Handgeschriebene Ergebnisliste im Netz: Charmant oder antiquiert?

Glosse

Neben der Spur

(Dessau-Rosslau/Krefeld, 18. September 2021)
Wer hätte das gedacht? Nostalgie pur! Und das in Zeiten moderner Kommunikationsmittel auch oder gerade im Sport, bei denen morgen bereits überholt ist, was gestern noch als der letzte Schrei einer Neuentwicklung auf den Markt gekommen ist. Kurzum: Es gibt es also noch, das gute alte IBM. Das weltweit bekannte Kürzel steht jetzt allerdings nicht für das us-amerikanische IT-Unternehmen „International Business Machines“ Corporation. Nein, ganz schlicht für die ironische Übersetzung „Immer Besser Manuell“. Eben der elektronischen Datenverarbeitung besser nicht zu trauen.
So geschehen und vom ständigen LAMPIS-Mitarbeiter Dieter Krumm gesehen in der handschriftlichen Ergebnisliste vom Internationalen Stabhochsprung-Meeting am vergangenen Mittwochabend in Dessau-Rosslau zu Sachsen Anhalt. Ja, da war und ist doch was? Genau: Das von Walter Gropius 1919 in Weimar gegründete „Bauhaus“ (siehe Link), stehend für bildnerische Architektur, Bildhauerei und Malerei, hat dort seinen Sitz. Ansteckend wirkte dieses Synonym für Fortschritt, Modernität, Design und Stil auf die Macher dieses Flug-Spektakels mit sündhaft teuren, hochtechnischen Geräten aus Glasfiberstäben indes nicht.
Wie immer gibt es mindestens zwei Sichtweisen: Charmant sagen die einen, antiquiert die anderen. Ungeachtet dessen bleibt allerdings zu hoffen, dass etwaig Bestenlisten-reife Leistungen in die normalerweise durch zeitnahe Verknüpfung digital geführten Bestenlisten übertragen werden…

Sportsch(l)au: Erinnerung an die längst vergessene Trinkkur

(Köln/Krefeld, 17. September 2021) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ und anderen Publikationsmedien sowie seinem eigenen Internet-Portal an. Dank seiner freundlichen Genehmigung haben wir honorarfrei seit nunmehr über zehn Jahren (Erstlingswerk am 28. August 2011) in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues dazukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zur Auffrischung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben. As

Drei bis vier Liter Wasser täglich bei einwöchiger Kur

Noch vor wenigen Jahrzehnten fuhren viele Familien jeden Sommer an die Nordsee. Dort wurden oft Trinkkuren mit Meerwasser durchgeführt. Diese schmeckten furchtbar, galten aber als gesund. Die Bedeutung und Wirkung von Wasser für die Entgiftung war von jeher bekannt. Heute haben die Trinkkuren indes an Bedeutung verloren, obwohl die Wirkung des Trinkens aus rein gesundheitlichen Gründen, wohl gemerkt, für die Ausschwemmung von Giftstoffen wissenschaftlich belegt ist.
Nachfolgend die Zusammenstellung für eine siebentägige Trinkkur: Morgens direkt nach dem Aufstehen 0,3 l lauwarmes Wasser; zum Frühstück drei bis vier Tassen ungesüßten, entkoffeinierten grünen Tee oder milden Kräutertee; bis zum Mittagessen/frühen Nachmittag jede Stunde 0,3 l Wasser; ab 14/15 Uhr regelmäßig kleinere Portionen trinken; Abends vor dem Zubettgehen 0,3 l laufwarmes Wasser.
Bei dieser Trinkkur sollten täglich drei bis vier Liter Wasser getrunken werden! Unbelastetes, kohlensäurefreies oder –armes Wasser ist am besten geeignet. Dabei sollten zwei Drittel der Flüssigkeit bis zum Nachmittag konsumiert worden sein.“
Redaktioneller Hinweis auf einen Beitrag in unserem Schaufenster Flurfunk.

Diskuswerferin Ruth Baumann schreibt heute die neunte Null

(Dinslaken/Krefeld, 15. September 2021) Naturgemäß gibt es weitaus angenehmere Chronistenpflichten, als innerhalb weniger Tage zwei Nachrufe zu verfassen und zu veröffentlichen. Höchst erfreulich, dass wir dem nun etwas ausgesprochen Positives von einem bislang erfüllten und langen Leben entgegen setzen können. Die erfolgreiche, immer noch aktive Diskuswerferin Ruth Baumann (*15.09.1931) von SuS 09 Dinslaken am Niederrhein schreibt just heute die neunte Null. Eigentlich hätte die Jubilarin vergangenes Wochenende bei den Deutschen Senioren-Meisterschaft im hessischen Baunatal in ihrer national schon neuen Altersklasse W90 in den Ring gehen wollen. Doch nicht nur zur ihrem Leidwesen und Bedauern wurde ihre Paradedisziplin Diskuswurf aus nicht nachvollziehbaren Gründen mutwillig aus dem Programm genommen. Aber über diesen frevelhaften Akt der Verhinderung haben wir ja seit Bekanntwerden in den letzten Wochen gebührend verurteilend berichtet.
Eine ausführliche Laudatio zur Vollendung des 90. Lebensjahres befindet sich unter dieser Verlinkung auf dem Internet-Portal ihres Klubs.

Senioren-DM: Nach Tag 1 (bislang?) keine Berichterstattung beim DLV

Kolumne

Moment mal


(Darmstadt/Baunatal/Krefeld, 16. September 2021)
Wenngleich es dieselbe – nicht vorhandene – Auswirkung hat, als fiele vor dem Hauptbahnhof in Darmstadt ein Fahrrad um, werden wir nicht müde bei diesem unsäglichen Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) die Tastaturfinger in die vielen Wunden zu legen. Da wurde, drastisch formuliert, wieder einmal das Messer im Ferkel stecken gelassen. Auf der Senioren-Spielecke des digitalen Mitteilungsorgans prangt mit Datum des Katastrophentages 11.September (nine eleven) bislang unverändert der Beitrag „Senioren-DM Tag 1: Erfolgreiche Rückkehr auf Meisterschaftsbühne nach…“ Irgendwie bezeichnend und mit Symbolcharakter.
Eingedenk der vielen negativen Begleitumstände mal abgesehen von der schamlosen Übertreibung in der Überschrift: Und was ist im DLV-Sprachgebrauch ausgedrückt „With the Days after“ (Mit den Tagen danach)? Der weitaus größte Teil der Entscheidungen dieser Titelkämpfe vom 10. bis 12.September in Baunatal  fanden an Tag zwei und drei statt. Nix von alledem. Folglich auch kein handelsübliches Resümee des hohen Hauses von Friede, Freude, Eierkuchen, wie toll denn alles war. Zugegeben: Das wäre geschenkt.

Schändliches Verhalten gegenüber der Ü35-Generation

Wer oder was hat der früheren ehrenamtlichen Öffentlichkeitsarbeiterin Bettina Schardt von der MTG Mannheim, die für den erschienenen Beitrag verantwortlich zeichnete, die Lust genommen, ihr begonnenes Werk fortzusetzen? Denn dass sie es sich freiwillig entgehen lässt, in dritter Person von ihrem eigenen Erfolg im Hammerwurf der W45 zu berichten, ist schwerlich anzunehmen. Dass die notgedrungen anwesenden Hauptamtlichen um den Senioren-Referenten David Deister kein gesteigertes Interesse an den Talenten von gestern und vorgestern haben, ist hinlänglich bekannt.
Per Saldo ist es schlichtweg schändlich, wie der DLV einmal mehr mit seiner zahlenmäßig größten Fraktion umspringt. Das war das berühmte, mitunter berüchtigte Tüpfelchen auf dem i. Nix wie raus aus dieser unfähigen Dachorganisation!
Vorher verleiht LAMPIS jedoch mit unverhohlener Schadenfreude die virtuelle Schlafmütze des Mannes im Mond. Denn merke: Ein Online-Medium ist kein Wochenblatt, noch weniger ein Monatsmagazin. Da ist zeitnahe Berichterstattung von aktuellen Ereignissen geboten.

Hammerwurf-Weltrekordler Jurij Sjedych erst 66-jährig verstorben

(Sittard/Paris/Krefeld, 15. September 2021) Große Ungewissheit herrschte beim zu Deutschland grenznahen AV Unitas Sittard in den Niederlanden. Hammerwurf-Nationaltrainer Michel Leinders hatte für seine verschiedenen Kader-Athleten keinen Geringeren als den seit Anfang der 1990er Jahre in Paris lebenden amtierenden Weltrekordler und dort eine private Werfer-Akademie unterhaltenden Jurij Sjedych (*11.Juni 1955) vergangenes Wochenende zur Leitung eines Lehrganges eingeladen. Die Lernwilligen nebst ihrer Heimtrainer warteten jedoch vergeblich. Nunmehr ist bekannt, weshalb der gebürtiger Ukrainer nicht erschien. Sein nicht minder prominenter, ehedem stabhochspringender Landsmann und Präsident des Nationalen Olympischen Komitees, Sergej Bubka, teilte via Twitter mit, dass Sjedych gestern verstorben sei. Er wurde lediglich 66 Jahre alt, wo das Leben nach einem Schlager von Udo Jürgens, Gott hab' ihn selig, angeblich erst beginnt.
Einer mehr, der auch in diesem Fall viel zu früh seinen bei der EM 1986 in Stuttgart aufgestellten, bereits 35 Jahre alten Weltrekord von 86,74m mit ins Grab nimmt. Über diese Bestmarke hinaus (er hielt mit 67,74m zeitweise auch den Weltrekord in der M45, aufgestellt 2001 in Clermont-Ferrand) wurde der spätere Wahl-Franzose über einen langen Zeitraum hinweg zweimal Olympiasieger (1976, 1980), einmal Weltmeister (1991 in Tokio) und dreimal Europameister (1978, 1982, 1986). Der Verstorbene hinterlässt seine Frau aus zweiter Ehe, die Kugelstoß
-Olympiasiegerin von 1988 Natalja Lissowskaja, und die gemeinsame Tochter, die für Frankreich startete und bei den Olympischen Jugend-Spielen 2010 in Singapur die Goldmedaille im Hammerwurf gewann.