Ein deutsches Trio bei den Offenen Baltischen Masters-Meisterschaften

(Ventspils/Krefeld, 21. August 2021) Nähre dich redlich und bleibe im Lande. Wenn das so einfach wäre für die seit Corona noch stiefmütterlicher behandelten, restlos unterzuckerten Senioren-Leichtathleten in der „Bunten Republik Deutschland“?! Sofern man/frau es nicht schon vorher war, ist so manche/r zum Globetrotter avanciert. Er ist von der Disziplin eigentlich Kurzstreckenflitzer, aber bereits vor der neuen Plage der Menschheit ein Langstreckler in Sachen Wettkampf-Gestaltung. Gewissermaßen wie 4711: immer und überall dabei! Gemeint ist der für den STV Hünxe startende Sprinter Winfried Heckner (*1950) aus Rumeln-Kaldenhausen. Die 17.230-Einwohner-Gemeinde gehört zu Duisburg, grenzt jedoch unmittelbar an Krefeld-Uerdingen und hat die Krefelder Telefon-Ortsvorwahl. Da scheint bei der Gebietsreform einiges schief gelaufen zu sein.
Aber zurück zum reiselustigen und geselligen „Winnie“, der als jeweiliger DLV-Bestenlisten-Vierter der M70  seine saisonalen Bestzeiten bezeichnenderweise bei den „Austrian Masters“ im September 2020 in St.Pölten lief. Nun geht er an diesem Wochenende bei den  Offenen Baltischen Masters-Meisterschaften im lettischen Ventspils über 100 und 200 Meter in die Blöcke. Die Hafenstadt liegt 190 Kilometer von der Metropole Riga entfernt an der Ostsee und wird als eine der aufregendsten Städte des Landes bezeichnet. Was immer das bedeutet? Vermutlich auch ein Übersetzungsfehler, wie gleich noch deutlich wird.

„Männer ohne Steuermann“?

Noch mit von der deutschen Partie, womöglich gemeinsam geplant, sind Marion Ertl (*1952/W65) von der LG BEC in Südhessen über 100, 200m und im Kugelstoßen sowie Martin Baranzke (*1963/M55) vom Team Voreifel aus Euskirchen im Kugelstoßen, Weit- und Dreisprung. Dazu einer vierten Disziplin, die vom Lettischen „Vesera mešana vīriešiem“ ins Deutsche kurioserweise mit „Männer ohne Steuermann“ übersetzt wird. Gerudert wird dort im Stadion jedoch definitiv nicht. Vielleicht gibt es ja jemanden, der das Rätsel entschlüsseln kann?  
Redaktioneller Hinweis: Diesen für unser Fenster Flurfunk bestimmten Beitrag stellen wir zunächst in die unsere Seite aufmachende Nachrichtenspalte.

Helmut Maryniak im Wettkampf mit und gegen den Olympia-Dritten

(Andorf/Krefeld, 20. August 2021) Ob er sich die Ergebnisliste ausgedruckt, gerahmt und an exponierter Stelle seiner Trophäensammlung platziert hat, ist uns nicht bekannt. Denkbar wäre es schon. Denn es kommt schließlich nicht alle Tage vor, dass ein 53-jähriger Senior der Genuss zuteil wird, mit und gegen einen leibhaftigen Olympia-Dritten aus Tokio einen Wettkampf zu absolvieren. Das wurde von manchen Beobachtern, so auch unserem österreichischen Informanten Josef Kuttner, „als köstliches Erlebnis und Ergebnis für einen Masters-Athleten“ wahrgenommen. Dabei haben sie allerdings das überdurchschnittliche Leistungsvermögen von Diskuswerfer Helmut Maryniak (*1968) vom LAC Passau unterschätzt. Der Niederbayer hat in dieser Saison die altersgemäße 1,5-Kilo-Scheibe bereits 55,72m weit geworfen. Insofern sind jene 46,33m mit dem „Zweier“ ein durchaus angemessenes Äquivalent.  
Die hat der Passauer beim Austrian Top-Meeting im für ihn recht nahen Andorf in Oberösterreich erzielt. In jenem siebenköpfigen Feld der Männer-Klasse aus drei Nationen befand sich halt auch der erfolgreiche Olympionike Lukas „Lucky Luke“ Weisshaidinger, der standesgemäß mit 63,88m und Riesenvorsprung sein „Heimspiel“ gewann. Der bei Weitem „Stubenälteste“ belegte mit erwähnter Weite den fünften Platz unmittelbar vor seinem 24-Jahre jüngeren Klubkameraden René Hamberger (45,99m).
Siehe Ergebnisliste.

Bayerische Senioren-Meisterschaften Wurf bieten endlich Wettkampfluft

(Bogen//Krefeld, 18. August 2021) Ohne viel Tamm-Tamm im Vorfeld mit obskuren selbstgestrickten Frage-/Antwort-Spielen werden kommenden Samstag in Bogen die Bayerischen Senioren-Meisterschaften Wurf ab M/W30 in den vier klassischen Disziplinen Kugel, Diskus, Speer und Hammer über die sportliche Bühne gehen. Dazu bar irgendwelcher Beschränkungen hinsichtlich Teilnehmerzahlen und Mehrfachstarts. Selbstverständlich gibt es dem heutzutage leider erforderlichen Standard entsprechend ein Hygienekonzept. Das bedarf eigentlich fast keiner besonderen Erwähnung mehr.

131 Aktive aus 63 Vereinen mit 333 Starts

Es haben 131 Senioren*innen aus 63 Vereinen zu 333 Starts ihre Meldungen abgegeben. Also einem rechnerischen Schnitt von 2,5 pro Person. Was darauf hindeutet, dass reine Spezialisten eher eine Rarität darstellen. Für viele dürfte es nach langer Zeit die erste Gelegenheit sein wieder die geliebte Wettkampfluft zu schnuppern und sich, sofern beabsichtigt, die Norm für die Deutschen Senioren-Meisterschaften vom 10. bis 12.September 2021 Baunatal (jene organisatorische DLV-Posse in mehreren Akten) zu sichern. Was bei der flüchtigen Draufsicht auf die Teilnehmerliste auffällt, dass mit Wurf-Allrounder Norbert Demmel (*1963/M55) vom TSV Unterhaching und Helmut Maryniak (*1968/M50) vom LAC Passau zwei weit über die bajuwarischen Landesgrenzen hinaus bekannte Namen fehlen.
Wer sich einen genaueren Überblick verschaffen möchte, dem sei erwähnte und verlinkte Liste der Startwilligen empfohlen.

Meldeliste für Nordrhein-Seniorenmeisterschaften ist online

(Duisburg/Düsseldorf/Krefeld, 19. August 2021) Na, wenigstens kann er noch eine zeitnahe Veröffentlichung der Meldelisten, der seit Corona vorwiegend bei der Ü30-Generation zur Leichtathletik-Diaspora verkommene LV Nordrhein mit Sitz in Duisburg. Das Objekt der Begierde für die Nordrhein-Meisterschaften der Klassen ab M/W30 am 28./29.August 2021 im Arena Sportpark in Düsseldorf ist seit gestern Mittag 15:41 Uhr online. Aber in einem fürchterlichen Durcheinander nach Art des österreichischen Dienstleisters SELTEC. Einfach nur grauselig! Da ist nicht mal ein System der Systemlosen erkennbar. Wer mag, überzeuge sich selber (siehe Link). Dazu fehlt eine Aufstellung der insgesamt Gemeldeten aus wie vielen Verein mit der Gesamtzahl der Starts.
Beschreiben wir es nach Loriot: Früher war mehr Lametta! Gefühlt sind es weniger als bei den ansonsten am stärksten frequentierten Verbands-/Regional-Titelkämpfen hierzulande mit bis zu jenseits 400 Teilnehmer/innen. Dabei ist es die letzte Ausfahrt (Meldeschluss 29.August) zur Senioren-DM vom 10. bis 12.September 2021 im hessischen Baunatal. Doch das Interesse daran scheint eingedenk des vom DLV inszenierten Affentheaters um die Ausschreibung (dazu später mehr) über die beabsichtigte Eindampfung der Startwilligen hinaus stark nachgelassen zu haben.

Bei Johannes Vetter drückt womöglich noch woanders der Sportschuh?

Kolumne

Moment mal

(Offenburg/Herzogenaurach/Krefeld, 17. August 2021)
Mitten im Strom die Pferde zu wechseln hat sich schon auf Trecks im ehedem Wilden Westen allzu häufig als fatale Entscheidung erwiesen. Das lässt sich sinnbildlich auch auf alle möglichen Bereiche des normalen Lebens übertragen. Nicht zuletzt auf die angeblich herrlichste Nebensache der Welt: den Sport. Derer Beispiele gibt es unendlich viele, habe ich aus unmittelbarer Erfahrung als Aktiver in den vier Sportarten Fußball, Eishockey, Tennis und Leichtathletik miterlebt. Aber auch später ab meinem 22. Lebensjahr als Sportjournalist in der Berichterstattung für Print, Funk, Fernsehen und Co-Autor von Büchern mit dem Schwerpunkt Eishockey.

Wechsel aller Art nicht immer das Allheilmittel

Doch nicht nur da haben sich Trainer-Wechsel oftmals als der berühmt-berüchtigte Griff ins Klo herausgestellt. Auch der von Zehnkämpfer Jürgen Hingsen (*1958) vom FC Bayer 05 Uerdingen, der im Olympiajahr 1988 seinen Entdecker, langjährigen Mentor,  Coach, väterlichen Freund, den „Karajan unter den Trainern“ Norbert Pixken (*18.08.1938,
29.12.2018) verließ und „inoffiziell“ zum TV Wattenscheid wechselte. Das Ergebnis ist älteren Generationen bekannt: Drei Fehlstarts im einleitenden 100-m-Lauf und das denkbar früheste Aus bei den Olympischen Spielen in Seoul. Die Hintergründe kenne ich, will sie aber an dieser Stelle nicht auswalzen. Sie sprechen allerdings nicht für das vor Ort körperlich anwesende damalige Trainer-Trio des TVW.

Kunterbunter Mix aus Pleiten, Pech und Pannen

Beim kunterbunten Mix von Pleiten, Pech und Pannen von Speerwerfer Johannes Vetter (LG Offenburg) bei Olympia anno 2021 in Tokio war es in Sachen Planung und gezielt(er)em Aufbau womöglich auch ein wenig der dauerhafte Bundes- und Heim-Trainer Boris Obergföll (geb. Henry). Doch es darf gemutmaßt werden, dass der Sportschuh noch woanders drückte, wie uns der ganz genau hinschauende Senioren-Werfer und Trainer Georg Kinadeter (*1946) vom TV Hauzenberg in Niederbayern freundlicherweise nebst entsprechendem Link zu zwitscherte: Die Probleme nämlich hausgemacht waren. Denn Vetter hat auch ein bisschen die Pferde gewechselt, nämlich zum 12.Juli 2021 den Schuh-Sponsor von Nike auf Puma. Sicherlich nicht allein, weil ihm das Logo mit dem springenden Raubtier besser gefällt als der stilisierte „Fleischerhaken“ des us-amerikanischen Giganten. Gut, dass bei einem Halb-Profi (er ist zudem bei der Bundeswehr) der monetäre Aspekt eine Rolle spielt, ist durchaus legitim.

Bislang letzter 90-m-Wurf im alten Modell

Aber passte der Schuh nicht nur von der Größe? Zweifel sind geboten. Der 28-jährige Sachse bestritt seinen letzten Wettkampf im alten Modell am 29.Juni 2021 bei der „World Continental Tour“ in Luzern, warf dort als Siegerweite bei nur drei absolvierten Versuchen 92,14m und noch 91,39m. Es sollten bis dato seinen letzten über 90 Meter gewesen sein. Es folgten – bereits gestern beschrieben – als Eingänge in die jeweiligen Ergebnislisten 85,25, 86,48, 85,64, 82,52 und 86,17m. Alles purer Zufall, oder was? Erschwerend kommt hinzu, dass die frühere Spitzen-Trainerin Gertrud Schäfer (unter anderem von Siebenkämpferin Sabine Braun und Speerwerferin Beate Peters, beide Weltklasse) bei Vetter eine falsche Fußstellung des linken Stemmbeines ausgemacht hat. Das in Summe mag einiges der für Vetters überragenden Möglichkeiten  lang anhaltenden Talfahrt erklären.       
Nun aber diesbezüglich endgültig genug unserer Vetter-Wirtschaft. Sonst müssten wir noch Berater-Honorare aufrufen.