Margit Jungmann mit großem Kino in den Ruhestand verabschiedet

Kolumne

Moment mal

(Saarlouis/Rehlingen/Krefeld, 09. April 2021)
Ganz großes Kino für Margit Jungmann aus Rehlingen im Saarland. Allerdings nicht in ihrer einer bestimmten Öffentlichkeit bekannten Eigenschaft als Präsidentin des globalen Senioren-Fachverbandes World Masters Athletics (WMA) mit Sitz in Monte Carlo im Fürstentum Monaco. Vielmehr wurde die 65-Jährige in Lauerstellung (*25.Mai 1956) als Kreisdezernentin des Landratsamtes Saarlouis in den Ruhestand verabschiedet. Der dortigen Lokalausgabe der „Saarbrücker Zeitung“ war das vorigen Dienstag einen „Riesenschinken“ (so heißt das im Zeitungsjargon) eines fünfspaltigen Artikels mit jede Menge Text und einem eingeblockten aktuellen dreispaltigem Foto vom Anlass wert. Leider maskiert und mithin ziemlich sinnfrei. Aber festangestellte Fotografen wollen in Zeiten wie diesen schließlich auch beschäftigt werden. Doch in diesem speziellen Falle wäre für den optisch-visuellen Wiedererkennungswert ein Archivfoto (wie bei uns) angemessener gewesen.

„Man müsste Dir ein Denkmal setzen“

Noch mal leider: Der Beitrag lässt sich nicht durchgängig verlinken und steht lediglich Abonnenten vollinhaltlich als „Online-Paper“ zur Verfügung. Also berichten wir ein wenig aus dem Inhalt, der Margit Jungmann zur Zierde gereicht und unseren dereinst für sie auserkorenen Beinamen „Saarperle“ nachträglich in anderem Glanz erscheinen lässt. Die Überschrift in An- und Abführung passt gleich zu ihrem hauptsächlich in englischer Sprache ausgeübten internationalem Ehrenamt: „Eine Teamplayerin, fordernd aber fair“. Die Zwischenüberschrift:
Lehrerin, Sportlerin, Kreisdezernentin: Kollegen und Weggefährten haben Margit Jungmann in den Ruhestand verabschiedet" (siehe da: ganz ohne Gender-Gedöns, obwohl sicherlich auch Frauen darunter waren). Gleich der Vorspann mit einem Zitat hat es in sich: „Du brauchst nicht unter Dich zu schauen. Was gesagt wurde ist alles wahr. Man müsste Dir ein Denkmal setzen“, betont Landrat Patrick Lauer in seiner Lau(er)datio. Wow! Und weiter: „Du warst die beste Chefin, die ich je hatte“, ergänzt er mit einem Augenzwinkern und spielt auf ihre Durchsetzungskraft an. Donnerschlag: Das ist fürwahr was fürs Poesiealbum.

Gibt es 2022 auch einen Abschied aus der Funktionärsriege?

Genug des überlieferten Lobes, das für unsere Leser (mich ebenfalls) in ihrem bezahlten Amt eh nicht nachempfunden werden kann. Womit keineswegs ausgedrückt werden soll, dass dort im verklärten Rückblick geschmeichelt wurde, dass sich im großen Sitzungssaal des Landratsamtes nur so die Balken bogen. Geben wir noch ein Kernzitat der taufrischen (Un-)Ruheständlerin wieder: „Ich gehe mit sehr viel Wehmut, aber mit einem Gefühl der Dankbarkeit.“
Immerhin bleibt sie der Senioren-Leichtathletik noch ein bisschen erhalten. Und da hat sie sich im Krisenmanagement mit dieser vermaledeiten Corona-Seuche nach meiner bescheidenen Meinung durchaus bewährt und klare Kante gezeigt. Anders als so manche sinnbildlichen und buchstäblichen „Eiertänzer“ aus den Chef-Etagen (na, ihr wisst schon!).
Mindestens bis zur nächsten Generalversammlung anlässlich der aufgeschobenen Weltmeisterschaften der Ü35-Generation vom 29.Juni bis 10.Juli 2022 im finnischen Tampere wird die „Frontfrau“ in administrativer Funktion weiterhin die Geschicke leiten. Allerdings stünde sie nach dem durchgesickerten Vernehmen aus der Szene nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung. Schlussendlich gibt's auch noch mit Ehemann Lutwin ein Leben neben dem Sport. Wenn nicht alsbald, wann dann?
Doch – was sonst (?) – warten wir es in aller Ruhe und Gelassenheit ab. Denn bis dahin wird noch gaaanz viel Wasser die Saar herunterfließen und an die Mittelmeerküste in Monaco gespült.