Wow: Drehstoßer Ryan Crouser steigerte den Weltrekord auf 23,37 Meter

(Eugene/Krefeld, 19. Juni 2021) Nicht etwa bei handgemalten, auf den Athleten zugeschnittenen Rahmenbedingungen wurde gestern ein absoluter Kracher gezündet: Nein, bei den „US Olympic Track and Field Trials“, den knallharten, gnadenlosen Olympia-Ausscheidungen der USA in Eugene im Bundesstaat Oregon. Kugelstoß-Olympiasieger Ryan Crouser drehte sich wie ein Wirbelwind in dem 2,13m großen Ring und verbesserte den Uralt-Weltrekord seines Landsmannes Randy Barnes (23,12m) von 1990 um 25 Zentimeter auf 23,37m (siehe Video). Dabei nahm er seinem ärgsten Rivalen, dem amtierenden Weltmeister Joe Kovacs (22,34m), über einen Meter ab. Obwohl sich diese Bezeichnung bei seiner phantastischen Serie von 22,61, 22,55, 22,73, 23,37, x, 22,62m geradezu verbietet, hätte selbst der „schwächste“ Versuch von Crouser noch zum bloßen Erfolg gereicht. Bereits in der morgendlichen Qualifikation hatte dieser Wikinger-Typ, dessen Name ins Deutsche übersetzt Krokodil lautet, mal eben mit 22,92m zugeschnappt. Der ganz normale Wahnsinn.
Dritter wurde überraschend Payton Otterdahl mit neuer Bestleistung von 21,92m, denkbar knapp vor dem höher gehandelten Darrell Hill (21,89m), dem Weltbestenlisten-Dritten mit 22,34m. Was einmal mehr die Binsenweisheit bestätigt: Abgerechnet wird nicht nur beim Fußball auf dem Platz. Natürlich brutal aus Sicht von Hill, das Olympia-Ticket für Tokio um winzige drei Zentimeter verpasst zu haben.

Diese „Explosion“ kommt nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel

Ein Weltrekord lässt sich selbstverständlich nicht planen und noch viel weniger beziffern. Allerdings kommt diese „Explosion“ alles andere wie der vielzitierte Blitz aus heiterem Himmel. Der 2,01m große und 145 Kilo schwere 28-jährige Koloss hatte am 22.Mai in Tucson diese Möglichkeit bereits angedeutet. Mit seinerzeit 23,01m übertraf er nach Ulf Timmermann (23,06m) und eben Barnes als dritter Kugelstoßer in dieser schwerathletischen Spezialdisziplin der Leichtathletik die magische 23-Meter-Marke (wir berichteten). Den Grundstein legte er quasi schon früher, als er im Januar mit 22,82m den Hallen-Weltrekord in seinen Besitz brachte, den zuvor ebenfalls Barnes mit 22,66m im Jahr 1989 aufgestellt hatte. Wenn’s so einfach wäre, also gewissermaßen eine logische Entwicklung.
Die Ergebnisliste (zunächst links oben Fri, June 18th anklicken) des Finales.