Leichtathletik-DM begann gestern mit einem absoluten Stimmungskiller

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(Braunschweig/Krefeld, 05. Juni 2021) Eine Initialzündung ging von dem auf gestern Mittag vorgezogen Stabhochsprung-Wettbewerb der Frauen bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Eintracht-Stadion in Braunschweig nicht aus. Vielmehr entpuppte er sich als absoluter Stimmungskiller oder den ominösen Griff ins Klo. So ich für ein Printmedium tätig sein würde, wäre es die Druckerschwärze nicht wert. Gut, bleiben wir auf dem Boden der Tatsachen und erinnern an unsere Vorschau: Ein rauschendes, noch viel weniger berauschendes Sprung-Festival war eh nicht zu erwarten. Aber das Dargebotene des nach der kurzfristigen Absage der zehnfachen nationalen Titelträgerin Lisa Ryzih (ABC Ludwigshafen) verbliebenen Sextetts flog gewissermaßen unter dem Radar daher.
Zwei davon fabrizierten gar den berühmt-berüchtigten „Salto nullo“ über 3,90 respektive 4,00m, der Titel war für international völlig indiskutable 4,30m (wäre in zeitlicher Abfolge Platz 76 in der aktuellen Weltbestenliste) zu haben, ging an Jaqueline Otchere aus Mannheim. Da muss schon bis 1998 zurückgeblättert werden, um mit 4,25m auf eine geringere Siegerhöhe zu stoßen. Da steckte diese Disziplin hierzulande freilich noch in den Kinderschuhen, war die heutige Bundestrainerin Christine Adams aus Leverkusen mit 4,15m noch dabei. Spätere Bestleistungen 4,40m (Freiluft) und 4,66m (Halle) jeweils aus 2002.

ZDF-Reporter Peter Leissl äußerte unverblümte Kritik

Aber lassen wir andere zu Wort kommen. ZDF-Sportartexperte Peter Leissl, nicht gerade als kritischer Haudrauf bekannt geworden, meinte bei seinem Kommentar im Internet-Livestream süffisant: „Stabhochsprung der Frauen – das konnten die Deutschen schon mal besser. Zwei ohne gültigen Versuch über die Anfangshöhe: Das ist bitter für den Auftakt und die Stimmung dieser Meisterschaften, die ohnehin durch die vielen Absagen von Spitzenathleten unter keinem guten Stern stehen.“
Dem ist vorerst nichts hinzuzufügen. Nur noch dies zu den Rückzugsgefechten mancher, nicht aller „Stars“: Hinter den angeblichen Verletzungen kann auch hier und da eine Leistungszerrung gemutmaßt werden. Da der Beweis schwerlich anzutreten ist, verkneifen wir uns jetzt Namensnennungen.