"Mister Leichtathletik" Dieter Massin erfüllte sich einen Traum

(Ahlen/Krefeld, 05. September 2021) Wer rastet, der rostet. Der Spruch aus Volkes Mund könnte für ihn erfunden worden sein. Der Mann hat 80 Jahre auf der Lebensuhr und ist noch kein bisschen müde. So es überhaupt noch eines neuerlichen Beweises für diese These bedurft hätte, trat ihn „Mister Leichtathletik“ Dieter Massin (*14.11.1940) aus Ahlen in Westfalen aktuell abermals an. „Ein Traum ging in Erfüllung“, sagte uns der 80-jährige Tausendsassa. „Eine monatelange Arbeit ist vorbei, das Ahlener Sportarchiv und Sportmuseum wurde gestern offiziell eröffnet und seiner Bestimmung für interessierte Besucher übergeben.“
Ehe wir hier eine Doublette fahren, verweisen wir auf einen heutigen umfangreichen bebilderten Artikel in der Sonntagsausgabe der „Westfälischen Nachrichten“.

Kugelstoßer Andreas Deuschle tauscht Sporthose mit dem Schottenrock

(Nürtingen/Krefeld, 04. September 2021) Wer zur großen Werfer-Familie gehört, gerne auch Andersgläubige, in oder um Nürtingen seine Lebensmittelpunkt hat oder immer schon mal vorhatte der sehenswerten Mittelstadt etwa 30 Kilometer südöstlich von Stuttgart einen Besuch abzustatten, der kann Kugelstoß-Spezialist Andreas Deuschle (*11.02.1968) einmal in anderer Rolle erleben: In einem Rock gewandet. Ehe Missverständnisse von Travestie-Show aufkommen, die allerdings bei diesem kolossalen leibhaftigen Monument nicht naheliegend sind,– einem Schottenrock in traditionsreicher sportlicher Ausübung der etwas anderen Art. Der 53-jährige Württemberger ist morgen (Beginn 10.30 Uhr) Mit-Organisator und Zugpferd zugleich bei den 12.Nürtinger Highland Games auf dem Sportgelände des SV Hardt. Diesmal wieder mit Zuschauern, einem Musik-Truck und Bewirtung. Kurzum: Zünftig und diesem über 1.000 Jahre alten Sport angemessen, der in den schottischen Highlands seinen Ursprung nahm. Für den Lokalmatador pflegt das Heimspiel besondere Motivation zu sein. Selbst ohne stimulierendes Publikum am Randes des Geschehens stellte er im Vorjahr zwei Weltrekorde bei den Masters M50 auf.

Wahlkampf im etwas anderen feinen Zwirn das wär's doch
 
Losgelöst davon hat dieser Schwerathlet und von Geburt wahre 68er eine interessante Vita. Seine sportliche Wiege war eingedenk der körperlichen Voraussetzungen mit dem Kugelstoßen gewissermaßen vorgezeichnet. Dort wurde er 1989 deutscher Junioren-Meister und 1990 Militär-Weltmeister, brachte es auf eine Lebensbestleistung von 19,17m mit dem 7,26-kg-Gerät und war bis kurz in die M45 (16,82m) hinein im Ring aktiv.
Danach wandte sich der urige Typ mit dem schulterlangen Haupthaar (siehe Foto) mit wachsendem Erfolg dem folkloristischen schottischen Brauchtum zu. Die 6-Kilo-Kugel bei der M50 (BL bisher 15,68m) animierte ihn im Jahr 2018, fortan zweigleisig zu fahren. Im richtigen Leben ist er selbständiger Versicherungsmakler und politisch engagiert. Deuschle hat als Mitglied der CDU Sitz und Stimme im Stadtrat seines Heimatortes mit rund 40.000 Einwohnern. Nicht überliefert ist uns, ob er momentan bei öffentlichen Auftritten des Wahlkampfes im herkömmlichen feinen Zwirn oder im Schottenrock agiert. Das wäre jedenfalls ein Aufmerksamkeit erzeugender veritabler Hingucker.
Bleibt uns noch ein gutes Gelingen bei allen Vorhaben zu wünschen! Politisch stehen die Sterne allerdings mit dem „Bremsklotz“ Armin Laschet als Kanzlerkandidaten nicht besonders günstig, wie er selber in einem kurzen Meinungsaustausch mit dem Verfasser dieser Zeilen befürchtet.
Ein unterhaltsames, knapp zweiminütiges Video zeigt Deuschle in Wort und bewegten Bildern – auch im Schottenrock.

Bayern das gelobte Land der Senioren-Leichtathletik - inklusive DAMM

(Wendelstein/Krefeld, 02. September 2021) Gut zu wissen, dass wenigstens der bayrische Löwe auch in diesen vermaledeiten Zeiten von Corona noch brüllt. Es ist übrigens nicht Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gemeint, der von der Schwesterpartei CDU (Lasch > Lascher > Laschet) verhinderte Kanzler-Kandidat. Nein, vielmehr die Senioren-Leichtathletik (SeLa). In dieser Hinsicht darf Bayern getrost als das gelobte (Bundes-)Land bezeichnet werden. Es fanden/finden in 2021 alle gängigen Meisterschaften der Ü30-Generation statt, inklusive der Keimzelle der Seniorenbewegung in der Leichtathletik – der guten alten Deutschen Mannschafts-Meisterschaft (DAMM). Das Landesfinale steht morgen im zu Fürth nahen Wendelstein auf der Agenda.

Fast 1.000 Kilometer für einen Gaststart

Aus der Not, der SeLa-Diaspora Nordrhein anzugehören, macht das M70-Team der Stg Hünxe-Bedburg-Duisburg eine Tugend und startet als Gast außer Konkurrenz. Aber immerhin geben sie einen starken „Sparringspartner“ für die einheimische Stg LAC Quelle Bayern Masters ab, die ansonsten allein auf weiter Flur gewesen wären. Natürlich macht das von ihrem vielseitigen sportlichen Frontmann Friedhelm Unterloh angeführte Nordrhein-Septett nicht mal eben einen reinen Wettkampf-Trip ins rund 480 km entfernte Mittelfränkische. Organisiert durch den ortskundigen Dieter Krumm (im Bild) vom LAC Quelle Fürth, logieren sie vor und nach getanem Werk im Hotel Pyramide in Fürth und werden Samstagabend im schönsten Biergarten der Stadt, den BierHimmel im Hexenhäusle, gemeinsam mit fünf LAC-Athleten bei landestypischen Speisen (Fränkisches Schäufele) und Getränken (Weizenkaltschale) zünftig den Tag bis zum Abwinken ausklingen lassen (das übersichtliche Starterfeld von Wendelstein unter diesem Link).

Letztes DAMM-Bundesfinale ebenfalls in Bayern

Noch zwei Dinge: Das mit Spannung erwartete Debüt der stark aufgerüsteten M60 der Bayern Masters kann aufgrund Verletzungsproblemen (unter anderem Hubert Berger) nicht stattfinden. Und: Das letzte Bundesfinale der DAMM ging Ende September 2019 zur Eröffnung des Oktoberfestes im Münchner Dantestadion ebenfalls auf bayrischem Boden über die sportliche Bühne (damals waren die Kontrahenten von jetzt bei 7.145 zu 7.108 Punkten zugunsten der Bajuwaren lediglich um 37 Punkte getrennt). Alles Weitere wusste der DLV trotz vorliegender Bewerbung(en) abzublocken. Wie so manches andere auch, beispielsweise die Mehrkampf-DM und die Wurf-Fünfkampf-DM jeweils in Zella-Mehlis. Und das alles bei einem Personenkreis, der bereits weitgehend zweimal geimpft ist (etwa 80 Prozent). Die größte Risikogruppe für Neuinfektionen stellen derzeit die bis 24-Jährigen dar. Die kommen jedoch nicht einmal unter den Kampfrichtern bei Leichtathletik-Wettkämpfen aller Art vor. Da sind die „Alten“ jedoch herzlich willkommen, würde gar ohne sie tote Sporthose herrschen.

Macht Christina Schwanitz diesmal ihr erneuertes Vorhaben wahr?

Kolumne

Moment mal

(Großolbersdorf/Dresden/Krefeld, 03. September 2021)
Nun will sie angeblich in den Ring mit 37 Zentimeter größerem Durchmesser und ohne Balken gehen. Die kugelstoßende Ex-Weltmeisterin und bei Olympia in Tokio krachend gescheiterte Christina Schwanitz (*24.12.1985) vom LV 90 Erzgebirge hat in ihrem ausgeprägten Sendungsbewusstsein ihre 4.729 Abonnenten auf Facebook wissen lassen, dass sie morgen (Beginn 11.45 Uhr) den Diskus möglichst weit von sich weg werfen will.
Der dazu gehörige Text vor einem großformatigen Foto in Abwurfpose: „Die Kugel wollte dieses Jahr nicht so recht fliegen… da probiere ich es eben mal im Diskus am Samstag in Großolbersdorf. Wie weit wird er wohl fliegen? Ich bin gespannt auf Eure Schätzungen.“

Bei den Schätzungen wurde der Weltrekord relativ knapp verfehlt

Stammbesucher von LAMPIS werden mehr gespannt darauf sein, ob das Mensch gewordene, inzwischen 35-jährige „Christkind“ aus Dresden diesmal tatsächlich antritt. Denn sie war bereits für diese Disziplin mit der Ein-Kilo-Scheibe gemeinsam mit ihren ebenfalls bevorzugt die Kugel stoßenden Klubkameradinnen Katharina Maisch und Sarah Schmidt beim Werfertag Ende August in Niederselters avisiert, trat im Gegensatz zu den beiden Genannten jedoch nicht an (wir berichteten).
Aber zurück zum Aufruf zu den Schätzungen. Da wurden einige abgegeben bis hin nicht ernst zu nehmenden 76,09m. Das wäre nicht mal Weltrekord. Den hält Gabriele Reinsch (DDR) seit 1988 mit 76,80m. Spaßig sind wohl auch eher die 47,11m vom starken Senioren-Diskuswerfer Helmut Maryniak (M50) vom LAC Passau zu verstehen. Das Komma und Meter weggelassen, ist es 4711, jenes Kölnisch Wasser, das laut Werbung immer dabei ist. Eines sollte sie, so sie denn startet, in jedem Falle hinbekommen: Weiter zu werfen als bei der Qualifikation in Tokio zu stoßen (18,08m).
Obwohl ich nicht zur ihren Abonnenten gehöre, habe ich mit der Schnapszahl von 44,44m auch einen Tipp abgegeben. Für Niederselters war „La Schwanitz“ übrigens mit 46,15m gemeldet, wie uralt diese Leistung auch immer gewesen sein mag.
Klarer Fall, dass wir am Ball respektive am Diskus bleiben.

Für etwaig notwendige Nachbesserungen sind Aktive selbst zuständig

(Baunatal/Darmstadt/Duisburg/Krefeld, 01. September 2021) Nun stehen wir nicht in dem Verdacht, noch weniger in dem Ruf, mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV)  zu sympathisieren und in Geschäftsführung ohne Auftrag Partei für ihn zu ergreifen. Die Ausschreibung für die Deutschen Senioren-Meisterschaften vom 10. bis 12.September in Baunatal ist fraglos in weiten Teilen eine Missgeburt, musste gar irgendwann zum besseren Verständnis durch ein vermutlich selbst gebasteltes Frage- und Antwortspiel (nennt sich FAQ, spricht sich sinnigerweise wie das englische Wort Fuck) ergänzt werden. Aber der nachfolgende Passus zu „Punkt 8 Teilnahmeberechtigung“ ist zumindest in der Formulierung unstreitig:
Senioren der Klassen M35 – M90 und W35 – W90 sind teilnahmeberechtigt:
- sofern sie in der Freiluftsaison 2020/2021 die geforderten Mindestleistungen bis zum Meldeschluss erfüllt haben.
- wenn aus diesem Zeitraum keine Qualifikationsleistungen vorliegen, kann auch eine Leistung aus der Freiluftsaison 2019 herangezogen werden. In diesem Fall ist aber ein Leistungsnachweis aus dem Jahr 2021 (Wettkampfergebnis in der identischen Disziplin) vorzulegen.
(Anmerkung: Die Fettschrift haben wir zu Verdeutlichung vorgenommen.)


Regeln sind nun mal ausnahmslos für alle da

Regeln sind für alle da. Auch für solche, die über jeden Zweifel ihrer Leistungsfähigkeit erhaben sind.
Dass der DLV für Hallenmeisterschaften Freiluft-Leistungen anerkennt, umgekehrt jedoch nicht, steht auf einem anderen Blatt, ist nach unserer Kenntnis auch von einigen Aktiven beanstandet worden. Erfolglos! Die Absicht ist klar, diente der angestrebten Reduzierung der Teilnehmerfelder.
Exemplarisch am Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) aufgemacht, gibt es dort schon sehr frühzeitig nach dem Meldeschluss zur Senioren-DM eine Liste mit den anerkannten und nicht zugelassenen Meldungen nebst Begründung. Bei Letzterem sind im Eventualfall durch die betroffenen Athleten*innen Nachbesserungen möglich. Denn die Verbände sind nun einmal nicht alleswissend. Insbesondere im Ausland 2020 oder 2021 erzielte Zeiten, Höhen, Weiten sind ihnen nicht bekannt, da es bei der Ü35-Generation (noch) keine internationale Vernetzung gibt. Allerdings wäre bei einer solchen Leistung aus 2019 noch ein Leistungsnachweis aus 2021 erforderlich.
Quintessenz aus der Geschicht‘: Jedem vermeintlich Gemeldeten kann nur dringend empfohlen werden, sich sachkundig zu machen. Spätestens dann, wenn der DLV auf seiner Netzseite die Gesamtmeldeliste nach Altersklassen und Disziplinen veröffentlicht.  Darauf werden wir selbstverständlich hinweisen.