Technische Probleme verhindern übliche morgendliche Berichterstattung

(Krefeld, 10. August 2022; 08:10 Uhr) Guten Morgen, liebe Stammbesucher und Gelegenheitsgäste!
Der ungewöhnliche Beginn verheißt es bereits andeutungsweise. Entgegen sonstiger Gepflogenheiten können wir heute nicht zu früher Morgenstunde bis spätestens 10 Uhr unseren allmorgendlichen Beitrag als Frühstückslektüre via Äther frei Haus in euer elektronisches Medium welcher Art auch immer senden. Technische Probleme verhindern das bislang. Es wird fieberhaft daran gearbeitet. Aber wer wüsste das nicht, der  mit dem PC arbeitet, liegt der Teufel oftmals im Detail und ist nicht so leicht auffindbar.
Bitte einfach später noch mal reinschauen, bis diese Störmeldung an vorderster Stelle verschwunden ist und der bereits auf Halde liegende Artikel eingestellt wurde. Blumen oder Schmetterlinge aus dem eigenen Garten Eden wollte ich stattdessen nicht abbilden. Allerdings liegt genau da das Problem, dass sich Fotos oder Grafiken nicht in den Bericht einblocken lassen.

Sportsch(l)au: Angst vor dem Älterwerden? Das muss nicht sein!

(Köln/Krefeld, 09. August 2022) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ und anderen Publikationsmedien sowie seinem eigenen Internet-Portal an. Dank seiner freundlichen Genehmigung haben wir honorarfrei seit nunmehr über zehn Jahren in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues dazukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zur Auffrischung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben.  As

Alt zu werden ist nicht nur eine Gnade: Vieles hat der Mensch selber in der Hand

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in unserer Republik steigt stetig (derzeit 78,5 Jahre bei Männern, 83,4 bei Frauen), und sie bleiben obendrein zunehmend länger gesund. Viele haben dennoch Angst vor dem Älterwerden. Das beruht auf einem weit verbreiteten Irrtum. Denn häufig wird Alter mit Gebrechlichkeit und Demenz gleich gesetzt. Das muss nicht so sein. Wir haben es weitgehend selbst in der Hand, was wir daraus machen. Demenz, Alzheimer und Krebs kommen zwar meist im Alter vor, und für die direkt und mittelbar Betroffenen ist das schlimm. Dennoch: Es sind beispielsweise nur zwei bis drei Prozent der Siebzigjährigen, die an Demenz leiden.

Eine positive Einstellung ist von entscheidender Bedeutung

Die Angst vor Krankheit im Alter wird überbewertet. Übermäßige Arztbesuche beweisen das. Gewiss, Vorsorge ist wichtig. Aber dauernd den Blutdruck, das Gewicht und den Cholesterinwert zu messen, trägt nicht zum Wohlbefinden bei. Hilfreicher ist eine positive Einstellung. Sie ist von entscheidender Bedeutung dafür, wie wir altern und wahrscheinlich auch wie alt wir werden. Unsinnig ist es, Lebensjahre zu zählen. Man ist so alt, wie man sich fühlt. Dann ist es doch egal ob mit 50 oder 70.
Dafür gibt es allerdings keine generelle Bedienungsanleitung. Aber eine ganze Reihe nützlicher Tipps, die in allen möglichen Gesundheitsratgebern beschrieben werden. Jeder kann dann seinen Weg finden, um mit neuem Schwung zu ungeahnter Fitness zu gelangen, den besten Sex seines Lebens zu haben und bei besserer Laune die Jahre zu genießen.
Fazit: Nicht von ungefähr wird davon gesprochen, dass bei sportlich aktiven Menschen das biologische Alter durchaus zehn bis 15 Jahre unter dem auf der Geburtsurkunde liegen kann.

Online-Ergebnisliste hat als Dokument die Gegebenheiten abzubilden

(Krefeld, 07. August 2022) Einfach mal etwas Grundsätzliches, was häufig aus purer Schlampig- oder Bequemlichkeit verfälscht wird: Online-Ergebnislisten. Schicken wir zum besseren Verständnis voraus, dass es sich dabei um ein Dokument, mithin eine Art Urkunde, Beweisstück oder Zeugnis handelt. Also ein hohes Anforderungsprofil zu erfüllen, den Verlauf eines Wettkampfes an Zahlen, Daten, Fakten in komprimierter Form widerzuspiegeln hat. Im Idealfall gibt es bei größeren Meisterschaften zur Sicherheit am Wettkampfort zwei Schriftführer (können auch weiblich sein) in herkömmlicher Form mit einem handgeschriebenen Ergebnisprotokoll und der elektronischen Eingabe im Notebook oder Tablet zur zeitnahen Weiterübermittlung in die erwähnte Online-Ergebnisliste (Live-Ergebnisse). Da erfolgt zwangsläufig eine korrekte Wiedergabe des Geschehens, wird beispielsweise ein ungültiger Versuch mit einem x, der Verzicht auf einen Durchgang oder die Fortführung des Wettbewerbs mit einem Bindestrich ( - ) gekennzeichnet.

Kleine Ursache, große (Aus-)Wirkung

Soweit, so gut. Jetzt kommt jedoch die erste Variante ins Spiel, wo das handschriftliche Ergebnisprotokoll im Wettkampfbüro oder später im stillen Kämmerlein des Netzwerk-Administrators am PC in jene Online-Ergebnisliste übertragen wird. Da wird oftmals verfälscht, dass sich die Balken auf dem Boden oder an der Decke biegen. Noch einigermaßen zu verschmerzen, obwohl es ausgemachter Nonsens ist, dass aus einem „nicht angetreten“ (= n.a.) ein „abgemeldet“ (= abg.) gemacht wird. Der Aufwand ist bei vier Zeichen absolut identisch. Ärgerlich wird es jedoch bei, ja, Urkundenfälschung (!), wenn aus meinetwegen vier ungültigen und zwei verzichteten Versuchen in der Ergebnisliste statt ohne gültigen Versuch (= ogV) mit x  x  x  x  -  -  aus grober Vereinfachung und Arbeitserleichterung schlicht
n.a." erscheint. Das nimmt 1.) einem sonst womöglich unterlegenen Konkurrenten den Spaß einen gemeinhin Besseren auch in der Außendarstellung geschlagen zu haben und suggeriert 2.) dem meldenden Verein, dass sein Athlet nicht gestartet ist und die Meldegebühr vermeintlich sinnlos in die Senke geworfen hat. Wie soll da das richtige Gegenteil bewiesen werden? Etwa durch Bezeugung anderer Teilnehmer? Illusorisch, da es der Betroffene, wenn überhaupt, erst irgendwann später daheim bei Anschauung der Resultate bemerkt.
Die Damen und Herren Veranstalter, die sich angesprochen fühlen dürfen, richtiger: müssen, einfach mal 30 Sekunden drüber nachdenken. Schafft ihr schon!  
Redaktioneller Hinweis auf einen aktuellen Beitrag im Fenster Ergebnisse.

Beim DLV-Aufgebot für die EM gilt die Prämisse Masse vor Klasse

(Darmstadt/Erding/München/Krefeld, 08. August 2022) Eine sehr saloppe alte Redensart behauptet: Man wird so alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu. Das darf allerdings für die hauptamtlichen Spitzenfunktionäre des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) um den geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden Cheik-Idriss Gonschinska, der letzte DDR-Meister über 110 m Hürden, und Chefbundestrainerin Annett Stein getrost verneint werden. Dieses sprachliche Duett der Ausreden und Ausflüchte ist aus dem jüngsten kapitalen Absturz seiner 78 Schützlinge bei der WM der Männer/Frauen in Eugene/Oregon (USA) kein bisschen schlauer geworden. Ganz im Gegenteil: Der Heißluftballon wurde beim Aufgebot (siehe Link) für die nächstwöchige so genannte Heim-EM vom 15. bis 21.August im alt-ehrwürdigen Münchner Olympiastadion um sage und schreibe 34 Athleten*innen auf nunmehr insgesamt 112 aufgeblasen. Darunter naturgemäß fast alle WM-Reisenden im Nationaltrikot der Sporttouristenklasse. Wo sonst sollen sie auch alle herkommen? Gleichwohl: Der Laie ist mal wieder bass erstaunt, der Fachmann wundert sich indes nicht mehr über das handelsübliche Gebaren des DLV mit Masse vor Klasse zu operieren und jonglieren.

Manch einer müsste durch den Verband vor sich selber geschützt werden

Das wollen wir jetzt nicht im Detail durchgehen, zumal der Vorwurf nicht in erster Linie den Akteuren zu machen ist. Wohl dies: Großes Kopfschütteln löst in der Szene, namhafte Trainer/innen von einst wie jetzt und ehemalige deutsche Weltklassen-Athleten eingeschlossen, vorneweg die Nominierung von Speerwerfer Thomas Röhler aus. Der Olympiasieger von 2016 (90,30m), ausgestattet mit einer Bestleistung von 93,90m aus 2017, ist schon seit Jahren nur noch ein Schatten seiner selbst. Der 30-jährige Thüringer belegt mit 72,51m den 13. Platz in der aktuellen DLV-Bestenliste und ist 103. in der europäischen Rangliste 2022. Ja, als schlussendlich chancenloser Titelverteidiger der letzten Europameisterschaften von 2018 in Berlin (89,47m) hat er eine so geheißene „Wild Card“, nimmt keinem Landsmann einen der maximal drei disziplinären Startplätze weg. Aber keiner ist verpflichtet, die Freikarte zu ziehen, sich womöglich dem Gespött und der Häme auszusetzen. Insbesondere bei seiner Reputation aus längst vergangenen Zeiten. Manch einer müsste vor sich selber geschützt werden. Aber die restlos überforderte Verbandsspitze schaut tatenlos zu, nein: sie stellt ihn sogar letztlich auf.   

Bei der EM-Vorbereitung in Erding kann die Bierdusche gleich mit geprobt werden

Was diesmal jedoch anders ist? Es wird entgegen der WM kein luxuriöses neuntägiges „Pre-Camp“ im kalifornischen Santa Barbara zur Verschlimmbesserung der Form geben, bleibt im Lande und macht nahe München in Erding ab heute Station. Das ist insofern ganz praktisch, als nebenbei auch die gekonnte Bierdusche zum Abfeiern der vom, wohlwollend formuliert,
fantasiebegabten DLV-Präsidenten Jürgen Kessing gewünschten Medaillen im zweistelligen Bereich geprobt werden kann. Weihnachten ist freilich auch in diesem Jahr erst wieder ab 24.Dezember und – wir wiederholen zu unserer Glosse vom 02.August – ein Wettkampf kein Wunschkonzert.

DLV sollte Anschauungsunterricht bei Belgien und Niederlanden nehmen

Kolumne

Moment mal

(Belgien/Niederlande/Krefeld, 06. August 2022)
 Was machen unsere westlichen Nachbarn aus Belgien (11,56 Mio. Einwohner) und den Niederlanden (17,44 Mio.) bloß anders, vor allem besser, dass sie von der Einwohnerzahl kleiner als Nordrhein-Westfalen (17,93 Mio.), der großen Bundesrepublik Deutschland (83,23 Mio.) bei internationalen Topereignissen in der Leichtathletik bei Männern und Frauen den Rang in allen denkbaren Wertungen abgelaufen haben? Und das mit wesentlich kleineren, jedoch deutlich effizienteren Aufgeboten. Vermutlich demnächst wieder zu bestaunen bei den Europameisterschaften vom 15. bis 21. August 2022 im Olympiastadion der „Weltstadt mit Herz“ München. Der präsidiale Tagträumer Jürgen Kessing hat als Mann im Mond den kühnen Wunsch einer zweistelligen Medaillenbilanz öffentlich geäußert (wir berichteten).

Wer nicht mehr weiter weiß, der bildet einen Arbeitskreis

Was hat sich denn seit der so geheißenen Strukturreform beim DLV-Verbandstag am 17.April 2021 über die nominellen und personellen Umkrempelungen der Zuständigkeiten hinaus nach außen sichtbar tatsächlich getan „bei der Weichenstellung in eine bessere Zukunft“? Wenn einer nicht mehr weiter weiß, dann bildet er einen Arbeitskreis. Der wurde im Oktober 2021 bei einer zweitägigen Veranstaltung in Wetzlar mit der „Ständigen Konferenz für Sportentwicklung“ aus der Taufe gehoben (siehe Link). Das Wort „ständige“ muss da gründlich missverstanden worden sein. Seither trat dieses Gremium dem Vernehmen nach nicht mehr zusammen. In diesem Herbst soll es dann wieder soweit sein. Da haben sie zunächst mal die Scherben der letzten WM in Eugene (USA) und wahrscheinlich der EM gemessen an Kessing gleich mit wegzukehren, ehe es ans Eingemachte geht: Einer Neuorientierung der Spitzensportförderung, bei der restlos alles auf den Prüfstand gehört, alte Zöpfe radikal abgeschnitten werden müss(t)en. Denn die Zeiten sind in vielen Bereichen längst vorbei, wo die Welt am deutschen Wesen genesen soll.

Kampfrichtermangel gibt es bei unseren westlichen Nachbarn nicht

Weshalb nicht mal nachbarlichen Anschauungsunterricht bei Belgien und den Niederlanden nehmen? Das fängt ganz simpel bei dem völlig zu Recht beklagten Mangel an Kampfrichtern hier zu Lande an, der schon so manches Sportfest verhindert hat. Bei den Belgiern wachsen sie anscheinend auf den Bäumen. Allein ab heute sind in den verbleibenden 26 Tagen des klassischen Urlaubsmonats August in diesem überschaubaren Königreich sage und schreibe 56 Veranstaltungen ausgewiesen (siehe atletiek.nu). Da haben die Startwilligen förmlich die Qual der Wahl. Beneidenswert! Dabei war von den Niederländern diesbezüglich noch gar nicht die Rede. Beides für Westdeutsche aus dem grenznahen Bereich durchaus eine Alternative.