Illustrer Besuch aus den USA bei einem Werfertag in der Pfalz

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(Mutterstadt/Übach-Palenberg/Aachen/Düsseldorf, 23. März 2015) Während im polnischen Torun gerade erst die 10.Hallen-Europameisterschaften (mit Winterwurf) begonnen haben, gab es hier zu Lande bereits ein ganze Reihe von Werfertagen. Klarer Fall, dass wir nicht auf alle eingehen und nur eine kleine Auslese anbieten können. Der rührige Phoenix Mutterstadt bot bereits seine vierte diesjährige Auflage an. Bei strahlendem Sonnenschein, aber eiskalten Nord-Ost-Winden und zeitweise nur knapp über dem Gefrierpunkt liegenden Temperaturen, startete dort gestern mit Oticio Yao aus den USA ein Top-Kugelstoßer  – allerdings in einer für ihn noch artfremden Disziplin. Nach einigen lockeren Kugel-Einstößen, wobei er mehrfach die 19-m-Markierung traf, ließ sich der Drehstoßspezialist von den Rasenkraftsportlern des Veranstalters unter anderem zum Ultra-Steinstoßen (50 kg) inspirieren. Ein weiterer Grund für diese Wettkampfteilnahmen war wohl auch die Tatsache, dass der Klassemann am Ende seines an den Kräften zehrenden Trainingslagers in Mannheim beim irakischen Kugelstoß-Rekordler Khalid Alqawati mit hunderten von Stößen und gewaltigen Krafttrainingseinheiten „keine Kugel mehr sehen konnte“. Auf Anhieb konnte der sympathische dunkelhäutige Athlet, der in der Nähe von Washington D.C. beheimatet ist und gebürtig aus Togo stammt, beide angebotenen Steinstoßwettbewerbe gewinnen und hatte hierbei enorm viel Spaß. Während er in Abwesenheit der drei Lokalmatadoren Dimitri Ulajew (weilte bei den Deutschen Hallen-Steinstoßmeisterschaften in Erfurt), Holger Karch (verletzt) und Hendrik Szabó (beruflich verhindert)  bei dem Wettkampf mit dem 15-Kilo-Stein zu einem leichten Sieg kam, musste er sich in der „Königsklasse“ (50 kg) schon ordentlich strecken, um den ehemaligen Bundesliga-Ringer Peter Borutta vom ausrichtenden Klub zu schlagen. Bei diesem spannenden Duell steigerten sich die beiden Athleten von Versuch zu Versuch, bei dem Yao mit 3,61 zu 3,48m das bessere Ende für sich hatte. Gecoacht wurden sie übrigens von Phoenix-Trainer und Altmeister Lutz Caspers, dem Hammerwurf-Olympiateilnehmer von 1972 in München.
Weitere Werfertage bis Freitagabend zurückreichend fanden unter anderem in Übach-Palenberg, Aachen und Düsseldorf statt. Allerdings mit bei den Senioren/innen sowohl von der Klasse wie Masse mäßiger Beteiligung. Die beiden erst genannten Schauplätze bekamen die verdiente Quittung dafür, dass sie sich bei einer Entfernung von nur 28 Kilometern gegenseitig Konkurrenz machten (wir berichteten). Die beste Leistung aus Seniorensicht ging in "Übach" auf das Konto von Peter Holthuijsen (M50) vom SC Myhl, der bei seinem ersten saisonalen Freiluftwettkampf die Kugel 13,83m stieß und die 1,5-Kilo-Scheibe auf die griffige Weite von 46,46m segeln ließ. Daneben machte sich der gebürtige Niederländer mit deutschen Wohnsitz in Erkelenz bei Mönchengladbach dadurch verdient, dass er für die schnelle Verbreitung jener märchenhaft anmutenden 21,35m von Kugelstoßer Thomas Schmitt (*1989) von der LT DSHS Köln sorgte (wir berichteten).
Weitere Ergebnisse aus Mutterstadt: Hammerwurf: M 65 (5 kg): 1. Caspers (*1943, TV Alzey), 46,50m, 2. Gerhard Zachrau (RKS Phoenix Mutterstadt) 41,33 m; M 70 (4 kg): Torsten Lange (LG Kreis Ahrweiler) 34,78 m. – W 40 (4 kg): Bettina Schardt (MTG Mannheim) 42,54 m; W 45: Kristina Telge (TV Alzey) 40,69m.
Gewichtwurf: M 65 (9,08 kg/41 cm): Zachrau 15,23 m. – W 40: Schardt 13,00 m.
Kugelstoßen: Männer (7,26 kg): Zachrau (*1949) 9,74m; M 60 (5 kg): Lange (*1945) 10,22m; M 65: Zachrau 12,00m; M 70 (4 kg) Lange 11,58m. – W 45: Telge 11,61m; W 75 (2 kg): Ishild Müller (TGS Niederrodenbach) 7,68m.
Diskuswurf: M 55 (1,5 kg): Caspers 32,90m; M 65 (1 kg): Zachrau 45,90m. – W 40: Schardt 40,87 m.