DLV präsentiert sowohl falsche als nicht aktualisierte Rekordliste

Kommentar

Unter uns gesagt

(Darmstadt/Krefeld, 20. Okober 2014)
Bekanntlich lautet die Steigerung von Lüge: „Notlüge > Lüge > Statistik“. Das mag in der freien Wirtschaft bisweilen zutreffen, wo selbst Bilanzen gelegentlich frisiert und geschönt werden, um womöglich die Kreditlinie erhöht zu bekommen. Aber solche Taschenspielertricks sind im Sport nicht erforderlich. Statistiken sollten hier schlicht und ergreifend stimmen. Sonst sind sie völlig wertlos. Obwohl es der hauptsächlich kommerziell ausgerichtete DLV-Seniorenstatist(iker) besser wissen sollen können müsste, präsentiert er dem gutgläubigen Betrachter an mancherlei Stelle falsches Zahlenwerk. Wobei wir bei unseren Entdeckungen keineswegs einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Die Grauzone kann durchaus größer sein. Aber das reicht schon zum Nachweis der Ignoranz und einem Mangel an der in diesem Genre nun einmal unabdingbaren Akribie. Es wird indes nicht übersehen, dass Statistik in der Leichtathletik und insbesondere der vielen Altersklassen bei den Senioren/innen ein gleichermaßen aufwendiges wie undankbares Geschäft ist. In diesem nicht ehrenamtlichen Falle allerdings mit „Schmerzensgeld“ versehen. Nur die Onlinepflege wird nix bringen. Das könnte ein Grund sein.   
Christa Winkelmann (*1934) vom CSV Krefeld wird mit 24,92m als deutsche Rekordhalterin im Hammerwurf der W80 geführt, aufgestellt am 11. Juli 2014 bei der Senioren-DM in Erfurt. So sie ihn je besessen hätte, was nicht der Fall ist, wäre ihr bei der EM in Izmir eine Verbesserung auf 25,26m gelungen. Aber auch das wäre zuwenig gewesen gegen jene 29,58m (zugleich Weltrekord), die Susanne Wissinger (*1934) vom TV Gelnhausen bereits bei der Hallen-WM mit Winterwurf am 28.März 2014 in Budapest geworfen hat. Bleiben wir bei Wissinger, die bei der DM 2014 im Wurf-Fünfkampf in Baunatal die deutschen Rekorde in diesem speziellen Mehrkampf auf 5.039 Punkte und im Gewichtwurf auf 10,78m (beides zugleich Weltrekorde) steigerte. In der einschlägigen Liste auf der DLV-Netzseite (siehe obige Verlinkung) werden jedoch immer noch Lieselotte Leiß (*1930) vom TV Borghost mit 4.124 Punkten und Irmgard Lütjens (*1930) von der LG Schleswig-Fahrdorf mit 9,31m genannt. Zumindest über den Fünfkampf-Weltrekord von Wissinger hat besagter „Zahlenmensch“ selber berichtet. Warum er die Rekordliste nicht aktualisiert, bleibt sein Geheimnis oder ist mit dem Schluss des ersten Absatzes zu erklären.
Lampis wird nunmehr im Interesse der Sache und Athletin den dafür zuständigen Eberhard Vollmer bei der DLV-Geschäftsstelle in Darmstadt via Mail ins Bild setzen. Das sollte den Verfahrensweg abkürzen und die Richtigstellung erheblich beschleunigen. Das wirft indes die immer wiederkehrende Frage auf: wozu gibt es eigentlich Seniorensprecher, wenn sie nicht einmal die unmittelbaren Interessen ihrer Schutzbefohlenen vertreten? Wer sich für ein Amt bewirbt und wählen lässt, sollte es auch ausfüllen! Sonst ist er/sie so Fehl am Platz wie eine nicht aktualisierte Statistik!

Bundesausschuss Senioren "rangelte" sehr lange bis zur Veröffentlichung

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 19 . Oktober 2014)
Es war das in unserem Beitrag vom 09. Oktober erwartete Gerangel der Rasselbande des Bundesausschusses Senioren um Frontfrau Marigt Jungmann aus Rehlingen, wer denn nun die geistigen Ergüsse von der Tagung dieses ach so wichtigen Gremiums am 05. (!) dieses Monats am DLV-Sitz in Darmstadt zu Bildschirm bringen darf. Lang hat sie gedauert, die mutmaßliche Auseinandersetzung. Erst geschlagene sieben Tage (solange haben wir jetzt ganz bewusst auch damit gewartet) nach dem epochalen Ereignis erschien der Beitrag in der „Oldiethek“ auf der Verbandsnetzseite, dem doch mit Hochspannung der Gemeinde von 420.000 Senioren/innen entgegen gefiebert wurde. Vielleicht sollte denen mal jemand flüstern, dass sie ein Online-Medium bedienen. Das kommt praktisch Lichtjahren gleich, wenn schon nichts älter ist als die Tageszeitung von gestern.

Flucke einmal mehr als Wunderknabe unterwegs


Verschweigen wir nicht, dass die Wahl für die Berichterstattung auf „Dr. med. Ästhet und Poet“ Karl-Heinz „Flunker“ Flucke (als „Briefmarke“ im Bild) aus Berlin fiel. Natürlich mit der ihm von Gott oder wem auch immer gegebenen Wortgewalt. Wahrscheinlich war es das Trostpflaster dafür, dass er bei der Generalversammlung der EVAA (jetzt EMA) in Izmir nicht zum fünfköpfigen DLV-Aufgebot der stimmberechtigten Delegierten gehören durfte (wir berichteten). Aufgemacht wurde das Ganze mit einem großformatigen Foto der acht Ausschuss-Mitglieder. Natürlich einmal mehr ohne Bildunterschrift mit Hinweis auf die abgelichteten Personen. Die hat man einfach alle zu kennen. Was nun mich betrifft, habe ich von Angesicht nicht alle erkannt. Aber ich bin ja womöglich nicht repräsentativ. Zwei Dinge fielen mir allerdings auf. Das Foto war gezeichnet mit dem Copyright (Urheberrecht) von Flucke. Damit schaffte er es einmal mehr, auf einem Bild zu sein (rechts außen), das er selber geschossen haben will. Geht’s noch? Und alle drei Damen haben/hatten – die – Hosen an. Was für ihre Lebensabschnittsgefährten und Kollegen des Ausschusses nichts Gutes verheißt. Immerhin schön, bei der Gelegenheit einmal die neue Seniorensprecherin Lidia Zentner (Dritte von rechts) gesehen zu haben. Die Mittelstrecken-Gazelle von Gazelle Pforzheim ist mittlerweile 98 Tage im Amt, endet also sehr bald die übliche Schonfrist von 100 Tagen. Bislang hat man(n)/frau von „Heidi Klums next Topmodel 60+“ nicht viel gehört respektive gelesen. Scheint mehr so die Quotenfrau zu sein.

Welche und wessen Interessen werden hier vertreten?

Bäume reißt der um zwei Jahre erfahrenere Senioren(ver)sprecher Alfred Hermes (Jülich) allerdings auch nicht aus. Auf Stoß/Wurf bezogen, alles andere entzieht sich unserer Beurteilungsoptik, nimmt er seine ursprünglichen Aufgaben als Interessenvertreter der Aktiven jedenfalls nur sehr unzureichend bis gar nicht wahr. Das Feld überlässt er großzügig Lampis, was wir jedoch gerne tun, da wenigstens wir unserem selbst gestellten Anspruch gerecht werden wollen. Es meist auch können. Die vielen Beispiele schenken wir euch und uns jetzt. Sonst sieht es schon vor dem heutigen Hochamt nach (Selbst-)Beweihräucherung aus. Dafür hat das breit aufliegende Sportlerherz von Hermes neuerdings die Liebe für die Werfer/innen entdeckt. Zumindest auf der von ihm betriebenen Netzseite. Dabei kupfert er freilich nur ab, bevorzugt bei Ken Stone, der auf US-Masterstrack so manchen Stein ins Rollen bringt. Eigene Beiträge vom vermeintlichen „Götterboten“ Hermes – Fehlanzeige. Und das ist gut so. Denn von dem Metier der Schwerathletik innerhalb der Leichtathletik hat er soviel Ahnung wie die Kuh vom Sonntag. Sogar weltweit bekannte Namen der Senioren-Szene schreibt er häufig falsch. Zuletzt Karl-Heinz Mark anstatt Marg. Namen sind Nachrichten. Die sollten dann indes richtig geschrieben werden. Gell!
Inzwischen hat er auch längst die Sprachregelung des DLV übernommen, wonach nationale Rekorde lediglich Deutsche Senioren-Bestleistungen sind. Gleichwohl scheute er sich unlängst nicht, bei den einst vom zu früh verstorbenen Erwin Kollmar installierten exotischen LSW-Disziplinen von der Verbesserung dreier Weltrekorde zu schreiben. Klarer Fall, dass es seine Sache ist, wenn er sich unbedingt zum Affen machen will.
Doch bleibt festzuhalten, dass LSW-Spezialsport Deutschland e.V. keinem Verband unter dem Dach des Deutschen Olympischen-Sportbundes (DOSB) angehört. Das soll den Spaß an der Freud’ dieses national und erst recht international sehr überschaubaren Kreises nicht mindern. Doch Dritte sollten sich getrost im rhetorischen Flachpass üben. Genau hier wäre das Wort LSW-Bestleistung angebracht. Zudem kann es auch keine offiziellen nationalen, kontinentalen und globalen Titelkämpfe geben. Das ist schlichtweg Etiketten-Schwindel, ohne da gleich Kirmesveranstaltungen draus machen zu wollen. Allerdings: Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.
In diesem Sinne wünscht „Männeke Lampis“ noch einen zauberhaften Sonntag und eine ebensolche 43. Kalenderwoche! Und immer schon fröhlich bleiben. Wenn’s auch schwer fallen sollte. Oder gerade dann.

Ein paar unbequeme Gedanken zum heutigen Welternährungstag

(Krefeld, 16. Oktober 2014) Vorausgeschickt sei, dass es sich vordergründig nicht um ein sportliches Thema handelt. Freilich geht es alle an, einmal inne zu halten, sich selber zu hinterfragen und womöglich, wenn nicht schon mit irgendwelchen Maßnahmen dauerhaft vorgesehen, Hilfe zu leisten. Denn heute ist Welternährungstag. Weniger nett formuliert: Welthungertag. Die Zahlen sind erschreckend und alarmierend zugleich. Rund eine Milliarde Menschen, also ein Siebtel der Weltbevölkerung, sind nicht ausreichend mit Nahrung und sauberem Trinkwasser versorgt. Jeden lieben langen Tag den Gott geschaffen haben soll sterben etwa 24.000 Menschen an Hunger und seinen Folgen, darunter 18.000 wehr- und hilflose Kinder unter fünf Jahren. Wem da nicht das Herz und der Geldbeutel aufgeht…?! Dazu passt übrigens die Initiative des oft und verdientermaßen von uns gescholtenen DLV "Kinder brauchen Fans!".
Machen wir uns nix vor: Hier zu Lande leben wir 80 Millionen Bundesbürger trotz Hartz IV und Arbeitslosigkeit weitestgehend wie die Made im Speck. Keiner muss unverschuldet wegen Unterernährung sterben. Da stehen karitative Einrichtungen vor. Mein Domizil liegt im Einzugsgebiet von drei Schulen und eben so vielen Bäckereien. Auf dem morgendlichen Gang dahin begegne ich gefühlten 79,94 Prozent Schülern, die an Adipositas (Fettleibigkeit) leiden. Nicht die dicken Teens und Twens fallen mittlerweile im Straßenbild auf, sondern die schlanken (bei Erwachsenen ist das nicht viel anders). Merke: Fresser werden nicht geboren, sie werden gemacht. Ohne ordentliches Frühstück aus dem Haus, ausgestattet mit Taschengeld und beim Bäcker schnell ein Schokocroissant für auf die Hand gekauft. Dazu eine klebrige Brause zum Runterspülen. Die Exzesse gehen mit Fastfood a la Pommes rot-weiß et cetera und Fertiggerichten aus dem Tiefkühlfach munter weiter. Noch eine nicht auf meinem Humus gewachsene Binsenweisheit: Der Mensch ist, was er isst!
Doch werden wir, um unserem selbst gestellten Anspruch gerecht zu werden, noch ein bisschen sportlich. Ernährungs- und Sportwissenschaftler, wie zum Beispiel der unseren Stammbesuchern aus der Rubrik „Sportsch(l)au“ oder „Der Sportirrtum“ vertraute Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der DSHS Köln, konstatieren, dass sich mit gezielter sportgerechter Ernährung und Lebensweise noch bis zu 15 Prozent Leistungsreserven herauskitzeln ließen. Das sollte alle hellhörig machen. Aber insbesondere unsere Klientel, die Leichtathletik-Senioren/innen, deren Leistungsvermögen nun einmal rein biologisch bedingt stetig abnimmt. Diesem unaufhaltsamen Prozess könnte zumindest ein kleines Schnippchen geschlagen werden.
Einfach mal nachdenken. Über alles in diesem Beitrag.

Zeitplan Kugel/Diskus für NRW-"Open" aufeinander abgestimmt

(Duisburg/Leichlingen/Krefeld, 17. Oktober 2014) Inzwischen hat der Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) mit Sitz in Duisburg auch den Zeitplan für Kugel und Diskus aufeinander abgestimmt. Regelmäßigen Besuchern unseres Portals ist bekannt, dass auf Anregung von Lampis Kugelstoßen als Rahmenwettbewerb für die nachzuholenden Offenen NRW-Winterwurf-Meisterschaften der Senioren/innen am 15. November 2015 im Sportpark Balker Aue in Leichlingen mit ins Programm genommen wurde. Er, der Zeitplan, macht zwar bei Zusammenfassung mehrerer Altersklassen immer noch einen ziemlich komprimierten Eindruck. Freilich ist erst einmal das offizielle Meldeergebnis abzuwarten. Sicherlich sind LVN-Wettkampf-Referentin Petra Bous und Seniorenwartin Gisela Stecher flexibel genug auf die tatsächlichen Starterzahlen zu reagieren und zu große Felder gegebenenfalls durch Teilung zu entzerren. Zumal in Leichlingen zwei gegenläufige Kugelstoß-Anlagen im Kurvensegment des Stadions vorhanden sind. Eine parallele Austragung setzt allerdings genügend Kampfrichter voraus. Meldeschluss ist am 03. November 2015 beim LVN (siehe Ausschreibung).

Veranstalter Swift Atletiek schüttete das Kind mit dem Bade aus

(Roermond/Krefeld, 15. Oktober 2014) Frei nach Johann Wolfgang von Goethe, dem großen Dichter und Denker, geboren 1749 in Frankfurt, verstorben 1832 in Weimar: Nun werde ich sie nicht mehr los, die Geister, die ich rief. Was daran mit der Leichtathletik zu tun haben soll, kommt sogleich. Bei der traditionellen Douwe Smit Trofee zum Saisonkehraus im niederländischen Roermond, nahe der deutschen Grenze, hagelte es in den Vorjahren wegen der überbordenden Felder massive Beschwerden. Völlig zu Recht! Denn klassenübergreifendes Kugelstoßen mit 28 Startern von der M 14 bis endlos, allesamt mit sechs Versuchen ausgestattet, häufig unaufmerksamen „Kids“ und einer Dauer von rund 90 Minuten ist nun wahrlich nicht das pralle, ungetrübte Vergnügen. Insbesondere reifere Semester können über einen solch langen Zeitraum die Wettkampfspannung nicht halten. Die Folge: Heiner Romberg, Ralf Unger und meine Wenigkeit, um nur drei Beispiele zu nennen, haben zur Freude des großen Restes „die Geigen eingepackt“ und sind  unter Missachtung des sinnlos verschleuderten Startgeldes unverrichteter Dinge vorzeitig von dannen gezogen.
Veranstalter Swift Atletiek zog heuer im Interesse der leistungsorientierten Athleten/innen die Reißleine und machte bei 14 Teilnehmern pro Disziplin und einer Straffung der Klassen den Gemischtwarenladen bei Kugel, Diskus, Speer und Hammer zu. Damit verfielen die Organisatoren von einem Extrem ins andere, schütteten gewissermaßen das Kind mit dem Bade aus. Denn selbst Aktive die sich deutlich vor dem offiziell erst heute 24.00 Uhr endenden Nennungsschluss anmeldeten, landeten auf einer Warteliste. Ein Nachrücken setzt freilich voraus, dass sich irgendwie Verhinderte netterweise frühzeitig abmelden. Wer macht das schon? Und so steht ein langjähriger, indes „aufmüpfiger“ Stammgast wie Ralf Unger (*1947) vom TuS Buir (ein Vorort von Kerpen) zunächst einmal in Lauerstellung. Die Alternative für ihn wäre der Werfertag am Sonntag im westfälischen Haltern. Das ist jedoch fahrtechnisch ein erhebliches Stück weiter des An- und Abreiseweges. Zumal sich Roermond mit einem Besuch des dortigen riesigen Outlet-Centers oder der schönen Altstadt verquicken ließe. Gewissermaßen zum Pluspunkte sammeln bei der häufig vernachlässigten persönlichen Regierungschefin. Da kann ich von Glück sagen, dass ich auf einen Wink von Swift-Kenner und Lampis-Gründervater Peter Holthuijsen noch früher als früh meine Startabsicht kundgetan habe.