Der Sportirrtum: Fahrradergometer könne Leistungsfähigkeit bestimmen

(Köln/Krefeld, 21. Mai 2015) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ an. Mit seiner freundlichen Genehmigung werden wir in loser Folge diese Beiträge veröffentlichen, wobei wir aus Platzgründen gelegentlich den Sinn wahrende Kürzungen vornehmen. Das ist nunmehr das 66. Kapitel zu diesem Themenkomplex. A.H.
Viele von uns kennen das Prozedere beim Arzt. Die Leistungsfähigkeit wird mit einem „standardisierten“ Programm bei einem Belastungstest auf dem Fahrradergometer bestimmt. Dabei strampelt man gegen einen zunehmend schwerer werdenden Widerstand, bis einem die Puste ausgeht, die Herzfrequenz in ungeahnte Höhen schießt und die Arzthelferin den Test abbricht. Die jeweilige Leistung wird dabei in Watt gemessen. Nichtsportler erreichen Werte, die ungefähr zwei bis drei Watt pro Kilogramm Körpergewicht ausmachen. Profi-Radsportler schaffen kurzfristig bis zu 500 Watt. Dieser Test hat sich nicht nur für ärztliche Untersuchungen der Herz-Kreislauf-Funktionen als Standard entwickelt, sondern auch für fast alle Sportler, da er (vermeintlich) die Leistungsfähigkeit kontrolliert und misst. Generationen von Sportlern werden seither derartig „gequält“.
Bereits vor einigen Jahren wurde erkannt, dass dieser Weg nicht der richtige war. Denn nach wissenschaftlichen Studien erreichten die Probanden oftmals ganz andere Wettkampfergebnisse, als die Resultate beim Ergometer-Test vorausgesagt hatten. Letztlich ist nämlich die Funktion von Herz und Lunge nicht aussagekräftig genug, sind zusätzlich physische und mentale Merkmale für eine Leistung mitverantwortlich.
Fazit: Fahrradergometer sind zur Bestimmung der Funktion und Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge sowie eingeschränkt auch vom Stoffwechsel ein geeignetes Mittel. Doch die Testsituation muss der Anforderung der Sportart möglichst nahe kommen, um halbwegs verlässliche Werte daraus ableiten zu können.

Miete für Wurfanlage ist niedriger als übermittelt und dargestellt

(Düsseldorf/Krefeld, 20. Mai 2015) Nicht ganz so teuer wie uns übermittelt wurde und demzufolge von uns dargestellt ist das Paris am Rhein, die Landeshauptstadt Düsseldorf. Das mag in den feinen Geschäften der „Kö“, dem Prachtboulevard Königsallee durchweg zutreffen, nicht jedoch für das Sportamt der Metropole am Niederrhein. „Leider ist uns da in der Kommunikation untereinander ein grober Fehler unterlaufen“, räumt Gerhard Bruckhaus ein. „Die ersten beiden Stunden für die Wurfanlage kosten 40, jede weitere 20 Euro. Es dürfte auf einen Gesamtmietpreis von 80 Euro für die Veranstaltungsdauer von etwa vier Stunden hinauslaufen.“
Das kommt doch sehr viel moderater daher, ohne gleich ein Schnäppchen zu sein. Wenngleich wir unsere Hände getrost in Unschuld waschen können und lediglich die uns gemachten Angaben in dem vorherigen Beitrag "Ein kleiner Werfertag..." weitertransportiert haben, war uns gleichwohl an dieser Richtigstellung im Interesse aller Beteiligten gelegen. Hätten wird das also auch noch geklärt.

Dieses war der 3. Streich: Hermann Albrecht warf erneut Europarekord

(Mutterstadt/Krefeld, 19. Mai 2015) Kleiner Mann mal wieder ganz groß. Wenn Hammerwurf-Spezialist Hermann Albrecht (*06.04.1940) von der Spvvg Gröningen-Satteldorf sein Kommen angekündigt hat, sollten die Veranstalter vorsorglich ein Rekordprotokoll bereithalten. Der Ed-Burke-Bezwinger der Winterwurf-WM von 2012 im mittelfinnischen Jyväskylä ließ sich auch vorigen Samstag beim schon siebten diesjährigen Werfertag von Phoenix Mutterstadt nicht lumpen. Mit 50,64 Meter erzielte der „Herminator“ des Wurfs nach 48,76 und 50,20m nunmehr bereits seinen dritten Europarekord seit seiner erst sechswöchigen internationalen Zugehörigkeit zur M75. Der Satteldorfer macht es wie die Lausbuben Max und Moritz von Wilhelm Busch: Dieses war der x-te Streich und der nächste folgt sogleich. Zumindest war bislang darauf Verlass. Aber irgendwann wird auch bei ihm das Ende der Kletterstange erreicht sein. Lampis bleibt selbstverständlich am Ball respektive Hammer.
Über weitere nennenswerte Resultate dieses Meetings werden wir im Laufe des Tages im Fenster „Ergebnisse“ berichten.

Ein kleiner Werfertag als Pilotprojekt für weitere Unternehmungen

(Düsseldorf/Krefeld, 20. Mai 2015) Wer nicht auf einer vereinseigenen Anlage Veranstaltungen durchführt, und diejenigen sind bundesweit gewissermaßen handverlesen, der kann sein blaues Wunder erleben. Die passionierten Werfer Bernd Liebke und Gerhard Bruckhaus vom ART Düsseldorf machten sich zunächst unverdrossen ans Werk.
Doch die selbst ernannte Sportstadt Düsseldorf verlangt für die Wurfanlage im Arena-Sportpark neben der Leichtathletikhalle für die erste Stunde 80, für jede weiter 40 Euro. Die beiden bekamen erst einmal einen gehörigen Schluckauf. Dennoch ließen sie sich nicht entmutigen, richten am Samstag, 30. Mai 2015, an besagter Stelle als Pilotprojekt einen kleinen Werfertag aus.
Damit die Kosten zunächst einmal im überschau- und vertretbaren Rahmen bleiben,  um mit dem Bauch vor den Tisch zu kommen, sind zwei Wettbewerbe für die Altersklassen M/W 50 – 75 ausgeschrieben. Dies ist um 12 Uhr Hammerwurf, die Spezies kommt eh meist zu kurz, und ab 14 Uhr Diskuswurf.
Nun muss ihnen keiner die Bude einrennen, was dann wieder kontraproduktiv wäre. Aber so zwölf bis 15 Teilnehmer pro Wettbewerb wären der Sache als Mutmacher für weitere Unternehmungen sehr dienlich. Um Planungssicherheit für beide Parteien zu haben, bittet Lampis-Mitglied Bernd Liebke verständlicherweise um rechtzeitige Voranmeldung unter der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Noch ein redaktioneller Hinweis in eigener Angelegenheit: Das Fenster "Voll daneben" wurde mit drei neuen Beiträgen in den letzten sechs Tagen aktualisiert. Einfach mal 'reinschauen!

Kurt Kaschke erreichte beim Halbmarathonlauf nicht das Ziel

(Grosseto//Krefeld, 18. Mai 2015) Genügen wir der Chronistenpflicht, bringen wir zu Ende, was wir – einmal mehr exklusiv – begonnen haben. EMA-Präsident Kurt "Kuddel" Kaschke (*1955) aus Freudenstadt nahm gestern zum Abschluss der 14. Senioren-Europameisterschaften im Straßenlauf/-gehen in Grosseto (Italien) auch seine Meldung zum Halbmarathon wahr, erreichte jedoch nicht das Ziel. Hinter seinem Namen taucht in der Online-Ergebnisliste ein „DNF“ auf. Das ist die englische Abkürzung für „Did not finish“ und bedeutet, dass der Wettkampf nicht beendet worden ist. Da wir keinen O-Ton von ihm oder einem Zeitzeugen haben, kann nur darüber spekuliert werden, was ihn wann bewogen hat das imaginäre Handtuch zu werfen. Vielleicht war es auch einfach nur die spät gereifte Erkenntnis, dass er sich und der Senioren-Leichtathletik schlichtweg zuviel aufgebürdet hat (siehe auch gestrige Kolumne) und nicht mit einer völlig indiskutablen Zeit wie über 10 Kilometer in die Annalen eingehen wollte. Unter dem Strich eine weise Entscheidung.
Die trafen auch viele deutsche Starter/innen. Sie ließen sich durch die Drohgebärde des DLV in den Athleteninformationen nicht ins Bockshorn jagen und zum Kauf eines Trikots aus den beiden letzten Kollektionen zwingen. Das Aufmacherfoto in der Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetzseite zeigt mit fünf verschiedenen Versionen (sogar eine mit Bundesadler) bei acht Teilnehmerinnen einen kleinen Auszug aus der dargebotenen Vielfalt. Jetzt wäre in der Fußballersprache von einem kapitalen Eigentor die Rede. Und das ist gut so!