Eine prima Veranstaltung mit kleineren Schönheitsfehlern

(Euskirchen/Krefeld, 20. September 2021) Ex-US-Präsident Donald „Duck“ Trump kreierte den Begriff „Alternative Fakten“. Was in seiner eigenen Herrlichkeit letztlich von ihm in die Welt gesetzte, anderswo gegeißelte „Fake News“ (Falschmeldungen) waren. Corona brachte die Bezeichnung „Neue Normalität“ hervor, weil wir die alte wohl nie oder so schnell nicht wiederbekommen werden. Die gibt es auch in der Leichtathletik, und sogar in der Diaspora des Landesverbandes Nordrhein, der speziell bei der Ü30-Generation in vorauseilendem Gehorsam und auf DLV-Linie so manches in der Vergangenheit zu verhindern wusste. Ein Wiederbeginn wurde bei den zweitätigen LVN-Seniorenmeisterschaften Ende August in Düsseldorf gemacht. Die Region Südwest setzte es am vergangenen Wochenende mit ihren offenen Einzel-Meisterschaften für alle Klassen im Erftstadion in Euskirchen fort. Chapeau!

Neudeutsches Regelwerk nicht bekannt... 

Dort wurde, wie schon in der Landeshauptstadt, der Nachweis geliefert, dass es auch in coronären Zeiten ohne Tamtam und Säbelgerassel (DM in Baunatal) ganz entspannt zugehen kann. Ein freundlicher junger Mann hakte am Tribüneneingang bei der Einlasskontrolle die Teilnehmerliste ab und prüfte das Vorliegen der 3G-Regel. Danach signalisierte er freien Zugang zur Abholung der Startunterlagen und gegebenenfalls zur Geräteüberprüfung, was praktischerweise gleich nebeneinander am Zielhaus lag. Zuschauer waren ebenfalls willkommen. Kleiner Wermutstropfen: Auch hier wusste der Kontrolleur nicht um das neudeutsche Regelwerk (international seit 01.01.2014), wonach alle unterschiedlich schweren Kugeln von 3 bis 7,26kg bei den Senioren einen Höchstdurchmesser von 130mm haben dürfen. Ralf Unger (*1947; im Bild) vom TuS Kerpen-Buir war in weiser Voraussicht auf derartige Unbill mit großem Diskussionspotenzial vorbereitet. Er hat mit seinem Smartphone die entsprechende IWR-Regel 188 mit DLV-Fußnote abfotografiert und konnte sie dem nicht Informierten vorlegen. Mithin hat der auch wieder etwas dazugelernt.

...und es erfolgte keine Ergebnis-Verknüpfung mit der deutschen Bestenliste

Zweiter Tropfen im Freudenbecher: Obwohl die Region Südwest die zwangsverpflichtete Software von SELTEC zur Ergebnisübermittlung verwendet, erfolgte keine Verknüpfung mit der unterjährig geführten deutschen Senioren-Bestenliste. Da der deutsche M70-Meister von 2017 in Zittau (14,19m) nach zweijähriger Abstinenz seinen ersten Wettkampf absolvierte, waren seine nach den Trainingsleistungen (um 12,50m) gemessen noch unterbelichteten 11,86m zwangsläufig Saisonbestleistung. Die bringt den Kerpener in jener Statistik an die sechste Position hinter Holger Knie (11,89m), vor dem er mit 12,86 zu 12,60m bei der DM 2018 in Mönchengladbach Vizemeister geworden ist.