Christina Schwanitz gab sich und dem Werfertag nicht die Ehre

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(Niederselters/Paris/Krefeld, 29. August 2021) Es mutete schon sehr abenteuerlich an, dass die ehedem weltmeisterliche Kugelstoß-Spezialistin Christina Schwanitz (im Bild) vom LV 90 Erzgebirge zu einem (Betriebs-)Ausflug in die Provinz mit ihren Klubkameradinnen Katharina Maisch und Sarah Schmidt ausschließlich zum Diskuswurf meldet (wir berichteten). Die 35-jährige Jung-Seniorin wurde dann gestern beim zweiten diesjährigen Werfertag der LSG Goldener Grund in Niederselters wie gemutmaßt nicht gesichtet. Wohl aber ihr Heim- und Bundestrainer Sven Lang, der nicht immer über alle Schritte seiner einstigen Vorzeigeathletin informiert zu sein pflegt (Quarantäne-Trip nach Gateshead, 5.Neustädter Kugel-Cup). Der hatte Maisch und Schmidt im Schlepp. Eine merkwürdig anmutende Aktion, sich zum Saisonkehraus dafür hin und zurück 850 Kilometer unter die Autoräder zu nehmen. Antrittsgelder wird es dafür wohl keine gegeben haben, zu gewinnen gab es ebenfalls nichts.

Julia Ritter gewann das klassische Double von Kugel und Diskus

Davor stand beide Male die bienenfleißige, außerdordentlich beständige Julia Ritter vom TV Wattenscheid. Die 23-Jährige schrieb nach langer Zeit zwar diesmal mit 17,44m im Kugelstoßen keine 18 vor dem Komma, stellte jedoch bei unwirtlichen äußeren Bedinungen einen neuen Stadionrekord auf und lag klar vor Sarah Schmidt (15,95m). Den Diskuswurf entschied sie mit 56,42m noch deutlicher vor Maisch (45,57m) und Schmidt (42,60m) für sich. Alle Ergebnisse.

Speerwerfer Johannes Vetter trotz Tagesbestweite von 87,20m nur Zweiter

Werfen wir noch einen Blick in die große weite Leichtathletik-Welt zum gestrigen Juwelen-Meeting in Paris. Speerwerfer Johannes Vetter wurde trotzt der Tagesbestweite von 87,20m aufgrund der hirntoten Regelung des besten finalen Versuchs (80,23 zu 84,84m) der bis dahin drei Erstplatzierten lediglich Zweiter hinter Weltmeister Anderson Peters (85,98m) aus Grenada. Nicht nur für mich vollkommen unverständlich, dass die Athleten*innen der vertikalen Sprünge und von Stoß/Wurf dagegen nicht erfolgreich opponiert haben. Schließlich geht es in der absoluten Spitze um Profis und um beträchtliche Preisgelder sowie Ranglistenpunkte für den „Jackpot“, die aufgrund einer schlechteren Platzierung zum Teil flöten gehen. Davon waren allen anderen deutschen Teilnehmer*innen jedoch weit entfernt, liefen teilweise buchstäblich hinterher. Siehe Ergebnislisten 100m, 3.000m, Disque/Diskus (alles Femmes/Frauen), Triple Saut/Dreisprung und Javelot/Speerwurf (beides Hommes/Männer).

Vier regionale Senioren-Meisterschaften

Kommen wir noch zu unserer originären Mission. Es regnete, leider nicht nur sinnbildlich, an diesem Wochenende insgesamt vier regionale Senioren-Meisterschafen. Die vom Nordrhein in Düsseldorf werden heute fortgesetzt. Eine Zusammenfassung aller Titelkämpfe mit einigen herausragenden Resultaten veröffentlichen wir morgen in unserem Fenster Ergebnisse. Vorab geht es für Mensch gewordene Kiebitze und unersättliche Freunde der Statistik mit den blau unterlegten Verlinkungen zu den Ergebnislisten von Hessen in Heuchelheim, Südwest in Ingelheim, Nordrhein in Düsseldorf (1. Tag) und Westfalen in Bielefeld.