Beim Kugelstoßen der Männer wurde die absurde neue Regel offenbar

(Doha/Krefeld, 29. Mai 2021) Bekloppter geht ja irgendwie immer. Beim gestrigen Meeting der Diamond League, nach den Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften das höchste der Gefühle in der Leichtathletik, wurde die völlige Tragweite der neuen, restlos bescheuerten hausgemachten Regel speziell für diese Edelstein-Wettbewerbe offenkundig. Danach bekommt in jenen Disziplinen wo die Weiten entscheiden der-/diejenige das erkleckliche Preisgeld, der/die von den drei Erstplatzierten nach fünf Durchgängen den besten finalen sechsten Versuch hat.
Beim Kugelstoßen der Männer war am letzten WM-Ort Doha in Katar „Ball paradox“ angesagt. Der Serbe Armin Sinancevic wurde mit der Tagesbestweite von 21,88 eingedenk dieser neuen revolutionären Verschlimmbesserung mehr Spannung erzeugen zu wollen lediglich Dritter hinter Tomas Walsh (21,62m) aus Neuseeland und dem Kroaten Filip Mihaljevic (21,57m). So ist es in der entsprechenden aberwitzigen Reihenfolge auch im ARD-Videotext nachzulesen. Da wird sich der ganz normale Betrachter erst einmal verwundert die Augen reiben und es sich danach zu erklären versuchen, dass da wohl ein Schreibfehler vorliegen muss. Anders ist es auf Anhieb auch nicht zu vermitteln.

DLV schweigt sich zu diesem haarsträubenden Schwachsinn aus

Was nun mich abermals verwundert, dass der DLV in der Berichterstattung auf seiner digitalen Hauspostille leichtathletik.de wie schon zu Gateshead über dieses absurde Verfahren lapidar in einem Nebensatz hinweggeht. Da wird in falsch verstandener Nibelungentreue unter Verbänden augenscheinlich nach dem Motto „Die eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“ gehandelt und jede Kröte willfährig geschluckt. Vielleicht ändert sich das ja, wenn mit Weitspringerin Malaika Mihambo oder Speerwerfer Johannes Vetter mal für einen Sieg in Frage kommende deutsche Spitzenkräfte von diesem ausgemachten Nonsens betroffen sind.

Claudine Vita bestplatzierte des deutschen Trios

Jenes Trio, das im arabischen Wüstenstaat vertreten war, belegte unterdesen die Plätze vier, sieben und acht. Aufgeschlüsselt: Diskuswerferin Claudine Vita vom SC Neubrandenburg) bewegte sich mit 63,06m im Rahmen ihres Leistungsvermögens (SBL 64,25m), Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) lief bei ihrem ersten Rennen über 3.000m Hindernis nach jenem deutschen Rekord von 9:03,30 Minuten als Dritte der WM 2019 an selber Stelle zum Wiedereinstand passable 9:16,89 Minuten, und Nadine Müller (*1985) vom SV Halle konnte mit 57,83m im Diskuswurf den von uns prognostizierten letzten Platz abwenden, da die höher gehandelte Ashley Whitney (SBL 59,94) aus den USA mit lediglich 53,21m einen kapitalen Rohrkrepierer produzierte. Allerdings kann das für die „stubenälteste“ deutsche Diskuswerferin von ehemaligem Rang nur ein schwacher Trost sein. Die Olympianorm von 63,50m dürfte für sie in unerreichbarer Ferne liegen.
Alle Ergebnisse, leider ohne die Spezifikation mit allen Versuchen dieses honigblühenden Schwachsinns.