Gewichtwurf: Käthe Scheikowski steigerte deutschen Rekord um 1,09m!

(Bargteheide/Erfurt/Krefeld, 20. Juni 2021) Beim Wurf-Fünfkampf in Horneburg hatte Käte Scheikowski (*1941) vom TSV Wehdel ihre außergewöhnlichen Möglichkeiten im Gewichtwurf gemessen an ihren Trainingsleistungen zunächst nur zart angedeutet. Die noch 79-jährige Bremerhavenerin verbesserte seinerzeit im Rahmen dieses Vielseitigkeitswettberwerbs den sieben Jahre alten deutschen W80-Rekord von Susanne Wissinger (*1934) vom TV Gelnhausen um vier Zentimeter auf 10,82m (wir berichteten). Die nächste Steigerungsrate ihrer nun schon eigenen nationalen Bestmarke sollte deutlicher ausfallen. Das hell leuchtende „Nordlicht“ verbesserte sie beim Werfertag in Bargteheide in einer Solokonkurrenz und demzufolge theoretisch mit sechs statt drei Versuchen letztlich im vierten Versuch auf 11,91m und in Summe um 1,09 Meter! Das nennt sich dann in der Fachsprache „pulverisieren". Auf dem Weg dahin hatte sie jedoch schon zum Auftakt mit 11,60m Rekord erzielt (siehe Ergebnisliste). Auf die beiden letzten Durchgänge verzichtete sie. Vielleicht auch, um ihr Pulver nicht vorzeitig zu verschießen. Denn erst am 14.Juli, dem Tag der Französischen Revolution, vollendet sie ihr 80.Lebensjahr. Und das ist nun mal die Grundvoraussetzung für die angestrebte Verbesserung des Weltrekords, den (noch) die Britin Evaun Williams mit 12,69m hält.

„Kugel“-Andy Dittmar trumpfte zum späten Saisoneinstand mit 17,72m auf

Er ist eine riesige, auf 1,96 Größe und 140 Kilo Gewicht verteilte „Wundertüte“. Und schicken wir voraus, dass dieser Bär von einem Mann in Kürze, konkret am 05.Juli, sein 47.Lebensjahr vollendet. Obwohl Kugelstoß-Spezialist Andy Dittmar (im Bild) von BiG Gotha trotz seiner überragenden Klasse wie alle anderen Amateursportler unter den wegen Corona lange Zeit unzureichenden bis nicht vorhandenen Trainingsmöglichkeiten sowohl bei der Kraft- wie Technikarbeit litt, überraschte sich der Koloss aus Thüringen nicht nur selbst. Big-Andy ging bei seinem notgedrungen späten Saisoneinstand gestern beim – auch für Senioren*innen ausgeschriebenen – Landesoffenen Sportfest des TLV im Steigerwaldstadion in Erfurt bei den Männern, nicht M45, in den Ring. „Nach zähem Beginn“, wie er es gegenüber Lampis beschrieb, habe er gut reingefunden und erzielte in einer Art Steigerungslauf im lezten Versuch 17,72m. Damit katapultierte sich das mit konventioneller Rückenstoßtechnik agierende Kugelstoß-Urgestein aus dem Niemandsland auf Rang 14 der aktuellen Bestenliste bei den Männern. Toll für ihn, ein Armutszeugnis indes für den großen Rest vom „Fest“ der Ü20.
Zufrieden dürfte auch die von Dittmar trainierte Kugelstoßerin Carmen Hildebrandt (*1967) vom Ohrdrufer LV gewesen sein, die in ihrem letzten W50-Jahr mit 12,07 und 12,08m zweimal die 12-m-Marke übertraf. Obwohl gerade die U30-Generation förmlich nach Wettkämpfen lechzt, waren die Felder in der breit angebotenen Disziplin-Palette sehr übersichtlich (siehe Ergebnisliste).