DLV-Verbandsrat eliminierte die Hirngespinste von Frank O.Hamm

Kommentar

Unter uns gesagt

(Darmstadt/Krefeld, 17. November 2014)
Um es besonders plakativ und plastisch auszudrücken, sei die Bildsprache bemüht: Bei der Sitzung des DLV-Verbandsrats vergangenen Samstag in Darmstadt wurde in einer Operation am offenen Schädel das Hirngespinst namens „Team-DM Senioren“ eliminiert. Implantiert hatte es zuvor gegen große Widerstände nahezu aller Beteiligten DLV-Chefquerdenker Frank O(h). Hamm (im Bild). Nunmehr heißt es aufgrund des mehrheitlich sanktionierten Antrages des mächtigen Landesverbandes Bayern mit seinem Präsidenten Wolfgang Schöppe zurück zu den Wurzeln der guten, alten Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM). Allein die neue Bezeichnung blieb erhalten. Damit lässt sich leben. Der ganz andere geistige Dünnsch… mit Joker-(Poker)Ziehung, Cup-Wertung und Streichergebnis wurde indes entfernt.
Dies berichtet gestern in der „Oldiethek“ auf der Verbandsnetzseite die multiple Funktionärin Margit Jungmann (Rehlingen) unter Weglassen des Veranstaltungsortes (die fünf „W“ was, wo, wann, wer mit/gegen wen sollten Standard sein). Offen ließ sie freilich auch, was aus der Vorqualifikation der jeweils beiden bestplatzierten Teams des Vorjahres wurde. Auch das war Gegenstand des bayerischen Antrages. Wie Lampis aus gemeinhin gut unterrichteter, nicht genannt werden wollender Quelle erfuhr, wurde jedoch diese unsinnige Regelung ebenfalls gekippt. Per Saldo darf den um- und einsichtigen Delegierten des genannten Gremiums zu diesem geglückten Salto rückwärts gratuliert werden! Das Beileid für den eine herbe Schlappe erleidenden „Suppenkaspar“ (von wegen eingelöffelt zu haben) hält sich in Grenzen. Konkret: Es drückt sich vielmehr in einer unverhohlenen Schadenfreude aus und beinhaltet die vage Hoffnung, dass er bei etwaigen künftigen vorschnellen Beschlüssen nicht nur den PC, sondern anschließend auch das Gehirn einschaltet oder zumindest den Rat sach-/fachkundiger Dritter nicht in unsäglicher Arroganz und Ignoranz in den Wind schlägt.
Doch messen wir ihm nicht mehr Bedeutung bei, als er verdient. Freuen wir uns schlicht im Kollektiv über die Entscheidung, für die sich Lampis in mehreren Beiträgen (unter anderem am 03.09.2014)  stets vehement und unmissverständlich eingesetzt hatte. Und weil es so schön ist bei aller gebotenen Bescheidenheit letztlich recht behalten hat, dass diese Schnapsideen gewissermaßen gleich nach den Siegerehrungen der Team-Finals am 06.September 2014 in Essen auf dem unmittelbar neben dem Stadion „Am Hallo“ angrenzenden Friedhof begraben werden könnten.

Wurf-Fünfkampf: Lotte Leiß verbesserte eigenen Westfalenrekord

(Leichlingen/Krefeld, 16. November 2014) Klarer Fall, dass üblicherweise im November wettertechnisch keine Wunderdinge, von den bis zu 24 Grad vom 01. des Monats einmal abgesehen, erwartet werden dürfen. So standen die nachgeholten Offenen NRW-Winterwurfmeisterschaften vom 12. Januar 2014 gestern im Sportzentrum Balker Aue in Leichlingen (Bergisches Land) unter dem Motto „Nur die Harten kommen in den Garten“. Ein trister, grauer, bewölkter Himmel bei zeitweisem Nieselregen am Vormittag drückte aufs Gemüt und trieb die Ausfall- sowie Abmeldequote selbst noch vor Ort über das gewohnte Maß von etwa zehn Prozent hinaus. Immerhin war der Regen mit um die zehn Grad einigermaßen temperiert. Dennoch ließ sich manch eine/r nicht verdrießen, zeigte sich wetterfest, abgebrüht gegen sich selbst und noch in bemerkenswerter Spätform, wo andere schon das Wintertraining aufgenommen haben. Allen voran Lotto Leiß (*1932) vom TV Borghorst, die im Rahmenwettbewerb Wurf-Fünfkampf (nur mit Diskus, Speer und Hammer ging es um Meisterehren) mächtig auftrumpfte und die absolut beste Tagesleistung bot. Die 82-jährige „Grand Dame des Wurfs“ verbesserte ihren eigenen zwei Jahre alten Westfalen-Rekord der W80 (4.124 Punkte), der bis März 2014 sogar deutscher Rekord war, um fast 200 Zähler auf 4.319 Punkte. Damit entschied sie obendrein die inoffizielle All-Star-Wertung aller 14 von ursprünglich 19 gemeldeten Mehrkämpfer/innen knapp vor dem amtierenden deutschen M-65-Meister Klaus Kynast (4.306) vom ASC Dortmund für sich. Grandios!
Vorab geht es hier zu den Resultaten. Später erfolgt noch ein ausführlicherer Bericht im Fenster „Ergebnisse“.

Zeitplan für die morgigen NRW-Open im Winterwurf wurde geändert!

(Leichlingen/Krefeld, 14. November 2014) Winterwurf-Meisterschaften im Herbst. Das ist ein Novum. Das Sportamt der Stadt Düsseldorf machte es möglich, das im vorauseilenden Gehorsam die Außenwettbewerbe zu den Offenen NRW-Hallenmeisterschaften der Senioren/innen am 12. Januar 2014 wegen etwaiger Schneefälle aus Sicherheitsgründen nicht zuließ. Unnötig, wie sich herausstellte. Aufgeschoben, ist nicht aufgehoben, versprachen unisono der gastgebende Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) in Duisburg und seine Senioren-Wettkampfsportwartin Gisela Stecher aus Grevenbroich. Dieser Nachholtermin findet in Kooperation mit dem Leichlinger TV nun morgen ab 10 Uhr im Sportzentrum Balker Aue in Leichlingen nahe Leverkusen statt (wir berichteten mehrfach). Die wichtigste Meldung vorweg: Der Zeitplan wurde in einigen männlichen Altersklassen sowie Disziplinen geändert und den aktuellen Meldezahlen angepasst. In dieser Hinsicht gab es auch noch einen kleinen Nachschlag. Nunmehr sind es 93 Gemeldete (zuvor 89) mit insgesamt 231 Starts (225). Eingedenk der Tatsache, dass von der M/W 30 bis 40 ziemlich tote Hose herrscht, ein sehr beachtliches Ergebnis.
G
ehen wir ein wenig ins Detail, ohne gleich alle je elf Klassen und jeweils sechs Konkurrenzen (bei Diskus, Speer und Hammer geht es um Meisterehren, Kugel, Gewichtwurf und Wurf-Fünfkampf sind als Rahmenwettbewerbe ins Programm genommen worden) zu beleuchten. Die quantitativ und qualitativ bestbesetzte Altersklasse ist die M65 mit je neun Gemeldeten bei Kugel, Diskus, Hammer, Gewichtwurf und acht im Speerwurf. Das sind in der Quersumme (44) fast so viele wie in der M/W 30 – 45 zusammen genommen (45). Völlige Fehlanzeige in der M30 und W55.
Noch ein bisschen Fleisch an die Knochen, sprich: klangvolle Namen der Szene. Wobei diese Aufzählung ebenfalls keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, zudem stellt die Reihen- mitnichten eine Rangfolge dar und nimmt schon gar keine Rücksicht auf die aktuelle Verfassung. Das schönere Geschlecht zuerst genannt: Wilma Jansen, Bianca Overkamp, Jutta Steinhanses-Kordt und Lotte Leiß. Senioren: Johann Stein, Ralf Unger, Herbert Mussinghoff, Klaus Kynast, Hermann Huppertsberg, Hans Josef Weitz, Gerhard Tilmann, Heinrich Wolters - und ganz bewusst zu guter Letzt der weltweit erfolgreichste noch aktive Werfer Peter Speckens (im Bild). Sei nochmals erwähnt, dass die außer Konkurrenz startenden Jan Titulaer und Frans Klep (beide M65) von Swift Atletiek Roermond/NL der Veranstaltung einen Hauch internationales Flair verleihen.

Sportler des Jahres: Schafft Diskuswerfer Robert Harting den Hattrick?

(Baden-Baden/Krefeld, 15. November 2014) Es darf wieder gewählt werden. Jedenfalls unter den rund 3.400 berufsständisch im VDS organisierten Sportjournalisten hier zu Lande. Gesucht werden wie alle Jahre wieder zur Vorweihnachtszeit die Sportler des Jahres bei den Männern, Frauen und Mannschaften, diesmal anno 2014. Die Proklamation findet am 21. Dezember 2014 vor 700 geladenen Gästen aus Sport, Politik, Wirtschaft, Kunst, Kultur, Hochfinanz, Film und Fernsehen, kurz: den betuchten und bepelzten Promis dieser Republik, bei einer Gala im Kurhaus zu Baden-Baden statt. Wer tief in die Geldbörse greift, kann auch als Otto Normalverbraucher oder Lieschen Müller mal über den  „Roten Teppich“ flanieren und der bereitstehenden Fotografenschar Fragezeichen in die Augen drechseln („Wer ist das denn?“). Das ZDF, mit dem man angeblich besser sieht, aber beim Sport meist ordentlich was auf die Ohren bekommt, überträgt diese glamouröse Veranstaltung live.
Die Internationale Sport-Korrespondenz (ISK) und der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) haben inzwischen die nicht bindenden Vorschlagslisten in den drei Kategorien herausgegeben. Es sind jeweils fünf Kandidaten von Platz 1 bis 5 zu benennen, die absteigend von fünf Punkten bis zu einem Zähler erhalten. Die etwa 1.300 Fach-Journalisten der schreibenden und sprechenden Zunft, die sich gemeinhin beteiligen, haben diesmal die Qual der Wahl der ganz anderen Art. Einmal  abgesehen von der Mannschaft des Jahres, wo der Fußball-Weltmeister Deutschland sich mit vermutlich lange nicht da gewesener Dominanz in einer eh Kicker-affinen Medienwelt durchsetzen wird, fehlen in einem Jahr ohne Olympische Sommerspiele die ganz schillernden Figuren. Da scheint es sogar möglich, dass ein Mannschaftssportler die Einzelkrone holt. Das gab es in der bis 1947 zurück reichenden Historie trotz einer „Lichtgestalt“ wie Franz Beckenbauer erst einmal mit Bastketballer Dirk Nowitzki für das Jahr 2011. Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm oder Manuel Neuer wären denkbare Anwärter, die diese sonstige Phalanx der Solisten durchbrechen könnten. Falls nicht, schafft Diskuswurf-Allesgewinner Robert Harting (*1984) vom SCC Berlin nach 2012 und ’13 womöglich den Hattrick. Das gelang bei den Männern noch keinem, bei den Frauen lediglich der legendären Tennis-Ikone Steffi Graf von 1986 bis ’89 sogar viermal in Serie.
Wer Spaß hat, einfach für sich mit machen und eine eigene Hitliste aufstellen. Das gestaltet das Zuschauen vor dem Pantoffelkino viel interessanter. Ähnlich wie beim Pferderennen, wo es sich ohne Tippschein auch nicht mitfiebern lässt.

Lampis nunmehr seit fünf Jahren als Interessenvertretung im Netz

(Erkelenz/Baarlo/Krefeld, 13. November 2014) Es ist kein epochales Ereignis, weshalb die Lanxess-Arena in Köln (Fassungsvermögen 18.000 Besucher) angemietet werden müsste. Doch es erfüllt die Macher schon ein bisschen mit Stolz, dass Lampis nunmehr seit fünf Jahren Dienst an der und für die Senioren-Leichtathletik mit Schwerpunkt Stoß/Wurf leistet. Gerade in dieser schnelllebigen Zeit der Online-Medienwelt, wo Internetportale in rasanter Abfolge kommen und gehen. Es sei nur daran erinnert, dass masters-sport (Annettes Seiten), die Mutter aller unabhängigen Leichtathletik-Seiten für Senioren/innen, und das mit großem Ballyhoo an den Start gegangene SELAnetz längst von der Bildfläche verschwunden sind respektive nicht mehr gepflegt werden.
Bei Lampis ist die Zeit natürlich auch nicht stehen geblieben. Einst Mitte November 2009 von Gründervater Peter Holthuijsen (Erkelenz), Jan Titulaer, Henk van Bakel (beide Baarlo/NL) und Axel Hermanns (Krefeld), allesamt selber Werfer, in Erkelenz bei Mönchengladbach aus der Taufe gehoben, ist der Letztgenannte mittlerweile Betreiber und Alleinunterhalter in Personalunion. Dadurch musste auch die eigenständige Version in niederländischer Sprache abgekoppelt werden. Glücklicherweise gibt es einige Gastautoren, die gelegentlich eine andere Sprachfärbung deutscher Zunge ins Spiel bringen und nicht zuletzt ihre eigene Sicht auf die Dinge.
Wenngleich es jetzt ein wenig nach Eigenlob riecht, aber durch unzählige positive Rückmeldungen genährt wird, hat sich unser Portal weit über die Werferszene hinaus einen hervorragenden Ruf als Interessenvertretung für die Ü-30-Generation erworben. Dass nicht von überall donnernder Applaus zurückhallt, liegt in der Natur der Sache. Die inzwischen regelmäßig im Schnitt weit über 1.000 Besucher täglich (Rekord 1.433 am 03. Oktober 2014) sind für unser Nischenengagement eine prima Einschaltquote, die Ansporn ist, in diesem Stile mit Informationen, Kommentaren, Glossen, Klatsch und Tratsch weiterzumachen. Auch auf die kalkulierte Gefahr hin, dass es nicht immer allen gefällt – und gefallen soll. Das Feld, weich zu spülen und zu verharmlosen überlassen wir herzlich gerne anderen. Wer indes klar und mutig Stellung bezieht, wie wir es immer wieder unverdrossen getan haben und tuen werden, der wird beinahe zwangsläufig irgendwo und bei irgendwem anecken. Da sei Berlins scheidender Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit zitiert: „Und das ist gut so.“ Obwohl er das in einem ganz anderen Zusammenhang gemeint hat.