Corona-Plan wurde schon aufgeweicht, ehe er überhaupt in Kraft trat

Kolumne

Moment mal

(Krefeld und die …?, 29. März 2021)
…Republik, wollte ich eigentlich schreiben. Doch das hätte bei der die uns alle betreffende Thematik so absolut und ultimativ nicht gestimmt. Der in der Vorwoche bis tief in die Nacht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den 16 Ministerpräsidenten regelrecht erstrittene, ab heute wirksame neue Corona-Plan wurde schon wieder aufgeweicht, bevor er überhaupt in Kraft getreten ist. Sowohl von der Kanzlerin selber, die in einem größten Respekt zu zollenden Mea-culpa-Akt (obwohl sie es nicht alleine verbockt hatte) die verordnete zusätzliche Osterruhe an Gründonnerstag und Karsamstag zurücknahm (der Lebensmittel-Discounter meines Vertrauens wird jetzt sogar jeweils um 6 Uhr öffnen), als auch die Landesfürsten*innen, die hübsch uneinig in diversen Abweichungen ihr eigenes (Anti-)Virus-Süppchen kochen. Blickt da noch einer durch?

Vorischt ist die Mutter der Porzellankiste

Vorausgeschickt, dass ich weder ein Corona-Leugner, noch ein renitenter Bürger bin, der grundsätzlich gegen alles opponiert, was ihm von Staatswegen außerhalb normaler Gesetzgebung aufs Auge und sonst wohin gedrückt wird. Ganz im Gegenteil: Meine ganz persönliche Regierungschefin Elke und ich sind ausgesprochene, obendrein bekennende Corona-Schisser. Weit über das Abverlangte hinaus begeben wir uns bis auf die notwendigen, unerlässlichen Dinge des (Über-)Lebens sowie Spaziergänge und Radtouren durch Mutter Natur in eine selbst auferlegte häusliche Quarantäne. Beispiel gefällig? Bitte sehr! Unsere Tochter Vera (*1967) und Enkelin Antonia (*2000) haben wir seit dem Geburtstag Erstgenannter am 15.August 2020 nicht mehr gesehen. Besondere Zeiten erfordern eben besondere Maßnahmen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Manches ist einfach nicht mehr nachvollziehbar

Aber: Das Leben ist kein Ponyhof, wo es beim Kutschfahrten-Training für die
„Kids" in stetem Wechsel mal hü und hott heißt. Oder noch sportlicher formuliert: Es kommt einem mittlerweile wie Rudern vor. Da sind sie in Blickrichtung gesehen auch ständig rückwärts orientiert unterwegs. Manches ist einfach mit halbwegs gesundem Menschenverstand und einem gerüttelten Maß an Lebenserfahrung nicht mehr nachvollziehbar, macht mürbe und schafft Verdruss bis zum Überfluss. Doch machen wir zum besseren Verständnis ungeachtet der vielen unterschiedlichen Baustellen nach Bundesländerart noch eine gemeinsame auf: Massentourismus vor, an und über Ostern in Hotels auf das angeblich verhältnismäßig „saubere“ Mallorca (SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die Zahlen für geschönt) ist erlaubt, doch Individualurlaub mit dem Wohnmobil, in eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus an die Nord- und Ostsee nicht. Das verstehe wer will. Leider reicht mein Horizont da nicht zu aus.

DLV: Ungeliebte Senioren*innen sind mal wieder außen vor

Und was verordnet der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) und seine gleich 20 Regional-/Landesableger den entgegen allen gerade erst wieder öffentlich erneuerten Lippenbekenntnissen unverändert ungeliebten Senioren*innen: Ein stringentes Wettkampfverbot mindesten bis in eine späte Saison hinein, derweil alles andere mit 13 (!) Deutschen Meisterschaften (siehe Link) schon stattgefunden hat (DM Halle) und noch stattfinden soll.
Das ist immerhin eine Perspektive. Selbst wenn das eine oder andere der Not und Vernunft gehorchend kurzfristig gekippt werden müsste.

NRW-Team-Finale 2021 frühzeitig von der Agenda gestrichen

(Iserlohn/Kaiserau/Krefeld, 28. März 2021) Wenn die Spitze abgeschnitten wird, fehlt offenkundig der Anreiz auf den Ebenen darunter unverdrossen und entschlossen ans Werk zu gehen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte sich wie schon im Jahr eins von Corona trotz Ausrichter im vorauseilenden Gehorsam entschieden, keine Team-DM Senioren (DAMM) zu veranstalten. Die Quittung bekam der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) mit Sitz im SportCentrum Kaiserau von den potenziellen Interessenten präsentiert. Dessen Seniorenwart Eberhard Vollmer richtete vorsorglich eine Umfrage an die „üblichen Verdächtigen“, ob sie für die geplante Durchführung des NRW-Endkampfes am 02.Mai plädieren oder lieber zum frei gewordenen Termin des Bundesfinales am 11.September 2021 antreten würden (wir berichteten).

Enorme Aufwand lohnt das Unternehmen nicht

Das Ergebnis war ernüchternd. Eine Startgemeinschaft mit zwei Mannschaften sprach sich für die erste Version aus, acht Vereine/Stg’n mit zehn Teams würden die spätere Variante bevorzugen. Normalerweise sind es 20 bis 25 Teams aus den beiden Verbänden vom Nordrhein und Westfalen. Die Konsequenz von der Geschicht‘: Der in diesen coronären Zeiten wesentlich höhere Aufwand lohnt das Unternehmen nicht, hat sich die zuständige Kommission für eine Absage für 2021 entschieden. Für den 02.Mai musste so früh gehandelt werden, ob auch für den September jetzt schon sei einmal dahingestellt.

Und wie geht es weiter?

Nun blicken wir alle gespannt darauf, was in anderen Regional-/Landesverbänden geschieht. Beispielsweise sollen am 29.Mai 2021 in Wendelstein die Senioren-Mannschaftswettbewerbe der Bayern sein. Sie waren es auch, die just zur Eröffnung des Oktober-Festes am 21.September 2019 im Münchner Dantestadion mit 47 Teams und 550 Aktiven das 47. Finale der guten alten Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM) über die schmucke Bühne gehen ließen.
Da kann Wehmut aufkommen. Die Ergebnisliste erinnert daran. Und das ist in diesem Zusammenhang wahrlich keine maßlose Übetreibung: Nichts wird mehr so, wie es einmal war.

Eia Benner-Werfertag: Ein Hoffnungsschimmer am Firmament

(Leichlingen/Krefeld, 26. März 2021) Machen oder es mindestens zu wollen, statt schwafeln, diskutieren und theoretisieren. Dafür steht der Leichlinger TV (LTV) mit seinem Frontmann Manfred Schmitz in dem seit Corona zum Bremser der Nation verkommenen Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) in Duisburg. Die Senioren/innen sind beim LVN nicht nur im Fenster des Internet-Portals wegrationalisiert worden. „Selbstverständlich können wir in Zeiten von Corona keine Versprechungen abgeben und einen Garantieschein ausstellen“, sagte der ehemalige 66-m-Diskuswerfer im Gespräch mit LAMPIS. „Aber wir wollen ein positives Signal setzen, eine Perspektive bieten und ein bisschen Aufbruchstimmung erzeugen.“

Volles Programm plus zwei Rahmenwettbewerbe

Das sieht dergestalt aus: Der LTV plant am ersten Mai-Wochenende im Sportzentrum Balker Aue den Eia Benner-Werfertag zum Gedächtnis an seine am 25.August 2019 83-jährig verstorbene Trainer-Legende mit wirklichem Vornamen Kurt. Es wurde ganz bewusst gesplittet, um bei dem zu erwartenden Andrang das Geschehen auf der Anlage zu entzerren. Der Sonntag (02.Mai), Beginn 12 Uhr, ist der Ü30-Generation vorbehalten. Auf dem Programm stehen alle vier klassischen Stoß-/Wurf-Disziplinen, dazu als Rahmenwettbewerbe Steinstoßen und Gewichtwurf unter Rasenkraftsport-Bedingungen.

Corona-Schnelltestes vor Zutritt ins Stadion

Müßig zu erwähnen, dass der rührige Klub den genehmigenden Behörden und dem LVN ein durchdachtes, ausgeklügeltes Hygienekonzept vorgelegt hat. Mehr noch: In Zusammenarbeit mit einer Klinik werden vor dem Zutritt ins Stadion Corona-Schnelltests durchgeführt. Da niemand in Sachen dieser neuen Geißel auch nur in die nähere Zukunft schauen kann, wird der Zeitplan erst nach Meldeschluss (20.April, keine Nachmeldungen möglich!) und dem Plazet, dass die Veranstaltung endgültig grünes Licht erhält, veröffentlicht. Ein Hoffnungsschimmer am Firmament ist es allemal. Klarer Fall, dass wir zu gegebener Zeit wieder auf Sendung gehen werden.
Die weiteren diesjährigen Vorhaben des LTV mit Senioren-Beteiligung: 04.September: Springer- und Werfertag; 06.November: NRW-Winterwurfmeisterschaften.

Leute, aufgepasst: Kommende Nacht werden die Uhren vorgestellt

(Krefeld und die Republik, 27. März 2021) Leute, aufgepasst! Wer ausgerechnet am morgigen Sonntag einen Termin haben sollte, und sei es zum Hochamt um 10 Uhr, der sollte darauf achten, nicht zu spät am Ort der Handlung zu erscheinen. Denn wir spielen alle miteinander in der kommenden Nacht wie Miss Sophie und ihr Butler James „Dinner for one“. Nämlich dasselbe Prozedere jedes Jahr. Kleiner Unterschied: Das gleich zweimal pro anno. Stellt sich die Frage, wie lange dieser längst wissenschaftlich erwiesene ökologische und ökonomische Schwachsinn für Mensch und Haustier noch anhält, an den Uhren herum zu drehen. Schließlich ist die Zeit was sie ist – unverrückbar.

Ausbaden müssen es die Bürger

Aber da nützt kein Jammern und kein Klagen, in der kommenden Nacht werden die Zeitmesser von  zwei auf drei Uhr vorgestellt. Hoch lebe die Europäische Union (EU), die es de jure schon abgeschafft hat, sich de facto jedoch nicht auf eine zeitlich einheitliche Umsetzung zu einigen vermag. Das ist allerdings typisch für den Staatenverbund von 27 europäischen Ländern. Ausbaden dürfen es die rund 450 Millionen Bürger.

Symbolische Aktion für den Klimaschutz

Vorher gibt es allerdings – bei aller unstrittigen Wichtigkeit (Leugner sind allerdings auch hier am Start; Trump lässt grüßen) – sogar eine weltweite Pseudo-Aktion: Die „Earth Our 2021“, bei der die Menschen rund um den Globus um 20:30 Uhr ihrer Zeit als Mahnzeichen für mehr Klimaschutz das Licht ausschalten soll(t)en. Darf das Pantoffelkino an bleiben? Klar, kann jeder einzelne seinen Beitrag zu dieser Herkulesaufgabe leisten. Aber dann bitte nicht mit einmal symbolisch die Beleuchtungskörper ausknipsen. Und unsere Damen und Herren Politiker kommen damit schon gar nicht aus der Nummer raus, die im großen Stile zu allererst sie angeht.

Bibliothekarischer Nachlass von Klaus Liedtke blitzschnell vergeben

(Niederrodenbach/Lünen/Krefeld, 25. März 2021) Tue Gutes und rede oder schreibe darüber. So viel PR in eigener Sache muss schon sein. Zumal wir es der Effektivität wegen öffentlich gemacht haben. Lösen wir also noch auf, wie die Resonanz auf den umfangreichen fachlichen bibliothekarischen Nachlass des verstorbenen Wurf-Allrounders Klaus Liedtke aus Lünen gewesen ist. Speziell am Erscheinungstag (22.März) gab‘s eine rege Nachfrage via Telefon und E-Mail. Die konnten, durften, mussten wir jedoch in Rekordzeit abschlägig beantworten. Denn schließlich waren wir getreu dem Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ im Wort mit dem Erstzuschlagsrecht. Es war die via Leichtathletik, LSW und Rasenkraftsport mehrgleisig wirkende Ishild Müller (*1940) von der TGS Niederrodenbach und RKS Phoenix Mutterstadt, die um 10.30 Uhr als überhaupt erste Interessentin an der imaginären Telefonstrippe des Verfassers dieser Zeilen hing. Die sehr rege, muntere 81-jährige Dame aus dem Main-Kinzig-Kreis war mir inzwischen stimmlich vertraut, da sie mich erst kürzlich im Zusammenhang mit der ausverkauften deutschen Senioren-Bestenliste 2020 um Rat gebeten hatte.
Kurzum: Es wurde im nächsten Zuge der Kontakt zwischen ihr und der Witwe Thea Liedtke hergestellt. Die gute „Müllerin“ wird die gesammelten Werke nach Ostern in Lünen abholen. Das sind über die A45 immerhin 240 Kilometer. Einfache Fahrt, versteht sich. Aber diese wettkampfaffine Spezies ist ja ohnehin ein fahrendes Völkchen.