Wettkampfharte und konstante Julia Ritter steigerte sich auf 18,35m

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(Halle/Breda/Krefeld, 26. Juni 2021) Wettkampf ist das beste Training. Getreu dieser Devise verfährt derzeit Julia Ritter (im Bild) vom TV Wattenscheid auf der sehr bald endenden Hatz nach der Olympianorm von 18,50 Meter im Kugelstoßen. Dabei „frisst“ die emsige Julia, ob selber am Steuer oder chauffiert, ist uns nicht bekannt, obendrein ordentlich Kilometer. Die letzten drei Stationen innerhalb von sechs Tagen: Vorigen Samstag Sonsbeck am unteren Niederrhein, Dienstag Bad Liebenzell im Schwarzwald und gestern Abend Halle an der Saale in Sachsen Anhalt. Dabei bewies der 23-jährige weibliche Paradeschützling von Trainer Miroslaw „Miro“ Jasinski eine erstaunliche Wettkampfhärte und Konstanz. Aber nach diesem Dreiklang von 18,19m (persönliche Bestleistung) und 18,13m blieb ihr auch gestern Nachmittag/Abend beim HLF-Wurfmeeting im Sportzentrum Brandberge bei neuerlicher Steigerung auf 18,35m der eigene „Ritterschlag“ um 15 Zentimeter verwehrt.
Ob es eine kluge Entscheidung war, vorher Diskus geworfen zu haben, würde ich aus meiner eigenen über 50-jährigen Erfahrung und der vieler Sportkameraden mal als nicht sehr kluge Entscheidung bezeichnen. Dort wurde sie hinter Lokalmatadorin Shanice Craft (62,75m) vom SV Halle und Julia Harting (62,35m) vom SCC Berlin Dritte mit 57,34m. Henrik Janssen vom SC Magdeburg setzte sich in dieser Konkurrenz der Männer mit 62,52 zu 60,78m gegen Henning Prüfer vom SC Potsdam durch. - Alle Resultate.

Dafne Schippers rannte bei ungünstigen Bedingungen 11,21 Sekunden

Unter keinem günstigen
 meteorologischen Stern stand der gestrige erste Tag der Nederlandse Kampioenschappen (Niederländische Meisterschaften) der Männer/Frauen in Breda. Nahezu fortdauernder Nieselregen mit entsprechend kühlen Temperaturen drückten auf die Stimmung und Leistungen. Die Hammerwerferinnen konnten es noch halbwegs verschmerzen. Und aus welch hartem Holz eine Weltklasse-Sprinterin wie Dafne Schippers gegenüber manchen „Warmduscherinnen“ hier zu Lande geschnitzt ist, bewies das 29-jährige blonde Meisje im Finale des 100-m-Sprints. Trotz besagter Wetterbedingungen, regennasser Piste und eines Spannungsverlustes aufgrund eines Fehlstarts neben ihr passierte sie nach 11,21 Sekunden die Lichtschranke.

Audrey Jacobs warf U18-Weltjahresbestleistung mit dem Hammer

Doch wenden wir uns jedoch nun aus über Jahrzehnte gewachsener doppelter Verbundenheit unserer originären Profession zu. Die Deutsch-Niederländerin Sina Mai Holthuijsen (*12.07.1996), Tochter von LAMPIS-Gründervater Peter Holthuijsen, blieb in dieser „Regenschlacht“ erstmals seit ihrer Zugehörigkeit zur Ü19 im Jahre 2017 ohne Titel oder Medaille. Die unzureichenden vor- und diesjährigen Trainingsbedingungen in ihrem deutschen Stammverein SC Bayer 05 Uerdingen (im Nachbarland startet sie für den AV Unitas Sittard) haben der noch 24-jährigen Erkelenzerin jede Menge von ihrem Leistungsvermögen (PBL 62,38m) geraubt.
Bei einer noch stark ausbaufähigen Saisonbestleistung von 56,83m reichte es lediglich zum fünften Platz. Für Edelmetall waren bei respektablem niederländischen Niveau mehr als 60 Meter nötig. Da musste sich selbst die bereits 41-jährige Vorjahressiegerin Wendy Koolhaas (64,77m) aus Groningen mit dem Bronze-Rang (60,82m) zufrieden geben. Die in den USA studierende dunkelhäutige Judith Essemiah schnappte mit 61,97m im letzten Versuch der bis dahin führenden, gleich zum Auftakt mit 61,18m U18-Weltjahresbestleistung werfenden 17-jährigen Audrey Jacobs aus Venlo noch die Goldmedaille weg. Die Ergebnisse der zwölf Finalistinnen. Noch für Leichtathletik-Enthusiasten: Der  Fortgang der dreitägigen Titelkämpfe wird im Livestream übertragen.