Ralf Mordhorst gewann Generationen-Vergleich "Vater gegen Söhne"

(Bremen/Krefeld, 14. September 2021) Wohl dem, der als Senior altersgemäß noch Alternativen und vor allem das weit überdurchschnittliche Leistungsvermögen hat, in die Männer-Konkurrenz herunter zu starten. Und das nicht nur bei einer „Bauern-Olympiade“ in der Provinz. Ralf Mordhorst (*1973; im Bild) vom LAC Lübeck hat sie, die Klasse. Und so machte er aus der Not eine Tugend, dass in einem ungeheuerlichen, frevelhaften Akt der Willkür bei der Senioren-DM die klassischste aller Leichtathletik-Disziplinen, der Diskuswurf, aus dem Programm genommen wurde (wir berichteten mehrfach darüber). Der Ralf von der Waterkant ging kurzerhand bei den für ihn geografisch zudem näherliegenden, zeitlich parallel ausgetragenen Norddeutschen Meisterschaften der Männer/Frauen im Stadion Obervieland in Bremen gegen die Jungspunde im Generationen-Vergleich „Vater gegen Söhne“ in den Ring. Mit eindrucksvollem Erfolg. Der 48-Jährige aus der Marzipan-Stadt lieferte nicht nur für sein fortgeschrittenes Leistungssportalter ein ausgesprochenes Leckerli ab, gewann mit formidablen 50,49m deutlich vor Mika Jokschat (*2001) mit 47,22m und Niklas Sagawe (*2000, beide PSV Eutin) mit 40,52m. Dazu wurde R.M. aus L. mit 14,05m noch Dritter in seiner Zweit-Disziplin Kugelstoßen.

Diskuswurf-Pendant zu Kugel-Andy

Das liefert uns das Stichwort zu Spezialist Andy Dittmar (*1974) aus Gotha, der ebenfalls der M45 angehört. Ralf Mordhorst darf im Diskuswurf getrost als deutsches Pendant zum herausragenden Kugel-Andy bezeichnet werden. Mit jenen 50,49m findet auch er als aktuell 27. Eingang in die Top Dreißig der deutschen Bestenliste der Männer. Dieses gemischte Vorzeige-Doppel hätten sicherlich auch außerhalb der Werfer-Familie viele liebend gerne in Baunatal gesehen. Das hätte der Veranstaltung fraglos mehr Glanz verliehen. Der DLV wusste es zu verhindern. Eine Spezialität des Hauses was die Ü35-Generation anbelangt. Das kann nicht oft genug in dem Bestreben einer Abspaltung wiederholt werden. Der Lübecker ist übrigens einer der unzähligen bekennenden Befürworter einer solchen Maßnahme.
Mit dem nachfolgenden Verlinkung geht es zur vollständigen Ergebnisliste der Norddeutschen Meisterschaften.

Kugelstoßer Karl-Heinz Marg verstarb 83-jährig nach langer Krankheit

(Osterholz-Scharmbeck/Krefeld, 13. September 2021) Ein nicht nur körperlich Großer der Kugelstoßer-Zunft bei den Senioren ist, wie ich erst gestern erfahren habe, bereits am 06.September 2021 für immer von uns gegangen, der seine überaus erfolgreiche Karriere nach der Saison 2014 offiziell für beendet erklärte (siehe Link). Das hielt er auch durch. Gezwungenermaßen. Denn noch vor Vollendung seines 80.Lebensjahres am 20.Mai 2018 und dem damit verbundenen Aufrücken in die M80 erkrankte Karl-Heinz Marg (im Archivbild) aus Osterholz-Scharmbeck in Niedersachsen an einer heimtückischen Krankheit, an der er nunmehr nach langem Kampf 83-jährig verstarb.
Karl-Heinz, den ich sehr gut seit der Hallen-EM 1999 im schwedischen Malmö nicht nur als Sportkameraden gekannt und geschätzt habe, wird etliche Rekorde bei der Beisetzung im engsten Familienkreis auf dem Scharmbecker Friedhof mit in sein Grab nehmen. Das sind allein an Weltrekorden gemessen aktuell immer noch die der M70 mit 15,89m aus 2008, der M75 mit 14,24m aus 2013 und unter dem Hallendach der M75 mit 14,48m aus 2014. Das hell strahlende Nordlicht gewann in den Ringen dieser Welt, von Europa und Deutschland insgesamt (Halle und Stadion) je fünf globale und kontinentale sowie elf nationale Titel.
Das beleuchtet jedoch lediglich die sportliche Attitüde dieses Gentlemans in mal kurzen und langen Hosen. Denn er widmete sich mit einem als Späteinsteiger beachtlich heruntergearbeiteten Handicap auch dem Golf. Wer mehr über den Verstorbenen erfahren und lesen möchte, dem sei der ausführliche Nachruf im „Weser Kurier“ empfohlen. Der vermittelt auch etwas vom Menschen und Kunstmentor Marg.

Äußerst dürftige Berichterstattung der Senioren-DM beim DLV

(Baunatal/Krefeld, 12. September 2021; 10 Uhr) Nach mehr als elendig langen zwei Monaten Sendepause erschien am 09.September (davor 02.Juli) wieder ein Beitrag in der grundsätzlich miserabel gepflegten Senioren-Spielecke der Verbandsnetzseite des DLV. Da wäre es ausgesprochen naheliegend gewesen, eine Vorschau auf die im Vorfeld skandalträchtigen Deutschen Senioren-Meisterschaften vom 10. bis 12.September 2021 im hessischen Baunatal zu veröffentlichen. Wäre, Konjunktiv eben a la Hätte, hätte, Fahrradkette" nach dem vergeblichen Kanzlertür-Rüttler Peer(lusconi) Steinbrück. Stattdessen erschien in einem riesigen Aufguss mit dem Eigeninteresse eines deutschen Teilnehmers ein Bericht von der bereits einige Tage zurückliegenden exotischen Berglauf-Masters-WM im Stubaital in Österreich. Da wird das Weihrauchfass über alles geschwenkt, dass es nur so qualmt.

Fehlinterpretation der angeblich schwachen Beteiligung

Heute wird der bass erstaunte Besucher, so er dieses Fenster, wo es meist nix zu fensterln gibt, überhaupt noch aufsucht, mit einem seichten Beitrag vom Auftakt der 2,5-tägigen Titelkämpfe überrascht. Da durfte die offiziell durch die Auflösung des Bundesausschuss‘ Senioren abgeschaffte ehemalige Öffentlichkeitsarbeiterin und Wurf-Allrounderin Bettina Schardt von der MTG Mannheim wieder ans Werk. Klarer Fall: Der Ärmsten sind mit imaginären Fesseln die Hände gebunden: Natürlich darf sie das Nest dieser - Achtung: Satire - blitzsauberen Dachorganisation nicht beschmutzen, musste die heile Leichtathletik-Welt abbilden, die es im Zusammenhang mit dieser Ü35-DM garantiert nicht gibt (wir berichteten rauf und runter in alle Facetten).
Dabei heraus kam die klassische 1:0-Berichterstattung mit einem Abklatsch der Aneinanderreihung von Ergebnissen in Textform, garniert mit ein paar weichgespülten Anmerkungen. Definitiv falsch liegt Frau Schardt mit ihrer Einschätzung, einer schwach besuchten Meisterschaft mit teilweise dünn besetzten Feldern. Die hat es immer schon gegeben. Und wir bleiben unumstößlich und beharrlich bei unserer Feststellung, dass eingedenk der Kappung etlicher Disziplinen (darunter Diskuswurf, wovon auch B.S. aus M. betroffen ist) und der Einschränkung von Mehrfachstarts 1.033 Gemeldete eine fürwahr ansehnliche Zahl sind. In der Relation betrachtet absolut vergleichbar mit jenen 1.283 Startwilligen bei der letzten Freiluft-DM vor Corona 2019 in Leinefelde-Worbis (Thüringen).

Corona und Zahn der Zeit hinterlassen tiefgreifende Spuren

Richtig ist, dass diese neue Geißel der Menschheit auch sportlich tiefgreifende Spuren hinterlassen hat. Erschwerend kommt hinzu, dass selbst bei Athleten mit besonders langem Haltbarkeitsdatum irgendwann der Zahn der Zeit nagt. Nicht mehr kontinuierlich, sondern mitunter erdrutschartig. Aufgemacht am Beispiel von Stabhochsprung-Überflieger Wolfgang Ritte (im Bild) vom SC Bayer 05 Uerdingen. Sein Weltrekord in der M65 wird mit 4,05m notiert. Obwohl der 68-jährige bei seinem Klub Sommer wie Winter formidable Trainingsbedingungen vorfindet und als ungekrönter Großmeister der punktgenauen Vorbereitung gilt, gerne auch mal ein Show-Einlage zelebriert, musste er sich Freitag bei seinem immer noch sehr komfortabel ausfallenden Titelgewinn mit 3,50m (JBL 3,71m) bescheiden.

Wolfgang Knabe hat sich vermutlich beim Weitsprung verletzt

Kaprizieren wir uns auf ein weiteres Trumpf-Ass in unserer Vorschau, das DLV-Topmodel Wolfang Knabe (*1959) vom OSC Damme. Der amtierende vierfache Dreisprung-Weltrekordhalter trat gestern zu seiner Paradedisziplin und dem gemeldeten 100-m-Sprint nicht mehr an. Ohne es genau zu wissen, darf gemutmaßt werden, dass sich der 60-jährige Niedersachse bei seinem unerwartet hauchdünnen Weitsprung-Erfolg von 5,10 zu 5,06m (JBL 5,64m) verletzt hat. Nach drei ungültigen Versuchen sprang er im vierten Durchgang jene 5,10m. Obschon kein sanftes Ruhekissen, verzichtete er aller Wahrscheinlichkeit nach nicht freiwillig auf die Fortsetzung des Wettbewerbs.

„Highländer“ Andreas Deuschle tauschte die Rollen

„Highlander“ Andreas Deuschle (*1968) vom LAC Essingen tauschte mit Erfolg die Rollen und den Verein. Der urige Württemberger, für die CDU dem Stadtrat seiner Heimatgemeinde Nürtingen angehörend, gewann gestern überlegen mit 15,34m und einem satten Vorsprung von 1,43m auf den Zweitplatzierten das Kugelstoßen der M50. Das war freilich ein veritabler Ausreißer nach oben, wobei allerdings noch sein stark unterbelichtetes nächstbestes Resultat von 14,20m (JBL 15,46m) zum Titel gereicht hätte. – Alles Weitere überantworten wir der bisherigen Ergebnisübersicht.

Olympia-Dritte Kirsten Münchow für Hammerwurf der W40 gemeldet

Tragen wir noch nach, dass wir bei unseren beiden jüngsten Aufmachern zur DM 2021 ein höchst prominente Gemeldete bei dem Wust an Altersklassen und Disziplinen regelrecht übersehen haben. Was speziell bei ihr auch leicht passieren kann. Denn sie betreibt bei ihrem Nachnamen ein munteres Wechselspiel. Die (vorerst) vollständige Kollektion der „Hammerfrau“: Münchow – Klose – Münchow – Hilbig – Münchow (siehe Link). Der dazu gehörige Vorname: Kirsten, ihres Zeichens Olympia-Dritte 2000 in Sydney (Australien) bei der Premiere des olympischen Hammerwurfs der Frauen mit damaligem deutschen Rekord von 69,28m. Nunmehr ist die inzwischen 44-Jährige für die Konkurrenz der W40 gemeldet, die um 10.20 Uhr zusammen mit der M40 ausgetragen wird.

Abspaltung der 390.000 Senioren*innen vom DLV ist dringend geboten

(Baunatal/Darmstadt/Krefeld, 12. September 2021; 19 Uhr) Ohne auch nur die Leistung des, mit Verlaub, letzten Hinterbänklers bei diesen heute beendeten 2,5-tägigen Deutschen Senioren-Meisterschaften schmälern zu wollen, werden sie keinen Eingang in die Ruhmeshalle derartiger Titelkämpfe finden. Die Schuld daran trägt einzig und allein mit einer unwürdigen, skandalösen und schikanösen Inszenierung nach Totengräber-Mentalität der veranstaltende Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit seinem Feudalsitz in Darmstadt. Das müssen wir nicht alles bis ins kleinste Detail Revue passieren lassen, da dies exklusiv auf unserer Internet-Plattform in etlichen Beiträgen bereits in aller gebotenen Ausführlichkeit geschehen ist. Zuletzt gestern und heute Morgen. Noch einmal plakativ erwähnt werden muss(te) es in diesem Zusammenhang dennoch. Und selbst am Ort des Geschehens im Parkstadion zu Baunatal in Nordhessen lief mit obskuren Maßnahmen, Be- und Gegebenheiten noch so einiges drunter und drüber wie bei Hempels unterm Sofa.

Kugelstoßer Andy Dittmar der vermutlich überlegenste Titelgewinner

Doch damit genug der verdienten Schelte, wofür die Aktiven schlussendlich nicht verantwortlich zeichnen, indes ein traurig' Lied davon singen können. Werfen wir nach der uns eigenen Art keinen Börsenbericht mit aneinander gereihten Zahlen abliefern zu wollen, die letztlich durch die Ergebnisliste widergespiegelt werden, noch einen oberflächlichen Blick auf einige erwähnenswerte Resultate. Bevorzugt und nachvollziehbar aus unserem originären Bereich von Stoß und Wurf.
Der kugelstoßende deutsche Vorzeige-Senior Andy Dittmar (*1974) von BiG Gotha war in Prozenten ausgedrückt der wohl überlegenste Sieger dieses Festivals des immerwährenden Nachwuchses für die nächsthöhere Altersetage. Der aktuell mit 18,09m 14. der deutschen Bestenliste bei den Männern (!) hatte bei seinem erwartungsgemäß souveränen Sieg in der M45 (17,58m) einen Riesenvorsprung von 5,28m auf den ersten „Verlierer“. Das sind etwas mehr als 30 Prozent Abstand. Ja, der 47-jährige Koloss aus Thüringen ist eine phänomenale Ausnahmeerscheinung und macht alle Preise kaputt. Aber „versilberte“ 12,20m für diese Altersklasse sind nicht gerade das Gelbe vom Ei. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass mit dem bevorzugt Diskus werfenden Ralf Mordhorst (*1973) vom LAC Lübeck der mit 14,48m nächstbeste Kugelstoßer fehlte. Bei ihm und anderswo ging der perfide Hintergedanke des DLV auf, zur Minimierung der Gesamtteilnehmerzahl mit der Streichung von Diskus die klassischen Doppelstarter fernzuhalten.

Kirsten Münchow unter dem Radar und Flugshow der „Ritte Air“

Längst nicht so überlegen wie es ihre (vorjährige) Meldeleistung von 50,60m vermuten ließ, setzte sich Kirsten Münchow vom VfR Eversen in der „gemischten Raubtiergruppe“ von W40 und M40 mit 45,52 zu 43,88m gegen die freilich vier Jahre jüngere Mareike Becker (*1971) vom LAC Lübeck durch.
Über den Tellerrand schauend allemal erwähnenswert die Flugshow der vollzählig versammelten „Ritte Air“ vom SC Bayer 05 Uerdingen im Stabhochsprung mit Vater, Mutter, Sohn, Tochter und Schwiegersohn. Christina (*1982) hatte bei ihren 3,00 Metern in der W35 freilich ebenso ein Alleinstellungsmerkmal wie Ute (*1952) bei 2,30m in der W65. Als Sieger der M40 ging's bei Thomas (*1979) mit 4,20m am höchsten hinaus, sein Schwager Timo (*1981, geb. Stolle) wurde hier mit 3,30m Dritter. Den Erfolg von „Flotten-Chef“ Wolfgang Ritte (*1953) mit 3,50m in der M65 hatten wir nebst Bild bereits in unserem heutigen Frühbeitrag erwähnt.
Den großen Rest überlassen wir dem Interesse des geneigten fachmännischen Betrachters in der Ergebnisübersicht mit der Möglichkeit der Selektierung nach eigenem Gusto und einer Zusammenfassung als PDF-Datei.
 

Ein Fazit mit dem Aufruf zur Revolte

Resümierend betätige ich mich mal unverhohlen und unverblümt als ketzerischer Aufwiegler. Solange das unsägliche Schmierentheater in mehreren Akten noch in frischer Erinnerung ist, sollte eine ernsthafte Abspaltung der rund 390.000 Senioren*innen vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) betrieben werden. Denn die sollten sich als reines, willfähriges, über den (Schlacht-)Tisch gezogenes „Zahlvieh“ eigentlich zu schade sein. Und der günstige Nebeneffekt für den DLV: Er wäre diesen lästigen Klotz am Bein los, wie es unlängst unser Gastautor Knut Reimann in seiner Kolumne nannte. Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer Basta!

Es war reichlich Sand im Getriebe zum Auftakt der Senioren-DM

Kolumne

Moment mal

(Live aus Baunatal, 10. September 2021; 23:50 Uhr)
Bemühen wir zum Einstand gleich mal das Phrasenschwein: Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Es sollten allerdings bei einer (mutmaßlich) akribisch, generalstabsmäßig vorbereiteten Sportveranstaltung mit erheblichen Erfahrungswerten nach dem Motto „Hoch lebe die Vorlage“ derer nicht allzu viele sein. Ohne hier den Miesmacher zu geben, muss es schon noch erlaubt sein (verhindern kann es eh keiner), die in den Brunnen gefallenen Kinder beim Namen zu nennen. Ganz allgemein und oberflächlich: Es war reichlich Sand im Getriebe zum heutigen Auftakt der ersten Deutschen Senioren-Meisterschaften in den Einzel-Disziplinen unter freiem Himmel im Corona-Zeitalter in Baunatal (Hessen). Das entschuldigt einiges, indes längst nicht alles. Insbesondere nicht das, was bereits seit Jahrzehnten praktiziert wird.

Eine reizende junge Dame im „Springer-Dienst“ sorgte für Abhilfe

Klar, einiges Neues war auch dabei. Darunter das digitale Zeitalter mit all seinen Tücken bei der Einlasskontrolle am Nebeneingang des Parkstadions zur Erlangung des Handgelenkbändchens als „Sesam öffne dich“ für Aktive und Betreuer. Meist der männliche oder weibliche Partner mit oder ohne päpstlichen Jagdschein. Trotz I- oder Smartphones neuester Baureihe, ließ sich der ausgehängte QR-Code mitunter zum Verrecken nicht abspeichern. Großes Kompliment an eine reizende junge Dame (Name leider nicht bekannt), die im „Springer-Dienst“ mit nicht erlahmender Geduld für Abhilfe sorgte. Aber in diesem Stile ging es nicht munter weiter.

Riesiger Stau bei zu spät beginnender Gerätekontrolle

Ein großes, Adrenalin verschleuderndes Ärgernis war die arg verspätete Öffnung der Gerätekontrolle um 12.30 Uhr. Ein Riesenstau von Kugelstoßern, Hammer- und Speerwerfern mit Maske auf Mund und Nase unter Sauerstoffschuld in einem relativ kleinen Raum. Nicht sehr spaßig. Dazu gepaart mit der Unvernunft der Athleten*innen, das nach der zeitplanmäßigen Reihenfolge der Wettbewerbe (es begann um 14 Uhr mit dem Kugelstoßen der M75 und dem Hammerwurf der M85) abzuwickeln. Jede/r wollte der/die Erste sein. Immerhin kam es bei dem sich aufstauenden Frust nicht zu Handgemengen.

„Neuer“ Kugel-Höchstdurchmesser in Hessen noch nicht bekannt

Das von mir befürchtete und auch prompt eintretende Ärgernis Nummer 3: Der „Gerätekontrolletti“, ein altgedienter Fahrensmann, holte vermutlich genauso alte Schablonen mit Mindes- und Höchstdurchmessern für die Kugel-Abnahme aus seiner Arbeitstasche. Offenbar hatte es sich noch nicht bis Hessen herumgesprochen, dass die Höchstdurchmesser für alle altersgemäßen Geräte der M-Klassen nunmehr auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz (international seit 01.01.2014) 130 Millimeter betragen dürfen. Glücklicherweise nahm er mir nach einem kleinen Disput auch ohne weiteres Beweismittel ab (wir trennten uns gleichwohl freundschaftlich unter gestandenen Mannsbildern), dass dies in einer Fußnote der Regel 188 IWR vermerkt sei. Noch am Rande erwähnt, dass sein wesentlich jüngerer Kollege bei den Nordrhein-Senioren-Meisterschaften Ende August 2021 in Düsseldorf besser informiert, nämlich auf dem neuesten Stand war.

Kompetente Kampfrichter beim Kugelstoßen, inkompetentes Wettkampfbüro

Die Entschädigung ließ freilich nicht allzu lange mit einem sehr kompetenten, freundlichen und zuvorkommenden Kampfgericht auf sich warten. Nach gemeinsamer Absprache begann der Wettbewerb mit den fünf aufrechten Kugelstoßern (ein Gemeldeter fehlte) zehn Minuten vor der Zeit und war bereits um 14.15 Uhr beendet. Mithin die erste Konkurrenz, die ausgewertet wurde und eine Siegerehrung der drei Erstplatzierten erleben durfte. Angeblich 30 Minuten nach Beendigung. Daraus sollte Ärgernis Nummer vier werden: Geschlagene 52 Minuten wurden daraus und die Vorschrift latent gefährdet, spätestens 60 Minuten nach Ende des Wettbewerbes das weitläufige Stadiongelände zu verlassen. Und zwischenzeitlich mehrten sich zwangsläufig die wartenden zu ehrenden Titelträger und Medaillengewinner. Selbst der Zeremonienmeister mit Mikrofon, eine ehemaliger 2,02-m-Hochspringer, und die drei bereitstehenden Honoratioren wurden zunehmend unruhiger.

Absurde Eingangs-/Ausgangsregelung, die beim Bäcker Sinn macht

Wären wir spornstreichs beim Ärgernis Nr. 5. Wie beim Bäcker des Vertrauens, so er dazu die Möglichkeiten hat, sind Ein- und Ausgang auch im Parkstadion hübsch, obendrein sehr weit voneinander getrennt. Um die Arena, für was auch immer, zu verlassen, ist ein Schlupfloch neben den Toiletten am oberen Gang des Tribünentrakts vorhanden. Da durfte man(n)/frau allerdings nicht wieder herein. Wer sich beim „Caterer“ ein Würstchen oder sonst was zur Stärkung holte, musste also einmal 180 Grad um den „Tempel“ herum gehen. Das ist schon ein ganz ordentlicher Fußmarsch. Dazu in aller Regel mit vollem „Kampfgepäck“ mit Geräten et cetera.

Einige de- und halbmaskierte Volltrottel

Ein latentes Ärgernis, geben wir ihm die Nr. 6, all‘ jene, die da wo Maskenpflicht angezeigt war, sie gar nicht oder auf Halbmast unter der Nase trugen. Das ist selbstverständlich nicht den Organisatoren anzulasten. Was mich betrifft, habe ich diese Volltrottel beiderlei Geschlechts in meiner bekannt charmanten Art höflich auf ihr Fehlverhalten hingewiesen. Denn merke: Regeln sind für alle da und dementsprechend einzuhalten.
Die Ergebnisübersicht vom heutigen halben Wettkampftag unter diesem Link in dem handelsüblichen SELTEC-Durcheinander. Halt, noch eins: Die avisierte Gewitterfront für Baunatal stellte sich erfreulicherweise erst am Abend ein. Wettergott Petrus sei im Namen aller verschont Gebliebenen Dank!