EMA-Präsident Kurt Kaschke schnürt bei der Straßen-EM die Laufschuhe

Glosse

Neben der Spur

(Grosseto/Krefeld, 07. Mai 2015)
Und nun läuft er auch noch. Oder: Hier startet der „Präses“ selbst. EMA-Präsident Kurt Kaschke (*1955) aus Freudenstadt im Schwarzwald gab für die 14. Senioren-Europameisterschaften im Straßenlauf/-gehen vom 15. bis 17. Mai 2015 in Grosseto (Italien) eine Doppelmeldung ab. Der Jung-Sechziger will sich in der wunderschönen Toskana, ein fürwahr lohnendes Reiseziel, die 10 Kilometer und den Halbmarathon der M60 unter die Sohlen seiner Laufschuhe nehmen. Das hätte er als erster Repräsentant der European Masters Athletics (EMA) sicherlich auch einfacher haben können. Nun stelle man sich indes vor, er schnappt zwei seiner insgesamt 1.427 startwilligen Schutzbefohlenen aus 28 Nationen, darunter 105 aus Deutschland, irgendeine Medaille weg. Oder wird er in dem eher unwahrscheinlichen Fall kurz vor dem Ziel auf die imaginäre Bremse treten? Wie konstatiert: schwer vorstellbar, dass er in eine derartige Zwickmühle gerät. Auch er sollte wissen und dafür trainiert haben, dass diese Distanzen etwas anderes darstellen als mal eben als schmückendes Beiwerk in der Sprintstaffel des VfL Sindelfingen bei den „Deutschen“, wie bereits zweimal geschehen, die 100 respektive 200 Meter zu rennen (wir berichteten jeweils).
Obwohl es nicht unser originärer Beritt ist, werden wir in diesem speziellen Falle selbstverständlich beobachten und berichten, auf welchem Platz „Kuddel“ einkommt. Zusätzlich wird interessant sein, welches Leibchen er überstreifen wird. Schlägt er womöglich auch als kultureller Selbstverleugner in GERMANY auf? Oder gewandet er sich traditionell im Trikot mit dem Schriftzug DEUTSCHLAND auf der stolz geschwellten Brust?
Das gilt es abzuwarten. Vorher ist uns allerdings schon aufgefallen, dass K.K. aus F. als Großmeister des Nachschlages auf höchst unrühmliche Weise irgendwann in die Analen des kontinentalen Dachverbandes eingehen wird. Bei bislang allen europäischen Titelkämpfen unter seiner noch überschaubaren Ägide seit Ende August 2012 wurden die Meldefristen verlängert. Das hat etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun. Sein Vorgänger Dieter Massin aus Ahlen in Westfalen kam in seiner zehnjährigen Amtszeit gänzlich ohne aus.        
Doch wie soll schon Zitate-König Wilhelm Busch, der Schöpfer von Max und Moritz, gesagt haben: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert…

Veranstaltungskalender mit den wesentlichen saisonalen Höhepunkten

(Krefeld, 06. Mai 2015) Mittlerweile haben wir unser bis dahin arg unterbelichtetes Fenster „Veranstaltungen“ ein paar Konturen verliehen. Es ist und bleibt jedoch nur ein kleiner Auszug aus dem großen Angebot bundesweit, wird jedoch immer wieder Mal durch aus unserer Sicht empfehlenswerte Meetings ergänzt. Nationaler Höhepunkt sind für die Solisten die Deutschen Senioren-Meisterschaften vom 10. bis 12. Juli 2015 im sächsischenn Zittau, dem östlichsten Zipfel der Republik im Dreiländereck Deutschland – Tschechien – Polen. Bekanntlich Schauplatz der Senioren-EM 2012. Das für den Wurf-Fünfkampf ebenfalls schon bewährte Zella-Mehlis in Thüringen empfängt am 29./30. August 2015 die Allrounder zu ihren nationalen Titelkämpfen. Dem Teamgeist frönen die Individualisten am 05. September 2015 bei den Mannschaftsfinals im Wallfahrtsort Kevelaer am linken Niederrhein ganz nahe der grünen Grenze zu den Niederlanden. Für all jene die besonders hoch hinaus wollen, stehen vom 04. bis 16. August 2015 in Lyon (Frankreich) die Senioren-Weltmeisterschaften auf dem Terminkalender. Werfen wir noch einen Blick zu unserem alpenländischen Nachbarn Österreich. Stets ein Tipp sind deren offen ausgeschriebenen, immer sehr liebevoll mit viel Beiprogramm organisierten Austrian Masters, die diesmal am 20./21. Juni 2015 in Göztis (Vorarlberg) stattfinden, dem Mekka der Mehrkämpfer/innen. Dazu touristisch in vielerlei Hinsicht und etlichen Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung ein lohnenswertes Ziel.

DLV erwies sich auch als Totengräber für das Lampis-Werfermeeting

(Krefeld, 04. Mai 2015) Siehst du die Gräber am Wegesrand, es sind die Raucher der rot(h)en Hand. So lautete früher mal ein Spruch aus Volkes Mund. Roth-Händle hieß die Hustenanfälle produzierende filterlose Zigarette, die nicht mehr am Markt ist. Heutzutage könn(t)en Kreuze an einstigen Stätten von Leichtathletik-Veranstaltungen aufgestellt werden. Der Schreiner mit Exklusivertrag wäre saniert. Bedarf besteht aktuell für das Lampis-Werfermeeting, das in diesen Tagen im Bayer-Sportpark in Krefeld-Uerdingen ursprünglich seine sechste Auflage erleben sollte. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat es einmal mehr verstanden auch in diesem Falle unter fadenscheinigen Begründungen Nachberechnungen für die beiden letzten Jahre (für 2013 150€, für 2014 110€) zu konstruieren. Damit ist einer weiteren Ausrichtung die finanzielle Basis genommen.
Derartige Beträge lassen sich bei einem vergleichsweise überschaubaren Meeting mit maximal 50 Teilnehmern selbst durch ein Gewinn abwerfendes Catering nicht erwirtschaften. Denn die erklärte Absicht war, jeden Überschuss in die Re-Finanzierung einer beim nächsten Mal noch besseren Preisgestaltung für die Aktiven zu stecken. Neben einer von außen gelobten sehr guten Organisation erfreute sich dieses den Senioren/innen vorbehaltene Treffen der Werfer-Familie auf meisterschaftswürdig präparierten und dazu optisch schönen Anlagen auf dem Uerdinger Werferplatz zunehmender Beliebtheit. Aber irgendwo und irgendwann ist bei allem Spaß an der Freud' etwas tolles auf die Beine zu stellen Schluss mit lustig, können und wollen die Verantwortlichen von Lampis, die letztendlich im Obligo sind, nicht allzu tief in den privaten Geldsäckel greifen.
Es tut uns besonders leid für all jene Werfer/innen, die uns seit der Premiere 2010 in Erkelenz, bei der kein Geringerer als der damalige EVAA-Präsident Dieter Massin aus Ahlen die Siegerehrungen vornahm, die Treue gehalten und schon nach dem Termin für 2015 gefragt haben. Gleichwohl bitten wir sie und alle anderen potenziellen Interessenten um Verständnis dafür, dass uns buchstäblich die Hände gebunden worden sind. Das passt wie die Faust aufs Auge zu unserem Kommentar "Kurzsichtig: DLV sägt sich den Ast ab, auf dem er selber sitzt" vom 02. Mai 2015. Allerdings ein äußerst schwacher bis gar kein Trost.

"Herminator" Albrecht schrieb ein Stück Leichtathletik-Geschichte

(Effeltrich/Krefeld, 05. Mai 2015) Nun hat auch die Werfer-Szene ihren "Herminator". Nicht, dass er gerade vom Himmel gefallen wäre. Immerhin hat er schon stramme 75 Jahre auf der Lebensuhr. Aber just in diesem Zusammenhang darf sich Hermann Albrecht (*06.04.1940) von der Spvgg Gröningen-Satteldorf rühmen ein kleines Kapitel in der Leichtathletik-Geschichte geschrieben zu haben. Denn er ist der erste europäische Hammerwerfer der M75, der die magische 50-Meter-Marke geknackt hat. Dies gelang dem 75-Jährigen im Rahmen eines Wurf-Fünfkampfes in Effeltrich. Im dritten und mithin letzten Versuch dieses Vielseitigkeitswettbewerbes wuchtete er das 4 Kilogramm schwere Gerät auf 50,20m und verbesserte dabei zugleich seinen bereits eigenen Europarekord (48,76m) vom Werfertag am 11. April 2015 in Crailsheim um beachtliche 1,44 Meter. Da sind die Hochspringer mit und ohne Stab besser dran, die ihre Bestmarken jeglicher Art scheibchenweise verbessern können. Ein Werfer muss es halt nehmen, wie es kommt. Hermann hat sich damit die eigene Messlatte sehr hoch gelegt. Sei in diesem Zusammenhang noch erwähnt, dass er auch in der M70 den Europarekord hält, aufgestellt am 03. Juli 2010 in Kevelaer mit 55,36 Meter. Dies belegt zudem, dass speziell in den oberen Etagen gemeinhin im ersten Jahr der neuen Altersklasse die Rekordernte eingefahren wird.

Ein bisschen Spaß muss sein beim friedlichen Wettstreit der Geschlechter

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Langenzenn/Krefeld, 03. Mai 2015)
„Ein bisschen Spaß muss sein“, verheißt uns ein Schlagertitel von Roberto Blanco aus dem Jahre 1972. Der dunkelhäutige Exil-Kubaner mit deutschem Pass machte den Song gewissermaßen zu seinem Lebensmotto. Aber der Ansatz ist ja auch gut und richtig. Spaß sollte der Mensch an den wesentlichen Dingen des Lebens schon haben. Nicht zuletzt bei der wichtigsten Nebensache der Welt, dem Sport. Sag(t)en sich auch die sprintenden Seniorinnen und Senioren des LAC Quelle Fürth. Sie werden bei den Kreismeisterschaften am kommenden Samstag in Langenzenn bei Fürth in einem Kampf der Geschlechter im friedlichen Wettstreit über 4 x 100 Meter gegeneinander antreten. Das sind einerseits Ingrid Meier, Sabrina Raich, Heike Schug, Kerstin Grunwald (zusammen 223 Jahre), andererseits Jörg Hofmann, Klaus Wucherer, Laszlo Müller, Dieter Krumm (261 Jahre). Da wird dem kugelstoßenden Hochspringer als Schlussmann eine ziemliche Last aufgebürdet. Aber Dieter ist ja durch den einwöchigen Trainingsaufenthalt in Latsch (Südtirol) gestählt und gestärkt.
Preise sind angeblich auch bereits ausgelobt: Gewinnen die Mädels, werden sie von der Krone der Schöpfung auf Händen einmal um das 400-m-Oval getragen (Proben sollen schon stattgefunden haben), tragen die Jungs den Sieg davon, werden sie von den Unterlegenen in einer Stretchlimousine der Marke Hummer zum Finale der Team-DM in den Wallfahrtsort Kevelaer am linken Niederrhein chauffiert. Vorsorglich sollte bei der Spritschleuder ein Tankwagen nebenher fahren. Doch beides dürfte bei dieser sehr ungleichen Wette vermutlich eher unter die eingangs erwähnte Devise fallen.
Schaun’mer mal, dann sehn mehr scho ist das passende Zitat von "Kaiser" Franz Beckenbauer dazu.