Servicewüste DLV: Still ruht der See in der Senioren-Spielecke

(Darmstadt/Krefeld, 08. September 2021) Sie sehen, dass Sie nichts sehen! Das ist jetzt kein Auszug aus dem Magazin der Artistenloge über den frappierenden Hokuspokus der weltberühmten deutschen Magier und Illusionisten „Ehrlich Brothers“. Es ist vielmehr der Hinweis auf die von uns so geheißene Senioren-Spielecke auf der Netzseite des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Dort ruht seit 03.Juli 2021, also mehr als zwei Monate, still der See. Nicht einmal diese obligatorische, ungeheuer wichtige Anti-Doping-Newsletter zum jeweiligen Monatsanfang im August und September wurde der mutmaßlich wie wild dopenden Ü30-Generation präsentiert. Diese entbehrlichen Pseudo-Botschaften indes mal ausgeklammert, muss das den Eindruck erwecken, als habe es nichts Erwähnenswertes zu berichten gegeben. Das stimmt selbstverständlich nicht. Da ist bei allen Gemeldeten und Interessierten das unsägliche wochenlange Schmierentheater um die kommenden Senioren-DM in Baunatal in frischer, unliebsamer Erinnerung. Statt die gefühlt 16. Änderung allein in der überarbeiteten Ausschreibung zu verstecken, hätte darüber plakativ und leicht auffindbar im Fenster Senioren informiert werden können. Hätte. Leider Konjunktiv und wieder einmal Servicewüste DLV.

Wer ist eigentlich für die Bringschuld "Informationen" zuständig?

Aber wer ist eigentlich für die Bringschuld von Informationen hinsichtlich seiner rund 390.000 Schutzbefohlenen ab M/W30 bei diesem Verband noch oder neuerlich zuständig? Offenbar niemand! Denn der Bundesausschuss Senioren ist mit Wirkung der Strukturreform beim DLV-Verbandstag am 17.April 2021 ersatzlos wegrationalisiert worden. Mithin auch die einstigen Hobby-Schreiberlinge Jörg Reckemeier und Karl-Heinz „Flunkter“ Flucke sowie die als Werferin aktive Öffentlichkeitsarbeiterin Bettina Schardt (im Bild) von der MTG Mannheim, als ZDF-Sportredakteurin eine Frau vom Fach. Liebend gerne hätte der DLV das lästige, mitunter unbequeme Anhängsel der Senioren-Sprecher Lidia Zentner und – hauptsächlich – Heiko Wendorf gleich mit abgeschafft. Aber die sind nun einmal von den Aktiven ordentlich gewählt und noch bis zur einer hoffentlich stattfindenden Senioren-DM 2022 (Weinstadt soll sich ins Gespräch gebracht haben) in Amt und Würden. Dessen hat sich dann auch der DLV erinnert, der Wendorf als Deeskalationsbeauftragten für Baunatal verpflichtet hat (wir berichteten gestern).

Beim DLV sind die Totengräber der Senioren-Leichtathletik am Werk

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Baunatal/Darmstadt/Krefeld, 07. September 2021)
Wo Dilettanten am unseligen Werk sind, die zudem eine ausgeprägte, mithin pathologische Phobie gegen die Senioren-Leichtathletik (SeLa) haben, da kann zwangsläufig nichts Gescheites für den wörtlich zu nehmenden betroffenen Personenkreis bei herauskommen. Die mehrfach überarbeiteten, nachgebesserten (richtiger: verschlimmbesserten), durch einen selbst gestrickten Fragen-/Antwortkatalog angereicherten umfangreichen Ausschreibungsbestimmungen für die Deutschen Senioren-Meisterschaften vom 10.bis 12.September 2021 im Parkstadion von Baunatal in Hessen strotzt nur so vor Unzulänglichkeiten, Ungereimtheiten und Ungleichbehandlungen. Das haben wir in den letzten Wochen in verschiedenen Beiträgen nach Art des Wanderpredigers immer wieder thematisiert, wollen es schon allein wegen des ausufernden Umfangs nicht alles rekapitulieren. Freilich unsere Stammbesucher auch nicht mit Aufgewärmtem langweilen.

Man merkt die Absicht und ist verstimmt!
 
Bringen wir es also auf den Punkt, zitieren mit Johann Wolfgang von Goethe einen großen deutschen Dichter und Denker: „Man merkt die Absicht und ist verstimmt!“ Und das in Vervielfältigung von 1.033 Gemeldeten. Hinter allem steckt bei den Totengräbern der SeLa in Darmstadt eiskaltes, arg- und hinterlistiges Kalkül, den Läufern, Springern und Werfern der Ü35-Generation die Lust am Wettkampfsport auf höchster nationaler Etage zu vergällen. Da mutet es geradezu wie Hohn an, dass DLV-Veranstaltungsdirektor Marco Buxmann in einer E-Mail an Dieter Krumm vom LAC Quelle Fürth schlankweg behauptet: „Trotz einiger Rückfragen der Senioren zu Regularien und Auflagen zur Teilnahme an den Deutschen Seniorenmeisterschaften, ist der größte Teil der Aktiven trotz gewisser Einschränkungen sehr dankbar, dass überhaupt eine Deutsche Meisterschaft für diese Altersklasse angeboten werden kann.“ Ach, wie gnädig. Und: Woher will er das so genau wissen? Da liegen uns als Interessenvertretung mit öffentlich gemachter Außenwirkung völlig andere Erkenntnisse vor. Da ist große Verärgerung allenthalben und allerorten spürbar. 

Freier Eintrit für freie Bürger bei Senioren-DM Fehlanzeige

Aber  auch darin liegt Berechnung vom DLV. Getreu dem Motto „Wo kein Kläger, da kein Richter“: a) sind die arg gebeutelten Talente von gestern und vorgestern in Mehrheit viel zu brav, schlucken willfährig jede Kröte, die ihnen zum Fraße vorgeworfen wird und b) ist diesem Sportverband, der schließlich kein Wirtschaftsunternehmen ist, rechtlich unheimlich schwer beizukommen. Neben all dem Bockmist in der Ausschreibung ist ein großer Zankapfel, die bei dieser Senioren-DM willkürliche Nichtzulassung von Zuschauern. Eine Ungleichbehandlung in höchster Potenz. Bei der DM Männer/Frauen in Braunschweig durften täglich 2.500 Schaulustige kommen, bei der U16-DM am vergangenen Wochenende in Hannover gab es überhaupt keine diesbezüglichen Auflagen, auch parallel bei den „Hessischen“ der U20 und 18 in Gelnhausen nicht. Freier Eintritt, für freie Bürger.

Corona-Schutzverordnung ließe 1.500 Zuschauer zu

Die Paragraphen 16 und 20 der Corona-Schutzverordnung des Landes Hessen gestatten bei Veranstaltungen unter freiem Himmel 1.500 Zuschauer. Genesene und Geimpfte werden dabei nicht mitgerechnet. Selbst bei einer solchen Zahl würden sich im Parkstadion mit großer Tribüne und einem Gesamtfassungsvermögen von 7.578 Plätzen im weiten Rund die Schaulustigen unter Missachtung der Abstandsregeln nicht gegenseitig auf die Füße treten. Dazu geht es nicht um ein wirklich externes Publikum, das eine solche Meisterschaft aufsucht, sondern um Familien-Angehörige, Freunde und Bekannte. Ohne es genau beziffern zu können, handelt es sich zur gleichen, da eingeschränkten Zeit von zwei Stunden vor und 60 Minuten nach den Wettbewerben allenfalls um 200 Personen. Wo, bitte, soll darin ein die Gesundheit gefährdendes Problem liegen?
Rechtlich den Besuch mit einer Einstweiligen Verfügung erwirken zu wollen, ist leider ein hoffnungsloses Unterfangen, wie ich mich gestern bei der Fachanwältin für Sportrecht, Prof. Dr. Anne Jakob aus Karben, telefonisch sachkundig gemacht habe. Der verhinderte Zuschauer kann, stark vergröbert formuliert, nämlich keinen materiellen Schaden geltend machen. Ideellen hat der Gesetzgeber nicht vorgesehen. Wären wir wieder beim Kalkül der Vor- und (Ver-)Querdenker dieser Dachorganisation.

Ü35-Generation wird mit Stasi-Methoden überwacht

Wohl in ihrer Haut scheinen sich die (un-)verantwortlich Handelnden dennoch nicht zu fühlen. Sie haben einen zwölf Mann starken Sicherheitsdienst zur Überwachung und Einhaltung all der Vorschriften beauftragt sowie der Zähmung etwaig aufgebrachter Athleten (weibliche nehmen wir bewusst aus) beauftragt. Dafür nimmt der latent klamme Verband Geld in die Hand, lässt aber 5 Euro Eintritt pro Besucher sausen. Viel schlimmer ist jedoch die Gängelung mit Stasi-Methoden. Einziger Unterschied: Die Spitzel sind an der uniformen Kleidung zu erkennen. Und damit nicht womöglich alles aus dem Ruder läuft, wurde DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf (im Bild) für Samstag/Sonntag als Deeskalationsbeauftragter vom Verband eingeladen. Auf dass der 50-jährige Jurist als Streitschlichter nicht in Anspruch genommen werden muss! 
Letztere sinnvolle Maßnahme mal ausgenommen, läuft das geschnürte Gesamtpaket auf pure Schikane hinaus. Irgendwie muss die ungeliebte Senioren-Leichtathletik doch kaputt zu bekommen sein. Denn steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein.

Stärkste Fraktion im DLV ist den Machern sowas von schnurzpiepegal

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Darmstadt/Krefeld, 05. September 2021; 19 Uhr)
Seit der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit einem eigenen Internetauftritt präsent ist, hat dort auch der Seniorensport ein Fenster. Von LAMPIS der nicht vorhandenen Bedeutung angemessen Spielecke genannt (letzte Bewegung am 02.Juli 2021!). Ebenfalls seit genau dieser Zeit von vor mehr als 20 Jahren ist die Startseite der Senioren unverändert und stellt sich vor mit – unter anderem – „Fit und gesund. – Der Seniorensport boomt“. Unverändert über zwei Jahrzehnte, in Stein gemeißelt, in Blei gegossen. Das bedeutet naturgemäß, dass der DLV seit dem unverdrossen an diesen Boom glaubt, davon träumt und den Lesern suggeriert. Dazu kommt wenig später im Text eine Zeile (fett gedruckt, um die Aussage deutlicher zu machen):  „Für Senioren sind Wettkämpfe das Salz in der Suppe‘“. Ach was?!

Corona als willkommene Ausrede für Absagen am Fließband

Die Ironie kann nicht bitterer sein und belegt eindeutig, dass diese nationale  Dachorganisation der blanken Realität völlig entrückt ist. In den beiden zurückliegenden, durch Corona arg gebeutelten Jahren, haben die handelnden hauptamtlichen Personen des DLV ihr wahres Gesicht gezeigt. Hatten schon in jüngerer Zeit vorgenommene Verschlimmbesserungen (bestes Beispiel Team-DM, bekannter unter DAMM) offen gelegt, dass den Machern dieser Karikatur eines Verbandes die Seniorenbewegung schnurzpiepegal ist, so haben die zurückliegenden Monate seit März 2020 den endgültigen Beweis geliefert. „Absage statt Zusage“ lautete das Motto in Dauerschleife, sich stets hinter den Corona-Richtlinien verschanzend.

Aberwitzige Auflagen schrecken potenzielle Ausrichter ab

Bereits zuvor hatten seit Jahren aberwitzige (Marketing-)Auflagen des DLV zahlreiche interessierte Ausrichter mit werbefreien Stadien à la Steigerwaldstadion in Erfurt (siehe Foto) nach tagelanger kostenträchtiger Abklebe-Aktion und anschließender gleichermaßen mühseliger Rekonstruktion abgeschreckt. So kamen in den letzten Monaten die Forderungen der Gesundheits- und Ordnungsämter sowie die hausgemachten DLV-Eigenheiten als Erschwernisse hinzu, die das „Salz in der Suppe“‘ Überhand nehmen ließen.
Der Wettkampfkalender für die Senioren kam einem weißen Blatt Papier gleich. Was jedoch diese Spezies nicht davon abhielt, sich auswärts, also im Ausland, nach Wettkämpfen umzusehen. Und so sah man dann die Germanen auf Madeira am Start, in den Niederlanden, in Spanien, im Baltikum, in Polen… Wo ein Wille, da ist auch in aller Regel bei rührigen Veranstaltern ein Weg! Die Senioren wollen das Salz in der Suppe und keine versalzene Suppe!

Komplettes Meisterschaftsprogramm „als Salz in der Suppe“

Das alles stört die Leuchtturm-Zentrale in Darmstadt keineswegs. Sie ist nach wie vor im Absage- und Verhinderungsmodus, lässt (schein- und offenbar) Azubis, Praktikanten und Ruheständler mit gut dotierten Beraterverträgen („Eventmanager“ Manfred Mamontow)  an die Ausarbeitung einer DM-Ausschreibung, ändert im Stundentakt Text, Zeiten und Hygiene-Vorschriften. Geht’s noch?
Da gibt es keine zwei Meinungen, die Antwort kann nur lauten: Nein! Die Senioren sind kein notwendiges Übel, kein willkommenes „Zahlvieh“ in fast 390.000facher Ausführung, sie wollen auch nicht die große Politik im Verband bestimmen oder beeinflussen, sie wollen schlicht wahrgenommen werden und „ihr Salz“ für die Suppe bekommen. Als da wäre das komplette Meisterschaftsprogramm wie alle anderen Klassen auch. Darauf haben sie schließlich ein verbrieftes und vollmundig angepriesenes Recht (siehe obigen Werbeslogan).

Ein eigenständiger Seniorenverband nach britischem Vorbild

Eine eigenständige Seniorenvereinigung könnte Abhilfe schaffen, der Leuchtturm-Verband wäre den Klotz am Bein los und könnte seine weltweite Strahlkraft von eigenen Gnaden auf andere Gebiete ausdehnen. Ja, ein eigenständiger Seniorenverband der Leichtathletik? Warum eigentlich nicht!
Diesbezüglich berufen wir uns herzlich gerne auf einen höchst angesehenen Ehrenamtsinhaber, der von der Pike auf alle Weihen in der Leichtathletik durchlaufen hat, dessen Name wir jedoch aus Gründen des Vertrauens- und Informanten-Schutzes nicht nennen: „ Nach dem Vorbild Großbritannien schlage ich allen Ernstes eine Abspaltung vom DLV und die Gründung eines autonomen Seniorenverbandes vor. Was sich mit Baunatal gerade ereignet, ist ein Skandal und eine ungeheuerliche Respektlosigkeit der Ü35-Generation gegenüber.“ Wer wollte das bestreiten? Darauf ein bis vier Corona!
In diesem Sinne eine schönen Sonntag fast gehabt zu haben und eine geschmeidige 36. Kalenderwoche mit oder ohne DM-Start im Hessischen!

"Kugelblitz" Christina Schwanitz warf beim Diskuswurf-Ausflug 48,42m

(Großolbersdorf/Weinstadt/Brandenburg/Krefeld, 06. September 2021) Bringen wir noch eine unverschuldete Hängepartie zu Ende, nachdem irgendwann gestern Abend die Ergebnisliste vom 22. Werfer- und Springertag von Samstag im sächsischen Großolbersdorf ins Netz gestellt wurde. Kugelstoß-Spezialistin Christina Schwanitz (*1985/W35) vom LV 90 Erzgebirge hat bei ihrem Ausflug zum Diskuswurf als „Alterspräsidentin‘“ im Wettbewerb der Frauen mit 48,42m hinter ihrer acht Jahre jüngeren Klubkameradin Katharina Maisch (48,82m) den zweiten Platz belegt. Der kleine Kunstgriff nicht bei den Seniorinnen zu melden, bewahrt die 35-jährige Zwillingsmama jedoch nicht davor, dort altersgemäß gelistet zu werden. Hier belegt sie hinter Nadine Müller (57,96m) und Sabine Rumpf (48,50m) aktuell den dritten Rang, bei den Frauen wird sie derzeit auf dem 23.Platz geführt. Bei Schwanitz‘ Aufruf auf Facebook Schätzungen ihrer Weite abzugeben, hat Uwe Mühlbauer aus Berlin mit 48,50m die „Goldene Ananas“ gewonnen. Hätten wir das bei der Gelegenheit auch geklärt.
Machen wir noch einen Schwenk zu den gestern zu Ende gegangenen jeweils zweitägigen Titelkämpfen der Senioren von Baden-Württemberg in Weinstadt und Norddeutschland in Brandenburg an der Havel, beschränken uns allerdings bei dem Wust von Resultaten auf die Verlinkung der Ergebnislisten. Möge sich jeder nach eigenem Gusto seine bevorzugten Disziplinen und Altersklassen herausfiltern.
Redaktioneller Hinweis: Einfach im Laufe des Nachmittags noch mal reinschauen zu einem Beitrag anlässlich der im Vorfeld skandalösen Begleiterscheinungen zur Senioren-DM am kommenden Wochenende in Baunatal.
(17.50 Uhr) Der muss auch technischen Gründen leider auf morgen Vormittag verschoben werden.

Eilmeldung: Teilnehmerliste für Senioren-DM nunmehr online

(Darmstadt/Krefeld, 05. September 2021; 17:15 Uhr) Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger. Letzteres ist geschehen. Nur sieben Tage (erkenne sie, die Ironie)  nach Meldeschluss (29.August 2021) bei den Regional-/Landesverbänden hat der veranstaltende Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) irgendwann im Laufe des heutigen Mittags die Teilnehmerliste für die Deutschen Senioren-Meisterschaften ab M/W35 vom 10. bis 12.September 2021 im hessischen Baunatal auf seiner Netzseite online gestellt. Das zunächst als Vorabinformation. Unserem ständigen Mitarbeiter Dieter Krumm fiel jedoch auf, dass der LV Berlin mit 30 Meldungen und 49 Starts fehlt!
Auf Einzelheiten um das ganze Tabula rasa und Ballyhoo um die hirntote Ausschreibung werden wir uns am Rande mit unserem „Wort am Sonntag“ beschäftigen sowie morgen in einem eigenen ausführlichen Beitrag noch widmen.
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