Trotz Trainingsrückstand erzielte Christa Bortignon tolle Leistungen

(West Vancouver/British Columbia/Krefeld, 09. Oktober 2021) Eigentlich müßig nach all der elendig langen Zeit von inzwischen mehr als 1,5 Jahren zu erwähnen, dass Pandemie nichts anderes als eine weltweite Epidemie bedeutet. Insofern hat dieser vermaledeite Corona-Virus den gesamten Globus im Würgegriff. Allerdings durchaus mit unterschiedlichen Ausprägungen und Umgehensweisen. Auch oder gerade in der Senioren-Leichtathletik, die nicht nur hierzulande über viele Monate hinweg ein noch einmal ausgeprägteres Stiefmütterchendasein als sonst schon fristen musste. Die deutschstämmige Christa Bortignon (*1937; im Bild) aus West Vancouver in Kanada, die als bekennende tägliche Lampis-Leserin über unser sportspezifisches Internet-Portal den Kontakt zur alten Heimat pflegt, klagte mir gestern in einer E-Mail ihr von vielen gleichgesinnten Landsleuten geteiltes Leid.

Bei ziemlich totem Wettkampf-Angebot eine kleine Nische genutzt

„Nachdem ich viele Jahre lang an den ,Huntsman Senior World Games‘ in St.George in den USA mit über 10.000 Sportlern in über 20 verschiedenen Sportarten teilgenommen habe, konnte ich da wegen den Aus-/Einreisebestimmungen 2020 und 2021 nicht starten. Die kanadischen Masters-Meisterschaften haben in der vorigen und in dieser Saison erst gar nicht stattgefunden“, berichtete die 84-jährige Wahl-Kanadierin. „Glücklicherweise gab es in diesem Jahr in British Columbia ein Stadion-Sportfest für Masters.“
Dort erzielte die im letzten Jahr der W80 stehende ehemalige Siebenkampf-Weltrekordlerin der Seniorinnen trotz geringer Trainingsmöglichkeiten höchst bemerkenswerte Leistungen. Als Mitglied der Nationalstaffel der W75 (!) half sie maßgeblich mit in 1:19,88 Minuten einen neuen kanadischen Rekord über 4x100m aufzustellen. Mit 17,98 Sekunden über 100m hatte sie sich nachdrücklich für eine Nominierung empfohlen. Dazu beeindruckte sie noch mit 2,87 im Weitsprung. Nochmal zum besseren Verständnis: Die Dame vollendet im Januar 2022 ihr 85. Lebensjahr. Übrigens: Bei der Senioren-DM in Baunatal hätte sie den Weitsprung mit einem überwältigenden Vorsprung von 81 Zentimetern gewonnen. Eine Referenz über 100m können wir nicht nennen, da sie im Hessischen buchstäblich konkurrenzlos gewesen wäre. Nehmen wir zum Vergleich die deutsche Bestenliste 2021, die mit 22,08 Sekunden angeführt wird. Noch Fragen?
Wie alle mit ihr wünscht sich die sprint- und sprungstarke W85erin in Lauerstellung, „dass wir Masters in 2022 zu einer gewissen Normalität zurückkehren können“. Ob sie bei der hoffentlich stattfindenden Senioren-WM vom 29.Juni bis 10.Juli 2022 im finnischen Tampere starten wird, ließ sie offen.