Regina de Facendis und Walter Kühndel mit dem Speer vorn

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(Budapest/Krefeld, 31. März 2014) Nun sind wir als auf Stoß/Wurf herunter gebrochenes Fachorgan keineswegs der Meinung, dass der Zweite der erste Verlierer ist und Medaillen das Maß aller Dinge sind. Aber es ist nun einmal der Fluch der bösen Tat, dass auch wir uns durch die Werferbrille gesehen auf die Glanzlichter konzentrieren wollen, um nicht einem Börsenbericht gleich Zahl an Zahl zu reihen. Da würde sich der zunächst geneigte Betrachter schnell gelangweilt abwenden. Dafür gibt es schließlich eine Ergebnisrubrik oder die Online-Ergebnisliste, so bescheiden sie von den Hallen-Weltmeisterschaften in Budapest auch unter http://budapest2014.hu/index.php/en/results/  daher kommen mag.
Aus der eingeschränkten deutschen Sicht waren es am gestrigen Schlusstag der Titelkämpfe endlich auch die Speerwerfer, paritätisch auf weiblich und männlich verteilt, die erfolgreich nach Gold schürften. Bei
de Lampis-Mitglieder dazu, was unsere Freude verständlicherweise erhöht. Regina de Facendis, Tochter des 2002 verstorbenen einstigen Hammerwurf-Pioniers Ernst Klement, gewann überlegen mit 33,85 m und einem Vorsprung von 3,30 Meter die W 55. Walter Kühndel setzte als Sieger der M 60 (55,76 m) noch einen drauf und gab schon dem Zweitplatzierten um 4,38 m das Nachsehen. Sicherlich ein erhebendes Gefühl, dermaßen entspannt zu Ehren zu kommen. Wobei wir allerdings nichts zur Chronologie sagen können, da dieses Abziehbild einer Ergebnisliste lediglich die Bestweite widerspiegelt.
Einen Dreifach-Triumph gab es gar im Gewichtwurf der W 75 zu feiern, wobei in dem immerhin siebenköpfigen Feld das Trio Brita Kiesheyer (11,12 m), Brunhilde Ponzelar (10,38 m) und Gisela Thevessen (9,83 m) ausnahmslos dem CSV Marathon Krefeld angehört. Das dürfte ein Novum in der WM-Geschichte sein. Susanne Wissinger (10,75 m) hatte, wofür sie nichts kann, bei ihrem Erfolg in der W 80 lediglich eine Gegnerin hinter sich zu lassen. 
Christian Welke bot von den vielen Platzierten im Nationaltrikot mit Deutschland oder neuerdings Germany auf der Brust als Fünfter einer in der Spitze enorm ausgeglichen besetzten Diskuswurf-Konkurrenz der M 50 mit 48,40 m eine sehr gute, leider nicht von Edelmetall gekrönte Leistung.
Werfen wir im buchstäblichen Wortsinne noch einen Blick über die nicht mehr vorhandenen Grenzzäune im vereinigten Europa. Trifft im Übrigen nachbarschaftlich gesehen aus Ungarn und Deutschland zu. Unser Österreich-Repräsentant Gottfried Gassenbauer, Sieger unter dem Hallendach mit dem Wurfgewicht, fand in seiner „Schokoladendisziplin“ Hammerwurf trotz starker 55,61 m im Russen Bobryshev (58,70 m) seinen (Welt-)Meister.
Weitere Medaillengewinner: Hammer, M 75: 2. Peter Speckens 38,85 m; Gewicht, M 80: 2. Werner Erben 14,01 m; M 85: 2. Joachim Fiedler 8,86 m. – Speer, W 50: 3. Angela Müller 36,86 m; Hammer, W 40: 2. Bettina Schardt 43,20 m.