Abspaltung der 390.000 Senioren*innen vom DLV ist dringend geboten

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(Baunatal/Darmstadt/Krefeld, 12. September 2021; 19 Uhr) Ohne auch nur die Leistung des, mit Verlaub, letzten Hinterbänklers bei diesen heute beendeten 2,5-tägigen Deutschen Senioren-Meisterschaften schmälern zu wollen, werden sie keinen Eingang in die Ruhmeshalle derartiger Titelkämpfe finden. Die Schuld daran trägt einzig und allein mit einer unwürdigen, skandalösen und schikanösen Inszenierung nach Totengräber-Mentalität der veranstaltende Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit seinem Feudalsitz in Darmstadt. Das müssen wir nicht alles bis ins kleinste Detail Revue passieren lassen, da dies exklusiv auf unserer Internet-Plattform in etlichen Beiträgen bereits in aller gebotenen Ausführlichkeit geschehen ist. Zuletzt gestern und heute Morgen. Noch einmal plakativ erwähnt werden muss(te) es in diesem Zusammenhang dennoch. Und selbst am Ort des Geschehens im Parkstadion zu Baunatal in Nordhessen lief mit obskuren Maßnahmen, Be- und Gegebenheiten noch so einiges drunter und drüber wie bei Hempels unterm Sofa.

Kugelstoßer Andy Dittmar der vermutlich überlegenste Titelgewinner

Doch damit genug der verdienten Schelte, wofür die Aktiven schlussendlich nicht verantwortlich zeichnen, indes ein traurig' Lied davon singen können. Werfen wir nach der uns eigenen Art keinen Börsenbericht mit aneinander gereihten Zahlen abliefern zu wollen, die letztlich durch die Ergebnisliste widergespiegelt werden, noch einen oberflächlichen Blick auf einige erwähnenswerte Resultate. Bevorzugt und nachvollziehbar aus unserem originären Bereich von Stoß und Wurf.
Der kugelstoßende deutsche Vorzeige-Senior Andy Dittmar (*1974) von BiG Gotha war in Prozenten ausgedrückt der wohl überlegenste Sieger dieses Festivals des immerwährenden Nachwuchses für die nächsthöhere Altersetage. Der aktuell mit 18,09m 14. der deutschen Bestenliste bei den Männern (!) hatte bei seinem erwartungsgemäß souveränen Sieg in der M45 (17,58m) einen Riesenvorsprung von 5,28m auf den ersten „Verlierer“. Das sind etwas mehr als 30 Prozent Abstand. Ja, der 47-jährige Koloss aus Thüringen ist eine phänomenale Ausnahmeerscheinung und macht alle Preise kaputt. Aber „versilberte“ 12,20m für diese Altersklasse sind nicht gerade das Gelbe vom Ei. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass mit dem bevorzugt Diskus werfenden Ralf Mordhorst (*1973) vom LAC Lübeck der mit 14,48m nächstbeste Kugelstoßer fehlte. Bei ihm und anderswo ging der perfide Hintergedanke des DLV auf, zur Minimierung der Gesamtteilnehmerzahl mit der Streichung von Diskus die klassischen Doppelstarter fernzuhalten.

Kirsten Münchow unter dem Radar und Flugshow der „Ritte Air“

Längst nicht so überlegen wie es ihre (vorjährige) Meldeleistung von 50,60m vermuten ließ, setzte sich Kirsten Münchow vom VfR Eversen in der „gemischten Raubtiergruppe“ von W40 und M40 mit 45,52 zu 43,88m gegen die freilich vier Jahre jüngere Mareike Becker (*1971) vom LAC Lübeck durch.
Über den Tellerrand schauend allemal erwähnenswert die Flugshow der vollzählig versammelten „Ritte Air“ vom SC Bayer 05 Uerdingen im Stabhochsprung mit Vater, Mutter, Sohn, Tochter und Schwiegersohn. Christina (*1982) hatte bei ihren 3,00 Metern in der W35 freilich ebenso ein Alleinstellungsmerkmal wie Ute (*1952) bei 2,30m in der W65. Als Sieger der M40 ging's bei Thomas (*1979) mit 4,20m am höchsten hinaus, sein Schwager Timo (*1981, geb. Stolle) wurde hier mit 3,30m Dritter. Den Erfolg von „Flotten-Chef“ Wolfgang Ritte (*1953) mit 3,50m in der M65 hatten wir nebst Bild bereits in unserem heutigen Frühbeitrag erwähnt.
Den großen Rest überlassen wir dem Interesse des geneigten fachmännischen Betrachters in der Ergebnisübersicht mit der Möglichkeit der Selektierung nach eigenem Gusto und einer Zusammenfassung als PDF-Datei.
 

Ein Fazit mit dem Aufruf zur Revolte

Resümierend betätige ich mich mal unverhohlen und unverblümt als ketzerischer Aufwiegler. Solange das unsägliche Schmierentheater in mehreren Akten noch in frischer Erinnerung ist, sollte eine ernsthafte Abspaltung der rund 390.000 Senioren*innen vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) betrieben werden. Denn die sollten sich als reines, willfähriges, über den (Schlacht-)Tisch gezogenes „Zahlvieh“ eigentlich zu schade sein. Und der günstige Nebeneffekt für den DLV: Er wäre diesen lästigen Klotz am Bein los, wie es unlängst unser Gastautor Knut Reimann in seiner Kolumne nannte. Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer Basta!