Christa Bortignon trotzte Regen, Wind und Kühle mit zwei Weltrekorden

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(Eugene/Krefeld, 10. Mai 2022) Mit einer schlechteren Nachricht konnten die Hayward Classics am vergangenen Samstag in Eugene im US-Bundesstadt Oregon, Mitte Juli Schauplatz der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2022 der Männer/Frauen, für die deutschstämmige Christa Bortignon (*29.01.1937; im Bild) aus Westvancouver in Kanada nicht beginnen. Der 85-jährigen Ausnahmekönnerin wurde mitgeteilt, dass ihr 100m-Weltrekord von 18,45 Sekunden (zuvor 19,37) vom 24.April in Delta/British Columbia, wegen versäumter vorheriger Prüfung der Nullstellung der elektronischen Zeitmessanlage nicht anerkannt werden konnte. Das ließe auch den Schluss zu, dass an diesem Fabelweltrekord Zweifel aufgekommen sind. Unbegründet, falls es so war. Obwohl sie schon drei Sprünge des letztlich abgebrochenen Weitsprungs (bester Versuch 2,80m) in den Beinen hatte und pünktlich zum Sprint bei kühlen Temperaturen und Wind auch noch Regen einsetzte, bestätigte sie in 18,49 sec. bei 0,6m/sec. Rückenwind bis auf 4/100 die seinerzeitige Bestmarke.

"Schwierigste an einem Weltrekord ist die Anerkennung"

„Das Schwierigste an einem Weltrekord ist, ihn genehmigt zu bekommen“, konstatierte Christa ob der trüben Erfahrung. Doch diesmal sollte eigentlich alles in Ordnung gehen. Denn keine Geringere als die WMA-Statistikerin Sandy Pashkin fungierte als Meeting-Direktorin, die sich anderenfalls ein denkbar schlechtes Zeugnis ihrer ansonsten von Bortignon hochgelobten organisatorischen Arbeit ausstellen würde. Innerhalb von nicht ganz sieben Stunden zwischen 11:15 Uhr und 17 Uhr wurden von einem großen Kampfrichter-/Helferstab 16 Feld- und 19 Bahnwettbewerbe reibungslos abgewickelt.
Und die aus Eugene stammende Pashkin muss noch einmal für die Wahl-Kanadierin in Aktion treten. Sogleich im ersten Versuch übertraf sie mit 6,16m bei legalen Windverhältnissen den bisherigen, bereits 27 Jahre alten Dreisprung-Weltrekord der Australierin Ruth Frith (5,50m) mal eben um 66 Zentimeter auf 6,16m. Mit Rücksicht auf die widrigen Wetterbedingungen beendete C.B. diese Konkurrenz und verzichtete auch auf die beiden weiteren gemeldeten Disziplinen. Das Verletzungsrisiko war ihr schlichtweg zu groß.
Losgelöst von ihr beiden globalen Bestmarken lautete ihr Fazit: „Es war toll, wieder an einem Wettkampf teilzunehmen und viele meiner alten Freunde aus der Masters-Gemeinschaft zu treffen."