Nikolaus-Werfertag: Notfalls sorgte Glühwein für Betriebstemperatur

(Mutterstadt/Krefeld, 07. Dezember 2015) Fleißig, fleißiger, RKS Phoenix Mutterstadt! Das ist die  Steigerungsform von Veranstaltungsfreudigkeit. Das muss man sich förmlich auf der Zunge zergehen lassen, dass die Rhein-Pfälzer aus der namentlichen Mutter aller Städte am vergangenen Samstag mit dem Nikolaus-Werfertag ihr 18tes diesjähriges Meeting ausrichteten. Bietet jemand mehr für die häufig stiefmütterlich bis geringschätzig behandelte Spezies Stoß/Wurf? Schwerlich vorstellbar! Und noch sind sind es drei Wochenenden bis zum Jahreswechsel. Wie wär es beispielsweise mit einem schnuckeligen Silvesterwerfen statt der üblichen Böller? Schont obendrein die Umwelt, einschließlich der Haus- und Wildtiere aller Art, und den Geldbeutel. Die Niederländer sind in dieser Hinsicht schon ein ganzes Stück weiter: Sie haben in 56 Städten und Gemeinden Silvester-Feuerwerke verboten. Tusch! Applaus! Chapeau!
Und am Ende einer vor allem in der 12.640-Seelen-Gemeinde extrem langen Freiluftsaison kamen nochmals ganz ordentliche Leistungen heraus. Leider lag über dem Wurfgelände lange Zeit Bodennebel (in Mutterstadt und Umgebung dagegen toller Sonnenschein), sodass die Ringe etwas glatt waren. Das drückte bei gebotener Vorsicht ein wenig auf die Weiten, nicht aber die wieder einmal hervorragende Stimmung der insgesamt 34-köpfigen Werferfamilie von jung bis sehr fortgeschritten. Der angebotene Glühwein, natürlich erst ab 18 Jahren aufwärts ausgeschenkt, sorgte nötigenfalls für die erforderliche Betriebstemperatur. Ob es daran lag? Die eingesetzten Bärenkräfte bewirkten das Zerreißen von gleich drei Hammerwurfdrähten und einem Wurfgewichtgriff. Werten wir es mal als Indiz dafür, dass die Kraftwerte noch oder schon wieder stimm(t)en. Denn manch eine/r wird aus dem vollen Wintertraining an den Start gegangen sein. Prominentester Teilnehmer war der mehrfache Senioren-Europa- und -Weltmeister Hermann Albrecht (*1940) von der Spvvg. Satteldorf. Der exzellente Techniker litt in seiner Paradedisziplin Hammerwurf indes ganz besonders unter den schwierigen Bedingungen. Der 75-Jährige lag mit seiner Tagesbestweite von 44,69m satte 5,95 Meter unter seinem an gleicher Stelle Mitte Mai aufgestellten deutschen M-75-Rekord (50,64m).

Internationaler Anstrich aus Südkorea und Luxemburg

Die Veranstaltung erhielt durch Aktive aus Südkorea und Luxemburg internationalen Anstrich. Allerdings wollten die beiden Asiatinnen Haean Seo (*1985; Bestleistung im Speerwurf 58,75 m) und Lee Seonghye (*1992; BL im Kugelstoßen 15,80 m) kurz vor ihrer langen Heimreise kein Risiko eingehen. Freilich wurden die aufgeschlossenen, fröhlichen Girls aus Fernost dann doch noch überredet im für sie ungewohnten Steinstoßen (Rasenkraftsport-Disziplin) ans eckige Eisen zu gehen. Bei der Kombination aus Speerwurf-Anlauf und Kugel-Ausstoß setzte sich die gelernte Kugelstoßerin Seonghye deutlich mit 12,04 zu 10,97m durch.
Auszug aus der Ergebnisliste: Kugel, M50: Christian Welke (SF Forchheim), 12,50m, M70: Torsten Lange (LG Kreis Ahrweiler) 11,74m; Diskus, M50: Welke 42,67m, M70: Harald Oppermann (RKS Phoenix) 32,17m; Speer, M30: Marcus Veit (LG Rüsselsheim) 44,11m, Hammer, M40: Stephane Tonizzo (CA Dudelange/LUX) 42,09m; M70: Lange 37,70m; M75: Albrecht 44,69m; W45: Mireille Kosmala (CA Dudelange) 40,17m; Gewichtwurf, M75: Albrecht 17,45m, W45: Kosmala 13,60m; Wurffünfkampf, M70: Oppermann 3.211 Punkte, Lange 3.170.
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