Beim DLV herrscht nach der DM mal wieder Friede, Freude, Eierkuchen

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Braunschweig/Darmstadt/Krefeld, 07. Juni 2020) Machen wir es so kurz wie möglich und so lang wie nötig. Dies auch unter dem Aspekt, dass unserem gestrigen Zwischenresümee vom „Leuchtturmprojekt 2.0“, den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Männer/Frauen im Eintracht-Stadion in Braunschweig, vor „Papplikum“ und angeblich 2.000 echten Zuschauern pro Tag (Zweifel sind angebracht) nicht tiefschürfend neue Erkenntnisse als abschließendes Fazit hinzuzufügen wären. Doch, noch dies: Selbst die vermeintlichen Trümpfe stachen allzu selten. Einmal abgesehen von orange-blond, oder ist es blond-orange, eingefärbten schwarzen Haaren blieb sogar der mit Spannung erwartete Auftritt von Vorzeige-Athletin und Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo von der LG Kurpfalz reichlich farblos.
Die, so sie den stattfinden, OIympischen (Nachhol-)Spiele vom 23.Juli bis 08.August 2021 in Tokio kommen für die mit sich und latenten Anlaufproblemen kämpfenden 27-Jährigen womöglich ein Jahr zu spät. Ein für ihre überragenden Fähigkeiten bester „Hüpfer“ von 6,62m – das war’s! Die Weltspitze ist ganz der Disziplin entsprechend weit enteilt, in der globalen Bestenliste 2021 rangiert die Badenerin auf einem geteilten 26.Rang (siehe Link).

Fachleute werden zu ausgemachten Vollidioten abgestempelt

Knallhart und ungeschminkt betrachtet gibt es mit Speerwerfer Johannes Vetter von der LG Offenburg nur einen ernsthaften Goldmedaillen-Kandidaten. So schaut’s aus! Bei realistischer Einschätzung und Vorgehensweise  wird es sich um die kleinste National-Mannschaft handeln, die der Dachverband DLV in Verbindung mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) jemals zu diesem Völkerfest des Sports entsandt hat. Wären da nicht die schönfärberischen Verlautbarungen aus der Kommandozentrale in Darmstadt. Die in der Überschrift mit „Annett Stein zeigt sich mit Ergebnissen bei DM zufrieden“ zitierte Chef-Bundestrainerin impliziert ihr tief angesiedeltes Anspruchsdenken (gegebenenfalls Glückwunsch dazu von dieser Stelle!) oder dass alle anderen vor Ort oder im Internet-Livestream den falschen Film gesehen haben. Und für den gleichermaßen hoffnungslos optimistischen Vorstandsvorsitzenden Cheik-Idriss Gonschinska ist es im typischen Denglish-Misch-Masch „noch eine early season“ (frühe Saison), die keine Rückschlüsse bis zur endgültigen Nominierung (29. Juni) zuließe.
Im Umkehrschluss: Andersdenkende Fachleute und Sportjournalisten wie ZDF-Reporter Peter Leissl („Es bleibt ein schales Gefühl von diesen Titelkämpfen“) oder der Deutschen Presse-Agentur („Düstere Aussichten des DLV für Tokio“) werden mithin indirekt zu ausgemachten Vollidioten abgestempelt.
Ja, so einfach ist das also. Das ändert indes rein gar nichts an der sich selber beantwortenden Frage: „Quo vadis“ (wohin gehst du) einstmals schöne und ruhmreiche deutsche Leichtathletik? Der Istzustand liegt schlussendlich bereits auf dem untrügerischen Präsentierteller der Ergebnisliste.
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