NRW-"Open": Durchweg bescheidene Leistungen im Kugelstoßen

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(Düsseldorf, 12. Januar 2015) Buchen wir es unter der Etikettierung aller (Wieder-)Anfang ist schwer. Ferner ist zu berücksichtigen, dass längst nicht alle gerade im und für das Kugelstoßen im Winter optimale Trainingsbedingungen vorfinden. Und bei Wind und Wetter unter freiem Himmel das runde Eisen zu befördern und womöglich aus dem Schlamm auszugraben, ist nicht die Sache von Herrn und Frau Jedermann. Und so waren denn die gezeigten Leistungen gestern bei den Offenen NRW-Hallenmeisterschaften (ohne Winterwurf) in der Leichtathletik-Halle im Düsseldorfer Arena-Sportpark von wenigen Ausnahmen abgesehen durchweg bescheiden. Das ist fast schon eine höfliche Übertreibung. Insbesondere für jene Alleinunterhalter in M 30 und 35, deren Weiten knapp über Sportabzeichen-Niveau lagen. Was die bewogen haben mag zu den zweithöchsten nationalen Titelkämpfen unter dem Hallendach zu melden, wird ihr Geheimnis bleiben. Das war (Start-)Geldvernichtung und Zeitverschwendung in Reinkultur.
Ein wenig anders dürfte sich Kugelstoß-Spezialist Roland Wattenbach (*1955) von der LG Siebengebirge seinen Einstand mit der „Fünfer“ in der M60 vorgestellt haben. Beim Einstoßen aus dem Stand (!) wuchtete er das Gerät über die 14-Meter-Linie der Dauermarkierung. Als dann gemessen wurde, brachte er eingedenk dessen lediglich kümmerliche 13,35m zu Stande und durfte froh sein, sich bei seiner holprigen Angehtechnik nicht die unteren Extremitäten gebrochen zu haben. So rückte ihm Burkhard Zocher (*1955) von der LG Plettenberg/Herscheid mit 13,28m bis auf sieben Zentimeter und einer stabilen, weitaus besseren Serie (im Finale 13,00, 13,28 und 13,11) verdächtig nahe. Für Burkhard indes, der sich inzwischen mehr den Wettbewerben der „Highland Games“ verschrieben hat, fraglos eine gute Leistung zum Debüt in der neuen Klasse.
Das darf auch bei Markus Conrads (*1973) vom ASV Süchteln konstatiert werden, dem im dritten Versuch in der M40 ein Ausreißer auf 13,50m gelang und damit zugleich das klassenübergreifend beste metrische Resultat. Obwohl er gut einen Meter unter seinen Möglichkeiten blieb, war Lampis-Gründervater Peter Holthuijsen (*1961, im Bild) vom SC Myhl mit sich und der Welt im Reinen. Nach eigener Darstellung hatte er in den letzten drei Monaten bei der Schmückung des Christbaumes ausschließlich Weihnachtskugeln angefasst. Dafür konnten sich seine 13,13m und der überlegene Erfolg in der M50 durchaus sehen lassen. Was einmal mehr beweist, dass eben (fast) alles relativ zu betrachten ist. Für den Chronisten freilich nicht immer so einfach.
Nicht sehr hochkarätig, aber zumindest spannend ging es in einem rein westfälischen Duell der M65 zu. Erst im letzten Versuch sicherte sich Nachrücker Hubert Hartings (*1950) von der LG Ahlen mit 12,75m den Titel vor Wurf-Allrounder Klaus Kynast (*1949) vom ASC Dortmund, der im Durchgang zuvor mit 12,65m die Führung übernommen hatte. Vergessen wird das vermeintlich schwächere Geschlecht nicht. Die inoffizielle All-Star-Wertung ging hier mit auch national wertvollen 13,34m überlegen an W-50-Neuling Barbara Gähling (*1965) vom LTDSHS Köln.
Wer mehr vom Kugelstoßen und sonst wissen möchte, der bediene sich der Online-Ergebnisliste.