Ein Ärgernis: Föderalismus auch bei Leichtathletik-Werfertagen

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Kolumne

Moment mal

(Leichlingen/Krefeld, 28. April 2021)
Vorweg: Es sei jedem von Herzen gegönnt in allenthalben trostlosen Zeiten wie diesen offizielle Wettkämpfe bestreiten zu dürfen. Erst recht in unserem relativ leicht und unverdächtig mit Abstandswahrung zu organisierenden originären Bereich von Stoß/Wurf. Was allerdings stört, Unverständnis und mithin Neid schürt, dass auch hier offenbar greifende föderalistische System „der Einheit von Vielfalt“. Soll heißen: Die unterschiedlichen Bundesländer rühren fernab von aktuell eh durchgängig zu hohen Inzidenzzahlen ihren eigenen Brei an. Eben auch in der Leichtathletik. Und da ist ein klarer Ost-Trend zu erkennen. Rasenkraftsport in Erfurt (Thüringen), Werfertage in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern), Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt), Kienbaum und Berlin-Höhenschönhausen (beide Berlin) waren unlängst möglich.
Aber dem zur  Entkrampfung der Teilnehmerzahlen bewusst zweigeteilten Eia Benner-Werfertag des Leichlinger TV am 30.April/01.Mai wurde behördlicherseits die Durchführung versagt (wir berichteten). Trotz eines umfangreichen Hygienekonzepts, das auch im Vorjahr allen Anforderungen standhielt, und diesmal zusätzlicher Corona-Schnelltests vor Einlass ins Sportzentrum Balker Aue der beschaulichen so genannten Blütenstadt Leichlingen in Nordrhein-Westfalen.
Das verstehe wer will? Meinerseits muss ich passen! So ich noch aktiv wäre, würde ich mich gar gehörig darüber ärgern. Wenn schon denn schon gleiches (Un-)Recht für alle. Dieser vertrackte Virus macht schließlich nicht an irgendwelchen imaginären Grenzen von insgesamt 16 Bundesländern halt. Zumal obendrein überschreitender Wettkampf-Tourismus nicht verboten ist. Ziemlich verrückt, das Ganze.