obwohl es längst nicht mehr zwingend vorgeschrieben ist drei Disziplinen im Programm zu haben (denken wir nur an die vielen Solo-Wettbewerbe auf Markplätzen bis hin zum Weitsprung-Drei-Länderkampf vor dem Brandenburger Tor in Berlin), wurde sicherlich sehr zur Freude der nicht gerade verwöhnten Hammerwerfer/innen deren „Schokoladenübung“ zum krönenden Abschluss um 15 Uhr neben Kugel (13 Uhr) und Diskus (14 Uhr) mit in die kleine Spezialitätenkarte aufgenommen. Woran indes noch gearbeitet wird ist der Pakt mit Petrus und das möglichst viele sach- und fachkundige Zuschauer dem Spektakel beiwohnen.

Team-DM Senioren: Deutliche Mehrheit gegen den neuen Firlefanz

Kommentar

Unter uns gesagt

(Essen/Jülich/Krefeld, 18. September 2014)
Donnerschlag! Bereits neun Tage nach der Team-DM Senioren in Essen hat der für den Pulheimer SC startende Senioren-Sprecher Alfred Hermes (*1946; im Bild) aus Jülich das Ergebnis der von ihm initiierten Umfrage zu den umstrittenen neuen Modi in der „Oldiethek“ (nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen Kultlokal von Koch Horst Lichter in Rommerskirchen) auf der Verbandsnetzseite veröffentlicht. Das muss ja ein sehr aufwendiges Prozedere für den gelernten Informatiker (!) gewesen sein, die von 41 Teamleitern/innen (fünf nahmen nicht an der Umfrage teil und offenbarten damit ein seltsames Demokratieverständnis) eingereichten Fragebögen auszuwerten. Böse Zungen behaupten indes: Wie der Herr, so’s Gescherr. Soll heißen: Hermes, unser aller „Götterbote“, passt sich allmählich der Langsam- und Schlafmützigkeit des DLV nahtlos an.
Immerhin beruhigend zu wissen, dass sich rund 80 Prozent der Antwortenden gegen den ersonnenen Firlefanz wie Cup-Wertung, Joker ziehen, Streichergebnis und Vorqualifikation entschieden haben. Andererseits bleiben 20 Prozent oder acht verblendete Klubvertreter/innen. Mag natürlich sein, dass sie irgendwie von dem ausgemachten Nonsens des DLV-Leiters Wettkampf-Organisation, Frank O. Hamm (das „O“ steht für den gleichnamigen Buchstaben im Alphabet, nicht für die Zahl null; was nicht wenige vermuteten), profitiert haben.
Nun dürfen wir alle miteinander bannig gespannt sein, wie die Chose weitergeht und wie Ernst der deutlich mehrheitliche Wille der Basis in den entsprechenden Gremien genommen wird? Glaube bitte ja keine/r, dass sich der große Rest als pure Formsache gestaltet und die Messe bereits gelesen sei!

175 Meldungen für die Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf

(Baunatal/Krefeld, 16. September 2014) Bedienen wir uns zunächst des offiziellen Bandwurm-Arbeitstitels, der da lautet: 12. Deutsche Senioren Wurfmehrkampfmeisterschaften. Der Wettbewerb, um den es dort am 27./28. September 2014 im Parkstadion im hessischen Baunatal bei Kassel geht ist der Wurf-Fünfkampf. Alles klar? Denkste! Denn in der Online-Meldeliste steht treu und brav über jeder Altersklasse „Werfer-Fünfkampf“. Was suggeriert, dass mit Werfern und nicht mit Geräten geworfen wird. Es droht folglich erhöhte Verletzungsgefahr. Der Sanitätsdienst sollte vorsorglich verstärkt werden. Demnächst werden wir wahrscheinlich auch wieder mit Gewichtswurf statt Gewichtwurf konfrontiert. Deutsche Sprache, schwere Sprache. Zugegeben, dass uns auch nicht immer alles gelingt. Aber uns helfen wenigstens gelegentlich eine Germanistin vom Niederrhein und ein Germanist aus Oberbayern auf die richtigen Sprünge.
Doch Spaß (Ernst) beiseite: Für diese letzten diesjährigen Titelkämpfe mit Beteiligung unserer Spezies haben 115 männliche und 60 weibliche Senioren in jeweils zehn Klassen von M/W 35 bis 80 gemeldet. Das Gesamtergebnis liegt leicht über dem Trend der Vorjahre. Doch muss nicht gleich das Hosianna ausgerufen werden. Denn nicht überall wo Mehrkämpfer/in drauf steht, ist auch eine/r drin. Normen wurden nämlich keine verlangt. Jede/r darf sich hier bei Lust und Laune versuchen. Latente Verletzungsgefahr inbegriffen.
Eine kleine Vorschau mit ein paar Namen von einigermaßen kompletten Wurf-Fünfkampfern/innen erscheint im Laufe der nächsten Woche in dieser Rubrik oder im Fenster „Flurfunk“.