Gottfried Gassenbauer warf tolle 51,06 Meter mit dem 7,26-Kilo-Hammer

(Amstetten/Wien/Mutterstadt/Krefeld, 10. Juli 2015) Zufall, was ist das? Für Hammerwerfer Gottfried Gassenbauer (*1958; im Bild) aus Wien, zugleich Bundesland, ein Fremdwort. Der leitende Direktor des riesigen Sportcenters Donaucity in der österreichischen Metropole pflegt nicht nur berufsbedingt akribisch zu planen und organisieren. Auch bei seiner sportlichen Leidenschaft. Da bei der Senioren-WM vom 4. bis 16. August 2015 in Lyon (Frankreich) bei 31 Gemeldeten nach den Internationalen Wettkampfregeln (IWR) bei über 20 Teilnehmern Ausscheidungen stattfinden müss(t)en, probte er schon einmal den Ernstfall mit zwei Wettbewerben an aufeinander folgenden Tagen. Das war in seiner Altersklasse mit dem Sechser nicht zu haben. Also startete er jeweils bei den Männern mit dem 7,26 Kilogramm schweren Gerät. „Gassi“ warf zunächst außer Konkurrenz bei den Niederösterreichischen Meisterschaften in Amstetten 49,12m. Lediglich 22 Stunden später ging der Filigrantechniker bei den eigenen Landesmeisterschaften auf seiner Wiener Heimanlage gegenüber dem Ernst-Happel-Stadion erneut in den Ring. Dabei schrammte er im dritten Versuch mit 49,98m schon einmal die für ihn magische 50-m-Marke, die er im fünften Durchgang mit 51,06m deutlich übertraf. Noch weit klarer feierte der 57-Jährige seinen 33. Landesmeistertitel seit 1976 bei den Männern. Die erzielte Weite hat in der Relation mindestens die Qualität seiner 56,00 Meter mit dem altersgemäßen Gerät bei den Internationalen Austrian Masters im Möslestadion in Götzis (wir berichteten). Bei Konservierung oder gar Steigerung der Form ist G.G. aus W. bestens für die WM gerüstet. Das ist freilich auch vonnöten. Denn mit dem Russen Victor Bobryshev (Meldeleistung 57,50m) und dem Dänen Tom Jensen (54,20m) hat er zwei besonders ernstzunehmende Konkurrenten. Da werden wohl die bessere Tagesform und das belastbarere Nervenkostüm den Ausschlag über die Vergabe von Gold, Silber und Bronze geben.

Weltjahresbestleistung von Lutz Caspers im Gewichtwurf


Heiß, brüllend war's beim bereits elften (!) diesjährigen Werfertag des außerordentlich veranstaltungsfreudigen RKS Phoenix Mutterstadt. Trotz des nur bedingt leistungsfördernden Badewetters gab es einige sehr ansprechende Leistungen zu notieren. Vorneweg die Weltjahresbestleistung von Lutz Caspers (*1943; im Bild) vom TV Alzey mit 20,98m im Gewichtwurf der M70. Und das mit nur einer Drehung, da der Wahl-Rheinhesse vom Niederrhein nach dem Hammerwurf und eingedenk 39 Grad (wohlgemerkt im Schatten) schon ziemlich groggy war. Stark auch die 46,66m im Diskuswurf und 4.089 Punkte im Wurf-Fünfkampf von Chef-Organisator Gerhard Zachrau (*1949) in der M65.
Weitere Ergebnisse: Kugel, M65: Zachrau 11,88m; M70: Harald Oppermann (beide Mutterstadt) 11,08m.
Hammer, M40: Marcel Kunkel (USC Mainz) 52,20m; M55: Udo Giehl (TV Alzey) 43,07m; M65: Zachrau 40,05m; M70: Caspers 46,51m; W45: Kristina Telge (TV Alzey) 41,31m.
Gewichtwurf, M55: Giehl 14,81m; M65: Zachrau 15,70m; M70: 2. Oppermann 16,64m.
Wurf-Fünfkampf; M70: Oppermann 3.575 Punkte.