Drehstoßer Tom Walsh verbesserte eigenen Ozeanien-Rekord um 13 cm

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(Krefeld/Mutterstadt/Ronsdorf/Moosach, 27. Juli 2015) Es scheint neben der überragenden Klasse der Athleten auch irgendwie am verbreiteten Wohlfühlambiente von Chef-Organisator Gerhard Zachrau und seiner Crew zu liegen, dass auf der Wurfwiese des Sportparks Mutterstadt außergewöhnliche Leistungen geboten werden. Das jüngste Beispiel lieferte der neuseeländische Drehstoß-Techniker Tom Walsh (im Bild) ab. Der erst 23-jährige „Kiwi“ zauberte beim zwölften diesjährigen Werfertag gleich im ersten Versuch die absolute Spitzenweite von 21,50m aus dem nicht vorhandenen Ärmel. Damit verbesserte er seinen eigenen Ozeanien-Rekord (21,37m) um 13 und den nicht ganz zwei Jahre alten Platzrekord, der auch nicht von Pappe war, des US-Amerikaners Reese Hoffa um 31 Zentimeter. Walsh hatte bei früherer Gelegenheit geäußert, dass sein sportlicher Wunsch sei, den zweifachen Weltmeister David Storl einmal zu schlagen. Obwohl Überkreuzvergleiche gewaltig hinken, wäre ihm das zumindest in einer Art Fernduell gelungen. Denn „Storli“, der heute sein 25. Lebensjahr vollendet, stieß gestern in Nürnberg bei der bereits vierten Verteidigung seines deutschen Abonnementstitels „lediglich“ 21,47m. Spätestens bei der WM im „Vogelnest“ von Peking (China) treffen sie direkt aufeinander. Da gibt es indes noch ein paar andere, die bei der Vergabe von Edelmetall ein im doppelten Sinne gewichtiges Wort mitreden wollen. Allen voran der Weltranglisten-Erste Joe Kovacs (22,56m) aus den USA.

Rolf Griesberg warf deutsche Bestleistung


Seine beim Trainingsaufenthalt in Latsch (Südtirol/Norditalien) aufgebaute sehr gute und vor allem beständige Form bestätigte Diskuswurf-Spezialist Rolf Griesberg (*1952) vom Pulheimer SC. Der 63-jährige Kölner steigerte bei einem LSW-Wettbewerb in Wuppertal-Ronsdorf die erst fünf Wochen alte deutsche Bestleistung in der Männerklasse (!) im Diskus griechisch, ein Standwurf-Dreikampf mit überschweren Geräten, in Maßarbeit um sechs Zentimeter. Immerhin blieb sie im selben Verein. Griesberg nahm sie mit 70,14m seinem zehn Jahre jüngeren Klubkameraden und ehemaligen 60-m-Diskuswerfer Olaf „Olli“ Többen ab, der sie seit 09. Juni mit 70,08m in seinem Besitz hatte. Die dazu gehörigen Einzelleistungen von Rolf: 3 kg 27,23m, 3,75 kg 23,46m, 5 kg 19,45m.
Fußnote: Aus triftigem Grunde benutzen wir entgegen unserem sonstigen Lamento bei Andersgläubigen ganz bewusst hier ausnahmsweise die Bezeichnung „deutsche Bestleistung“. Denn LSW-Spezialsport Deutschland e.V. gehört keinem Verband unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) an und kann deshalb keine offiziellen nationalen Rekorde führen. Wer will, mag dies bedauern. Der unbestrittenen Qualität bestimmter Bestmarken tut dies freilich keinen Abbruch. In diesem konkreten Fall schon gar nicht.       
Bei der traditionellen Wurfserie im oberbayrischen Werferparadies Moosach gab es beim Rasenkraftsport-Dreikampf einige nennenswerte Hammerwurf-Resultate: M 50: Norbert Demmel 45,14m; M70: Bernd Hasieber (beide TSV Unterhaching) 43,72m, Albert Fichtner (TSV Wasserburg) 41,81m; W60: Margarete Tomanek (TSV Grafing) 37,24m.
Weitere Ergebnisse aus Mutterstadt: Kugel, M40: Michael Galuschka (TV Nussdorf) 12,69m.
Diskus, M40: Galuschka 42,38m; M50: Christian Welke (SF Forchheim) 45,93m; M65: Gerhard Zachrau (RKS Phoenix Mutterstadt) 46,31m.
Hammer; U14: Omar Alqawati (*2002, MTG Mannheim) 54,68m (Badischer Rekord).