Nicht nur aus Werfersicht ragte Andy Dittmar bei DM heraus

(Erfurt/Krefeld, 14. Juli 2014) Wenn denn nach dem Athleten gesucht werden müsste, der am Schlusstag der Trilogie bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften 2014 in der thüringenschen Metropole Erfurt den würdigen Schlusspunkt setzte, da würde es keiner langen Bedenkzeit bedürfen. Das war nicht nur durch die rosarote Werferbrille betrachtet Kugelstoßer Andy Dittmar aus Gotha bei seinem „Quasi-Heimspiel“ im Steigerwaldstadion. Manche Rekorde hin oder her – der immer noch zur erweiterten deutschen Spitzenklasse bei den Männern gehörende 40-Jährige erzielte mit 18,34 Meter die national wie international betrachtet beste Leistung dieser Titelkämpfe der Generation 35+. Das wird jedoch bedauerlicherweise in der öffentlichen sowie veröffentlichten, lauf- und sprunglastigen Wahrnehmung nicht die entsprechende Würdigung finden. Die nicht nur in dieser Hinsicht überwiegend unfähigen Vasallen des Bundesausschusses Senioren auf leichtathletik.de eingeschlossen, die diesmal ihre Beiträge unter Szene (soll wohl chic und modern daherkommen) versteckt haben, wo es doch ein eigenes Fenster Senioren gibt. Schlichtweg beratungsresistent und lernunfähig, der nationale Dachverband.

„The Best of the Rest“ kegelte Platzierungen aus

Aber zurück zu Dittmar. Der hat mir mit der freilich nicht allzu kühnen These in der DM-Vorschau im Fenster „Flurfunk“ den Allerwertesten gerettet. Da hatte ich schlichtweg behauptet, dass er nicht unter 18 Meter könne. Kugelstoßen, versteht sich. Aus dem Vorspann dieses Beitrages ist bereits bekannt, dass er sich daran gehalten hat. Er fing zwar wie bei der Polonäse Blankenese von Gottlieb Wendehals gaaanz langsam mit einem ungültigen Versuch und darauf 17,59 m an. Aber dann ließ er es mit in dieser Reihenfolge 18,27, 18,23, 18,23 und 18,34m viermal über seiner bisherigen Saisonbestleistung von 18,12m krachen. Dass „Kugel-Andy“ sich damit in einer eigenen Liga bewegte und „The Best of the Rest“ nur noch die Platzierungen auskegelte, versteht sich am Rande der Bande des Sektors.
Ansonsten arbeiten wir nur noch die schon erwähnte Vorschau ab, ruft nach sehr wenig Nachtschlaf aus nicht näher zu erläuternd müssenden Gründen die Couch zu einem selig-süßen Nickerchen. Der vermeintliche Dreikampf auf Augenhöhe im Kugelstoßen der M 55 fand nicht statt. Denn Martin Vogel und Roland Wattenbach traten nicht an, hatte Rainer Werking von LG Maifeld-Pellenz mit seinen 14,12m relativ leichtes Spiel. Jeder seiner vier gültigen Versuche hätte locker zum Titelgewinn gereicht.

Rühlow machte von Westerholt und Ponzelar glücklich
 
Regina Reschke (W 35) von LG Bremen Nord und Bettina Schardt (W 40) von der Mannheimer TG wurden den ihnen zugedachten Favoritenrollen im Diskuswurf vollauf gerecht. Wobei die Ältere von beiden mit 45,99 zu 44,22m die größere Weite erzielte. Auch eine Art Qualitätssiegel. Eine fehlt noch beim „Kurkonzert“, die allerdings tatsächlich fehlte: Altmeisterin Anne Chatrine Rühlow (W 75) vom SV Burgsteinfurt. Das öffnete die Türen für Rosy von Westerholt (LA SV Herten) im Kugelstoßen (9,42 m) und Brunhilde Ponzelar (CSV Marathon Krefeld) mit dem Diskus (21,51 m). Unverhofft kommt oft. Oder: Wer nicht da ist, der hat frei, kann sich die vermeintlich abholbereiten Goldmedaillen nicht mit der Post zuschicken lassen.
Die Gesamtergebnisliste ist unter dieser Verlinkung einzusehen.