Ein kleiner Werfertag als Pilotprojekt für weitere Unternehmungen

(Düsseldorf/Krefeld, 20. Mai 2015) Wer nicht auf einer vereinseigenen Anlage Veranstaltungen durchführt, und diejenigen sind bundesweit gewissermaßen handverlesen, der kann sein blaues Wunder erleben. Die passionierten Werfer Bernd Liebke und Gerhard Bruckhaus vom ART Düsseldorf machten sich zunächst unverdrossen ans Werk.
Doch die selbst ernannte Sportstadt Düsseldorf verlangt für die Wurfanlage im Arena-Sportpark neben der Leichtathletikhalle für die erste Stunde 80, für jede weiter 40 Euro. Die beiden bekamen erst einmal einen gehörigen Schluckauf. Dennoch ließen sie sich nicht entmutigen, richten am Samstag, 30. Mai 2015, an besagter Stelle als Pilotprojekt einen kleinen Werfertag aus.
Damit die Kosten zunächst einmal im überschau- und vertretbaren Rahmen bleiben,  um mit dem Bauch vor den Tisch zu kommen, sind zwei Wettbewerbe für die Altersklassen M/W 50 – 75 ausgeschrieben. Dies ist um 12 Uhr Hammerwurf, die Spezies kommt eh meist zu kurz, und ab 14 Uhr Diskuswurf.
Nun muss ihnen keiner die Bude einrennen, was dann wieder kontraproduktiv wäre. Aber so zwölf bis 15 Teilnehmer pro Wettbewerb wären der Sache als Mutmacher für weitere Unternehmungen sehr dienlich. Um Planungssicherheit für beide Parteien zu haben, bittet Lampis-Mitglied Bernd Liebke verständlicherweise um rechtzeitige Voranmeldung unter der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Noch ein redaktioneller Hinweis in eigener Angelegenheit: Das Fenster "Voll daneben" wurde mit drei neuen Beiträgen in den letzten sechs Tagen aktualisiert. Einfach mal 'reinschauen!

Dieses war der 3. Streich: Hermann Albrecht warf erneut Europarekord

(Mutterstadt/Krefeld, 19. Mai 2015) Kleiner Mann mal wieder ganz groß. Wenn Hammerwurf-Spezialist Hermann Albrecht (*06.04.1940) von der Spvvg Gröningen-Satteldorf sein Kommen angekündigt hat, sollten die Veranstalter vorsorglich ein Rekordprotokoll bereithalten. Der Ed-Burke-Bezwinger der Winterwurf-WM von 2012 im mittelfinnischen Jyväskylä ließ sich auch vorigen Samstag beim schon siebten diesjährigen Werfertag von Phoenix Mutterstadt nicht lumpen. Mit 50,64 Meter erzielte der „Herminator“ des Wurfs nach 48,76 und 50,20m nunmehr bereits seinen dritten Europarekord seit seiner erst sechswöchigen internationalen Zugehörigkeit zur M75. Der Satteldorfer macht es wie die Lausbuben Max und Moritz von Wilhelm Busch: Dieses war der x-te Streich und der nächste folgt sogleich. Zumindest war bislang darauf Verlass. Aber irgendwann wird auch bei ihm das Ende der Kletterstange erreicht sein. Lampis bleibt selbstverständlich am Ball respektive Hammer.
Über weitere nennenswerte Resultate dieses Meetings werden wir im Laufe des Tages im Fenster „Ergebnisse“ berichten.

EMA-Präsident Kurt Kaschke erwies sich und der Sache einen Bärendienst

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Grosseto/Krefeld, 17. Mai 2015)
Hier kommt Kurt, ohne Helm und ohne Gurt! Dafür aber angemessen gewandet in einem Nationaltrikot mit dem Schriftzug DEUTSCHLAND, was ihn ehrt, auf der relativ schmalen Brust. Nun gut, er ist ja auch kein Werfer, der EMA-Präsident Kurt Kaschke (*1955) aus Freudenstadt am Kniebis im Schwarzwald. Das Foto entdeckte ein fleißiger „Maulwurf“ auf Facebook, zeigt den präsidialen Möchte-gern-Langstreckler zusammen mit seiner Lebensabschnittsgefährtin (LAG) bereitwillig noch strahlend Lächeln vor dem Start zum 10-km-Straßenlauf bei der Senioren-EM in Grosseto (Toskana/Italien). Gepostet haben es die Organisatoren der nächstjährigen Hallen-Europameisterschaften in Ancona an der italienischen Adriaküste. Sicherlich nicht ohne das Einverständnis ihres obersten kontinentalen Feldherrn. Und das offenbart die Kehrseite der Medaille. Sie sagt ganz grundsätzlich etwas über das pathologisch anmutende Mitteilungsbedürfnis und Sendungsbewusstsein sowie pfauenartige Imponiergehabe des 60-jährigen Schullehrers aus. Ob ihm nach dem Zieleinlauf auch noch danach gewesen wäre, darf zumindest leise weinend bezweifelt werden. K.K. aus F. belegte unter 39 „Finishern“, wie es im DLV-Sprachgebrauch heißt, als viertbester von vier Deutschen in 52:33 Minuten den 33. Platz. Der italienische Sieger (36:43) dürfte zu dem Zeitpunkt bereits die Dusche verlassen und vor einem gut gehäuften Teller mit Spaghetti Bolognese oder der vegetarischen Variante mit Pesto gesessen haben. Da wir gerade schon bei Gemeinheiten sind: Gold im gleichlangen Straßengehen "ging" im zweifachen Wortsinne in 50:38 Minuten weg.  

Jeder blamiert sich so gut er kann


Nun stellt sich natürlich die Gretchenfrage: ist dem hehren olympischen Leitsatz folgend dabei sein wirklich alles? Muss sich das der Steuermann des europäischen Dach- und Fachverbandes tatsächlich antun, sich sportlich eine derartige Klatsche abzuholen (was ihm vorher hätte klar sein müssen)? Die Antwort darauf muss er selbstverständlich ganz alleine geben. Er ist es ja auch, der zumindest eine Weile mit der Blamage spazieren geht. Denn bekanntlich muss derjenige nicht mehr für den Spott sorgen, der den Schaden hat(te). Doch hätte er, Geltungsbedürfnis und Selbstinszenierung hin oder her, ins Kalkül ziehen müssen, dass er als öffentliche Person auch von der Öffentlichkeit argwöhnisch beäugt wird. Jedenfalls von Medien, die ein Gespür und Gefühl für Themen haben. Würde es „Kuddel“ allein darum gehen mal auszuloten, ob er die ganz Bandbreite vom Sprint in der Staffel des VfL Sindelfingen bis Halbmarathon (dafür ist er auch gemeldet) auf der Spule hat, hätte es ein unbedeutender und vor allem weitgehend unbemerkter Volkslauf in Kleinkleckersdorf auch getan.
Es kommt noch ein weiterer, viel wichtigerer Aspekt hinzu: Er sollte Vorbild sein, zieht jedoch durch sein unterdurchschnittliches Freizeitläuferresultat diese EM auf das Niveau einer Kirmes- und Tourismusveranstaltung herunter. Die bescheidene Meinung des Verfassers ist, dass sich Kaschke selbst, aber insbesondere der Senioren-Leichtathletik einen Bärendienst erwiesen hat. Weniger ist manchmal mehr. Wie wäre es mit vornehmer Zurückhaltung?! Und wenn er nun unbedingt möglichst oft im Bild sein möchte, wäre die Durchführung von Siegerehrungen weitaus geeigneter dazu.  
In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag und eine zauberhafte dritte Mai-Woche ganz ohne Eisheilige!

Kurt Kaschke erreichte beim Halbmarathonlauf nicht das Ziel

(Grosseto//Krefeld, 18. Mai 2015) Genügen wir der Chronistenpflicht, bringen wir zu Ende, was wir – einmal mehr exklusiv – begonnen haben. EMA-Präsident Kurt "Kuddel" Kaschke (*1955) aus Freudenstadt nahm gestern zum Abschluss der 14. Senioren-Europameisterschaften im Straßenlauf/-gehen in Grosseto (Italien) auch seine Meldung zum Halbmarathon wahr, erreichte jedoch nicht das Ziel. Hinter seinem Namen taucht in der Online-Ergebnisliste ein „DNF“ auf. Das ist die englische Abkürzung für „Did not finish“ und bedeutet, dass der Wettkampf nicht beendet worden ist. Da wir keinen O-Ton von ihm oder einem Zeitzeugen haben, kann nur darüber spekuliert werden, was ihn wann bewogen hat das imaginäre Handtuch zu werfen. Vielleicht war es auch einfach nur die spät gereifte Erkenntnis, dass er sich und der Senioren-Leichtathletik schlichtweg zuviel aufgebürdet hat (siehe auch gestrige Kolumne) und nicht mit einer völlig indiskutablen Zeit wie über 10 Kilometer in die Annalen eingehen wollte. Unter dem Strich eine weise Entscheidung.
Die trafen auch viele deutsche Starter/innen. Sie ließen sich durch die Drohgebärde des DLV in den Athleteninformationen nicht ins Bockshorn jagen und zum Kauf eines Trikots aus den beiden letzten Kollektionen zwingen. Das Aufmacherfoto in der Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetzseite zeigt mit fünf verschiedenen Versionen (sogar eine mit Bundesadler) bei acht Teilnehmerinnen einen kleinen Auszug aus der dargebotenen Vielfalt. Jetzt wäre in der Fußballersprache von einem kapitalen Eigentor die Rede. Und das ist gut so!

Ein Dèjá-vu-Erlebnis für acht Senioren-Werfer und Trainer Alwin Wagner

(Latsch/Krefeld, 16. Mai 2015) Ein Dèjá-vu-Erlebnis hatten jene acht Senioren-Werfer und ihr befristeter Trainer Alwin Wagner beim umfangreichen, lesenswerten Spezialbeitrag „Ein Tag…mit dem Kugelstoß-Kader in Latsch“ auf der DLV-Netzseite. Denn dieser „Haufen toller Hunde“ aus der Abteilung „Alter forscht“ bildete gewissermaßen während des Trainingsaufenthaltes vom 12. bis 19. April 2015 an den geschilderten Originalschauplätzen der Marktgemeinde im Vinschgau mit sehr ähnlichen oder gar identischen Erfahrungen die Vorhut für die Lang, Storl & Co. Ein paar Unterschiede gab es allerdings in der Berichterstattung darüber. Keine unwesentlichen dazu: nämlich die richtige respektive falsche Wiedergabe von Namen oder deren Weglassung. Nach einem ungeschriebenen journalistischen Gesetz sind Namen zugleich Nachrichten. Die sollten dann allerdings unbedingt stimmen. Aus Hotelier Hans Tappeiner wurde „Tappheimer“, der äußerst rührige Platzmeister Dieter Kofler, den Bundestrainer Sven Lang am liebsten mitnehmen würde, wurde namentlich nicht genannt. Im ausschließlichen Interesse der im doppelten Wortsinne Betroffenen wies Lampis via Mail die Online-Redaktion von leichtathletik.de gestern auf den Fehler und die Unterlassung hin. Nach einigen Irrungen und Wirrungen meldete sich schließlich die Autorin Pamela Ruprecht, bedankte sich für die Information, stellte die Punkte in ihrem Beitrag richtig, der unschätzbare Vorteil eines Online-Mediums, und bat darum die Herren Tappeiner und Kofler davon zu unterrichten. Ehrensache!
Was lehrt uns das: zumindest in Teilen ist eine gedeihliche Zusammenarbeit mit dem DLV möglich. Und sei es nur unter Berufskollegen. Gleichwohl sollte dieses Beispiel, indes ein frommer Wunsch, flächendeckend Schule machen. Denn wir sitzen zwar nicht alle im gleichen Boot, aber wir rudern schlussendlich auf demselben See.