Viel Prominenz gibt sich beim 3. Stendaler Hanse-Cup ein Stelldichein

(Stendal/Krefeld, 26. Mai 2015) Adel verpflichtet. Klasse ebenfalls. Der Stendaler Hanse-Cup (SHC) erlebt am kommenden Wochenende erst seine dritte Auflage und hat sich doch schon weit über die Landesgrenzen von Sachsen-Anhalt hinaus einen ausgesprochen klangvollen Namen erworben. Denn durch absolute Spitzenleistungen geadelt wurden sowohl die Premiere 2013 als auch das Meeting im Vorjahr durch die Weltrekorde im Siebenkampf sowie über 200 Meter der Kanadierin Christa Bortignon (W75) und von „Stabi“ Wolfgang Ritte vom SC Bayer 05 Uerdingen im Zehnkampf der M60. Das sind Markenzeichen, die für Einladungen den Briefkopf des veranstaltenden Stendaler LV’92 schmücken würden, andererseits die Messlatte enorm hoch gelegt haben.
Ein ansehnliches Teilnehmerfeld von 15 Siebenkämpferinnen und 20 Zehnkämpfern wird sich nächsten Samstag/Sonntag daran versuchen, den eigenen und den Ruf der rührigen Organisatoren im Stadion mit dem Furcht erregenden Namen „Am Galgenberg“ zu mehren. Durch Christian Herbst und Thomas Ritte vom SC Bayer ist erstmals mit „Jugend forscht“ auch die M35 repräsentiert. Ex-Europameister Thomas Stewens (M45) vom TV Bad Vilbel tritt erstmals nach langer Verletzungspause wieder an. Mit dem Norweger Knut Henrik Skramstad (M75) kommt auch der Sympathieträger der beiden ersten Auflagen abermals in die Hansestadt.
In den Starterlisten der Siebenkämpferinnen stehen so international erfolgreiche Seniorinnen wie Christina Bösch, Angela Müller, Sigrid Böse und W-60-Europarekordlerin Ulrike Hiltscher. Besonders gespannt ist man auf die Vorstellung der Niederländerin Weia Reinboud in der W 65. Als „jüngste“ Starterin in dieser Altersklasse hat die frisch gebackene Hochsprung-Weltrekordlerin (1,38m) nicht mehr und nicht weniger als den Weltrekord im Siebenkampf (6.211 Punkte) der Österreicherin Marianne Maier im Visier. Bei Wolfgang Ritte hatte 2014 der Weltrekord auf Ansage funktioniert.
Neu im Programm des SHC sind die 1. Internationalen Altmark-Meisterschaften der Senioren/innen in den Einzelwettbewerben, die bereits Freitag über die sportliche Bühne gehen. 37 Männer und 17 Frauen haben ihre Meldungen dafür abgegeben. Die Weltrekordler Wolfgang Ritte (M60) und Lokalmatador Lothar Huchthausen (M80) von der LG Altmark sind hier fraglos die prominentesten Solisten (alle Teilnehmer/innen unter
www.slv92.de).
Interessant wird auch eine Gesprächsrunde sein, die vom EVAA/EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin (Ahlen), LVP-Vizepräsident Dieter Tisch (Ludwigshafen) und Cup-Inititator Siggi Wille (Stendal) am Sonntag geleitet wird. Dabei wird es in erster Linie um Perspektiven der Senioren-Leichtathletik, aber auch um die Zukunft des Hanse-Cups gehen. Dies zudem unter dem Aspekt, dass der DLV die Deutschen Senioren-Mehrkampfmeisterschaften wegrationalisieren will. Armes Deutschland! Rein leichtathletisch betrachtet.

DLV wurde es zu mulmig: Außerordentliche Sitzung des Verbandsrates

Kolumne

Das Wort zum Pfingstmontag

(Darmstadt/Krefeld, 25. Mai 2015)
Schön, dass wir wieder einmal zum dramaturgisch richtigen Zeitpunkt den Finger in die Wunde gelegt haben. Zugegebenermaßen war das nicht allein unser Verdienst, hat womöglich die Rechtsanwaltskanzlei Eckert & Wisser ganz bewusst ihre Veröffentlichung zum vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) geplanten Finisher-Euro an diesem Tag platziert (wir berichteten). Denn just an Pfingstsamstag hatte der DLV seine 20 Landesfürsten zu einer Außerordentlichen Sitzung des Verbandsrates gebeten. Unter Tagesordnungspunkt 4 stand das Thema „Gebühren“ auf der Agenda. Es darf gemutmaßt werden, dass den Verantwortlichen aufgrund des allenthalben und allerorten auftretenden Widerstandes der Allerwerteste gehörig auf Grundeis geht. Wenngleich DLV-Chef Clemens Prokop als Präsident des „Königlich Bayrischen Amtsgerichtes“ in Regenburg nicht mehr im operativen Tagesgeschäft tätig ist, muss er als studierter Jurist, ehemaliger Richter und Staatsanwalt wissen, dass diese „neue Erfindung“ zur Mehrung der klammen Kasse rechtlich auf tönernen Füßen steht. Und das ist noch höchst zurückhaltend formuliert.

Juristen einhelliger Meinung


Die Kanzlei Loeper & Partner in Neubrandenburg kommt auf Anfrage des Leichtathletik-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern in ihrem detaillierten, ausführlich begründeten sechsseitigen (!) Antwortschreiben vom 12.März 2015 gleichfalls zu dem Ergebnis, dass die vorgesehene Finisher-Gebühr rechtswidrig sei/wäre. Kaprizieren wir uns auf das fünf Punkte umfassende Fazit:
1
. Eine gesetzliche Grundlage für die Erhebung der Finisher-Gebühr existiert nicht.

2. Den Regeln des DLV sind nur seine Mitglieder unterworfen. Nichtmitglieder, insbesondere kommerzielle Anbieter, unterliegen nicht der Satzungsgewalt des DLV.

3. Der Beschluss des Verbandsrates des DLV zur Erhöhung der Finisher-Gebühr ist gegenüber den Sportvereinen nicht wirksam, sondern bedarf noch einer Umsetzung durch einen entsprechenden Beschluss der Landesverbände.

4. Die Einführung einer Genehmigungspflicht für sämtliche Volks- und Straßenläufe mit einer Finisher-Gebühr von 1€ verstößt gegen das Verbot der wesentlichen Pflichtenmehrung und bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Zustimmung jedes betroffenen Mitglieds.

5. Die geplante Finisher-Gebühr stellt eine unzulässige Ungleichbehandlung gegenüber den Veranstaltern von Stadionwettkämpfen dar und dürfte gegen das Kostendeckungsprinzip verstoßen.

Wer nicht mit der Zeit geht, wird mit der Zeit gehen (müssen)


Ganz
bewusst haben wir bis heute mit unserem Nachschlag zur Sache abgewartet. Doch wie bei der Service- und Kommunikationswüste DLV richtig angenommen, hält er auf seinem Interportal die Angelegenheit erstmal (?) hübsch unter der Decke. Dass ist die typische Vorgehensweise der (un-)verantwortlich handelnden Personen durch Unterlassen eine stets heile (Verbands-)Welt vorgaukeln zu wollen, die es in Wirklichkeit selbstverständlich nicht gibt. Und was macht der aus dem Läuferlager kommende Senioren(ver)sprecher mit dem eigentlich verpflichtenden Nachnamen eines Götterboten? Richtig geraten: er wählt auch das Drei-Affen-Prinzip, schweigt sich auf seiner Verharmlosungsnetzseite linientreu aus, als habe er EMA-Präsident Kurt Kaschke gleich eine Verpflichtungserklärung unterschrieben, stets zum Wohle des DLV zu agieren. Wer nicht mit der Zeit geht, wird mit der Zeit gehen (müssen). Trifft für beide Letztgenannten und auch Prokop zu.
In diesem Sinne noch einen schönen Pfingstmontag und eine gedeihliche verkürzte 22. Kalenderwoche!

DLV kann sich bei beabsichtigter Laufmaut nicht auf OLG-Urteil berufen

(Eching/Darmstadt/Krefeld, 23. Mai 2015) Mit heutiger Mail von 13.41 Uhr erreichte uns ein Rundschreiben von Dr. Ralf Eckert, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht von der Kanzlei Eckert & Wisser in Eching bei München, das sich in der vom DLV beabsichtigten, höchst umstrittenen Laufmaut an Journalisten, Medienvertreter, Redakteure, Vereinsvertreter und Veranstalter wendet. Da es sicherlich nicht längst alle erreicht, und das sind letztlich auch Aktive, die zur Kasse gebeten werden sollen, geben wir den Text gerne nachfolgend im ungekürzten Wortlaut weiter:  
Immer wieder wird berichtet, dass nach einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf die „Laufmaut“ zulässig sein soll. Hierzu erlauben wir uns Folgendes klar zu stellen: Ein solches Urteil existiert nicht! Es gibt allein einen Kostenbeschluss des 1. Kartellsenats des OLG Düsseldorf vom 02.April 2013 nach § 91a der Zivilprozessordnung (ZPO) aus dem Bereich des Triathlonsports. Beschlüsse nach § 91a ZPO sind nur „minderes“ Recht, da schwierige Rechtsfragen im Rahmen dieser Entscheidung nicht abschließend geklärt werden müssen. Aus diesem Grund war ein Rechtsmittel in Form einer Rechtsbeschwerde zum Bundesgerichtshof nach der OLG-Entscheidung aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Die Fehlentscheidung des OLG Düsseldorf war damit endgültig.
Dass es sich nicht nur um eine falsche Entscheidung des OLG Düsseldorf, sondern um eine krasse Fehlentscheidung handelt, die unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt zu vertreten ist, und damit die Definition einer Willkürentscheidung nach dem Bundesverfassungsgericht  erfüllt, haben Eckert/Wisser in ihrem Beitrag  „Maut fürs Laufen“ dargelegt, der Anfang Mai  in der renommierten rechtswissenschaftlichen Fachzeitschrift „Wirtschaft und Wettbewerb 2015, Seite 480 -489“ veröffentlicht wurde (online einzusehen unter dem folgenden Link: http://www.wuw-online.de/Content/dft,457,WUW_150480A ). Fazit: der DLV kann sich nicht auf die Entscheidung des OLG Düsseldorf vom 02.04.2013 berufen, um eine Finisher-Abgabe in Höhe von einem EURO gegenüber den Veranstaltern von Laufveranstaltungen zu erheben.
In Vorbereitung ist der Artikel „Maut fürs Laufen III“.  Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage, ob die „Laufmaut“ gegenüber den Verbandsmitgliedern, also gegenüber den Veranstaltervereinen, wirksam beschlossen wurde. Auch diese Frage ist rechtlich eindeutig zu verneinen. Nach zwingendem Vereinsrecht und der vom Bundesgerichtshof ergangenen Rechtsprechung zur Wirksamkeit von Beschlüssen, die eine wesentliche Pflichtenmehrung von Vereinsmitgliedern vorsehen, bedarf es zur bundesweiten Umsetzung der „Laufmaut“ innerhalb des Verbandes  einstimmiger Beschlüsse der Mitgliederversammlungen aller 20 Landesverbände/Mitglieder des DLV. Die Veranstaltervereine haben einstimmig zu bestimmen und zu beschließen, welche Beiträge sie an ihren Landesverband/DLV abzuführen haben. Mehrheitsbeschlüsse reichen hierbei nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht aus!“

Norbert Demmel steigerte Uralt-Rekord im Wurffünfkampf um 22 Punkte

(Dingolfing/Krefeld, 24. Mai 2015) Mit einem Schönwetterabschnitt wurden die Leichtathletik-Senioren/innen im ansonsten verregneten Niederbayern gestern beim Pfingst-Wurf-Fünfkampf in Dingolfing verwöhnt. Insbesondere der schon mit prächtiger Frühform auf sich aufmerksam machende einstige Klasse-Zehnkämpfer Norbert Demmel vom TSV Unterhaching wusste die Gunst der Stunde(n) mit einem neuen deutschen Rekord in der Altersklasse M50 zu nutzen. Der 52-jährige Linkshänder steigerte die fast 23 Jahre alte nationale Bestmarke von Klaus Liedtke (*1941) aus Lünen in Westfalen, die er am 04.Juli 1992 bei der Senioren-WM im japanischen Miyazaki aufgestellt hatte, denkbar knapp um 22 Zähler auf 4.398 Punkte. Seine Einzelleistungen: Hammer 46,32, Kugel 15,29, Diskus 52,21, Speer 49,26 und Gewichtwurf 18,43 Meter.
Auch darüber hinaus gab es einige sehr ordentliche Resultate. Hammerwurf-Spezialist Viktor Hansen vom gastgebenden TV Dingolfing entschied mit 3.783 Punkten die M55 für sich. Derweil setzte sich in der M60 der „gelernte“ Speerwerfer Walter Kühndel (ebenfalls TVD) ein wenig überraschend gegen den amtierenden Fünfkampfmeister Hubert Berger vom TSV Schwabmünchen mit 3.834 zu 3.714 Punkten durch. Die für die LG 90 Ebersberg-Grafing startende gebürtige Belgierin Margarethe Tomanek häufte in der W65 die Schnapszahl von 4.444 Punkten an. Dabei holte sie allein mit Hammer und Wurfgewicht, ergo lediglich 40 Prozent der Disziplinen, mit 2.315 Zählern mehr als die halbe Miete. Aber da können wir uns die Finger wund schreiben, dass dieser Vielseitigkeitswettbewerb der Werfer extrem „hammerwurflastig“ ist.
Noch eine gute Nachricht: Der BLV und der DLV haben es in diesem Jahr tatsächlich geschafft, getrennte Termine für diese Titelkämpfe zu finden. Die Bayern freuen sich schon darauf, wieder mit dem „Rest der Republik“ gemeinsam antreten zu dürfen.
Alle Ergebnisse aus Dingolfing unter diesem Link.

Team-DM: Bernhard Riedel hat eine DAMM-Rangliste erstellt

(Hamburg/Darmstadt/Krefeld, 22. Mai 2015) Für die vielen Freunde der Keimzelle der leichtathletischen Senioren-Bewegung, der Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM), jetzt Team-DM Senioren, sei auf einen Beitrag in der „Oldiethek“ der Verbandsnetzseite zu diesem Thema hingewiesen. Wenngleich natürlich nicht auf dem eigenen Humus des dortigen Verfassers gewachsen, wird im Anhang zumindest netterweise eine Rangliste per Stand 17.Mai 2015 veröffentlicht. Diese Fleißarbeit stammt vom rührigen Hamburger Seniorenwart Bernhard Riedel, einem engagierten Befürworter der DAMM in seiner nun wieder herkömmlichen Form. Sie kann, das liegt in der Natur der Sache, keinen Anspruch auf absolute Vollständigkeit erheben. Gleichwohl dürfte sie eine halbwegs verlässliche Richtschnur für jene Teams darstellen, die in ihrer Altersklasse noch einen Platz der maximal je besten sechs Vereine/Startgemeinschaften für das Bundesfinale am 05.September 2015 im niederrheinischen Wallfahrtsort Kevelaer zur Prozession der etwas anderen Art ergattern möchten. Noch bis 30.Juni 2015 besteht die Möglichkeit zur Qualifikation. Alle Messen sind mit Sicherheit noch nicht gelesen. Denn in einigen Klassen geht es ziemlich eng um den „letzten Platz an der Sonne“ (Rang sechs) zu. Derweil in der M30, W30 sowie 60 bislang weniger als sechs und in der W70 überhaupt keine Bewerber ihre Visitenkarte abgegeben haben.