Team-DM: Schaulaufen für angestrebtes Finale an der selben Stelle

(Kevelaer/Germering/Zorneding/Allendorf/Alzey/Krefeld, 02.Mai 2017) Es war eine ganze Menge los am vergangenen verlängerten Wochenende. Picken wir uns wurflastig unserer Mission und Profession entsprechend ein paar Rosinen aus dem riesigen Kuchen heraus. Dabei zäumen wir bildsprachlich betrachtet das Pferd von hinten auf. Gebe weder kleinlaut, noch beschämt zu, dass ich nicht Mathematik oder Informatik studiert habe, allerdings nötigenfalls bis 21 zählen kann. Entgegen anderslautenden Meldungen auf der Netzseite des gemeinhin schweigenden Seniorensprechers Alfred Hermes waren am gestrigen Mai-Feiertag – wie schon von uns unter Nachrichten berichtet –  insgesamt 20 (nicht 21) Mannschaften beim NRW-Team-Endkampf (ehedem DAMM) im Hülsparkstadion in Kevelaer am Start, Ablauf und in den verschieden großen Ringen. Aufgedröselt, zum leichteren Mitzählen: zwei in der W30, je drei in der W40 und 50, zwei in der W60, zwei in der M30, eine in der M40, je drei in der M50 und 60 sowie eine in der M70. Macht nach Schürmanns Rechenbuch und  Adam Riese in Summe 20. Mag eine Petitesse sein, doch solche obendrein denkbar simplen Fakten sollten schon stimmen.

Es war noch eine Menge Sand im Getriebe

Obwohl NRW natürlich nicht das allein seligmachende Bundesland bei der DAMM ist, kommt hier schon traditionell sehr viel „Man- und Women-Power“ her. Nicht nur quantitativ gesehen, wie sich an der sonst nirgendwo erreichten Resonanz und etlicher Titelträger ablesen lässt. Doch gemessen daran und den vorjährigen Ergebnissen waren die angehäuften Punktzahlen eher unterdurchschnittlich. Das lässt sich zum Teil, aber nicht allein an den besch…eidenen Witterungsbedingungen festmachen. Orientiert an den genannten Kriterien boten Vorjahressieger Stg Düseldorf/Aachen mit 5.226 Punkten (5.449 in 2016) in der W60 und der letztjährige Zweite Stg Hünxe/Bedburg mit 7.523 Zählern (7.624) in der M60 die in der Relation besten saldierten Ergebnisse. Die werden im Hinblick auf eine neuerliche Finalteilnahme auf Bundesebene am 09.September 2017 an selber Stelle besonders ruhig schlafen können.

Hochkarätiges Diskus-Duell zwischen Griesberg und Stein

Herunter gebrochen auf die Einzelleistungen boten sich  in der M60 die beide schon der nächsten Altersetage angehörenden Rolf Griesberg (*1952) vom Pulheimer SC und Johann Stein (*1951) vom TV Werther ein hochkarätiges Duell im Diskuswurf. Der aus dem Stand (!) werfende PSCer schlug den Linkshänder aus Westfalen mit 45,66 zu 44,05m. Für beide war es Saisonbestleistung. Das absolute punktbeste Resultat ging auf das Konto von Kugelstoßer Oliver Schembach (*1965) von der Stg O(berhausen)W(esel)E(ssen), welch ohne uns vielsagend nichtssagendes Kürzel OWE, mit 14,20m in der M50. Zufrieden war der mit argen technischen Problemen kämpfende Essener freilich nicht, der jüngst erstmals die 15-Meter-Marke (15,02) geknackt hatte.
Bei den fortgeschrittenen Mädels ragte Nordrhein-Rekordlerin (11,17m) Brigitte Brunner (*1956) aus Troisdorf für die fälschlich als Rheinland bezeichnete Startgemeinschaft mit dem CSV Marathon Krefeld mit 10,59m im Kugelstoßen der W60 heraus. Was Diskus anbelangt schweigt des Sängers Höflichkeit. Da stand die Pflicht eindeutig vor der Kür.

Famoses Doppel von Norbert Demmel

Eine famose Vorstellung bot gestern Wurf-Allrounder Norbert Demmel (*10.05.1963; im Bild) vom TSV Unterhaching beim Germaringer Leichtathletik-Meeting. Der Münchner schleuderte als Sieger bei den Männern den 2-Kilo-Diskus auf 48,63m und warf annähernd fünf Meter weiter als der Zweitpatzierte vom Jahrgang 1994. Weiter hat der bald 54-Jährige vor 30 Jahren auf der Höhe seiner Schaffenskraft als 8.152-Punkte-Zehnkämpfer auch nich alle Tage geworfen, war aber immer schon ein überragender Diskuswerfer (BL 56,39m aus 1998) und hält seit 1995 mit 55,14m unverändert den Meetingrekord in Götzis/A.
Der Bayer bewies auch zwei Tage zuvor bei einem Werfertag in Zorneding seine derzeit überragende Verfassung. Die altersgemäße 1,5-Kilo-Scheibe beförderte er  in der M50 auf die neue bayerische Rekordweite von 58,11m, die er bisher schon selber mit 57,57m hielt. Weiten, die in Deutschland seit Urzeiten von einem Gleichaltrigen nicht mehr erzielt worden sind und auch im Weltkonzert sehr hoch anzusiedeln.
Anmerkung: Dieser Absatz wurde nachträglich mit uns zur Verfügung gestelltem Statistikmaterial teilweise ergänzt.

Robert Ingenbleek eifrigster Punktesammler

Der SV 1924 Allendorf in der LG Eder verweist nicht ohne Stolz darauf, dass er am vorigen Samstag im Rahmen eines Sportfestes als Vorreiter der diesjährigen bundesweiten Serie zum fünften Mal einen DAMM-Durchgang ausrichtete. Dazu waren in Vereinsinitiative ein neuer Kugelstoßring und eine Diskuswurf-Anlage zu installieren. Der Lohn der Bemühungen: Erstmals waren sechs Teams am Start, darunter das eigene der M50, das als einzige Mannschaft einen direkten Gegner hatte und sich mit 9.687 zu 8.983 Punkten deutlich gegen die LG Kindelsberg/Kreuztal durchsetzte. Wie sich später noch herausstellen sollte, bedeutet das im Überkreuzvergleich mit Kevelaer zunächst den ersten Platz in der sehr vorläufigen deutschen Bestenliste. Aber allemal bereits die Eintrittskarte für die neuerliche Finalteilnahme (2016 mit 8.792 Punkten Letzter des Sechserfeldes). Eifrigster Punktesammler war der das volle Startkontingent ausschöpfende hünenhafte Ex-Zehnkämpfer Robert Ingenbleek (*1963) mit 13,46m im Kugelstoßen, starken 45,44m im Diskuswurf, 1,52m im Hochsprung und als Schlussläufer der Sprintstaffel.

Günther Fändrich brilliert mit 4.582 Punkten

Mit 80 Teilnehmern verzeichnete der Werfertag des TV Alzey im Wartbergstadion nach Aussage von Chef-Organisator Lutz Caspers eine von der Anzahl zufriedenstellende Resonanz. Aus einer gewissen Masse generiert sich gemeinhin auch Klasse. Diesmal war es nicht anders. Bei den Senioren erzielte Günther Fändrich vom TV Heppenheim auch international gesehen mit 4.582 Punkten ein hochklassiges Resultat im Wurf-Fünfkampf der M75. Seine Glanzlichter setzte er mit Diskus (37,67m), Hammer (42,07 m) und Wurfgewicht (16,89m). Nicht lumpen ließ sich auch seine bessere Hälfte Erika Meszaros-Fändrich, jene vom DLV perfide Veräppelte bei der Winterwurf-DM in Erfurt (wir berichteten), die in der W55 um zwei Zähler die begehrte 4.000-Punkte-Grenze überbot. Besonders beeindruckend dabei ihre 43,88m im Hammerwurf.
Aus der Fülle der Ergebnisse noch erwähnenswert die 54,14m mit dem 7,26-Kilo-Hammer von Marcel Kunkel (USC Mainz) in der M45 und in der gleichen Disziplin die 54,17m von Melanie Motzenbäcker (MTG Mannheim) in der W30. - Alle Ergebnisse unter diesem Link.