Kugelstoßerin Sara Gambetta sorgte für die erste Endkampf-Platzierung

(Tokio/Krefeld, 01. August 2021) Wer hätte das gedacht? Die sonst so ruhig und gelassen, beinahe stoisch wirkende Kugelstoßerin Sara Gambetta (im Bild) vom SV Halle ging als bislang nicht gekanntes Temperamtsbündel regelrecht aus sich heraus. Nicht zu vergleichen mit der extrovertierten, schrillen, vor jedem Versuch einen Veitstanz aufführenden, sich als „Hallo wach“ regelrecht anbrüllenden schwergewichtigen US-Amerikanerin Raven Saunders. Aber immerhin war von der 28-jährigen Hallenserin über die Außenmikrofone im Livestream der Internet-Übertragung ein deutlich vernehmbares, ausgesprochen entschlossenes „Come on“ zu vernehmen. Es half und war auch vonnöten. Die Rückenstoß-Interpretin steigerte mit 18,88m ihre persönliche Bestleistung um zwei Zentimeter und buchte damit drei weitere Versuche der Kür des Finales der besten Acht. Danach war allerdings beim Schützling von Trainer und Ex-Kugelstoßer René Sack (PBL 19,84m) verständlicherweise ein wenig die Luft ’raus, vermochte sie sich nicht mehr auf die erhoffte 19 vor dem Komma zu verbessern und wurde letztlich Achte.

Lijiao Gong wurde ihrem Namen gerecht und ließ es krachen

Schittegal! Eine tolle Leistung zum ultimativen Saisonhöhepunkt hin. Ganz nebenbei betätigte sich die anscheinend „kühle Blonde“ aus Sachsen-Anhalt als Eisbrecherin. Ja, fürwahr: Denn sie bescherte heute der übergroßen deutschen Leichtathletik-Mannschaft zur sehr gewöhnungsbedürftigen Finalzeit ab 10:35 Uhr (03:35 Uhr MESZ) die überhaupt erste Endkampf-Platzierung. Sei der Chronistenpflicht genügend nicht verschwiegen, dass die favorisierte, von Beginn an führende Chinesin Lijiao Gong insbesondere in den beiden letzten Durchgängen mächtig auf den Gong schlug und mit persönlicher Bestleistung von 20,58m überlegen vor Saunders (19,79m) und dem 36-jährigen Kugelstoß-Urgestein Valerie Adams (19,62m) aus Neuseeland gewann. Das wird die langjährige Mitstreiterin Christina Schwanitz noch mal zusätzlich grämen.  – Das vollständige Wettkampf-Protokoll.  

Malaika Mihambo erlöste sich und die Nation mit 6,98 Meter

Und was es sonst noch in den Vorentscheidungen durch die heimische Brille betrachtet gab? Die Nation darf aufatmen, soweit sie an der einstigen olympischen Kernsportart interessiert ist. Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo bekam ihre latenten saisonalen Anlaufprobleme nicht vollends, aber einigermaßen in den Griff. Für die Erlösung sorgte sie dann nach 6,64m (-18,7cm vor dem Plastilin) und 6,56m (-4,9) im dritten Durchgang mit der neuen Jahresbestleistung von 6,98m (bisher 6,92m). Selbst da „verschenkte“ sie auf dem 20 Zentimeter breiten Absprungbalken bei wenig Brettberührung noch 16,5 cm. Also flog sie  7,14m weit. Mit ihr übertrafen weitere sieben Springerinnen die geforderte Qualifikationsweite von 6,75m, absolut  ein bisschen weiter lediglich die Serbin Ivana Spanovic (7,00m). Aufgefüllt wurde bis zum zwölften Platz bis 6,60m abwärts. Leider noch zu viel für Maryse Luzolo, die mit 6,54m im Gesamtklassement 15. von 30 Teilnehmerinnen wurde.  

Gesa Felicitas Krause souverän ins Hindernis-Finale

Neben Mihambo stach auch die zweite heimische Trumpfkarte. Gesa Felicitas Krause wurde in ihrem sehr dosierten und kontrollierten zweiten Vorlauf über 3.000m Hindernis in 9:19,62 Minuten Zweite, schaffte damit den Direkteinzug in den Endlauf. Den verpassten auch über die Zeitschnellsten-Regelung Elena Burkhardt (17. in 9:30,64) und Lea Meyer (22. In 9:33,00) unter den insgesamt 41 Hindernisläuferinnen mehr oder weniger deutlich. Für Platz 15 sind 9:26,11 nötig gewesen.
Die imaginäre Hürde war erwartungsgemäß auch für das gerade noch 20-jährige „Küken“ Samantha Borutta (*07.08.2000) in der Hammerwurf-Ausscheidung zu hoch. Für den zwölften Platz (71,68m) hätte sie schon ihre altersgemäß formidable Bestleistung von 71,08m übertreffen müssen. Per Saldo waren es 67,38m und der 24. Rang des 31-köpfigen Feldes in zwei Gruppen.
Ebenfalls vor einer unlösbaren Aufgabe stand Marvin Schlegel in seinem der insgesamt fünf Vorläufe über 400 Meter. Was in die Ergebnisliste eingeht sind 46,39 Sekunden und der 35. Platz unter 48 Viertelmeilern. – Die Resultate aller morgendlichen Wettbewerbe.