Wenigstens Petrus spielte bei der Premiere der 1. Winterwurf-DM mit

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(Erfurt/Krefeld, 26. März 2022; 19:15 Uhr) Ein uralte, ungeachtet dessen immer noch stimmende Binsenweisheit besagt: Aller Anfang ist schwer, auch wenn ein „Wieder“ davorsteht. Das zog sich wie ein roter Faden durch den gestrigen Auftakt der ersten eigenständigen Winterwurf-Meisterschaften der Ü35-Generation in Erfurt, wird auch heute kaum anders sein. Gelegentlich eine Ausnahme davon bildeten jene Werfer/innen von Format, die bereits bei dieser überwiegenden „Tourismus“-EM im portugiesischen Braga ein wenig Wettkampf-Erfahrung unter freiem Himmel sammeln konnten. Wenigstens Wettergott Petrus spielte mit. Keine Spur von Winterwurf im Frühling bei Sonnenschein und um die 20 Grad im Schatten.

Titel und Medaillen in 19 von 30 Wettbewerben geschenkt oder preiswert zu haben

Ein großes Fass müssen wir für diese DM mit Premieren-Charakter indes nicht aufmachen. Das lässt sich schon an der etwas anderen Statistik unschwer ablesen: Bei den insgesamt je 15 Konkurrenzen der Männer und Frauen waren vier Solisten am Werk, bekamen den Titel quasi geschenkt. In zusammengerechnet weiteren 15 Wettbewerben wurde bei maximal drei Startern*innen lediglich die Farbe der Medaille ausgeworfen. Meisterschaftsstimmung konnte da schwerlich aufkommen. Ein Hauch davon war nur zweimal zu registrieren: Beim Diskuswurf der M55 und Speerwurf der W55 wurde bei je neun Akteuren nach dem Vorkampf ausgefiltert, blieb jeweils eine/r auf der Strecke.

Vier Zentimeter entschieden beim Hammerwurf der M50 über Sekt und Selters

Picken wir uns noch einen der seltenen Leckerlis heraus. Die Länge eines normalen Streichholzes entschied beim Hammerwurf der M50 über Sekt oder Selters, war in einem rein ostdeutschen Duell Sören Triebel vom LAC Erdgas Chemnitz mit 53,21 zu 53,25m der erste Verlierer gegenüber Holger Fettke von Union 1860 Schönebeck. Beide einte nur noch ein weiterer gültiger Versuch, der mit 49,20 zu 49,05m ebenfalls für Fettke sprach. So gesehen also ein verdienter Sieger.

Weltklasse-Diskuswerfer Helmut Maryniak setzte eine Oberschenkelzerrung matt

Pechvogel des Tages war nach unserer Kenntnis Weltklasse-Diskuswerfer Helmut Maryniak (*1968) vom LAC Passau. Der 53-jährige Niederbayer hatte beim Einwerfen einen Versuch von etwa 55 Meter, zog sich jedoch im ersten Durchgang eine Zerrung im linken hinteren Oberschenkel zu und musste das Unternehmen Gold abschreiben. So kam völlig unverhofft Kai Löwel vom TSV Rudow mit 41,14m zu Meisterehren in der M50.
Das beste Resultat bei den Seniorinnen ging erwartungsgemäß auf das Konto von Sabine Rumpf  (*1983) von der LSG Goldener Grund Niederselters, die mit 46,74m und einem Vorsprung von fast acht Metern den Diskuswurf im letzten Jahr der W35 für sich entschied.
Alle Ergebnisse, selektierbar nach Klassen und Disziplinen, unter dieser Verlinkung.