Zwölffacher Rekordhalter Herbert E. Müller wird heute 85 Jahre jung

(Grevenbroich/Krefeld, 12. November 2014) Aus diesem besonderen Anlass ist es sicherlich nicht unangemessen, ausnahmsweise einmal in die Latein-Kiste zu greifen. Zumal diese uralte Redewendung weithin auch denen bekannt sein dürfte, die nicht das kleine oder gar große Latinum vorweisen können: Mens sana in corpore sano. Die Übersetzung sei dennoch vorsorglich mitgeliefert: Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Falls es noch eines leibhaftigen Beweises bei einem Senioren-Leichtathleten im sehr fortgeschrittenen Leistungssportalter bedurft hätte, könnte der für die TSV Bayer Dormagen startende Herbert E. Müller (im Bild) aus Grevenbroich als Paradebeispiel dienen. Es ist kaum zu glauben, aber die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, dass der passionierte Sprinter bis Mittelstreckler heute sein 85. Lebensjahr vollendet. Gewissermaßen ein Dauerbrenner unter den Dauerrennern. Kostprobe gefällig? Der Wahl-Dormagener innerhalb der LAV Bayer mit der Schwester aus Uerdingen brachte in seinem ersten nationalen Jahr in der für ihn neuen Altersklasse M85 alle zwölf möglichen deutschen Laufrekorde auf den Flachdistanzen von 100 bis 3.000 Meter, Halle und Freiluft zusammen gerechnet, in seinen Besitz! Der ganz normale Wahnsinn. Einzigartig. Obwohl es verdammt lange gedauert hat und mehrmaliges Nachhaken erforderte, wurden sie noch pünktlich genug zu seinem Jubeltag auf leichtathletik.de eingepflegt.
Allerdings würde es dem ehemaligen Ingenieur für Elektrotechnik im Bayer-Konzern nicht gerecht, ihn auf sein mit großer Profession ausgeübtes Hobby auf den 400-Meter-Rundbahnen sowie 200-Meter-Hallenovalen dieser Sportwelt mit unzähligen Titeln und Medaillen bis hinauf zu Senioren-Weltmeisterschaften zu reduzieren. „Herbie“ ist nicht nur körperlich ungewöhnlich fit, sondern auch zwischen den Ohren. Dabei hält ihn obendrein Schach auf hohem Niveau wach. Wenn es um die Sache Leichtathletik geht, kann sein wacher Geist und scharfer Verstand noch sehr streitbar sein. Keine Spur von altersmilde, wenngleich mit der Weisheit des Alters mit feiner Klinge und nicht dem Säbel vorgetragen. Es mag an seinem studierten Beruf liegen, dass ihm, obwohl auf diesem Gebiet eingedenk der frühen Geburt zwangsläufig ein Spät- oder Seiteneinsteiger, auch im Internet keiner ein X für ein U vormacht. Da ist er, um im Bilde zu bleiben, ebenfalls fit wie (s)ein Turnschuh.
Ein kleines Manko hat er allerdings schon. Außer dem Interesse daran, hat er mit unserem Metier Stoß/Wurf nicht viel zu tun. Dass wir ihn dennoch an dieser Stelle würdigen, ist schlicht den Umständen geschuldet, dass er bekennender, regelmäßiger Leser von Lampis und mein außerordentlich geschätzter Sport-/Teamkamerad ist. Dass auch ich zu den 70 geladenen Gästen seiner Geburtstagsfeier am kommenden Samstag im „Sportlertreff“ des TSV Bayer in Dormagen gehöre, spielt dabei keine Rolle.
Den „Herzlichen Glückwunsch!“, lieber Herbert, bringe ich freilich bereits aktuell hier und jetzt zum Ausdruck. Und schicke ein wenig flapsig zum virtuellen Anstoßen ein „Mens sana in campari soda“ hinterher.

Redaktionelle Anmerkung (12:45 Uhr): Wenn auf etwas Verlass ist, dass auf den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) kein Verlass ist. Herbert E(rnst). Müller bedankt sich einerseits für die Laudatio, merkt jedoch andererseits an, dass er im Besitz von 13 deutschen Rekorden ist. Der von 16:48,20 Minuten über 3.000 Meter in der Halle vom 28. März 2014 in Budapest würde fehlen, seine schon eigenen, bei der Senioren-EM in Izmir verbesserten Freiluftrekorde über 200 und 400 Meter wären zudem bislang nicht aktualisiert worden. Hätten wir das auch geklärt.


Lampis schon vor dem Elften im Elften von Scherzkeks heimgesucht

(Krefeld und das Rheinland, 11. November 2014) Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Ein Blick auf das Datum lehrt, dass wir heute den Elften im Elften schreiben. Das wird jetzt nicht durchgängig der gesamten Nation etwas sagen. Helfen wir all jenen auf die Sprünge, die dabei vordergründig an Sankt Martin denken. Der 11.11. leitet die so genannte „Fünfte Jahreszeit“ ein, beginnt pünktlich um 11:11 Uhr im Rheinland und den anderen närrischen Hochburgen der Karneval. Ein bisschen Spaß muss schließlich in diesen durchweg ernsten, rings um uns herum unersprießlichen Zeiten auch sein. Ohne den Teufel an die Wand malen zu wollen, leben wir nicht auf einer Insel der Glückseligen. Ein wenig Terror spielt mitunter bis in die kleinsten Bereiche hinein. Erst gestern erfuhren wir von unserem „Webhoster“, keine Klitsche, sondern ein großes Telekommunikationsunternehmen, dass auf unsere vergleichsweise unbedeutende Netzseite ein Hackerangriff statt gefunden hat. Daten wurden beschädigt, möglicherweise sogar zerstört. Jetzt hat unser Netzwerkadministrator den Salat, muss in mühevoller Kleinarbeit die Viren löschen und etwaig unbrauchbare Dateien wieder rekonstruieren.
Da frage ich mich als kleiner, unbedarfter Anwender, der unser Internet-Portal von, aber nicht nur für Senioren-Werfer/innen zum Wohle unserer Spezies mit Informationen, Meinung, Klatsch und Tratsch füllen will, was haben diese „Hirntoten“ bloß davon? Scherze, über die alle lachen können, sehen jedenfalls anders aus. Aber leider ist es so: Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es seinem bösen Nachbarn nicht gefällt. Und Lampis hat, teilweise durchaus gewollt, nicht nur Freunde. Um nicht justiziable Fakten zu schaffen, lassen wir die Namen jetzt mal vorsorglich weg.

Zeitgeschichte: Fall der Mauer feiert heute ihr 25-jähriges Jubiläum

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Berlin/Krefeld, 09. November 2014)
Welch glückliche Fügung, dass das 25-jährige Jubiläum des Falls der Mauer auf einen Sonntag fällt. Das erleichtert die Feierlichkeiten ungemein, insbesondere am damaligen Ort der Handlung in Berlin, werden sie die Massen mobilisieren und elektrisieren. Wie damals 1989 – selbst am Bildschirm im heimischen Pantoffelkino. An das Gänsehaut-Erlebnis und Pipi in den Augen kann ich mich sehr gut erinnern. Genau wie an das andere „nine eleven“ (das ist jetzt eine kleine Beugung des Datums im Zusammenhang mit der Schreibweise im englisch-amerikanischen Sprachraum), was freilich auch erst 13 Jahre zurück liegt. Gemeint ist der perfide, heimtückische und hinterhältige Terroranschlag am 11.9.2001 auf die Twin Towers des World Trade Centers in New York, der mindestens 2.970 Menschen aus aller Herren Länder das Leben kostete. Da lag ich nahezu bewegungsunfähig mit einem tief sitzenden Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule im Bett und habe den Einschlag des zweiten Passagierflugzeugs „live“ auf dem Nachrichtensender n-tv gesehen. Erst habe ich gedacht, ich träume. Ein Alp- oder ein Albtraum. Eher beides zugleich.
Doch zurück zu dem schönen, wahr gewordenen Traum. Vielleicht nicht für alle 80,8 Millionen Bundesbürger, die Kinder davon abgezogen. Ewig Gestrige gibt es leider hüben wie drüben immer noch oder wieder. Bis in höchste, intellektuelle Kreise hinein, von denen es am wenigsten erwartet würde. Der Arbeiter-, Bauern- und Unrechtsstaat wird in der verklärten, indes völlig unrealistischen Rückschau nostalgisch verbrämt verniedlicht. Der aus der DDR zwangsweise ausgebürgerte Liedermacher Wolf Biermann machte es bei seinem spektakulären Auftritt vergangenen Freitag in der Gedenkstunde des Bundestages zum Mauerfall-Jubliläum deutlich. Die SED-Nachfolgepartie „Die Linke“ bekam gehörig ihr Fett weg. Das muss jetzt nicht alles wiederholt werden, zumal es in dem unter Biermann verlinkten Video zu sehen und hören ist. Was indes offenbart, dass 25 Jahre einig Vaterland 40 Jahre Diktatur, Bespitzelung, Gängelung und Einsperrung der Bevölkerung nicht aufwiegen konnten. Schlimmer noch: In Thüringen sind die altvorderen Betonköppe auf dem Weg das Bundesland in einer rot-rot-grünen Koalition zu regieren. Unglaublich, doch in diesem Falle leider auch wahr. Die „Bunte“ fordert den linientreuen „Vorzeige“-Linken Gregor Gysi, ein Wolf im Schafspelz, in ihrer Rubrik „Verlierer“ unmissverständlich auf: „Mensch Gysi, irgendwann ist Schluss mit dem Stuss, die DDR nicht als Unrechtsstaat zu bezeichnen.“ Der Mann scheint sehr vergesslich oder ungekrönter Weltmeister des Verdrängens zu sein. Da kann es sich mit der unverbesserlichen Margret Honecker die Hand geben. Wenngleich das hier kein grauseliger Wettbewerb werden soll, wird die Zahl der Grenz- und Mauertoten sowie die in DDR-Gefängnissen seelisch, moralisch und körperlich gebrochenen Freiheitskämpfer/innen die Opfer der genannten Terroranschläge in „Big Apple“  locker übersteigen.
Nicht, dass in der alten Bundesrepublik nur weiße Schafe unterwegs gewesen wären, ist mit dem jähen, glücklicherweise friedlichen Ende der bankrotten „Deutschen Dopingopfer Republik“ auch das flächendeckende, von Staats wegen verordnete Doping an insgesamt 15.000 (!) Athleten gestoppt worden. Für viele kam es zu spät. Erst kürzlich verstarb der Gewichtheber Gerd Bonk gerade mal 63-jährig an den Spätfolgen. Wiewohl auch das zur Aufarbeitung gehört, wollen wir kein allzu düsteres Bild zeichnen. Es sei allerdings noch erwähnt, dass die frühere DDR-Sprinterin Ines Geipel (*1960), selber ein Opfer, und heutige Professorin für Schauspielkunst in Berlin eine Beratungsstelle für Dopingopfer gegründet hat. 700 Ex-Sportler/innen haben sich bislang dort gemeldet.
Kommen wir zum versöhnlichen Schluss zu den unzählig vielen schönen Seiten der Wiedervereinigung. Unserem selbst gestellten Auftrag gemäß vor allem den Sport betreffend. Es gibt vordergründig kein gegeneinander mehr, sondern ein miteinander. Keinen Kampf der Systeme. Die gemeinsamen Leichtathletik-Meisterschaften in allen Altersklassen finden mal in den alten und mal in den so genannten neuen Bundesländern statt. Und seien wir mal knapp ehrlich: Gäbe des den Stand-by-Veranstaltungsort Erfurt in der Landeshauptstadt von Thüringen nicht, hätten vermutlich so manche Titelkämpfe, Halle wie Freiluft, der Senioren/innen nicht statt gefunden.
In diesem Sinne einen schönen Sonntag und eine friedfertige Jubelfeier! Wo auch immer? Nicht und doch zuletzt eine schaffens- wie erfolgreiche 46. Kalenderwoche!

Christian Welke wusste Rat um die Erreichbarkeit von Egger

(Forchheim/Melsungen/Krefeld, 10. November 2014) Nicht nur bei der einstigen Werbeikone Verona Pooth geborene Feldbusch, sondern auch „bei uns werden Sie geholfen“. Dabei entwickelte Diskuswerfer und Lampisaner Christian Welke (*1961) aus Forchheim einmal mehr sein außergewöhnliches Talent als Zielfahnder im Internet. Andere suchen – vergeblich, er findet. Konkret hatten wir in einem Beitrag vom 08.November 2014 für den ehemaligen Weltklasse-Diskuswerfer Alwin J. Wagner aus Melsungen in friedlicher Absicht nach Trainer Jean-Pierre Egger (*1943) aus der Schweiz gefahndet respektive dessen Erreichbarkeit auf welchem Wege auch immer. Christian W. aus F. wusste, wie schon im Vorjahr beim nach Australien ausgewanderten Hammerwerfer Hans-Martin Lotz (ehemals Hamburg), Rat mit allen möglichen Kontaktdaten zum Aussuchen. Das geben wir jetzt selbstverständlich nicht öffentlich als Art Selbstbedienungsladen weiter, haben aber logischerweise Alwin informiert. Der hat inzwischen bereits mit dem ihm von einem Länderkampf 1976 und anderen Anlässen persönlich bestens vertrauten Egger telefoniert, Erinnerungen ausgetauscht und sein Anliegen vorgetragen. Dabei geht es darum, dass Wagners 18-jähriger Paradeschützling Henri Alter, der nach dem Abitur in 2015 ein Auslandsjahr in Neuseeland plant, in Auckland bei Egger trainieren kann. Der Schweizer coacht, wie in der Szene bekannt, die neuseeländische Weltklasse-Kugelstoßerin Valerie Adams.

Auf Initiative von Rolf Griesberg plant Lampis Trainingstrip nach Südtirol

(Latsch/Auckland/Krefeld, 08. November 2014) Es wird häufig und sicherlich auch völlig zu Recht von Werfern/innen Klage geführt, dass so gut wie keine Fördermaßnahmen jedweder Art für die Ü-30-Generation angeboten werden. Wer gerne meckert, der muss auch handeln können, sagte sich unser Mitglied Rolf Griesberg (M60) vom Pulheimer SC. Er hat(te) die Idee, zunächst mal auf kleiner Flamme in Eigeninitiative einen - nennen wir ihn – Trainingsurlaub zur organisieren. Mittlerweile sind die Planungen in Zusammenarbeit mit Kugelstoßer und Lampis-Betreiber Axel Hermanns ein wenig weiter gediehen. Es soll mit neun Personen in einem Mini-Bus nach Ostern 2015 für sieben Tage vom 12. bis 19. April nach Latsch (Südtirol/Nord-Italien) gehen. Dort herrschen zu der Zeit gemeinhin günstige klimatische Voraussetzungen, und, nicht minder wichtig, die Trainingsbedingungen sowie das ganze Drumherum lassen keine Wünsche offen. Was für Doppel-Weltmeister David Storl (*1990) und Kugelstoß-Bundestrainer Sven Lang gut genug ist, sollte für Senioren zumindest knapp reichen.
Und noch eine gute Nachricht: Aufgrund über Jahrzehnte andauernde Kontakte und einem fast freundschaftlichen Verhältnis zu ihm konnte Hermanns den ehemaligen Weltklasse-Diskuswerfer Alwin Wagner (*1950) aus Melsungen als Coach für diese Maßnahme gewinnen. Der Olympiasechste von Los Angeles (Lebensbestleistung 67,80 m) kann aus einem reichen Fundus nicht nur als überragender einstiger Aktiver bis in den Seniorenbereich hinein, sondern auch als ehemaliger hessischer Landestrainer Wurf und aktueller Trainer „seines“ MT Melsungen mit sehr erfolgreichem Nachwuchs schöpfen. Noch sind einige freie Plätze an männliche Kugelstoßer/Werfer aus den Top Ten der deutschen Bestenliste zu vergeben. Bei Interesse einfach anrufen oder eine E-Mail senden (Daten siehe Fenster „Kontakt“).
Da wir gerade schon bei Alwin Wagner sind. Er ist wieder einmal auf der Suche nach einer bekannten Person in Ozeanien, was im Vorjahr mit Hilfe von Lampis bei dem von Hamburg nach Australien ausgewanderten Hammerwerfer Hans-Martin Lotz gelang. Diesmal wird der aus der Schweiz stammende Trainer Jean-Pierre Egger in friedlicher Absicht gesucht respektive seine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Egger dürfte sich vornehmlich in Auckland (Neuseeland) aufhalten, da er dort die Weltklasse-Kugelstoßer Valerie Adams (*1984) und Jacko Gill (*1994) unter seinen Fittichen hat.