"Sorgenfall Leichtathletik" vor Nominierung zu den Olympischen Spielen

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Kolumne

Moment mal

(Düsseldorf/Darmstadt/Tokio/Krefeld, 28. Juni 2021)
Obwohl die Europameisterschaft von „König Fußball“ derzeit das Erscheinungsbild der Tageszeitungen landauf, landab beherrscht, gönnte die in Düsseldorf erscheinende, viel zitierte angesehene „Rheinische Post“ vorigen Freitag gemessen an der Kickerei einer Randsportart immerhin einen fast halbseitigen fünfspaltigen Beitrag mit eingeblocktem großformatigem Foto einer skeptisch dreinschauenden Konstanze Klosterhalfen. Den betitelte das Blatt in großen fetten Lettern mit der Überschrift „Sorgenfall Leichtathletik“. Eine Art Bestandsaufnahme kurz vor Nominierungsschluss (29.Juni) der wegen der Corona-Apokalypse mit großen Sorgen, Bedenken und Vorbehalten behafteten Olympischen (Nachhol- und Geister-)Spiele vom 23. Juli bis 08.August 2021 im verseuchten Tokio.

Chef-Bundestrainerin und Optimismus-Beauftragte Stein rechnet mit 65 Olympioniken

Das wollen wir nach Art des Rindviechs inhaltlich jetzt nicht alles wiederkäuen, da unseren sachlich-fachlich bestens aufgestellten Lesern als wahre Experten die vielen Baustellen der sich auf steter Talfahrt befindenden bundesdeutschen Szene eh hinlänglich bekannt sind. Aber wenigstens dies, was zur allgemeinen Überraschung beitragen wird – die  Kernaussage einer Frau mit zugedachter Kernkompetenz: DLV-Chef-Bundestrainerin und Optimismus-Beauftragte Annett Stein rechnet mit etwa 65, in Worten: Fünfundsechzig, Tokio-Teilnehmern.

Fatale Fehleinschätzung des wahren Leistungsvermögens

Wie bitte? Wer soll das alles sein von internationalem Format und einigermaßen realistischen Chancen die Minimalanforderung zu erfüllen, unter die besten Sechzehn zu gelangen? Das entbehrt in der von Stein hoffentlich nicht in Stein gemeißelten genannten Breite jeglicher realistischer Einschätzung des wahren Leistungsvermögens. Es sei daran erinnert, dass ein ähnlich aufgeblasenes Team von damals 50 Nominierten bei der diesjährigen Hallen-EM im polnischen Torun, und das waren lediglich kontinentale Titelkämpfe, per Saldo kläglich abstürzte. Da sprang in der Gesamtwertung, dem wie ein Götze angebeteter Medaillenspiegel, ein 16. Rang knapp vor dem „Giganten“ Aserbeidschan heraus.

Organisatoren: Unnötiges Begleitpersonal sollte zuhause bleiben!

Also warten wir bannig gespannt die Veröffentlichung ab, wen der DLV vor der Absegnung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) so alles auf sporttouristische Fernreise schicken möchte. Den mindestens genauso langen Rattenschwanz an oftmals vollkommen überflüssigen Offiziellen werden sie uns indes garantiert leider nicht verraten. Dabei haben die japanischen Organisatoren aufgrund der risikobehafteten Gemengelage ausdrücklich und dringend darum gebeten, mehr so ersucht, dass alle Funktionäre zuhause bleiben mögen, die nicht unmittelbar etwas mit der Betreuung der Aktiven zu tun haben.
Aber wer schert sich schon um unüberprüfbare Vorgaben, wenn es um die Besitzstandswahrung eigener Pfründe einer KdF-Maßnahme (= Kosten der Firma) geht? Eine rein rhetorische Frage!