Chef-Organisator Manfred Schmitz "raubte" die Sponsorenkasse aus


(Leichlingen/Krefeld, 08. September 2022)
Knapp daneben ist auch vorbei. Es war freilich in unserem gestrigen Beitrag auch nur eine rein gefühlsmäßige Mutmaßung, dass Diskuswerfer Olaf Többen (*1962) von der LAV Bayer Uerdingen/Dormagen beim 17.Springer- und Werfertag mit seinen 48,14m einen neuen Stadionrekord im Sportzentrum Balker Aue in Leichlingen aufgestellt haben könnte. Deshalb machten wir uns bei LTV-Abteilungsleiter und Chef-Organisator Manfred Schmitz (im Bild) über verschiedene Kommunikationsmedien sachkundig. Kurzum: Dieser Rekord bleibt zumindest für ein weiteres Jahr im Besitz von Gerhard Zachrau (*1949) aus Mutterstadt, den der Wurf-Allrounder 2010 mit 49,08m aufgestellt hat.

Größter Abräumer war Jung-Neunziger Wilhelm Bexkens

Gleichwohl musste „Manni“ tief in die Schatulle der gesponserten Preisgelder von 25 Euro je neuer Bestmarke greifen. Insgesamt waren es in allen Klassen und Disziplinen derer 20. Den Löwenanteil vereinnahmten die Senioren*innen mit 14 für sich, und da heruntergebrochen auf Stoß/Wurf elf an der Zahl. Größter Abräumer war der vor einer Woche Neunzig gewordene Wilhelm Bexkens (*1932) von der LG Stadtwerke Hilden, der mit Kugel und Speer, dazu noch im Hochsprung, die Kasse gleich dreimal für sich klingeln ließ. Alle „Preiswürdigen“ wurden neben dem Geldbetrag von Schmitz mit einer besonderen Rekordurkunde geehrt. Zufriedene Mienen dankten es dem 62-jährigen Macher, von dessen Kaliber es gerne ein paar mehr geben könnte. Halt ein ehemaliger Hochleistungssportler mit Herz, Verstand und Engagement für die Leichtathletik.
Neue Rekordhalter der Ü30-Generation bei Stoß/Wurf: Kugel: M75: Torsten Lange (RKS Phoenix Mutterstadt) 9,74m; M80: Reiner Görtz (ASV Süchteln) 9,66m; M90: Bexkens 7,91m; W55: Christine Wenzel (DJK BW Annen) 11,32m.
Diskus: M85: Gerhard Adams (LC Rehlingen) 19,30m.
Speer: M35: Manuel Croon (LC Rehlingen) 63,51m; M50: Ansgar Völker (TV Angermund) 39,63m; M80: Görtz 26,84m; M85: Adams 25,82m; M90: Bexkens 19,91m; W55: Wenzel 25,07m.

WM-Posse: Eine Baustelle geschlossen, eine andere eröffnet

(Monte Carlo/Tampere/Krefeld, 06. September 2022) Wort ge- und nicht behalten! Präsidentin Margit Jungmann vom Senioren-Weltverband World Masters Athletics (WMA) mit Sitz in Monte Carlo im Fürstentum Monaco ließ gestern auf der WMA-Netzseite mit ihrem Delegierfinger Stellung zu den nicht regelkonformen Anlagen bei der WM 2022 im finnischen Tampere (wir berichteten) nehmen. Das müssen wir an dieser Stelle nicht als Blaupause duplizieren. Ob es damit auf Stoß/Wurf bezogen sein Bewenden hat, entzieht sich unserer Kenntnis, die wir bei den Titelkämpfen nicht vor Ort gewesen sind und ganz bewusst darüber sehr spartanisch berichteten.
Eines haben wir allerdings über eine Insider-Information einer Zeit- und Augenzeugin noch im Nachgang all dessen erfahren: Die erzielten Zeiten in den Hürdensprints der W60 – 75 in den Solokonkurrenzen und den Siebenkämpfen seien ausnahmslos nicht bestenlisten- wie rekordreif. Der Grund: Es wären Übungshürden ohne das vorgeschriebene Kontergewicht zum Einsatz gekommen.
Was nun mit dieser neuen Baustelle, Frau Jungmann?

Bei der EMA brennt bereits vor Weihnachten der Baum

Kolumne

Moment mal

(Lausanne/Krefeld, 04. September 2022)
 Ursache und Wirkung sind untrennbar miteinander verbunden. Die Konsequenzen sind bisweilen verheerend, obwohl wir die vermeintlich herrlichste Nebensache der Welt, den Sport, gerade in besch… Zeiten wie diesen nicht an die Spitze allen Seins stellen wollen. Aber das rechtfertigt längst nicht jeden feuchten Humus, der so hinterlassen wird. Österreichische – Achtung: doppeldeutig – Miss-Versteher, haben charmant und galant Valentina Fedjuschina als Präsidentin des europäischen Senioren-Leichtathletikverbandes European Masters Athletics (EMA) mit Sitz im schweizerischen Lausanne als Steigbügelhalter in den Damensattel geholfen (siehe unseren gestrigen Kommentar).

Neues Präsidium immer noch nicht im Vereinsregister eingetragen

Denn: Die feine, durchaus repräsentative 1,90 Meter hohe Dame mit ukrainischen Wurzeln ist leider nicht nur handlungsunfähig, sondern obendrein noch komplett handlungsunwillig. Seit sie an Rosenmontag qua Wahl (der nach unseren Informationen eine Anfechtung droht) die Amtsgeschäfte aufgenommen hat, ließ sie diese postwendend bis auf ein paar Scheingefechte nahezu vollständig ruhen. Der wesentlichste Punkt: Das neue fünfköpfige Präsidium ist noch nicht im Vereinsregister des Kantonsgericht Waadt eingetragen. Mithin ist es de facto und de jure überhaupt nicht existent, hat keine Handlungsvollmacht für irgendwas, ist der Verband EMA ein lupenreiner Papiertiger. Alle Senioren-Europameisterschaften seit der letztlich noch nicht erfolgten Inthronisierung von Fedjuschina sind praktisch im Nachhinein betrachtet zu bloßen Kirmesveranstaltungen mutiert und degradiert, wurden nach Känguruart große Sprünge mit leerem Beutel gemacht. Das ist indes lediglich ein Mosaikstein aus einem großen Puzzle. Kurzum: Bei der EMA brennt schon vor Weihnachten der Baum.

Ex-Präsident Dieter Massin als "Feuerwehrmann" im Einsatz

Um noch größeres, vor allem dauerhaftes Ungemach abzuwenden, hat sich der frühere Präsident Dieter Massin (von 2000 – 2012) aus Ahlen eingeschaltet, sieht Teile seines sportlichen Lebenswerkes als Förderer der europäischen Senioren-Bewegung in der Leichtathletik bedroht. Der immer noch sehr rege und bestens vernetzte 81-jährige Wahl-Westfale (im Bild) hat mit „Brandbriefen“ die nächst höheren Institutionen European Athletics (EA) und World Masters Athletics (WMA) angeschrieben und darum ersucht, ihren Einfluss wahrzunehmen. Massin forderte auch Fedjuschina in einer E-Mail mit Fristsetzung auf, eine außerordentliche Mitgliederversammlung der 52 nationalen Verbände einzuberufen, bevor es andere tun, um weiteren Schaden zu verhindern.
Ob sie aus dem Schachmatt noch einen Ausweg findet, darf füglich bezweifelt werden. Der noch nicht einmal erlangte Ruf ist bereits ruiniert.

Gewohnte tägliche Berichterstattung an dieser Stelle verschiebt sich

(Krefeld, 05. September 2022) Gewohnheitsgemäß finden unsere geschätzten Stammbesucher, Gelegenheits- und Zufallsgäste an dieser Stelle jeden lieben neuen Tag im Jahr bis in aller Regel spätestens 10 Uhr irgendeine Neuigkeit vor. Mitunter gibt es jedoch Dinge im Leben, worauf der homo sapiens, auch Mensch genannt, nur sehr bedingt bis gar keinen Einfluss hat. Ein solcher Fall ist leider eingetreten, der mich daran hindert, in bekannter, bewährter Manier Beiträge zu recherchieren, zu verfassen und online zu stellen. Da hat mir konkret ein niederländischer Staats- und Schildbürger einen veritablen Streich gespielt. Insofern verschiebt sich alles, was bereits für diese Nachrichtenspalte und das Fenster Ergebnisse an Berichterstattung vom vorigen Wochenende angedacht worden ist. Der Super-GAU für ein Online-Medium. Also wird um etwas Geduld gebeten, wobei eine nähere Zeitangabe nicht gemacht werden kann.

"Felix Austria" hat der EMA einen kapitalen Bärendienst erwiesen

Kommentar

Unter uns gesagt

(Wien/Krefeld, 03. September 2022)„…et tu felix austria, nube…” Selbst Personen, die weder das große noch kleine Latinum haben, wissen zumeist, was damit gemeint ist. Vorsorglich: „Kriege führen mögen andere, du, glückliches Österreich, heirate.“ Die Heiratspolitik der Habsburger ist mit diesem Ausspruch in Stein gemeißelt. Genauso die Internetseite des europäischen Senioren-Dachverbandes European Masters Athletics (EMA), die seit Wochen Werbung für eine Meisterschaft macht, die per Kürzel EMORRC nahezu ins Unerklärliche gerückt wurde. Diese Bleiseite der EMA steht symbolisch für das, was in Europa bei den Masters derzeit passiert: Nämlich nichts!

Werbebotschaft für „Austrian Masters“ auf der EMA-Netzseite

Wochen zuvor (wenn überhaupt, wird diese Seite mit „News“ monatlich einmal aktualisiert) hatte der EMA-Webmaster Hans-Peter Skala aus Ratingen über zwei Monate eine Werbung für die Internationalen Österreichischen Meisterschaften der Ü35-Generation geschaltet, die am 24./25.September 2022 in Klagenfurt am Wörthersee, also ein halbes Jahr später, im Land der neuen Präsidentin stattfinden sollen. Das Wort „News“ für Neuigkeiten ist wohl selten so fehl ausgelegt worden wie derzeit bei der EMA.

Scheuklappen bei der Kandidaten-Nominierung aufgehabt

Doch zurück zu den alten Römern mit ihren heute immer noch gültigen Sprüchen. Die Heiratspolitik der Habsburger wollten in diesem Jahr die Offiziellen, Strippenzieher und Winkeladvokaten des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV) mit Sitz in der Hauptstadt des Schmähs Wien auch bei der Wahl des neuen Präsidiums der EMA wieder aufleben lassen. Initiiert durch den „umtriebigen" Alt-Präsidenten Kurt Kaschke (links im Bild), der unter allen Umständen die Wahl des Polen Jerzy Krauze (rechts im Bild) verhindern wollte, hatten die „Ösis“ um ihren Delegationschef Franz Kropik Hilfe als Steigbügelhalter angeboten und die gebürtige Ukrainerin, Ex-Kugelstoßerin von Weltklasse (PBL 21,60m) und Wahl-Österreicherin mit Wohnsitz Portugal, Valentina Fedjuschina (*10.02.1965), ins Rennen geschickt.
Nun sollten sich alle Verbände europaweit eigentlich darüber im Klaren sein, wen sie für ein Amt nominieren und welche Fähigkeiten ein Kandidat haben muss, einschließlich des Bekanntheitsgrades. Hier müssen sich die Österreicher aber eine Reihe von Scheuklappen bei ihren Fiakern in Wien ausgeliehen haben. Denn mit einer nahezu unglaublichen Arroganz ignorierten sie die überall gültigen Voraussetzungen, ein Amt übernehmen und ausüben zu können.

Und daraus wurde prompt eine Lach- und Nullnummer

Die Heirat respektive das Einverleiben Europas in die Arme von Austria ist völlig in die Sporthose gegangen, konnten sie samt der neuen EMA-Präsidentin (im Bild) schon nach wenigen Tagen feststellen, dass es nunmehr heißen muss: „Felix austria, tace...“. Also „halt den Mund“. Europa mit seiner bis zur Kaschke-Ära erfolgreichen Arbeit in der Senioren-Leichtathletik ist mit Fedjuschina vom Regen in die Traufe gekommen, weltweit zur Null- und Lachnummer verkommen. In kürzester Zeit.
Und die scheinbare Schreib-Euphorie und jener vermeintliche Tatendrang der Präsidentin in den ersten Tagen nach ihrer Wahl anlässlich der Hallen-EM 2022 in Braga (Portugal) bezeichnenderweise an Rosenmontag hat sich als Machwerk eines „Ghostwriters" namens Kaschke entpuppt. Zu diesem Zeitpunkt seiner Schreibwütigkeit lebte dieser noch in dem Glauben, von der EMA für seine Beratertätigkeit ein monatliches Salär in vierstelliger Höhe zu erhalten.

Hättet ihr doch nur geschwiegen, wäret ihr Philosophen geblieben

Die Österreicher haben der EMA mit ihrer Nominierung von V.F. einen Bärendienst erwiesen. Jetzt sollten sie wenigstens um Schadensbegrenzung bemüht sein und eine außerordentliche Generalversammlung beantragen. Ansonsten müsste abermals auf die alten Römer zurückgegriffen werden mit dem Spruch „si tacuisses, philosophus mansisses“. „Hättest du nur geschwiegen, wärest du ein Philosoph geblieben“. Oder sportlich ausgedrückt: Den Schuh, den sich die Österreicher anziehen wollten, um große Politik zu machen, war schlechterdings ein paar Nummern zu groß.