Klaus Kynast warf mit dem Gewicht deutsche Jahresbestleistung

  • Drucken

(Leichlingen/Krefeld, 17. November 2014) Hätte, hätte, Fahrradkette. Das ist das bekannte Zitat vom grandios gescheiterten SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück als Synonym für ein häufig benutztes Konjunktiv. Andere sind wenn und aber. Insbesondere im Sport gerne und oft angewandt, wenn es mal nicht so gelaufen ist, wie es eigentlich sollte. Wurf-Allrounder Klaus Kynast (*1949) vom ASC Dortmund konnte bei den nachgeholten Offenen NRW-Winterwurfmeisterschaften vergangenen Samstag im Sportzentrum Balker Aue in Leichlingen ein Lied von diesem konjunktiven Dreiklang singen. Freilich bei beachtlicher Spätform auf hohem Niveau. Die bestrittenen fünf Einzeldisziplinen wurden außerhalb der Meisterschaftswertung zu einem Wurf-Fünfkampf saldiert. Natürlich wurde jeweils nur die beste Weite aus den ersten drei Durchgängen gepunktet. Kynast schaffte dies jedoch lediglich im Speerwurf (30,92 m im dritten Versuch, auf den fünften und sechsten verzichtete er). Ansonsten lieferte er seine Bestweiten dreimal im sechsten und einmal im fünften Durchgang ab. Das spricht einerseits für seine Wettkampfhärte, anderseits für ein „falsches“ Timing. Dies summierte sich zu einem metrischen Minus von 1,81 Meter oder exakt umgerechnet 89 Punkten. So stand unter dem Strich keine Verbesserung seiner eigenen deutschen Jahresbestleistung (4.340) auf 4.395 Zähler, sondern 4.306 Punkte. Das spricht allerdings immer noch für den breiten Leistungsteppich des amtierenden Meisters der M65 in diesem Vielseitigkeitswettbewerb. Die drei letzten Ergebnisse (4.306, 4.332 und 4.340 Punkte) des 65-jährigen Westfalen bestätigen das. Wer ein Haar in der Suppe finden will, der konstatiert: Tendenz fallend. Das ist jedoch objektiv betrachtet als Luxusproblem zu bezeichnen. Er selber lamentierte auch nicht von hätte, wenn und aber, stellte jedoch die erwähnte Vergleichsrechnung an. Wenn es überhaupt eines Trostes bedurfte, konnte er sich zumindest über einen neuen nationalen „Hausrekord“ von griffigen 18,18 m im Gewichtwurf freuen. Den alten hielt er mit blanken 18 Metern.
Den neuen Westfalenrekord (4.319) im Wurf-Fünfkampf der W80 von Lotte Leiß (*1932) vom TV Borghorst haben wir bereits gestern im Fenster „Nachrichten“ gewürdigt. Den Link zur Ergebnisliste für alle weiteren Details wiederholen wir gerne noch einmal an dieser Stelle. Da es aus derselben nicht hervorgeht, sei erwähnt, dass beim Kugelstoßen (bereits in der Halle vergeben), Gewichtwurf (Versuchsballon) und Wurf-Fünfkampf keine Meisterehren vergeben wurden.