Brigitte Brunner gewinnt den Joseph Bellinghausen Werfercup

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(Bad Honnef/Alzey/Moosach/Krefeld, 07. Mai 2016) Sportlerherz was willst du mehr, als bei Traumwetter der wie auch immer gearteten herrlichsten Nebensache der Welt zu frönen? Ob es bei den vielen Meetings bundesweit an Christi Himmelfahrt überall so war, vermögen wir natürlich nicht zu beurteilen. Aber beim Werfertag des TV Eiche Bad Honnef um den 3. Joseph Bellinghausen Cup vor malerischer Kulisse mit dem 321 Meter hohen Drachenfels im Hintergrund war es jedenfalls so. Und auch sonst hatten Vera und Roland Wattenbach als Eheleute vom Fach weder Kosten noch Mühen gescheut, eine blitzsauberes Meeting für die Werferfamilie auf die Beine zu stellen und glänzende Rahmenbedingungen in jeglicher Beziehung geschaffen. Einschließlich kleiner geschmackvoller Sachpreise für Sieger und Nächstplatzierte. Das ist schließlich bei Senioren-Sportfesten eher die Ausnahme als die Regel. Erfreulich auch aus Lampis-Sicht, dass offensichtlich unsere kleine Vorschau kurz vor Meldeschluss für einen Schub gesorgt hatte. Lagen dem gastgebenden Klub bis dahin lediglich neun Nennungen vor, häuften sie sich danach bis zum von Roland Wattenbach nicht für möglich gehaltenen bisherigen Rekord-Meldeergebnis von 50 Startwilligen an. Damit war die Kapazitätsgrenze für einen ordnungsgemäßen Ablauf der fünfstündigen Veranstaltung mit drei Disziplinen in theoretisch allen Klassen ab M/W15 aufwärts auch erreicht.

Klaus Kynast in guter Frühform
 
Reich beschenkt und mit einer Leihgabe trat Brigitte Brunner nach der Siegerehrung ihre relativ kurze Heimreise nach Troisdorf an. Denn ihre 11,17m im Kugelstoßen der W60 waren veritable 1.114 Punkte wert. Damit gewann sie den ausgelobten Wanderpokal, den zuletzt Werfer-Urgestein Philipp Frech (*1920) vom Pulheimer SC und zum Auftakt Ralf Unger (*1947) vom TuS Buir für jeweils ein Jahr in ihrem Trophäenschrank stehen hatten. Der für den ASC 09 Dortmund startende Wurf-Allrounder Klaus Kynast (*1949) belegte in dieser Pokalwertung für 12,67m mit der Kugel (1.095 Punkte) und der neuen Saisonbestleistung von 44,79m bei ungünstigen Windverhältnissen mit dem Diskus (1.054) gleich die nächsten beiden Plätze. Aber knapp daneben ist eben auch vorbei. Dennoch war der 66-jährige Westfale aus Hagen mit sich und seinen Leistungen hoch zufrieden.
Versteht sich am Rande, dass längst nicht alle dermaßen von sich begeistert waren. Das bedarf an dieser Stelle keiner besonderen Erklärung, dass zur Erfüllung der individuell höchst unterschiedlichen Ansprüche eben einige Faktoren zusammen kommen müssen. So war Rolf Griesberg (*1952) vom Pulheimer SC relativ kurz vor seinem nächsttägigen Abflug an die Algarve offenbar schon im Urlaubsmodus. Sowohl zunächst mit der Kugel (12,43m), wo er  in der M60 den Kürzeren gegen sein Klubkameraden Willi Mandt (12,88m) zog, als auch anschließend mit dem Diskus (40,06m) blieb er deutlich hinter seinen großen Möglichkeiten zurück.

All-Star-Wertung mit dem Speer ging an Michael Stoltefuß

Das Duell der Rekonvaleszenten im Kugelstoßen der M70 ging an Lampis-Betreiber Axel Hermanns (*1944) von Preussen Krefeld, der neben seiner Tagesbestweite (13,47m) noch drei weitere Versuche jenseits von 13 Meter (13,23, 13,12 und 13,10m) in seiner stabilen Serie hatte. Derweil beließ es sein Kontrahent und langjähriger Sportfreund Hans Josef Weitz (*1946) vom Pulheimer SC mit 13,09m bei einem Ausreißer nach oben. Allemal erwähnenswert jene 51,44m von Michael Stoltefuß (LG Hamm-Kamen-Holzwickede) im Speerwurf der M55, womit er die inoffizielle klassenübergreifende All-Star-Wertung bei den Senioren klar für sich entschied. – Alle Resultate.

Erika Fändrich warf deutschen Rekord mit dem Wurfgewicht

Machen wir noch einen kleinen Nachdreher jener in unserem Veranstaltungskalender genannten Saisoneröffnungen, über die wir noch nicht berichtet haben. Obwohl der Werfertag des TV Alzey in Konkurrenz zu drei Meetings in der näheren Umgebung stand, konnte Chef-Organisator Lutz Caspers mit 73 Teilnehmern/innen einen sehr ordentlichen Zuspruch konstatieren. Aber nicht nur die Masse stimmte. Erika Fändrich (*1961) vom TV Heppenheim verbesserte im Gewichtwurf der W55 den fast 18 Jahre alten deutschen Rekord von Gudrun Mellmann (*1941) von der LG Hamburg um 30 Zentimeter auf 14,04 Meter. Dabei musste sie das Trauma überwinden, dass sie sich vor zwei Jahren in Alzey bei einem Sturz beim Hammerwurf einen komplizierten Handbruch zugezogen hatte. Eine starke Vorstellung bot auch ihr Ehemann Günter, der in der M75 beachtliche 4.286 Punkte im Wurf-Fünfkampf sammelte. – Freunde der Statistik kommen hier auf ihre Kosten.

Norbert Demmel trumpfte abermals auf

Auf frisch herausgeputzten Anlagen startete die mehrteilige Moosacher Werferserie in die Freiluftsaison 2016. Alleskönner Norbert Demmel (*1963) vom TSV Unterhaching knüpfte nahtlos da an, wo er bei der Hallen- und Winterwurf-EM in Ancona (Italien) aufgehört hatte: in bestechender Frühform. Der 54-jährige Bayer erzielte mit dem Hammer (51,79m) und dem Wurfgewicht (20,03m) jeweils persönliche Bestleistungen, die selbst manchen Spezialisten zur Ehre gereichen. Mit der Kugel startete er in die M45 herunter und erzielte hier mit dem 7,26 Kilogramm schweren Gerät 14,34m. Gemessen an seinen 16,66m mit der altersgemäßen „Sechser“ sollte da allerdings noch reichlich Luft nach oben mit einer 15 vor dem Komma sein. – Alle Ergebnisse unter diesem Link.