Diskuswurf-Olympiasieger Christoph Harting gibt saisonalen Einstand

(Halle an der Saale/Krefeld, 15. Mai 2021) Nach einem öffentlichen (Fernseh-)Auftritt unlängst beim Quiz-Duell mit seinem ehedem „feindlichen“ Bruder Robert bei „Wer weiß denn sowas?“ mit Moderator Kai Pflaume gibt Diskuswurf-Olympiasieger Christoph Harting (SCC Berlin) den saisonalen Einstand in seiner nicht immer professionell ausgeübten eigentlichen Profession. Der tomatenblonde 31-Jährige geht heute, Beginn um 15 Uhr, bei den Halleschen Werfertagen in den Ring. Dabei steht – nicht nur für ihn – eine Art Dreikampf am Ufer: Die Formüberprüfung unter Wettkampf-Bedingungen, die Erfüllung der Norm (66,00m)  für die etwaig stattfindenden Olympischen (Nachhol-)Spiele vom 23.Juli und 08.August 2021 in Tokio und ein erstes internes Kräftemessen mit möglichen anderen deutschen Kandidaten (siehe Meldeliste) für die drei Flugtickets in die japanische 38-Millionen-Metropole.

Christina Schwanitz hat in Sara Gambetta ernsthafte Konkurrenz

In letzterer Hinsicht hat der einstige Kugelstoß-Wunderknabe David Storl (SC DHfK Leipzig) nichts zu befürchten. Außer ihm ist hierzulande keiner in der Lage die happige Norm von 21,10m zu erreichen. Interessanter wird sein, ob der Ex-Weltmeister von 2011 und 2013 noch mal einigermaßen an sein früheres Leistungsvermögen anzuknüpfen vermag. Seine absolute Bestleistung von 22,20m datiert bis 2015 zurück, mit den 21,20m aus dem Vorjahr zählt er nicht mehr zur internationalen Extraklasse.
Eine ungewohnte Situation wird im Kugelstoßen der Frauen die bisherige nationale Alleinherrscherin Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) bei ihrem Debüt unter freiem Himmel im Jahr zwei von Corona vorfinden. Lokalmatadorin Sara Gambetta vom veranstaltenden SV Halle hat jüngst beim Werfer-Europacup in Split mit 18,86m eine sportliche Duftmarke gesetzt und den olympischen „Türöffner“ von 18,50m bereits geknackt. Das sollte für „La Schwanitz“ kein Problem sein, indes für Alina Kenzel, Katharina Maisch und Julia Ritter vermutlich eine unüberwindbare Hürde darstellen.
Übrigens: Der DLV hat auf seiner Netzseite mit der Überschrift „Hallesche Werfertage mit geballter deutscher Werfer-Power“ den Erwartungshorizont sehr hoch gesteckt. Schau ‘mer mal, dann sehen wir es…

Ex-Hammerwerfer Hans-Martin Lotz in seiner Wahlheimat verstorben

(Melbourne/Krefeld, 14. Mai 2021) Einer der auszog seinen sportlichen Weg zu machen, der ihm daheim verbaut war. Denn ausgerechnet „seine“ Disziplin erlebte gerade einen Boom. Dies überschreibt treffend die sportlich geprägte Lebensgeschichte des ehemaligen Hammerwerfers Hans-Martin Lotz (*01.11.1947 in Kassel), der in Nacht vom 01. auf den 02.Mai 2021 nach längerer Krankheit 73-jährig in seiner australischen Wahlheimat Melbourne verstarb. Dort fand er gestern unter großer Anteilnahme vieler einstiger Sportkameraden und Schützlinge von „Down Under“, dem fünften Kontinent, seine letzte Ruhestätte. (Das Foto zeigt Hans-Martin Lotz, rechts, beim Besuch von Alwin J.Wagner 2013 in Melbourne.)

„Deutsche Känguru“ eine Institution im Hammerwurf in Australien

Hans, Spitzname das „deutsche Känguru“, war als Aktiver und späterer Trainer in Australien eine Institution in Sachen Hammerwurf. Gewissermaßen der Prophet, der im eigenen Lande – übertrieben formuliert – nichts galt. Obwohl er zeitweise unter den „Top Ten“ der Welt rangierte, war er mit seiner damaligen Bestleistung von 72,70m hinter
Manfred Hüning (79,16 m), Karl-Hans Riehm (78,66 m) Klaus Ploghaus (76,76 m) und Manfred Schubert (73,64 m) lediglich Fünfter der DLV-Bestenliste. Eine denkbar schlechte Ausgangsposition, mit nationaler Berufung Träume von Starts bei internationalen Großereignissen zu verwirklichen.
Dennoch hätte es artfremd ohne den Boykott der Olympischen Spiele von 1980 in Moskau geklappt. Weithin nicht bekannt, war er für das Starboot-Team im Segeln nominiert worden.

Zufallsbekanntschaft ebnete den Weg nach „Down under“

Da kam ihm „Kommissar Zufall“ zu Hilfe. Beim Training in Hamburg, wo er studierte und gleichzeitig als verdeckter Ermittler für die Polizei arbeitete, lernte er Andy Pollock aus Melbourne kennen. Er freundete sich mit ihm an, besuchte zusammen mit ihm Australien und siedelte letztlich 1980 über. Dank der sportlichen Visitenkarte ist die Verleihung der australischen Staatsbürgerschaft stark beschleunigt worden. Lotz wurde von 1981 bis 1985 fünfmal hintereinander Landesmeister seiner Wahlheimat, vertrat sie von 1982 bis 1986 bei nahezu allen internationalen Wettkämpfen. Darunter 1983 bei den 1.Leichtathletik-Weltmeisterschaften im finnischen Helsinki. Seine persönliche Bestleistung stellte er mit 73,80m im April 1983 in Melbourne auf, seinerzeit die zweitbeste Weite eines Australiers, die 38 Jahre später aktuell noch Platz sieben in der „Allzeit-Rekordliste“ bedeutet.

Gründervater des Rasenkraftsport-Verbandes

Selber war er bis in die M50 hinein erfolgreich aktiv, hält immer noch viele australische Altersklassenrekorde. Neben seiner selbständigen Tätigkeit als Antennenbauer (in seiner Firma beschäftigte er etliche ehemalige Hammerwerfer) fungierte er mit gleicher Profession und Leidenschaft als Trainer. Mit besonderem Stolz erfüllte ihn, dass auf seine Initiative hin der Australische Rasenkraftport-Verband gegründet worden ist. Nicht allein damit hat sich der knorrige, aber stets aufrichtige und gradlinige Einwanderer aus Deutschland fern der Heimat eine Art Denkmal gesetzt.
Möge er in Frieden ruhen!

Bayern hat bei Meisterschaften ein Herz für die Ü30-Generation

(München/Krefeld, 12. Mai 2021) Werfen wir eine weiteres Mal einen neidischen Blick jenseits des Weißwurst-Äquators in die „Weltstadt mit Herz“ München, wo der Bayerische Leichtathletik-Verband (BLV) seinen Sitz und zugleich auch ein Herz für Senioren*innen hat. Für die zweite Saison unter den Vorzeichen der insbesondere für die Ü30-Generation vieles verhindernden Corona-Pandemie stehen/standen dort sage und schreibe sechs Meisterschaften für die ewigen Talente der nächsthöheren Altersklasse auf der Agenda (siehe Link).
Als abgesagt werden jedoch mittlerweile der DAMM-Wettbewerb in Wendelstein (29.Mai) und die Titelkämpfe im Berglauf in Weitnau (10.Juli) geführt. Das Team-Finale soll jedoch voraussichtlich Mitte August nachgeholt werden. Verschoben worden sind nach uns bereits vorliegenden zuverlässigen Informationen die noch für den 19.Juni terminierten „Bayerischen“ im Stoß/Wurf in Bogen. Da sind als Tagesveranstaltung alternativ der 20., 21. August oder 12.September im Gespräch.
Einige dieser Wettbewerbe sind außerhalb der Wertung für die Meisterschaften offen ausgeschrieben. Da gilt es für Interessenten außerhalb des Verbandsgebietes sich vorher sachkundig zu machen. 

Einfach mal auf den Ursprung von Christi Himmelfahrt zurück besinnen

(Krefeld und die Republik, 13. Mai 2021) Wohlgemerkt: Hier soll keineswegs dem Leichtsinn und der Arglosigkeit das Wort geredet werden. Doch selbst bei vorhandenem, vor allem eingeschalteten halbwegs gesundem Menschenverstand ist nicht immer nachvollziehbar, was unsere hohe Politik so alles an Anti-Corona-Maßnahmen ausbrütet. Manches geht, manches nicht. Da fehlt bei nahezu gleichem Sachverhalt mitunter die Ausgewogenheit und Verhältnismäßigkeit der Mittel. Aber dieser Schachzug der NRW-Landesregierung darf als ausgesprochen klug, um- und vorsichtig bezeichnet werden. Bei Inzidenzzahlen von unter 100 dürfen erst ab kommenden Samstag Außen-Gastronomien für Genesene, (vollständig) Geimpfte und Getestete wieder öffnen und nicht schon heute am bundesweiten gesetzlichen Feiertag.

Vatertag ist eh eine „überflüssige“ neumodische Erfindung

Ursprünglich bedeutet „Christi Himmelfahrt“ 40 Tage nach Ostern die Rückkehr von Jesus Christus zu seinem Gottvater im Himmel. Wiewohl das nicht die historisch begründete Ursache ist (das haben wir im Vorjahr zum selben Anlass ausgeführt) mutierte dieses hohe christliche Fest irgendwann Anfang des 20.Jahrhunderts nebenbei zum „Vatertag“. Weniger um alle Väter zu ehren, als dass sie sich mit feucht-fröhlichen Gelagen bis der Arzt kommt selber feierten. Bevorzugt in Gruppen Gleichgesinnter (oftmals Junggesellen, deren Kinder noch flüssig sind) im mit „Bölkstoff“ beladenen Bollerwagen oder klassischerweise vom Pferd (ersatzweise Trecker) gezogenen Planwagenfahrten auf Wirtschaftswegen durch Feld und Flur. Das verbietet sich allerdings und wird teilweise örtlicherseits im Jahr zwei von Corona wegen der hohen Infektionsgefahr verboten. Und da es sich als großer Trugschluss erwiesen hat, an die durchgängige Vernunft der Menschen appellieren zu wollen, werden verschärft von vielen Städten und Gemeinden Kontrollen durchgeführt. Und das ist gut so!

Keine Himmelfahrt-Sportfeste für die Ü30-Generation

Wer’s trotzdem unbedingt braucht, der sollte sich heimlich, still und leise einen hinter die Binde gießen. Darauf ein Prost mit ein bis drei Corona oder was auch immer! Doch noch besser: Einfach mit einem Tag der Besinnung und Besinnlichkeit zu den Wurzeln von Christi Himmelfahrt zurückzukehren! Das ist in mehrerlei Hinsicht gesünder. Denn flächendeckende Leichtathletik-Sportfeste zum Himmelfahrtstag, insbesondere für die Ü30-Generation, gehören (vorerst?) ebenfalls der Vergangenheit an.
Stichworte Vernunft und Solidarität: Die
„Bekloppten, Behämmerten und Belämmerten" unter den Grenz-Anrainern werden mangels heimischer Möglichkeiten wie die Heuschrecken in die benachbarten Niederlande, ein Hochinzidenz- und -risikogebiet, einfallen. Als ob dieser Ausnahmezustand nicht schon genug wäre? Irre, reif für die Klapsmühle!

Nachwehen der Impfung oder zufällige Duplizität der Ereignisse?

Kolumne

Moment mal

(Satteldorf/Krefeld, 11. Mai 2021)
Vorausgeschickt, dass es sich nicht um den Auftakt einer neuen Serie handelt. Aber es ist derzeit nun mal das alles beherrschende Thema, das wir an einem exemplarischen Beispiel nicht unerwähnt lassen wollen. Dazu zum besseren Verständnis zunächst eigene Erfahrungen einbringend. Meine persönliche „Regierungschefin“ Elke (65) und meine Wenigkeit (76 Jahre reif) haben vergangenen Samstagabend im Krefelder Impfzentrum die zweite Dosis mit dem bislang weitgehend unverdächtigen Immunserum von Biontech/Pfizer verabreicht bekommen. Es gab hier wie da bei den jeweiligen Impfungen keine nennenswerten Begleiterscheinungen. Doch es liegt buchstäblich in der Natur der Sache, dass jeder Körper völlig losgelöst vom Alter anders reagiert.

Es liegt keine Erkrankung an COVID-19 vor

So beim Leichtgewicht unter den Wurfallroundern der Weltklasse, Hermann Albrecht (im Bild) von der Spvvg. Satteldorf in Baden-Württemberg. Der „Herminator“ erzählte mir gestern in einem Telefonat, dass er seit der zweiten Spritze vom genannten selben Hersteller unter schneller Erschöpfung, latenter Schlappheit und Schwindelgefühlen leiden würde. Dabei befürchtete der 81-Jährige schon, durch den flüchtigen Kontakt im Kraftraum mit vier letztlich vom Coronavirus infizierten Fußballspielern seines Klubs trotz vermeintlicher Immunisierung an COVID-19 erkrankt zu sein.

Erst im August ist ein Facharzt-Termin verfügbar

Allerdings konnte ihn der Arzt seines Vertrauens in dieser Hinsicht nach eingehender Untersuchung inklusive Bestimmung der Blutwerte beruhigen, ohne dem Rätsel indes wirklich auf die Spur gekommen zu sein. Der Allgemeinmediziner vermutet eine eher zufällige Duplizität der Ereignisse. Die nicht im Zusammenhang mit dem Blutdruck stehenden Schwindelattacken könnten auch mit der Störung des Gleichgewichtssinns zu tun haben, überwies Hermann deshalb zum Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. Und jetzt kommt das krankende deutsche Gesundheitswesen ins Spiel: Erst im August ist ein Termin verfügbar. „Hoffentlich erlebe ich den noch“, entgegnete der amtierende M80-Hammerwurf-Weltrekordler der Sprechstundenhilfe sarkastisch. Erweichen ließ sie sich dadurch jedoch nicht.
Kurzum: An ein geregeltes Training ist für Hermann vorerst nicht zu denken. Was außer dem fehlenden Lebenselixier bei einem mangelnden Wettkampfangebot speziell für die Ü30-Generation nicht weiter ins Gewicht fällt. Stopp: Aller Voraussicht nach soll an Pfingstsonntag, 23.Mai 2021, in Haßloch (Pfalz) ein Solo für Hammerwerfer stattfinden.
Hätten wir das bei der Gelegenheit für Interessenten auch noch kundgetan.