Voodoo-Zauber: DLV ließ japanische Trommler in die Blase stechen

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Miyasaki/Tokio/Krefeld, 26. Juli 2021) „No risk, no fun“ (Kein Risiko, kein Spaß), um es vorab im DLV-Denglish des „Deutschen Leuchtturm-Verbandes“ mit seiner selbst ernannten weltweiten Strahlkraft zu formulieren. Bei einer Teambesprechung am Vorbereitungsstandort in Miyasaki vor rund 125 Athleten und Trainern ließen die Verantwortlichen um Chef-Bundestrainerin Annett Stein und dem Vorstandsvorsitzenden Cheik-Idriss Gonschinska gestern eine Gruppe japanische Trommler in die Blase stechen. Dieser Verband entblödet sich nicht, dass auf seinem Mitteilungsorgan leichtathletik.de unter der Überschrift „Japanische Trommler bringen positive Energie ins DLV-Team“ zu veröffentlichen.
Die wird zwar in dieser aufgeblasenen Mannschaft mit allzu vielen Sporttouristen im Nationaltrikot und nach der Weltbestenliste 2021 lediglich zwei ernsthaften Medaillenkandidaten (die Speerwerfer Johannes Vetter und Christin Hussong) dringend vonnöten sein. Doch die düstere Seite dieser höchst fragwürdigen Aktion mit vermeintlichem Voodoo-Zauber: Es ist eine ungeheuerliche Respektlosigkeit gegenüber dem Gastgeberland, dessen Bevölkerung in erdrückender Mehrheit von bis zu 83 Prozent diese Olympischen (Nachhol- und Geister-)Spiele in Tokio wegen der extrem angespannten Infektionslage nicht gewollt hat. Und wie zum Hohne wird Stein in dem Beitrag zitiert „dass sich alle auf die besondere Corona-Situation eingestellt haben“.
Aber mit diesem vollkommen überflüssigen faulen Hokuspokus werden im Ping-Pong-Verfahren Einheimische und DLV-Tross einem unnötigen Risiko ausgesetzt. Schnelltest hin oder her, die bekanntlich nicht absolut verlässlich sind. Immerhin war es, so sie es bemerkt haben sollte, ein gefundenes Fressen für die Boulevard-Presse. Für uns freilich gleichermaßen.
Redaktioneller Hinweis auf eine Glosse in unserem Klatsch- und Tratsch-Fenster Flurfunk.